Bernhard hat geschrieben:jeder, der sich mit der Materie beschäftigt hat, weiß, dass diese glorreiche Idee mit dem "Parteiaustritt" erst nach dem Verbot aufkam. Aber er weiß auch, dass das nicht ein "Weg" neben anderen ist, sondern überhaupt keiner.Xian hat geschrieben: Wenn man deine Worte ließt könnte man fast meinen das die Verfolgung von Falun Gong Antwort auf die Aufforderung des Austritts aus der KP wäre. Ist es aber nicht. Die Verfolgung von Falun Gong fing 1999 an die Austrittsbewegung aus der KP aber erst ein paar Jahre später, da sich gezeigt hat, dass auf anderem Wege die KP zu einem Ende der Verfolgung nicht bereit ist.
Kein Land kann eine Organisation "machen" lassen, die seine Bürger offen dazu auffordert, dieser Regierung ihre Loyalität aufzukündigen. Auch wenn es vorher keinen Grund für ein Verbot gegeben hätte - hier hat FLG die Begründung auf dem Präsentierteller nachgeliefert.
Wie viele dieser "Ausgetretenen" dann der KP wirklich die Gefolgschaft verweigern, möchte ich hier gar nicht diskutieren. Aber jedenfalls ist diese Aktion so ziemlich das Kontraproduktivste, was den Oberen von Falun Gong jemals eingefallen ist.
welche "Sachen", die laogai erwähnt hat, stehen nicht in dem Artikel?Xian hat geschrieben: Erstens legst du Sachen in den Artikel die da so nicht stehen zweitens ist rein spekulativ was du äußerst, da ich glaube das kein Beamter dieser Welt garantieren kann, das er nichts übersieht oder was auch immer für Gründe es haben kann. Als wäre noch nie jemand aus irgendeinem Land mit Flugzeug, Bahn oder was auch immer geflohen ohne dabei einem Beamten zu begegnen, der es checkt
Ich muss zugeben: Was laogai dargelegt hat, sind nur Indizien für die Unglaubwürdigkeit, keine Beweise. Es hätte theoretisch so sein können, wie es in dem Artikel steht. Aber du musst doch zugeben: Es ist sehr unwahrscheinlich. Da hätte gleich ein ganzes Bündel von Zufällen und Behörden-Schlampereien zusammenkommen müssen. qpr ist schon darauf eingegangen.
Dort wird gesagt, sie floh nach Deutschland und beantragte dort Asyl. Dass das sofort geschah, sagt dein Zitat nicht.Xian hat geschrieben: Aus dem Artikel:
Sie hat sofort Asyl beantragt, nicht erst nach einem Jahr.Jahrelang war das Leben der Familie geprägt von Hausdurchsuchungen, Drohungen und Erpressungen seitens der Behörden. Um dem zu entkommen, bewarb sich Yun Zou als Au-pair Mädchen und floh im April 2009 schließlich nach Deutschland, wo sie auch Asyl beantragte.
Alles in allem ist die Sache sehr fraglich, und die Tatsache, dass keiner auf Rückfragen antwortet, macht die Sache nicht glaubwürdiger. Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, möchte ich dir empfehlen, mehr über die TATSÄCHLICHEN Zustände ich China zu lernen. Nicht nur die Berichte von 5 Menschenrechtsorganisationen gegeneinander abzugleichen und daraus die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer Behauptung abzuleiten.
Klar, das klingt schon komisch. Warum darf jemand verfolgtes dann einfach einen Reisepass beantragen und ausreisen. Also ich war schon mehrfach in China und lebe seit einem Jahr in Peking und habe bei diesen Gelegenheiten auch immer mal wieder erlebt wie chinesische Behoerden so arbeiten. Ohne eine Aussage ueber den Wahrheitsgehalt der Asylbewerbung machen zu wollen, das finde ich hier sehr schwehr, kann ich mir so eine Geschichte in China schon vorstellen. Die Vernetzung der Behoerden ist noch lange nicht so weit wie in Deutschland, viele haben ihr Hukou nicht dort wo sie wohnen, oder haben sogar ein zweites unter anderem Namen in einer anderen Stadt. Weiter gehen solche Verfolgungen und andere Grausamkeiten meist von der Lokalregierung, nicht von der Zentralregierung aus. Die Zentralregierung wuerde vielleicht sogar dagegen vorgehen, wenn man die Petenten nicht am Bahnhof abfangen und in illegale Gefaengnisse stecken wuerde. Also wie gesagt, abwegig ist es nicht das ein von seiner lokalen Regierung bedraengter Chinese noch irgendwo einen Pass herbekommt (wenn er ihn nicht schon hat) und wen er es aus dem Dorf raus schafft, mag er dann am Flughafen auch nicht auf der Fahndungsliste stehen.

