Re: Chinesischer Verhandlungsstil
Verfasst: 26.11.2009, 21:45
@Andreas M.
Ich versuchs nocheinmal zu sagen, vielleicht wird es jetzt klarer.
Die 36 Strategeme sind zwar Kulturgut, aber in erster Linie "Instrumente" (Tool/Waffe etc.).
Ob man jetzt diese "Waffe" verwendet oder nicht, hängt wie bei jedem Instrument vom Kontext bzw. Umständen ab. Nur weil ein Chinese Kungfu kann, bedeutet nicht, dass er ständig jedem eine auf die Fresse haut.
Oder anders gesagt - Was du fragst, ist im Prinzip nichts anderes als ob es nicht einen Widerspruch zwischen Bomben und Freundschaft gibt.
Ja, auf Freunde wirft man keine Bomben. Auch in China nicht. Auf Feinde oder Konkurrenten je nachdem schon.
"Meine einzige Erklärung wäre, dass dies davon abhängt, ob in Zukunft nochmalige vertragliche Vereinbarungen getroffen werden oder nicht und je nachdem der Partner "ausgebeutet" wird oder nicht."
Damit liegst du nicht ganz falsch. Wenn es ein einmaliges Geschäft ist und man sich nie wieder sieht und auch der Ruf nicht von Bedeutung ist, schauen natürlich beide Seiten darauf maximalen Profit zu machen. Das gilt aber auch für Deutsche. Wenn man in einer mittelfristigen Partnerschaft ist und man merkt, dass der Partner keinerlei Respekt für einen hat und nicht unterstützt, schaut man auch darauf, möglichst viel aus der Partnerschaft mitzunehmen und sich dann abzuseilen. Gilt ebenso für Deutsche.
Ist das jetzt verständlicher?
ps. Übrigens bin ich der Meinung, dass ein weiteres Problem bei vielen chinesisch-deutschen Geschäftsbeziehungen jenes ist, dass viele Deutsche absolut 0 Menschenkenntnis haben (oder besser gesagt, ihr deutsche Menschenkenntnis nix in China bringt, da andere Kultur). Ich hab schon ein paar mal erlebt, wie sich Europäer mit den zwielichtigsten und verlogensten Typen eingelassen haben mit denen ein anständiger Chinese niemals ein Geschäft machen würde. Und natürlich wurde immer jede Warnung als lächerlich abgetan. Man weiß es selbst ja immer besser. lol:
Ich versuchs nocheinmal zu sagen, vielleicht wird es jetzt klarer.
Die 36 Strategeme sind zwar Kulturgut, aber in erster Linie "Instrumente" (Tool/Waffe etc.).
Ob man jetzt diese "Waffe" verwendet oder nicht, hängt wie bei jedem Instrument vom Kontext bzw. Umständen ab. Nur weil ein Chinese Kungfu kann, bedeutet nicht, dass er ständig jedem eine auf die Fresse haut.
Oder anders gesagt - Was du fragst, ist im Prinzip nichts anderes als ob es nicht einen Widerspruch zwischen Bomben und Freundschaft gibt.
Ja, auf Freunde wirft man keine Bomben. Auch in China nicht. Auf Feinde oder Konkurrenten je nachdem schon.
"Meine einzige Erklärung wäre, dass dies davon abhängt, ob in Zukunft nochmalige vertragliche Vereinbarungen getroffen werden oder nicht und je nachdem der Partner "ausgebeutet" wird oder nicht."
Damit liegst du nicht ganz falsch. Wenn es ein einmaliges Geschäft ist und man sich nie wieder sieht und auch der Ruf nicht von Bedeutung ist, schauen natürlich beide Seiten darauf maximalen Profit zu machen. Das gilt aber auch für Deutsche. Wenn man in einer mittelfristigen Partnerschaft ist und man merkt, dass der Partner keinerlei Respekt für einen hat und nicht unterstützt, schaut man auch darauf, möglichst viel aus der Partnerschaft mitzunehmen und sich dann abzuseilen. Gilt ebenso für Deutsche.
Ist das jetzt verständlicher?
ps. Übrigens bin ich der Meinung, dass ein weiteres Problem bei vielen chinesisch-deutschen Geschäftsbeziehungen jenes ist, dass viele Deutsche absolut 0 Menschenkenntnis haben (oder besser gesagt, ihr deutsche Menschenkenntnis nix in China bringt, da andere Kultur). Ich hab schon ein paar mal erlebt, wie sich Europäer mit den zwielichtigsten und verlogensten Typen eingelassen haben mit denen ein anständiger Chinese niemals ein Geschäft machen würde. Und natürlich wurde immer jede Warnung als lächerlich abgetan. Man weiß es selbst ja immer besser. lol: