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Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 21:41
von ingo_001
wuseltiger hat geschrieben:Ich würde auch das Spaghettimonster anbeten, wenn es mir finanzielle Vorteile bringen würde. Das heißt aber nicht, dass Gleichbehandlungsgesetze deswegen abzulehnen sind ;)
Es braucht da keine Spaghettimonster.
Dass die (wenn auch nur geheuchelte) Parteizugehörigkeit Türen öffnet, die einem ansonsten verschlossen bleiben ist doch nun wirklich kein Geheimnis ... und gilt nicht nur für China.
Was dort schon auf der unteren Karriereleiter vorausgesetzt wird - gilt eben so gut (ab einem bestimmten Job-Level), wenns um Posten geht, die im offrntl. Dienst (oder mit ihm verbundene Bereiche - ARD, ZDF, städtische XYZ-Werke etc.) angesiedelt sind.
Das war vor 20 - 30 Jahren ein offenes Geheimnis - scheint aber heutzutage, wirklich in Vergessenheit geraten zu sein.
In China ist dieser Zusammenhang eben offensichtlicher und weiter verbreitet - geben tut es das aber auch hier (wie schon gesagt).

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 21:49
von Laogai
wuseltiger hat geschrieben:Ich glaube die Hälfte meiner family ist in der KPC, witzigerweise nur ein Familienmitglied in der chinesischen demokratischen Partei (weiß jemand wie die heißt??).
Was heiß "witzigerweise"? "Immerhin" wäre sicherlich die bessere Wortwahl. Und auch nicht "weiß jemand wie die heißt?", sondern "weiß jemand wie die heißen?". Es gibt nämlich acht sogenannte Demokratische Parteien in China.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 21:58
von wuseltiger
laogai hat geschrieben:
wuseltiger hat geschrieben:Ich glaube die Hälfte meiner family ist in der KPC, witzigerweise nur ein Familienmitglied in der chinesischen demokratischen Partei (weiß jemand wie die heißt??).
Was heiß "witzigerweise"? "Immerhin" wäre sicherlich die bessere Wortwahl. Und auch nicht "weiß jemand wie die heißt?", sondern "weiß jemand wie die heißen?". Es gibt nämlich acht sogenannte Demokratische Parteien in China.

Ich schätze wirklich, dass Du oft mit sehr guten links und Hinweisen glänzt, was auf ein großes Wissen über China schließen lässt. Aber die Wortwahl anderer Leute zu korrigieren, ist doch etwas übertrieben. Wenn ich etwas witzig finde, nenne ich es halt witzig oder witzigerweiße.. Manchmal erinnerst Du mich an Dennis, was ganz sicher kein Kompliment war :lol: Dieser Hang zur Pedanterie.. Typisch Deutsch halt..

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 22:03
von Grufti
wuseltiger hat geschrieben:
Ich schätze wirklich, dass Du oft mit sehr guten links und Hinweisen glänzt, was auf ein großes Wissen über China schließen lässt. Aber die Wortwahl anderer Leute zu korrigieren, ist doch etwas übertrieben. Wenn ich etwas witzig finde, nenne ich es halt witzig oder witzigerweiße.. Manchmal erinnerst Du mich an Dennis, was ganz sicher kein Kompliment war :lol: Dieser Hang zur Pedanterie.. Typisch Deutsch halt..
In China muß das "witzigergelbe" heißen..... oder zumindest auch witzigerweise....


Jajajaja wenn man schon von "weise " schreibt..

auch für mich gilt "Si tacuisses..." :oops: :wink:

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 22:10
von Laogai
wuseltiger hat geschrieben:Aber die Wortwahl anderer Leute zu korrigieren, ist doch etwas übertrieben.
Och meno, nur weil ich vergessen habe einen Smilie einzufügen... :( :( :(

Nimm den da: :wink:

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 22:15
von domasla
Hallo?

Wir wäre es mit Blümchen pflücken, statt die Texte im Forum zu zerpflücken...

D., ohne Parteizugehörigkeit. Die Pffft war damals nur Spaß.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 22:26
von Froq
Ich habe nochmal eine Frage, wenn wir schon beim Thema Partei sind.

Meine Frau hat mir früher als ich Sie kennelernte erzählt, Sie sei sich garnicht sicher ob Sie Mitglied der Partei ist .

Sie begründet das damit, das Sie damals quasi von Ihrem Lehrer dort angemeldet wurde.
Hat auch eine Bestätigung bekommen, nur meinte Sie das man ein paar Jahren die Mitgliedschaft "auffrischen müsste", sie das aber nicht getan hat und Sie wohl deshalb nicht mehr Mitglied der Partei sei.

Das lustige ist, Sie hat sich bei uns im Unternehmen beworben und Ich war der der diese Bewerbung abgestempelt hat.
Und siehe da , Sie hat damals dann mit angegeben das Sie Mitglied der Partei ist.

Irgendwie kommt mir das komisch vor, als ob Sie das vor mir verschweigen möchte.
Ich habe Sie damit nie konfrontiert, da Ich als Deutscher ja sowieso keine Ahnung von Chinesischer Kultur und Geschichte habe ( Ihr kennt das ja ).

Jetzt möchte Ich nur wissen ob so eine Anmeldung wirklich so Nebenbei abläuft wie sie sagt, oder vielleicht geflunkert hat.

Ganz nach dem Motto:

Lehrer: Hier füll mal die Mitgliedschaft aus das ist besser für dich.

Und dann Einfach ausgefüllt wird und gut ist.
Ist das so Einfach?

Über Antworten freue Ich mich.

Viele Liebe Grüße

der Froq

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 22.10.2009, 23:33
von Laogai
Froq hat geschrieben:Jetzt möchte Ich nur wissen ob so eine Anmeldung wirklich so Nebenbei abläuft wie sie sagt, oder vielleicht geflunkert hat.
Ganz nach dem Motto:
Lehrer: Hier füll mal die Mitgliedschaft aus das ist besser für dich.
Und dann Einfach ausgefüllt wird und gut ist.
Ist das so Einfach?
Nein, so einfach ist das nicht und ganz sicherlich werden keine neuen Parteimitglieder rekrutiert, indem man sie einfach ein Formular ausfüllen lässt. Ganz im Gegenteil, oft vergehen zwischen dem Antrag auf Aufnahme in die Partei und der Aufnahme selbst Wochen oder gar Monate. Wobei ich gleich dazu sagen muss, dass meine Infos second hand, also (fast) nur angelesen sind!

Wenn es einerseits so einfach wäre der Partei beizutreten, und andererseits die Partei so gierig wäre weitere Mitglieder zu rekrutieren, so würde die KPCh weit mehr Mitglieder haben als die 73 Millionen, die sie jetzt hat.

PS: Kann mir bitte jemand mit der Kommasetzung helfen? Ich bin in der Hinsicht Legastheniker :(

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 00:03
von Froq
Was mich echt brennend Interessiert:

Gibt es eine Art Interview ( o. Vorstellungsgespräch ) seitens der Partei wenn man sich dort mit diesem Formular auf eine Mitgliedschaft bewirbt?

Und Danke für deine Antwort !

Würde mich freuen wenn auch noch alle anderen die Etwas Wissen Ihren Input hier mit reinschreiben.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 00:24
von Laogai
Froq hat geschrieben:Was mich echt brennend Interessiert:
Gibt es eine Art Interview ( o. Vorstellungsgespräch ) seitens der Partei wenn man sich dort mit diesem Formular auf eine Mitgliedschaft bewirbt?
Das interessiert dich also. Echt. Brennend. Ausgelöst durch deine (scheinbar) harmlose Anfrage nach einer Bewerbung.
Irgendwie stinkt da der Frosch vom Kopf her.

FLG, ick hör dir trapsen... :roll:

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 00:38
von Froq
laogai hat geschrieben:
Froq hat geschrieben:Was mich echt brennend Interessiert:
Gibt es eine Art Interview ( o. Vorstellungsgespräch ) seitens der Partei wenn man sich dort mit diesem Formular auf eine Mitgliedschaft bewirbt?
Das interessiert dich also. Echt. Brennend. Ausgelöst durch deine (scheinbar) harmlose Anfrage nach einer Bewerbung.
Irgendwie stinkt da der Frosch vom Kopf her.

FLG, ick hör dir trapsen... :roll:

Zugeben, höckschen auf stöckschen, aber Ja das Interessiert mich gerade.

Diese Frage hätte sich normal nicht ergeben, denn das Thema war nach der ersten Antwort bereits beantwortet.
Aber der weitere Verlauf dieses Themas durch die Antworten sovieler User hat mich dann inspiriert da weiter drüber nachzudenken.

Im Nachhinein, wenn ich so darüber nachdenke das es garnicht so einfach ist der Partei beizutreten, ist es für mich nicht erklärbar warum meine Frau sich dann nicht sicher ist.

Bietet sich halt an hier mal dann gleich nachzufragen, da die User hier sich wohl ein bischen auskennen.
Denn sollte es ein Interview geben, würde mir das persöhnlich einiges erklären.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 01:05
von Froq
Frage erledigt, meine Frau sagte es gibt so eine Art von Interview inkl. 1 Jahr Jahr Bewährungsfrist.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 01:10
von otternase
ja, es gibt definitiv ein Interview, und es wird mit Sicherheit nicht jeder Parteimitglied, da bedarf es in aller Regel auch einer, zumindest nach aussen hin getragenen, linientreuen Haltung...

mal ein kleiner Zeitungsauschnitt aus dem Jahr 2004 China Daily:

Bild

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 23.10.2009, 04:07
von RoyalTramp
wuseltiger hat geschrieben:Zum ersten Teil: Ich glaube schon, dass es ein Fortschritt ist, dass niemand nach seiner religiösen, sexuellen, politischen Anschauung beurteilt werden "darf". Dass das in China anders ist, mag wohl sein.
"darf" ist schön gesagt...die Realität sieht aber auch noch im egalitärsten System ganz anders aus, da der Mensch nunmal gewohnt ist in Kategorien und Schubladen zu denken und solange man daraus kein Suprimatsdenken ableitet, halte ich es für überhaupt nicht verkehrt, jemanden nach seiner religiösen, politischen oder sonstigen Weltanschauung zu beurteilen. Es ist einfach total normal! Aber noch einmal betont: Die Einschränkung ist, dass man da heraus kein Suprimat wie z.B. die geistig-kulturelle Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Islam oder umgekehrt, eben Fundamentalismus, oder ähnlichen Unsinn abzuleiten.

Anstatt, dass man versucht, diesen natürlichen Instinkt des Menschen durch Regeln und Gesetze in Ketten zu legen, sollte man sich lieber überlegen, wie man dieses "Schubladendenken" in konstruktive Bahnen leiten kann.
wuseltiger hat geschrieben:Zum zweiten Teil: Ja erst kommt das Fressen. Aber auch wenn gleich einige wasserfaden gleich zu glühen beginnen, die meisten Demokratien stehen doch besser da, als Diktaturen, auch wenn C in einigen Punkten eine Sonderrolle einnimmt.
Es gibt mitunter die Meinung, dass es nur Zufall sei, dass "Demokratien" besser dastünden. Zumal es diese "Demokratien" mitunter selber sind, die dafür sorgen, dass andere Gesellschaftssysteme schlecht dastehen (so z.B. durch die ständige Einmischung in Nahost oder auch "demokratische" Umtriebe in Afrika). Denn: Eine Demokratie kann es sich nicht erlauben, dass neben ihr andere politische Gesellschaftssysteme existieren, da sie dadurch existenziell (politisch, nicht wirtschaftlich) bedroht würde. Es gilt daher: Konkurrenten auszuschalten oder kleinzuhalten.
wuseltiger hat geschrieben:Ich würde auch das Spaghettimonster anbeten, wenn es mir finanzielle Vorteile bringen würde. Das heißt aber nicht, dass Gleichbehandlungsgesetze deswegen abzulehnen sind ;)
Mit Sicherheit nicht abzulehnen, aber muss man sie auf Biegen und Brechen akzeptieren? ^^

P.S.: Das sind jetzt alles nur meine völlig versubjektivierten politischen Ansichten und völlig frei von jedwedem Anspruch auf Korrektheit.

Re: Partei Zugehörigkeit in Bewerbung eines Bewerbers ?

Verfasst: 27.10.2009, 12:11
von ijontichy
@Froq
Irgendwie kommt mir das komisch vor, als ob Sie das vor mir verschweigen möchte.

Wenn ich von Mitgliedern meiner eigenen Familie verallgemeinern kann, wuerde ich folgendes denken: Wenn Deine Frau vom Lehrer vorgeschlagen, direkt mit 18 in die KPCh aufgenommen wurde, dann ist das etwas, worauf man in China als Jugendlicher sehr stolz sein konnte (kann?): Das bedeutet, dass sie in die Eliteschulen eingestuft wurde, dass sie immer in der Top-Gruppe in ihren Klassen war, und das sie innerhalb ihrer Klasse/ Schule Fuehrungsrollen bei den jungen Pionieren und in der Jugendorganisation zugewiesen bekommen hat. Nur fuer eine kleine Elite gibt es die sofortige Aufnahme in die Partei mit 18.
Aus der eigenen Familie kenne ich es, dass damit ein zwiespaeltiges Gefuehl verbunden ist. Man mag die Partei mittlerweile kritisch sehen, ist aber eben noch immer stolz darauf, sich in der Jugend so ausgezeichnet zu haben. Ich denke, da schwingt auch irgendwo noch die lange Geschichte der kaiserlichen Beamtenpruefungen mit... Da kann ich mir schon vorstellen, dass man da dann eher zu dem Thema schweigt, wenn man vielleicht sogar die eigenen widerspruechlichen Emotionen nicht ganz zuordnen kann.
Es gibt uebrigens auch die Moeglichkeit einer "ruhenden Mitgliedschaft". Als ein Familienmitglied von uns ins Ausland gegangen ist, wollte sie eigentlich aus der Partei austreten, aber man bot ihr an, ihre Mitgliedschaft ruhen zu lassen, ohne dass sie regelmaessig Beitraege zahlen muss. Aber, nach einigen Jahren muss formal dieser ruhende Status wieder „aufgefrischt“ werden, wobei sie nie die Aufforderung bekommen hat, dies zu tun. Sie sagt jetzt – genau wie Deine Frau – das sie „nicht sicher ist, ob sie Mitglied ist“. Deine Frau ist hier also kein Einzelfall...