Eine sehr interessante Diskussion.
Pinyin hat geschrieben:
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Auch ich glaube, dass das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft mit dem Wachstum der Bevölkerung positiv zusammenhängt. Die Gestalltung der demographischen Entwicklung wird ein entscheidener Faktor sein, ob China auch weiterhin langfristig an die positive wirtschaftliche Entwicklung anknüpfen kann.
Den Zusammenhang zwischen demographischer Entwicklung und langfristig positiver wirtschaftlicher Entwicklung gibt es eigentlich nur in Volkswirtschaften, in denen die jetzigen Sozialsysteme eine solche entsprechende Erwartungshaltung stärken.
Eurer bisherigen Argumentation folgend, gibt es keine realistische Alternative dazu, im Alter einfach länger zu arbeiten, es sei denn körperliche Arbeit könnte durch die Robotik oder einen anderen Technologiebereich weitestgehend ersetzt werden, so daß noch viel weniger jugendliche Menschen nötig wären, um für noch mehr Menschen den Wohlstand zu verbessern. Nötig wären nicht nur eine Steigerung der Produktivität sondern eine Explosion der Produktivität.
In entwickelten Indutrieländern ist Produktivität aber tatsächlich nicht in allen Bereichen vom jugendlichen Alter abhängig. Die Entwicklungsländer werden vermutlich früher oder später ebensowenig von körperlichen Tätigkeiten abhängen.
Im kreativen Bereich werden die wertvollsten Resultate z.B. oftmals erst im Alter erreicht. Ein Maler kann im Alter sein wertvollstes Bild malen, ein Schauspieler seine bestbezahlte Rolle im Alter spielen, ein Schriftsteller kann im Alter sein meistverkauftes Buch schreiben. Überall wo Erfahrung, Geduld, Qualitätsbewußtsein und/oder Weißheit eine Rolle spielt, kann ein Älterer produktiver oder unterm Strich wenigstens gleich produktiv sein, wie ein Jungspund, der vielleicht schneller schreiben kann, aber eben nicht "wertvoller".
Die Wertschöpfung könnte sich mit steigendem Alter durchaus noch zusätzlich verbessern, wenn der Innovationsbedarf in diese Richtung rechtzeitig befriedigt werden kann. Teilweise stehen den Älteren heute schon Hilfsmittel zur Verfügung, den Produktivitätswettbewerb zur "jüngeren Konkurrenz" zu ihren Gunsten zu entscheiden. Körperliche Tätigkeiten können ersetzt werden, Erfahrung nicht. Es gibt lediglich einen erhöhten Bedarf an geistiger Fitness.
Wenn die maximale Produktivität für mehr Menschen im späten Alter erreicht werden könnte, wäre das demographische Problem dann auch weniger wichtig.
Um das zu fördern, müßte die Gesellschaft Arbeit im Alter aufwerten, stärker anerkennen. Spätestens, wenn das Durchschnittsalter im Journalismus zwischen 50 und 60 angelangt ist, sehe ich diese Aufwertung im Westen als unvermeindlich. In zentralisiert disziplinierten elitegetriebenen Gesellschaften, wie Japan und vielleicht später ähnlich China, könnte so eine Aufwertung per Direktive einfach angeordnet werden.
Ressourcenknappheit der zur Zeit verwendeten Werkstoffe ist ebensowenig etwas, was das Wirtschaftwachstum hemmen muß, vielmehr werden dadurch Innovationszwänge freigesetzt, die zu einem zu bedienenden Mehrbedarf führen. Ersatzwerkstoffe und Ersatztechnologien, damit einhergehend mehr Denkerpotential, mehr Wissenschaft sind nötig. Ernergie ist schon gar nicht knapp, sondern eher im Gegenteil unbegrenzt vorhanden, dazu muß man noch nichtmal vom Planeten wegzoomen.
Zu tun und vor allem zu wissen gibts also in der Zukunft genug, es müßten nur rechtzeitig die richtigen Hebel bewegt werden, damit nicht erst soziale Unruhen oder unverhältnismäßige Ungleichgewichte zwischen den Nationen oder Kulturen die Innovationszwänge der Zukunft offenlegen.