Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

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Grufti
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Grufti »

Pinyin hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben: Also zusammenfassend ( in Einbeziehung der bisherigen "Tibet" Diskussionen) kann schreiben:


1. Negative Stellungnahmen gegen China sind unzulässig

2. Negative Stellungnahmen gegen Muslime sind unzulässig.

3. Negative Stellungnahmen gegenüber der CIA, der USA, Deutschland usw . sind in diesem Forum erwünscht, da alle genannten Parteien sowieso nur China und den Rest der Welt kolonialisieren und alle Ressourcen aus den Ländern aussaugen wollen ( alles restliche Schlechte fällt mir im Moment leider nicht ein).

ERGO: Wir haben die Schuldigen.. ! was schreiben wir dann noch weiter.... :?: :roll:
@ Grufti: Ich kann deinen Sarkasmus nicht verstehen. Es geht hier doch garnicht darum, dass Stellungnahmen bzw. kritsche Auseinandersetzungen nicht zulässig sind. Radikalismus und Fremdenfeindlichkeit bzw. Millionen von Menschen unter Generalverdacht zu stellen halte ich hingegen schon für unzulässig. Aber es gibt doch Forumsmitglieder die sich konstruktiv kritisch geäußert haben. Das ist doch ok.
Sarkasmus ?? :roll: :?: :?: Ich weiß nicht wieviele Tibet-Threads wir in unserem Forum haben, aber ich wage zu behaupten, daß in allen diesen Threads die "Schwarz-Weiß"-Malerei das Leitmotiv ist....
....lese doch nur einmal den letzten Thread Tibetisch Lamaismus unter speziell diesem Aspekt durch ( DL/Exil-Tibeter / der "Westen"ist alles Schlechte höchstpers...und China ein Dash-gewaschender Engel)
Pinyin hat geschrieben: Ich glaube auch, dass die Gruppierung (hier Muslime) eine untergeordnete Rolle spielt und es wird nicht von der muslimischen "Welt" die Zielsetzung verfolgt einen muslimischen Staat in China zu schaffen.
..und weshalb gibt es dann die Aufstände in Xinjiang ??? Die"muslimische Welt ..wer ist denn das ?? Die Taliban gehören genauso zur "muslimischen Welt", ..
oder zu was für einer Welt gehören sie denn???

Die Frage ist doch viel mehr wie ein Land wie China mit seperaten Gruppierungen umgeht. Zudem ist dies nicht nur ein Phänomen das in China zu erkennen ist. In vielen Ländern (auch in Europa) kämpfen geographische Minderheiten um Mitbestimmungsrechte, Einfluß oder auch Land. Die Integration der Aktivisten und die Einbeziehung in die allgemeine und politische Willensbildung sollte hier fokussiert werden, um Radikalität zu verhindern.
[/quote]
Pinyin hat geschrieben:
Soweit ich die Lage beurteilen kann, erkenne ich keine Anzeichen dafür, dass China die Talibal in irgendeiner Form unterstützt. Während der Zeit der Olympiada war in China durchaus die Angst vor Anschlägen verbreitet und auch die chinesischen Medien sprechen sich immer wieder gegen den internationalen Terrorismus aus. Aus diesem Grund weiß ich nicht woher du die Belege deiner These beziehst.
These ??? habe ich wirklich eine These aufgestellt ???

Nein....ich bekenne mich schuldig, meine Frage nicht genügend hervorgehoben zu haben.. :oops:
Grufti hat geschrieben:
Da kommt mir doch gleich die Frage, was China eigentlich gegen die Taliban unternimmt
. In den westlichen Medien kommt nichts darüber:

Wird chinesische Waffenhilfe gegen die Taliban im Westen nur totgeschwiegen, oder sieht China als "Lachender Dritter" den Kämpfen in Afghanistan nur zu, eventuell, weil es Angst davor hat, daß die Taliban ihre Aktivitäten massivst nach China (Xinjiang) ausdehnen,wenn es gegen die Taliban in Afghanistan vorgeht
.....oder hat sich China mit den Taliban sogar in einem beidseitigen Stillhalteabkommen über gegenseitige Nichteinmischung verständigt. :roll: (zuzutrauen wäre es der VR allemal !)
Edit_ :?:
Ich hoffe, meine FRAGE ist angekommen !! :wink:
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Grufti
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Grufti »

devurandom hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:
Shaolin hat geschrieben: Nein, das ist der willkommene Anlass. Der Grund ist weiterhin die Forderung extremer Muslime nach einem Talibanstaat.
Da kommt mir doch gleich die Frage, was China eigentlich gegen die Taliban unternimmt. In den westlichen Medien kommt nichts darüber:

Wird chinesische Waffenhilfe gegen die Taliban im Westen nur totgeschwiegen, oder sieht China als "Lachender Dritter" den Kämpfen in Afghanistan nur zu, eventuell, weil es Angst davor hat, daß die Taliban ihre Aktivitäten massivst nach China (Xinjiang) ausdehnen,wenn es gegen die Taliban in Afghanistan vorgeht
.....oder hat sich China mit den Taliban sogar in einem beidseitigen Stillhalteabkommen über gegenseitige Nichteinmischung verständigt. :roll: (zuzutrauen wäre es der VR allemal !)
@Grufti, ich vermag gar nicht genau darueber nachzudenken, wo Du diese Verschwoerungstheorie wieder ausgegraben hast. Vermutlich aus den Meldungen zur Zeit der "gelben Spionen", wonach Waffen chinesischer Bauart bei den Talibans gefunden wurde. Nun, Bevor man wieder mal in Begeisterung ueber eigenen ungewoehnlichen Scharfsinn ausbricht, sollte man vielleicht doch mal, sofern moeglich, nachdenken.... Die Chinesen sind seit jeher einer der groessten Waffenlieferanten der Pakstanis. Und die Verstrickung des pakistanischen Geheimdienstes mit Taliban ist recht gut belegt. Dass ueber diese Kanal Waffennachschub erfolgt, kann als gesichert angesehen werden. Dass die KP hinter den Separatisten unter Uiguren Taliban vermutet, wurde auch schon vielerorts erwaehnt. Man wuerde deiner Theorie nach also Waffen direkt an "Feind" verkaufen? Come on... Um Agent Provocateur zu inszenieren, gibt's aber weit verlustarmere Methoden.

Wie gesagt, 'bisschen mehr informieren und weniger 想当然 wuerde Dich jedenfalls nicht unbedingt schaden..

Gruss
/dev/urandom
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Et macht ja soooviel Spaß, wenn man auf jemand anderen rumkloppen kann, besonders umso mehr wenn man die inkrimierten Postings

Erstens nicht richtig und
Zweitens mit Vorurteilen durchliest !

:wink:

Verschwörungstheorie ????? habe ich wirklich eine Verschwörungstheorie aufgestellt ??? :roll:

Nein....ich bekenne mich schuldig, meine Frage nicht genügend hervorgehoben zu haben.. :oops:
Grufti hat geschrieben:
Da kommt mir doch gleich die Frage, was China eigentlich gegen die Taliban unternimmt
. In den westlichen Medien kommt nichts darüber:

Wird chinesische Waffenhilfe gegen die Taliban im Westen nur totgeschwiegen, oder sieht China als "Lachender Dritter" den Kämpfen in Afghanistan nur zu, eventuell, weil es Angst davor hat, daß die Taliban ihre Aktivitäten massivst nach China (Xinjiang) ausdehnen,wenn es gegen die Taliban in Afghanistan vorgeht
.....oder hat sich China mit den Taliban sogar in einem beidseitigen Stillhalteabkommen über gegenseitige Nichteinmischung verständigt. :roll: (zuzutrauen wäre es der VR allemal !)
Edit_ :?:
Ich hoffe, meine FRAGE ist angekommen !! :wink:
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devurandom
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von devurandom »

Grufti hat geschrieben:
Et macht ja soooviel Spaß, wenn man auf jemand anderen rumkloppen kann, besonders umso mehr wenn man die inkrimierten Postings

Erstens nicht richtig und
Zweitens mit Vorurteilen durchliest !

:wink:

Verschwörungstheorie ????? habe ich wirklich eine Verschwörungstheorie aufgestellt ??? :roll:
Neeeeeeeeeein, natuerlich nicht, niemals, mit keinem Wort, so n Quatsch. Wie kaemme ich denn daarauf? muss ja bekloppt gewesen sein.
Grufti hat geschrieben: ....
Wird chinesische Waffenhilfe gegen die Taliban im Westen nur totgeschwiegen, oder sieht China als "Lachender Dritter" den Kämpfen in Afghanistan nur zu, eventuell, weil es Angst davor hat, daß die Taliban ihre Aktivitäten massivst nach China (Xinjiang) ausdehnen,wenn es gegen die Taliban in Afghanistan vorgeht
.....oder hat sich China mit den Taliban sogar in einem beidseitigen Stillhalteabkommen über gegenseitige Nichteinmischung verständigt. :roll: (zuzutrauen wäre es der VR allemal !)
:?:
Oben stehende Text sind quasi praktisch nicht exitent, hat's nie gegeben, hat niemand geschrieben und ergibt an sich ueberhaupt gar keinen Sinn.
Ich hoffe, meine FRAGE ist angekommen !! :wink:
sischer das.

Gruss
/dev/urandom, ..ooOO(Leute gibt's.....)
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Grufti »

Kommt der kleine Friederich frisch aus Berlin zu seiner ersten Schulstunde in eine Dorfschule im tiefst schwarz-katholischen bayerische Oberland

Erste Stunde Religion:
Der Lehrer fragt: "Wer ist der Sohn Gottes" ? Antwort: "Jesus Christus"
"Wer ist unser Erlöser" ? Antwort: "Jesus Christus" Wer ist in einem Stall in Bethlehem geboren ? "Jesus Christus"
usw usw.

Zweite Stunde: Biologie

der Lehrer fragt. " Was ist klein, hat ein braunes Fell, hüpft von Baum zu Baum...frißt Nüsse, Bucheckern und hat einen buschigen Schwanz ?"

Der kleine Friederich meldet sich ganz aufgeregt und sagt:

"Wie ick den Laden hier so kenne, is dat wieder das kleine Jesukindlein.!"


Sorry für das O.T. :oops:
aber an diese kleine Geschichte muß ich mich immer erinnern, wenn hier wieder eine "Diskussion" gestartet wird...


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Mathias
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Mathias »

Vielleicht kann ja die Bundesregierung die Gelegenheit nutzen und die aktuelle Sachlage zu den uigurischen Guantanamohäftlingen mit einer Stellungnahme zu den Unruhen in Urumqi verbinden ... :wink:
aquadraht
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von aquadraht »

Aufmarschiert sind "Wujin"s und die tragen sehr wohl Schusswaffen. Da die Wujins aehnlich wie dei Armee, oft von anderen Provinzen kommen, werden sie vorzugsweise bei der Gewaltanwendung eingesetzt. Da die normalen Polizisten von einheimischen kommen und evtl. Hemmung haben koennen. Das ist eine Strategie, die in aehnlicher Form China seit Jahrtausenden angewendet wurde.
Woher hast Du die Information, dass die "zhongguo wujin budui renshi yu jingfei zhi yanxi", also die bewaffnete Antiterroreinheit der chinesischen Polizei, im Einsatz war und nicht die "fang bao jing cha", also die riot police? Eine solche Einsatzentscheidung wäre keine seit Jahrtausenden angewendete Strategie, sondern ein schwerer Einsatzfehler, etwa so, als wenn man am 1. Mai in Kreuzberg GSG9 einsetzen würde. Die riot police ist genauso exterritorial wie die wu jin, sie ist aber eben nicht bewaffnet. Es gibt obendrein anti-riot-Einheiten der PLA, wie sie in Tibet im Einsatz sind, die tragen auch keinerlei Schusswaffen (ein Tibeter sagte mir, die Soldaten hätten generell ein besseres Image als Polizisten, was mit der Verteidigung des Potala und des Jokhang (ohne Schusswaffeneinsatz) gegen die (übrigens weit mehrheitlich aus jungen Tibetern bestehenden) Roten Garden in der Kulturrevolution zu tun hat.

Es ist in meinen Augen ok, gegen derartige Unruhen überregionale Ordnungskräfte einzusetzen, da in diesem Fall mit Diskriminierung oder sogar Bedrohung lokaler Kräfte gerechnet werden muss. Schusswaffeneinsatz ist und bleibt indiskutabel. Und eigentlich sind alle chinesischen Ordnungskräfte recht kompromisslos vergattert, keine Schusswaffen einzusetzen und im Falle existenzieller Gefahr möglichst eher zu flitzen als zu schiessen. In Lhasa letztes Jahr hat das allerdings 2 jungen Polizisten nicht geholfen, da der Mob sie trotzdem umgebracht hat.
Was Berichterstattung angeht: Ich habe das hier mehr aus Zufall gelesen
http://www.sueddeutsche.de/politik/974/479465/text/" target="_blank
Ja, sowas wird uns nicht erspart bleiben. Ich fürchte, dieser Artikel wird eher einer der "sachlicheren" bleiben.
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devurandom
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von devurandom »

aquadraht hat geschrieben:
Aufmarschiert sind "Wujin"s und die tragen sehr wohl Schusswaffen. Da die Wujins aehnlich wie dei Armee, oft von anderen Provinzen kommen, werden sie vorzugsweise bei der Gewaltanwendung eingesetzt. Da die normalen Polizisten von einheimischen kommen und evtl. Hemmung haben koennen. Das ist eine Strategie, die in aehnlicher Form China seit Jahrtausenden angewendet wurde.
Woher hast Du die Information, dass die "zhongguo wujin budui renshi yu jingfei zhi yanxi", also die bewaffnete Antiterroreinheit der chinesischen Polizei, im Einsatz war und nicht die "fang bao jing cha", also die riot police?
Ich muss zugeben, dass die "fang bao jing cha" eine mir unbekannte Einheit ist. Dem Wikieintrag nach ist diese Einheit in der Tat eine Abteilung der Polizei. Den Bildern nach habe ich auf "Wujin" getippt.
Eine solche Einsatzentscheidung wäre keine seit Jahrtausenden angewendete Strategie, sondern ein schwerer Einsatzfehler, etwa so, als wenn man am 1. Mai in Kreuzberg GSG9 einsetzen würde.
Die Webseite der Wujin beschreibt deren Aufgabe als u.a.
...
处置突发事件,主要是对突然发生的危害国家安全或者社会秩序的违法事件依法实施处置,包括处置叛乱事件、骚乱及暴乱事件、群体性治安、械斗事件等
Demnach faellt Anti-krawall einsatz durchaus ins normale Einsatzgebiet der Wujing.
Die riot police ist genauso exterritorial wie die wu jin, sie ist aber eben nicht bewaffnet. Es gibt obendrein anti-riot-Einheiten der PLA, wie sie in Tibet im Einsatz sind, die tragen auch keinerlei Schusswaffen
Die chin. Wiki schreibt dazu:
中国防暴警察配备的轻武器,包括95式自动步枪、95式自动机枪、88式狙击步枪、92式手枪等.
wobei der Wiki Artikel mir nicht sonderlich professionell erscheint. Ich schliesse also hier nicht aus, dass es sich um "Effekthascherei" handelt. Ausserdem erscheint mir nicht ganz klar, ob die ARP Innenministerium unterstellt sind oder der Armee oder gar beides.
(ein Tibeter sagte mir, die Soldaten hätten generell ein besseres Image als Polizisten, was mit der Verteidigung des Potala und des Jokhang (ohne Schusswaffeneinsatz) gegen die (übrigens weit mehrheitlich aus jungen Tibetern bestehenden) Roten Garden in der Kulturrevolution zu tun hat.
Auch in anderen Regionen haben oft Soldaten besseres Image als zivile Ordnungsbeamten. Gerade durch Katastrohpheneinsatz und Hilfe in der Landwirtschaft. Die Chinesen sprechen nicht umsonst von 子弟兵.
Es ist in meinen Augen ok, gegen derartige Unruhen überregionale Ordnungskräfte einzusetzen, da in diesem Fall mit Diskriminierung oder sogar Bedrohung lokaler Kräfte gerechnet werden muss. Schusswaffeneinsatz ist und bleibt indiskutabel. Und eigentlich sind alle chinesischen Ordnungskräfte recht kompromisslos vergattert, keine Schusswaffen einzusetzen und im Falle existenzieller Gefahr möglichst eher zu flitzen als zu schiessen. In Lhasa letztes Jahr hat das allerdings 2 jungen Polizisten nicht geholfen, da der Mob sie trotzdem umgebracht hat.
In dem aktuellen Vorfall gibt es eine Vielzahl von Meldungen ueber Waffengebrauch der Ordnungskraefte. Durch die Verzerrung der westlichen Medien und die ausserordentliche Vorliebe der Chinesen fuer Geruechte ist da meines Erachtens z.Zt. noch keine definitive Aussage darueber moeglich.
Was Berichterstattung angeht: Ich habe das hier mehr aus Zufall gelesen
http://www.sueddeutsche.de/politik/974/479465/text/" target="_blank
Ja, sowas wird uns nicht erspart bleiben. Ich fürchte, dieser Artikel wird eher einer der "sachlicheren" bleiben.
Das alleschaerfste in dem Bericht finde ich den Satzteil "Xinjiang, (früher Sinkiang)". Dass die beiden Namen von den ein und selben Chinesischen Wort kommt, ist wohl bei der Eifer untergeganagen, den Eindruck zu erwecken, dass die Provinz damals ein unabhaengiger Staat war....

Gruss
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai »

Als Hintergrundinformation (ich weiß nicht, ob die deutschen/westlichen Medien darüber berichtet haben):
Auslöser der Proteste dürfte die Massenschlägerei in Shaoguan am 26.06. (6·26旭日玩具厂群体斗殴案件) gewesen sein, bei der zwei Menschen starben und 118 verletzt wurden.
Bossel berichtete hier (China police hold man over ethnic brawl-report) und vermutete dort.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai »

aquadraht hat geschrieben:
Aufmarschiert sind "Wujin"s und die tragen sehr wohl Schusswaffen.[...]
Woher hast Du die Information, dass die "zhongguo wujin budui renshi yu jingfei zhi yanxi", also die bewaffnete Antiterroreinheit der chinesischen Polizei, im Einsatz war [...]?
Nachzulesen zum Beispiel hier.

Wofür steht "zhongguo wujin budui renshi yu jingfei zhi yanxi"? Die Einheit nennt sich 中国人民武装警察部队 (zhongguo renmin wuzhuang jingcha budui), kurz 武警 (wujing).
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Pinyin »

Nun nähert sich die Diskussion nach den Verschwörungstheorien der Frage wie die Medien über das Geschehnis berichten. Vielleicht können die jenigen, die jetzt gerade in China sind (ich bin es leider nicht), einmal berichten wie die breite Masse informiert wird und wie öffentlich diskutiert wird. Stehen die news auf den Titelseiten der Tageszeitungen oder werden nur Randnotizen abgedruckt? Sind die Berichte in jeder Zeitung zu lesen oder nur in sehr wenigen? Wird im TV ausgiebig berichtet oder spielen die Ereignisse keine Rolle? Sind Unterschiede in den englisch sprachigen und chinesisch sprachigen Medien zu erkennen?
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von aquadraht »

Danke für die Informationen. Ich habe "riot police" Einheiten in zwei Provinzen in China gesehen, die waren in ihren schwarzen Uniformen und mit dem entsprechenden Equipment wie Schilde, Knüppel, Tränengaswerfer schon eindrucksvoll, aber Schusswaffen trugen die nicht.

Gewaltsame Demonstrationen kann es in jedem Land geben, nicht nur in China. Generell ist die vernünftigste Strategie dagegen normaler polizeilicher Einsatz, angefangen von reiner Absperrung, weitergehend mit Einsatz einfacher körperlicher Gewalt von Abdrängen bis zu Schlagstöcken und gezielten Verhaftungen. Erst danach folgen härtere Mittel wie Tränengas und Wasserwerfer zur Zerstreuung von Ansammlungen. Schusswaffen sind absolut no-no, solange die Demonstranten nicht gezielt und gewollt Menschenleben gefährden (gegen einen Pöbel, der wie in Lhasa letztes Jahr, ein Kaufhaus oder eine Moschee niederbrennt, halte ich - in Massen - Schusswaffeneinsatz für vertretbar, wenn unschuldige Menschen in Lebensgefahr sind und der Schusswaffeneinsatz geeignet ist, ihr Leben zu schützen).

Wie gesagt, wir wissen viel zu wenig, um mehr als spekulieren zu können. Es sollte aber auf jeden Fall aufgeklärt werden, wie es zu der erschreckend hohen Zahl an Toten und Verletzten kommen konnte.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai »

Pinyin hat geschrieben:Vielleicht können die jenigen, die jetzt gerade in China sind (ich bin es leider nicht), einmal berichten wie die breite Masse informiert wird und wie öffentlich diskutiert wird.
Ich bin zwar gerade in China, habe aber erst eben durch das Forum von den Protesten in Urumqi/Xinjiang erfahren. Meine Frau hatte heute morgen eine Tageszeitung gekauft, aber die Headline war eher die Überschwemmungen in Guangxi (logisch, die Proteste sind erst nach Drucklegung eskaliert). Wir sehen kein Fernsehn und waren den ganzen Tag -ich gestehe!- in einem Vergnügungspark.
Vielleicht kann ich morgen mehr berichten.

Zum Thema einseitige Berichterstattung habe ich zwei Beispiele, ein aktuelles und eines, welches nun schon 20 Jahre her ist.

Das Aktuelle: Die Financial Times Deutschland hat vor ein paar Stunden den Kommentar Chinas Pulverfass im Internet veröffentlicht. Darin heißt es
FTD hat geschrieben:In Tibet bekam das die Welt bei der Niederschlagung der Mönchsproteste zu sehen - und in der Uiguren-Provinz Xinjiang sieht sie es nun wieder.
Dass es sich bei den Unruhen in Tibet letztes Jahr nicht einfach nur um "Mönchsproteste" gehandelt hat, sondern hauptsächlich um einen plündernden Mob, ist entweder nicht bekannt (dann sollte sich die Autorin des Artikels schämen und einen anderen Job suchen), oder wird bewusst unterschlagen.

Das Historische: Etwa zwei Tage nach dem 4. Juni 1989 habe ich im chinesischen Fernsehn die folgende Szene, aufgenommen von einer Straßenüberwachungskamera (auch CCTV genannt, wie passend/unpassend) aus Beijing, gesehen: Ein geschlossener Militär-LKW fährt bei Nacht auf einer breiten Straße und wird mit Steinen von Leuten, die am Straßenrand stehen, beworfen. Wohl durch einen Treffer auf die Windschutzscheibe bleibt der LKW stehen und sofort stürmen mehrere Leute auf den LKW zu und bombardiert das Lenkerhaus mit Steinen. Es war ganz offensichtlich, dass die Insassen zu Tode gesteinigt wurden. Das Ganze wurde ohne jeglichen Kommentar ausgestrahlt.
Diese Szene ist mir regelrecht ins Gehirn eingebrannt.
Ich frage mich bis heute, warum das nicht auch in den westlichen Medien gezeigt wurde bzw. wird.
Wohl weil ein Mann, der vor einer Panzerkolonne steht und mit der Handtasche wedelt, eher zu unserem Weltbild passt...
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Bernhard »

Ich bin zwar kein ausgemachter China-Kenner, aber ich würde mal sagen:

Die Probleme in Xinjiang sind in erster Linie ethnische, nicht religiöse Spannungen. Die Uighuren demonstrieren in erster Linie als Uiguren, nicht als Muslime. Die Ursachen liegen in einer (tatsächlichen oder gefühlten) Ungleichbehandlung. Vielleicht versuchen manche islamistische Gruppen, die schlechte Stimmung auszunutzen. Aber man darf nicht jedem unzufriedenen Uighuren islamistische Ambitionen unterstellen.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai »

Bernhard hat geschrieben:Die Probleme in Xinjiang sind in erster Linie ethnische, nicht religiöse Spannungen. Die Uighuren demonstrieren in erster Linie als Uiguren, nicht als Muslime. Die Ursachen liegen in einer (tatsächlichen oder gefühlten) Ungleichbehandlung.
Ja, das sehe ich auch so.
Zumal Xinjiang ja nicht nur von Uiguren und Han bevölkert ist, sondern ebenso von anderen Turkvölkern, die eher unter den Uiguren als unter den Han "leiden" würden, wenn diese das Sagen hätten.

Am Rande:
HK_Yan hat geschrieben:Ich hab bisher z.B. noch kein muslimisches Restaurant gesehen das kein Bier hatte.
Vor einigen Jahren habe ich in einem moslemischen Restaurant in Xi'an gegessen. Dort gab es kein Bier. Als wir darauf hin die Gerstenkaltschale um die Ecke kauften und im Restaurant verköstigten wollten wurde uns gesagt, dass dieses ebenfalls nicht erwünscht sei.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Bernhard »

laogai hat geschrieben: Vor einigen Jahren habe ich in einem moslemischen Restaurant in Xi'an gegessen. Dort gab es kein Bier. Als wir darauf hin die Gerstenkaltschale um die Ecke kauften und im Restaurant verköstigten wollten wurde uns gesagt, dass dieses ebenfalls nicht erwünscht sei.
Ich finde das völlig in Ordnung. Sie nehmen ihren Glauben eben ernst. Das rückt sie noch lange nicht in die Nähe von Extremisten, oder ähnliches....
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