Guantanamo Haeftlinge

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Bernhard
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von Bernhard »

Grufti hat geschrieben: Eigentlich wollte ich schon lange mal in das uigurische Restaurant in der Münchener Bayerstraße gegenüber dem Hauptbahnhof zwischen Schiller- und Goethestraße gehen...aber meine Frau stammt aus Beijing...und will mit Separatisten nix zu tun haben...
In China gibt es doch einen Haufen uigurischer Restaurants, und wohl auch anderswo. Wer sagt, dass die Inhaber genau dieses Restaurants "Separatisten" sind? :wink:

Sorry für das OT
romeo
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von romeo »

Bernhard hat geschrieben:
romeo hat geschrieben: Nun ja, die aus Xinjiang-Provinz stammenden Uiguren wurden von den Amis in Afghanistan geschnappt. Sie waren dort bestimmt nicht zum Erholungsurlaub.
Nun komm mal runter. Nicht jeder Ausländer, der damals in Afghanistan war, war ein Schwerverbrecher. Afghanistan war ja keineswegs isoliert, viele waren geschäftlich dort. Und selbst wenn welche Kontakt zu Islamisten hatten, heißt das noch lange nicht, dass sie in schwerste Verbrechen verwickelt waren. Ich habe ein Buch von einem Franzosen gelesen, der in Guantánamo war. Er war sicherlich reichlich naiv, aber kein Verbrecher.

Und selbst wenn die besagten Insassen Schwerverbrecher sein SOLLTEN, sollten sie ein rechtsstaatliches Verfahren bekommen, und nicht das, was die Amis unter Dschordsch Dabblju da getrieben haben. Und bei nicht-europäischen Regierungen ist man sich oft eben nicht sicher, ob ein fairer Prozess gewährleistet ist.
"Geschäftlich" unterwegs in einem Kriegsgebiet? Als verhinderte Gotteskrieger etwa?

Ich behaupte ja auch nicht, daß die in Gitmo einsitzenden Uiguren alle Schwerverbrecher sind. Für Dtl. stellen sie zusätzliche Sicherheitsrsken dar, die wir bestimmt nicht gebrauchen können. Da wurde schon völlig harmlosen Personen unter fadenscheinigen Vorwänden die Einreise verweigert und hier sollen Personen ins Land geholt werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft im sozialen Netz verbleiben werden.
Bernhard
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von Bernhard »

romeo hat geschrieben:
"Geschäftlich" unterwegs in einem Kriegsgebiet? Als verhinderte Gotteskrieger etwa?

Ich behaupte ja auch nicht, daß die in Gitmo einsitzenden Uiguren alle Schwerverbrecher sind. Für Dtl. stellen sie zusätzliche Sicherheitsrsken dar, die wir bestimmt nicht gebrauchen können. Da wurde schon völlig harmlosen Personen unter fadenscheinigen Vorwänden die Einreise verweigert und hier sollen Personen ins Land geholt werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft im sozialen Netz verbleiben werden.
So viel ich weiß, sind viele Guantánamo-Häftlinge tatsächlich gar nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan gefangen genommen worden. Manche waren vom CIA dort lange Zeit beobachtet worden, manche sind von Verbrechern schlichtweg an die Amerikaner verkauft worden.
Und in Pakistan kann man sehr wohl geschäftlich unterwegs sein...

Ich sage ja nicht, dass Deutschland ehemalige Häftlinge auf jeden Fall aufnehmen soll. Allerdings würden auf Deutschland dann ja bestimmt nicht tausende zukommen. Ein oder zwei Dutzend sind aber für das soziale System, keine übermäßig große Belastung.
Mathias
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von Mathias »

Bernhard hat geschrieben: ... Ein oder zwei Dutzend sind aber für das soziale System, keine übermäßig große Belastung ...
Das ist richtig, Asgar Can von der Uigurischen Gemeinde in München (mit 500 Mitgliedern die größte und älteste uigurische Gemeinde in ganz Europa) hat z.B. sogar angeboten, für alle eventuellen Kosten aufzukommen. Aber darum geht es nicht.

Das Ganze hat politische Brisanz, in zweierlei Hinsicht. Deutschland wird sich schwer hüten, das Verhältnis zu China mit derartigen Aktionen zu vergiften. Zudem besitzen die Guantanamohäftlinge (ob unschuldig oder nicht) einen hohen Symbolwert, (wenn vielleicht auch unfreiwillige) islamistische Märtyrer sind nicht gerade Beschleuniger der Integration in Europa.

Also wird Herr Steinmeier wohl bei seiner Haltung bleiben: "Soweit eine Aufnahme in den Heimatländern der Betroffenen nicht in Betracht kommt, wie dies bei den Uiguren der Fall ist, liegt die humanitäre Verantwortung für die Lösung der durch die Inhaftierung der Personen entstandenen Situation bei den USA." (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung), auch wenn Hillary drängelt.

Und dann sind ja auch noch Wahlen in Deutschland, bis dahin passiert sowieso nichts in der Richtung :wink:
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von mistervac »

wenn ich mich auch wiederhole :

Der Amerikaner hat das Desaster verursacht, er soll gefälligst auch für dessen Egalisierung sorgen.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, hier vom Verursacherprinzip abzusehen ???
mistervac, seit seiner Kindheit Chinafan, heute seine Träume lebend
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bossel
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von bossel »

romeo hat geschrieben:"Geschäftlich" unterwegs in einem Kriegsgebiet?
Vielleicht ist es Dir entgangen, aber auch in Kriegsgebieten werden Geschäfte gemacht. Da leben Menschen, die auch weiterleben wollen. (Daneben gibt es natürlich auch die kriegführenden Parteien, die idR auch genug Geld haben, um Geschäfte zu machen.)
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von Capt. »

Mir ging es bei meinem Post eigentlich nur um die Schizophrenie, falls Deutschland die Haeftlinge aufnimmt, dass man unter Umstaenden Schwerverbrechern die Einreise gestattet, und einer chinesischen Ehefrau diese ablehnt, weil sie kein Deutsch kann.
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NHR
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von NHR »

Capt. hat geschrieben:Mir ging es bei meinem Post eigentlich nur um die Schizophrenie, falls Deutschland die Haeftlinge aufnimmt, dass man unter Umstaenden Schwerverbrechern die Einreise gestattet, und einer chinesischen Ehefrau diese ablehnt, weil sie kein Deutsch kann.
Es geht um viel mehr als so einen Vergleich.
Guantanamo aufzulösen wäre einn Statement pro Rechtsstaat.
Ob jetzt Deine chinesische Freundin ein Visum bekommt, oder nicht, ist dagegen eher irrelevant (wenn auch im persönlichen Rahmen traurig und evtl nicht nachvollziehbar)

Trotzdem teile ich die Meinung von Mistervac:
mistervac hat geschrieben:wenn ich mich auch wiederhole :

Der Amerikaner hat das Desaster verursacht, er soll gefälligst auch für dessen Egalisierung sorgen.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, hier vom Verursacherprinzip abzusehen ???
Die USA sind so groß und können auf einmal nicht all ihre paar hundert Häftlinge aufnehmen?
Wirkt auf mich eher, als wollten sie die selbst eingebrockte Suppe nicht selbst auslöffeln.
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von OlafSt »

Sehe ich ählich, @NHR.

Die Amerikaner haben die (stellenweise) armen Teufel einfach von der Straße weggefangen und mit nem Sack überm Kopf nach Kuba verfrachtet. Was da mit ihnen passiert ist... Wer weiß das schon.
Und nun sollen alle anderen die armen Teufel aufnehmen und durchbringen ?

Sie wurden aus Gründen der nationalen Sicherheit (man lasse sich das Wort mal auf der Zunge zergehen !) entführt, dann sollen sie auch ein nationales Problem bleiben. Löffelt gefälligst selbst die versalzene Suppe aus, die ihr euch eingebrockt habt und werft den Löffel nicht anderen zu.
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von HK_Yan »

NHR hat geschrieben:Die USA sind so groß und können auf einmal nicht all ihre paar hundert Häftlinge aufnehmen?
Vielleicht wollen die ja gar nicht in USA?
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von OlafSt »

Den Gedanken hatte ich auch schon, @HK_Yan.

Doch dann sollen sie, wie jeder andere Flüchtling auch, Asyl beantragen.
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von HK_Yan »

OlafSt hat geschrieben:Den Gedanken hatte ich auch schon, @HK_Yan.

Doch dann sollen sie, wie jeder andere Flüchtling auch, Asyl beantragen.
Das Thema ist bestimmt sehr komplex und die USA tut sich etwas schwer mit der peinlichen Sache.

Ich frage mich was denn die Chinesen mit den inhaftierten Mexikanern machen werden? In stillgelegten Kohleminen endlagern wäre ja eine sichere Alternative die dazu auch keine Drittländer involviert.
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von bossel »

NHR hat geschrieben:Die USA sind so groß und können auf einmal nicht all ihre paar hundert Häftlinge aufnehmen?
Tja, die USA sind so groß & bestehen halt nicht aus einem Guß. Da (wie vielerorts) gilt eben auch das St.-Florians-Prinzip.

Nicht in meinen Wahlbezirk
FAZ.
"Gates deutete auch an, dass man die 17 muslimischen Uiguren aus China, die vom Pentagon als nicht mehr gefährlich eingestuft werden, wohl in den Vereinigten Staaten auf freien Fuß setzen werde, da sich bisher kein Verbündeter zu ihrer Aufnahme bereit gefunden habe. Eine Auslieferung nach China - wie von Peking gefordert - komme nicht in Frage, weil man mit schlimmer Behandlung der Uiguren durch das kommunistische Regime rechnen müsse. Doch bei diesen Plänen sowie bei der geplanten Freilassung weiterer gut fünf Dutzend Gefangener aus arabischen Ländern erwartet Gates erbitterten Widerstand. „Ich rechne fest mit 535 Gesetzesentwürfen, in denen es heißt: ,Nicht in meinem Staat, nicht in meinem Wahlbezirk'“, sagte Gates. Die Zahl ergibt sich aus der Summe der jeweils zwei Senatoren aus den 50 Bundesstaaten sowie der Abgeordneten aus den 435 Wahlkreisen im Repräsentantenhaus."
Mathias
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von Mathias »

Mit der Bitte, problematische GITMO-Insassen aufzunehmen, stellen die USA ihre Bündnispartner (sicher nicht unbeabsichtigt) vor Probleme. Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl, vor allem für Europa. Ich denke, die Amerikaner wollen damit einfach nur provozieren, daß die Europäer endlich einmal Farbe bekennen, auch wenn es weh tut.
Warum fragt man nicht einfach bei der "Organisation der Islamischen Konferenz" an, drückt jedem Entlassungskandidaten etwas Geld für ein Ticket (die Entschädigungsklagen folgen eh in Kürze) und ein Exitvisum in die Hand und ab die Post?
Allerdings werden die Uiguren lange nach einem Gastland suchen müssen. Traurig, aber wahr: Niemand will sie haben. Selbst viele islamische Staaten haben mittlerweile keinen Bock auf Stress mit China.
wuseltiger
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Re: Guantanamo Haeftlinge

Beitrag von wuseltiger »

Es geht hier doch nur um 50 (angeblich oder tatsächlich) unschuldige Menschen, wenn ich richtig informiert bin. Ich sehe keinen einzigen nachvollziehbaren Grund, warum die ganze Welt dem Einwanderungsland USA helfen muss die paar Hansele aufzunehmen, egal ob es richtig ist oder nicht sie in D aufzunehmen, allein die Bitte ist doch schon eine Unverschämtheit. Ist kein Platz für 50 unschuldige Menschen in den USA? Wenn sie erstmal frei sind und dann nicht in den USA bleiben wollen, kann man ja über andere Lösungen diskutieren, aber zu sagen sie können nur freigelassen werden wenn andere Länder uns mit diesem "unglaublichen Problem" von 50 unschuldigen Menschen helfen, ist ne Frechheit. Ich schätze, dass jede Stunde mehr als 50 unschuldige Einwanderer die mexikanisch-amerikanische Grenze illegal passieren, was ist also das Problem mit diesen 50 Gitmo-Insassen?
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