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Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 10:41
von hydrazin
ferrara hat geschrieben:
statt "staatlicher medien" gibt es in deutschland "wirtschaftliche medien". was geld bringt, wird getan. was nichts wert ist, interessiert keine. es hat mit "überwachung gegen den staat" wenig zu tun, obwohl das manchmal doch eine der nebenwirkungen ist.
zusammengefasst: objektiv ist keine von den beiden.

Deine Aussage ist richtig, aber Deine Schlußfolgerung ist falsch.
Wäre ein deutscher politiker korrupt und ein Journalist würde das herausfinden, würde das seiner Zeitung eine
rießige Auflage bescheren (=viel Geld) und der betr. Journalist würde berühmt werden (=gute Jobaussichten für ihn) und sie würde es veröffentlichen.
Ob sie das macht, weil es das richtige ist, oder weil sie damit Geld verdient ist
völlig egal!. Wichtiger ist, dass die Regierung nicht das Recht haben darf, den Medien etwas zu verbieten. Das nennt sich dann Pressefreiheit..
Der Motor mag zwar Geld sein, aber das System funktioniert, weil das (böse) Geld es in die richtige Richtung schiebt

Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 10:51
von hydrazin
ferrara hat geschrieben:
bei den chinesischen staatlichen medien ist es wohl bisschen anderes. solche schlagzeile macht man einfach nicht, weil es außenpolitische konsequenzen haben könnte.
Wie oft wurde Deutschland schon von französischen, britischen oder israelischen Zeitungen beleidigt und übel beschimpft..?
Das ist immer eine Frage des nationalen Selbstbewußtseins, wie man mit so etwas umgeht.. Wir Deutsche lachen darueber, wenn uns die britischen Zeitungen beschimpfen..
Dass Chinesen so empfindlich sind ist ein klares Zeichen für einen
Minderwertigkeitskompex!
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:04
von mai
Deine Theorie über Minderwertigkeitskomplex passt auch zu den Exiltibetern, die jede Gelegenheit ausnutzen um ihr Dasein zu demonstrieren. Oder auch zu den westlichen Medien, die sooo empfindlich mit dem Tibet-thema umgehen.
Und warum bist du so emfindlich, dass du gleich mit solcher unempfindlichen Aussage wie Minderwertigkeitskomplex gegenüber ein ganzes Volk durch die Tür fällst?

Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:04
von chinavelo
hydrazin hat geschrieben:
Wie oft wurde Deutschland schon von französischen, britischen oder israelischen Zeitungen beleidigt und übel beschimpft..?
Und wenn es den Deutschen zu viel wird, schicken sie
schlechte Luft über den Ärmelkanal!
Bernd
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:38
von HK_Yan
hydrazin hat geschrieben:Wie oft wurde Deutschland schon von französischen, britischen oder israelischen Zeitungen beleidigt und übel beschimpft..?
Dazu passt doch folgendes Sprichwort sehr gut:
Was kümmert es die Eiche wenn sich die Sau dran scheuert?
Die Nazi und Kraut Kommentare der UK Presse finde ich eigentlich immer sehr komisch. Man muss allerdings dazu sagen das es solche Kommentare nur von den Zeitungen mit den großen Buchstaben gibt.
Das Problem der Chinesen ist das sie denken immer hinter ihrer Regierung stehen zu müssen, egal was für einen Mist die jetzt wieder verbockt haben, und die verbocken viel Mist. Alles muss positiv gesehen werden, Menschenrechte, 1989, der Einmarsch in Tibet. Niemand denkt für sich selber.
In Deutschland wirst du kaum jemanden finden der den Einmarsch in Polen gut findet. Damals ja, aber heute nicht. Deutschland scheint aus der Geschichte gelernt zu haben, China nicht.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:42
von Shaolin
Bevor das hier wieder der naechste Flaechenbrand wird mal kurz zurueck auf die Frage der
"Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China".
siedenderschnee hat geschrieben:Also ich kann nicht mehr verstehen. Sind die Chinesische-Kenntnisse der DPA-Leute wirklich so miserabel?
Weiss ich nicht, aber sie sind bestimmt nicht das verlaengerte Sprachrohr der chin. Regierung und werden daher nicht unbedingt den Wortlaut aus der chin. Staatspresse uebernehmen. Es waere allerdings sinnvoll die chinesische Sprache zu beherrschen um sich aus anderen Quellen objektivere Informationen einzuholen.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:54
von HK_Yan
Shaolin hat geschrieben:Es waere allerdings sinnvoll die chinesische Sprache zu beherrschen um sich aus anderen Quellen objektivere Informationen einzuholen.
Leider gibt es in China keine anderen Quellen. Ich denke auch mal das so ein Reporter da nicht ganz alleine ist sondern auch ein lokales Team hat. Ob der Reporter nun chinesisch kann oder nicht ist für die Arbeit bestimmt hilfreich, aber nicht essenziell.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 11:58
von ferrara
de guo xiong hat geschrieben:ferrara hat geschrieben:de guo xiong hat geschrieben:
aber gut, dass es auf der anderen Seite auch funktioniert
de guo xiong
bei den chinesischen staatlichen medien ist es wohl bisschen anderes. solche schlagzeile macht man einfach nicht, weil es außenpolitische konsequenzen haben könnte.
wie? da habe ich wohl etwas verpasst? also ich kann mich auch an *reißerische* Artikel aus China erinnern, besonders im Bezug auf die westlichen Medien .....
de guo xiong
was da berichtet wurde ist nunmal die tatsache, vielleicht mit übertreibung.
und vor allem, in meinem ersten beitrag hier in diesem thread geht´s um die "schlagzeile".
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:01
von Shaolin
HK_Yan hat geschrieben:Shaolin hat geschrieben:Es waere allerdings sinnvoll die chinesische Sprache zu beherrschen um sich aus anderen Quellen objektivere Informationen einzuholen.
Leider gibt es in China keine anderen Quellen. Ich denke auch mal das so ein Reporter da nicht ganz alleine ist sondern auch ein lokales Team hat. Ob der Reporter nun chinesisch kann oder nicht ist für die Arbeit bestimmt hilfreich, aber nicht essenziell.
Nee, ich meinte nicht die Informationen aus der gleichgeschalteten Presselandschaft, ich dachte eher an versteckte Recherche "vor Ort" mit Beteiligten - die natuerlich auch keine Offiziellen sein duerfen. Aber hast Recht, wahrscheinlich ist das lokale Team als back-up voellig ausreichend.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:12
von ferrara
hydrazin hat geschrieben:ferrara hat geschrieben:
statt "staatlicher medien" gibt es in deutschland "wirtschaftliche medien". was geld bringt, wird getan. was nichts wert ist, interessiert keine. es hat mit "überwachung gegen den staat" wenig zu tun, obwohl das manchmal doch eine der nebenwirkungen ist.
zusammengefasst: objektiv ist keine von den beiden.

Deine Aussage ist richtig, aber Deine Schlußfolgerung ist falsch.
Wäre ein deutscher politiker korrupt und ein Journalist würde das herausfinden, würde das seiner Zeitung eine
rießige Auflage bescheren (=viel Geld) und der betr. Journalist würde berühmt werden (=gute Jobaussichten für ihn) und sie würde es veröffentlichen.
Ob sie das macht, weil es das richtige ist, oder weil sie damit Geld verdient ist
völlig egal!. Wichtiger ist, dass die Regierung nicht das Recht haben darf, den Medien etwas zu verbieten. Das nennt sich dann Pressefreiheit..
Der Motor mag zwar Geld sein, aber das System funktioniert, weil das (böse) Geld es in die richtige Richtung schiebt

ich habe auch nicht gesagt, dass so was schlecht ist. ich sage ja nur, dass in der tat die überwachung nur ein nebenprodukt ist. das motiv ist einfach das geld. wenn nebenbei noch was gutes rauskommt, warum nicht. das system funktioniert, aber nur, wenn es nicht gegen den "GOLDREGEL" stoßt.
außerdem, hier geht´s um die außenpolitik. den medien ist vorsichtig angebracht.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:19
von ferrara
hydrazin hat geschrieben:ferrara hat geschrieben:
bei den chinesischen staatlichen medien ist es wohl bisschen anderes. solche schlagzeile macht man einfach nicht, weil es außenpolitische konsequenzen haben könnte.
Wie oft wurde Deutschland schon von französischen, britischen oder israelischen Zeitungen beleidigt und übel beschimpft..?
Das ist immer eine Frage des nationalen Selbstbewußtseins, wie man mit so etwas umgeht.. Wir Deutsche lachen darueber, wenn uns die britischen Zeitungen beschimpfen..
Dass Chinesen so empfindlich sind ist ein klares Zeichen für einen
Minderwertigkeitskompex!
findest du es zurecht, dass deutschland von französischen, britischen oder israelischen zeitungen beleidigt und übel beschimpft?
Minderwertigkeitskompex zeichnet einer aus, der gegen das unrecht nur zusehen und nichts macht. ich habe meinen nationalstolz, und ich versuche unser land zu schutzen, vor den bösartigen beleidigungen und beschimpfungen.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:21
von hydrazin
mai hat geschrieben:Deine Theorie über Minderwertigkeitskomplex passt auch zu den Exiltibetern, die jede Gelegenheit ausnutzen um ihr Dasein zu demonstrieren. Oder auch zu den westlichen Medien, die sooo empfindlich mit dem Tibet-thema umgehen.
Wenn man aus seinem Land vertrieben wird, hat man nicht nur einen Minderwertigkeitskomplex, sondern auch v.a. ziemlich viel Wut im Bauch, das kann ich gut nachvollziehen. Eigentlich sollten die Chinesen das auch nachvolziehen koennen, da sie ja schon einmal britische Kolonie waren

und natürlich sehr lange von den Mongolen regiert wurden.. Aber naja so lange man selbst an der Macht ist, ist das schon ok
Ich finde diese ganze "Ich-habe-einen-Übersetzungsfehler-gefunden"-Diskussion geradezu lächerlich.
Die reichen Chinesen aus Shanghai und Peking sollten sich lieber mal Gedanken darueber machen, wie sie die anderen 900 Millionen Menschen in China an ihrem Reichtum teilhaben lassen können, anstatt in ausl. Medien irgendwelche Übersetzungsfehler zu suchen.
Eure INNER-CHINESISCHEN - sozialen - Probleme, die in den nächsten Jahrzehnten auf EUCH zukommen, die möchte ich nicht haben
Da hilft Nationalismus leider auch nicht weiter, da der nur gegen ausländische "Feinde" hilft, nicht gegen das eigene Volk, das sieht wie in Shanghai Hochhäuser gebaut werden und das seine Kinder nicht auf eine gute Uni schicken kann.
Bleibt abzuwarten, ob die Unterdrückung der letzten
jahrtausende in China so stark in den Menschen verankert ist, dass sie sich auch in den nächsten
Jahrzehnten nicht weiter beschweren werden.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:23
von Babs
ferrara hat geschrieben:
was da berichtet wurde ist nunmal die tatsache, vielleicht mit übertreibung.
und vor allem, in meinem ersten beitrag hier in diesem thread geht´s um die "schlagzeile".
gehört zwar eigentlich nicht in diesen Thread, aber ein schönes Beispiel dafür, wie westliche Medien Schlagzeilen einsetzen, fand ich gestern in einem Stern Artikel:
"Der Dalai Lama ist ein Held" - Interview mit Gwyneth Paltrow"
in dem Interview gehts hauptsächlich um ihren neuen Film "Iron Man", um ihre Rolle als Mutter und Schauspielerin und um ein paar andere Themen. Die Überschrift wurde ganz klar so reißerisch gewählt, um Leute wie mich zum Klicken zu bewegen; Gwyneth Paltrow interessiert mich nämlich eigentlich nicht die Bohne

Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:29
von HK_Yan
ferrara hat geschrieben:das motiv ist einfach das geld.
Ich bin eigentlich sehr dankbar das Geld das Motiv ist. Wenn Ideologie das Motiv wird dann hat man eine Presselandschaft wie in Deutschland 1940, oder wie in China heute, oder im einzelne Beispiele im Westen, z.B. Epoch Times, oder irgendwelche NPD Zeitschriften.
Re: Chinesisch-Kenntnisse der deutschen Journalisten in China
Verfasst: 02.05.2008, 12:34
von hydrazin
ferrara hat geschrieben:
findest du es zurecht, dass deutschland von französischen, britischen oder israelischen zeitungen beleidigt und übel beschimpft?
Minderwertigkeitskompex zeichnet einer aus, der gegen das unrecht nur zusehen und nichts macht. ich habe meinen nationalstolz, und ich versuche unser land zu schutzen, vor den bösartigen beleidigungen und beschimpfungen.
Wenn du dein Land beschützen willst, dann musst du dir eine Lösung für die sozialen Spannungen in China ueberlegen. Das sind die Probleme die auf euch Chinesen zukommen.
Beleidigungen durch ausländische Zeitungen,
das sind nur Worte. Die werden geschrieben und vergessen..
Dass eure Regierung zum Mond fliegen möchte, andererseits aber nicht genug Schulen und gute Unis für die Bevölkerung hat, das sind die wahren Probleme! Ich bin gespannt wie ihr die lösen wollt!
Ich lese immer in der Zeitung: Die Chinesen sind so stolz auf ihre Regierung, sie sind so stolz auf das Wirtshaftswachstum, stolz auf das was sie erreicht haben in den letzten Jahrzehnten. Das verstehe ich auch. Aber ich glaube nicht, dass das auf die Millionen zutrifft, die in 陕西 leben und denen von ausländischen Hilfsorganisationen Wasseranschluesse gebaut werden, weil die eigene Regierung ihnen kein fliessendes Wasser besorgt.
Dass einer der in D studiert (machst du doch, oder?) mit der Regierung zufrieden ist,das ist mir schon klar. Du musst dich aber fragen, was mit den anderen Chinesen ist,die nicht am Wirtschaftswachstum teilhaben und die als Bauern oder Wanderarbeiter arbeiten und das ist doch wohl die ueberwiegende Mehrheit in China ??