So, mal ganz kurz aus meiner selbstauferlegten Forumsabstinenz.
Nachdem hier immer noch von
beiden Seiten mit "Waffen" gekämpft werden, die aus purer Arroganz, Propaganda, Demagogie, Unwissenheit und Verblendetheit bestehen, sehe ich noch nicht (von einigen Ausnahmen abgesehen) die Notwendigkeit, mich aus dieser Abstinenz zu verabschieden - dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Trotzdem schnell zwei Antworten, da sie direkt an mich gerichtete Posts waren.
Narr hat geschrieben:TaugeNix hat geschrieben:
Der Unterschied: Chinesen, oder zumindest ein großer Teil, weiß um die "journalistische Qualität" der KPCh-Presseorgane und lächelt oftmals darüber (was natürlich nichts daran ändert, dass Taiwan.. ach, lassen wir das

). Hier in Deutschland hat sich diese Erkenntnis leider noch nicht sehr durchgesetzt, die Wort- und Bildgläubigkeit ist hier noch deutlich höher.
was du immer als großen Teil der Chinesen bezeichnest... kennst du den großen Teil der Chinesen?... ich glaub nicht, deine Freundin und ihre Familie gehört sicher nicht zu großen Teil der Chinesen.
Ich glaube nicht das die studierten Leute (die meisten deiner Kontakte in China sind doch eher studiert oder?) in Deutschland der Bildzeitung glauben. Und Informationen nicht hinterfragen.
Nein, das ist richtig.
Nur: es hat sich leider gezeigt, dass eben auch "etablierte" Medien wie FAZ, Spiegel, SZ, usw. sich nicht dagegen wehren (können, wollen?), zum Sprachrohr der Propagandisten beider Seiten zu werden. Dass sich langsam (wie heute bei den genannten Medien nachzulesen ist) diese Erkenntnis in den Redaktionen durchsetzt, ist natürlich ein Fortschritt und lässt mich auch meine Holzhammer-Kritik teilweise bereuen und zurückziehen.
Meine Kritik war aber auf die Zeit davor bezogen: kaum jemand hinterfragt (auch unter Studierten) hier in Deutschland die Informationen der etablierten Medien. Und übernimmt Meinungen, die möglicherweise auf falschen Fakten (und ein Bild ist Fakt genug) basieren.
Klar, die Bild-"Zeitung" - das ist eher Belustigung und Befriedigung der menschlichen Lust an Sensationen -, aber FAZ? Spiegel? Nein, das sind Informationen. Und diese werden verinnerlicht, jede andere Meinung ist ideologisch geschult und wird nicht akzeptiert.
Dieses Phänomen meinte ich in Bezug auf die westliche Mediengläubigkeit.
In China habe ich (leider naturgemäß) eher mit der studierten Oberschicht zu tun, dass ist richtig. Ich hätte deshalb vielleicht auch schreiben sollen, "Großteil der
mir bekannten Chinesen".
Ändert aber nichts daran, dass diese in politischen Fragen von der Abhängigkeit der Medien in China wissen, und die Glaubwürdigkeit dieser staatlichen Medien ungefähr zwischen Mickey Maus und dem YPS-Heft ansiedeln. Also eine "Medienungläubigkeit" hinsichtlich des Wahrheitsgehalts der etablierten Medien.
Nur das wollte ich ausdrücken
Dennis (CDS) hat geschrieben:Sonnenschein hat geschrieben:
Versteh mich nicht falsch, aber ich möchte dir einen wirklich gut gemeinten Rat geben: Wenn du immer soviel darauf gibst, wenn deine Landsleute deinem Lieblingsland etwas vermeintlich Unrechtes antun, dann sollten deine Freundin und du besser ihre Zukunft in China planen.
Wo er leben will, ist seine Freiheit. Nächstes Mal wenn du über Taiwan mäkelst, sollt man dich aus Taiwan rausschmeißen? Sollte man Beijingfox aus China ausschmeißen da er immer darauf gibt, China zu kritisieren? Sollte man die Deutschen aus Deutschland rausschmeißen, die jeden Tag über D mäkeln?

Sonnenschein, leider hast du keine Ahnung, über was sich TaugeNix und ich per PN unterhalten. Da geht es auch schon mal um private Dinge. Wir haben da schon unsere Geschichten und Pläne für die Zukunft ausgetauscht, deswegen wird TaugeNix meine Aussage auch in dem richtigen Zusammenhang verstehen.
Ich denke ich verstehe es im richtigen Kontext.
Und -ob du es glaubst oder nicht- ich habe mir darüber auch Gedanken gemacht.
Vor allem, als ich die Blicke der wenigen "Free Tibet"-Demonstranten sah, als sie an unserer Uni vorbeizogen und auf eine Gruppe Japaner (sic!) traffen.
Faschisten hätten nicht zornigere Blicke werfen können.
Traurig..
Zudem geht es gerade darum, für welches Land er sich frei entscheidet. TaugeNix hat sich über die Berichterstattung der deutschen Medien am Meisten hier echauffiert und gesagt, dass ihn diese Art der Chinabetrachtung wirklich ankotzt. Jetzt denk mal weiter. Sollte sich jemand mit seinem chinesischen Partner für ein Leben in Deutschland entscheiden, obwohl einem das über die Medien verbreitete Chinabild sehr negativ auffällt, man sich jeden Tag darüber aufregt, mit Freunden in Diskussionen darüber gerät usw.? Oder sollte man dies elegant vermeiden, indem man sich für sein Lieblingsland entscheidet? Die Entscheidung muss er natürlich selbst treffen, deswegen ja mein Rat. Ein Rat ist keine Forderung, aber das weißt du ja sicherlich selbst.
Ich habe es auch nicht als Forderung verstanden - ich hatte ja schon die Erfahrung gemacht, als sie im Radio berichteten, wie "lustig" die Chinesen Englisch schreiben können, und wie zornig meine Freundin daraufhin wurde, warum man sich über "ihr" Volk so lustig macht, was "wir" denn den Deutschen getan hätten..
Einerseits verständlich, auf der anderen Seite natürlich völlig überzogen.
Und wenn nun Medien (bislang, vielleicht tritt ja mit den heutigen Berichten wieder Normalisierung ein) Fakten verdrehen, Wahrheiten anpassen und Bilder verzerren, und somit den Hass bzw. die Abneigung gegenüber Chinesen schür(t)en, mache ich mir natürlich Gedanken darüber, ob ich ihr (und mir

) so etwas antun möchte.
Aber bis dahin fließt noch eine Menge Wasser die Dreisam runter, aber eine bedenkliche Entwicklung ist (war) es schon. Irgendwo (tagesschau?) sagte ein Interview-Partner ganz richtig in etwa folgenden Worten:
"Der China-Hype verändert sich langsam in eine China-Fear..".
Dem ist
NICHTS hinzuzufügen.
Gruss,
TaugeNix^ist dann mal wieder weg - und taucht irgendwann Ende der Woche hier wieder auf
