Ihr habt ja Recht, ohne Kinder oder Familie ist die Situation natürlich ganz anders und man kann ein ganz anderes Risiko eingehen.
Wenn man in Deutschland für eine Wohnung 500 Euro bezahlt und zu den sozial schwächeren Schichten gehört, dann darf man nicht den Fehler machen und glauben, wenn man in ein anderes Land geht und dort bekommt man für 500 Euro ein ganzes Haus, dann würde man sich das leisten können. Es ist eher wahrscheinlich, das dort die 500 Euro sehr sehr viel Geld sind und so ein Haus sich nur jemand aus der Oberschicht leisten kann.
Der Gedanke, ich bin Deutscher, dort wartet man auf mich und ich gehöre dort in die Oberschicht, kann böse enden. Wenn ich hier zur Mittelschicht gehöre, dann würde ich mich in einem anderen Land vielleicht gerade noch zu dieser rechnen, langfristig muss ich ja mit dem auskommen, was ich dort verdiene. Sprache, fehlende Kontakte, keine Verwandten vor Ort, alles sich nachteilig auswirkende Faktoren.
Mein Rat wäre langfristige Planung. Erst Kontakte aufbauen, öfter mal hinfahren, nicht zum Urlaub sondern um zu lernen (Sprache, wie funktioniert das Bankenssystem, wie mietet man Wohnungen, welche Versicherungen braucht man, welche Sorgen haben die Leute vor Ort? Wo sehen sie die Probleme für einen falls man übersiedelt? Welche Vorteile kann es für andere im neuen Land haben, wenn sie mit mir kooperieren? Bin ich nur auf der Nehmen-Seite?)
Einer meiner Freunde aus Thailand kellnerte in einem chinesischen Imbiss. Seine Mutter musste dort putzen. Wir sprachen mal über das Thema, er sagte lachend: Tja, so ist das, hier sind wir Ausländer und müssen putzen, wenn du zu uns kommst ist das umgekehrt, da bist du der Ausländer und du musst putzen

, egal was du bist

. Es sei denn, du bringst richtig Kohle mit

.
Vielleicht sind einige im Ausland erfolgreicher als in Deutschland, weil sie dort gezwungen sind viel mehr für ihre Existenzsicherung zu arbeiten? Würden sie die gleiche Energie hier einsetzen, würden sie vielleicht hier in Deutschland auch viel weiter kommen.
Mir ist aufgefallen, das zum Beispiel bei einem Problem in China, wie mit dem Vermieter, die Frage auftaucht, ist das normal? Fast immer wird geantwortet, vergiß die Frage, du bist in China. Man nimmt das Problem als Abenteuer mit in Kauf. So ist China, wow, das versuche ich in den Griff zu bekommen.
Bei einem ähnlichen Problem in Deutschland reagiert man oft mit, Mist, hier ist alles schlecht, wäre ich nur woanders. Hm, hoffe ich hab es so ausgedrückt, wie ich es empfinde
