Haben Chinesen automatisch ein "Streberimage" ?

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
Owanga1
Neuling
Beiträge: 14
Registriert: 25.07.2006, 00:00

Beitrag von Owanga1 »

Preussenblut hat geschrieben:
Lanhua hat geschrieben:Das Chinesen im vergleich zu Deutschen sehr, sehr fleißig sind ist ja kein Geheimnis mehr.
Hast du denn je gearbeitet um diesen Scheiss behaupten zu können?
In Dtl. haben die Leute eine 30 minütige Mittagspause, in China haben die 3h!!! also wer ist nun hier faul? Warum müssen Chinesen am Samstag und Sonntag arbeiten in einigen Branchen? Damit sie ihre Stünden der Woche nachholen.
Ich glaube du warst auch noch nie in China oder?
Ich mag solche Leute die nur Klichees versprühen, aber gar keine richtige Ahnung haben!
Anhand von der länge der Mittagspause kannst du doch nicht die Bereitschaft zum Arbeiten festlegen. Es stimmt schon, dass in Deutschland die Arbeitsmoral strenger ist als in China. Aber es kommt sicher auf die Branche an. Ein Wanderarbeiter, der bis zu 14 Stunden pro Tag arbeitet, kann man kaum als faul bezeichnen. Schaut man sich aber die Geschäfte an, kommt sogar mir das Grauen. An einer Theke sitzen 5-6 VerkäuferInnen, obwohl eine/r sicher gereicht hätte. Aber bei uns kann man es sich ja noch leisten. Bei Schülern und Studenten muss ich aber sagen, dass sie weitaus fleißiger sind als deutsche.

Preussenblut hat geschrieben:
Owanga1 hat geschrieben:Mich interessiert die Frage, ob Chinesen in der Schule von den anderen Schülern gleich als Streber abgestempelt werden.
Aber stell dir vor Chinesen haben kaum charakterliche Unterschiede, weil alle genauso gedrillt worden sind in ihrer Kommunistenzeit, von ihrem Aussehen ganz zu schweigen und von ihrer Anzahl. Daher müssen sie mit anderen Dingen punkten, wie Noten und Bildung.

P.S.: wenn du noch auf Schule bist, versuch mal Kontaktlinsen zu tragen wenn du eine Brille tragen musst, änder einfach dein Klamotten Style, das reicht meist aus, um von deinem "Streberimage" zu kommen.

Wir sind alle vom Charakter her ähnlich? Das glaube ich nicht. Nehmen wir mal einen aus der Stadt und einen aus dem Land, da wirst du zwei völlig diametrale Mentalitäten und Charaktereigenschaften finden. Ich denke, dass diese scheinbare Charakterübereinstimmung nur einem Westler so sehr auffällt, da der Unterschied zwischen Chinesen doch geringer ist als der Unterschied zwischen Chinese und Deutscher.

An den Klamotten kann es nicht liegern. Es ist ja nicht so, dass ich noch mit Fummeln aus der Ming-Dynasty rumrenne. Ich achte schon sehr genau auf mein Äußeres und kleide mich dementsprechend auch modebewusst. Mit Kontaktlinsen habe ich schon mal versucht, aber mit der Zeit wurde es dann doch zu umständlich, so dass das ich wieder auf die Brille umgestiegen bin.


PS. Es stimmt, dass viele in China eine Brille nicht nur auf Grund von Sehschwäche tragen. Man trägt sie, weil man, wie bereits erwähnt, intelligenter wirken möchte, oder weil sie einfach gut aussieht.
Benutzeravatar
Kerrigan
Forumexperte
Forumexperte
Beiträge: 265
Registriert: 18.06.2005, 15:44

Beitrag von Kerrigan »

Ich finds Preussenbluts Aussagen etwas merkwürdig..
Benutzeravatar
belrain
VIP
VIP
Beiträge: 2696
Registriert: 10.08.2005, 09:45
Wohnort: China/Shanghai/QingPu/ZhuJiaJiao

Beitrag von belrain »

Es stimmt, Chinesen haben sehr unterschiedliche Charaktere. Speziell, wie von Owanga1 erwähnt, zwischen Stadt- und Landmenschen sind die Unterschiede riesig. Ist ja auch kein Wunder - unterschiedlicher Bildungsstand, unterschiedliche Einkommen etc.

Auch finde ich nicht, dass sie alle gleich aussehen - dachte ich am Anfang auch, aber wenn man häufiger dort ist und sich selbst auch etwas für dieses Land öffnet stellt man fest, dass es schon Unterschiede gibt.
Z.B. Nordchinesen sind meist grösser und kraftiger (dicker) als Südchinesen.
Das Leben ist schön

Shanghai - seit 2009
1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
1. April 2015 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
Benutzeravatar
Preussenblut
Forumsprofi
Forumsprofi
Beiträge: 200
Registriert: 27.09.2006, 12:33
Wohnort: YanTai/QingDao/WeiHai

Beitrag von Preussenblut »

Owanga1 hat geschrieben: An den Klamotten kann es nicht liegern. Es ist ja nicht so, dass ich noch mit Fummeln aus der Ming-Dynasty rumrenne.
:lol:
Nein aber im Ernst was stört denn so Streberimage?!Besser Streber als Loser! nur Selbstbewusstsein zählt, aber nicht sooooo sehr, dass es als eingebildet und überheblich rüber kommt. Sowas ätzt Männer immer an. Da brauchen sich einige single Frauen nicht wundern. Einfach nur natürlich sein.
Benutzeravatar
chinavelo
VIP
VIP
Beiträge: 1129
Registriert: 02.10.2006, 11:20
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Danksagung erhalten: 2 Mal

Beitrag von chinavelo »

Hallo,

ich bin zwar kein Schüler mehr und zu meiner Schulzeit gab es weit und breit keine chinesischen Schüler ( die mußte man mit der Lupe suchen). Aber als Vater einer 14-jährigen schulpflichtigen Tochter habe ich ein wenig Einblick in den Schulalltag. Zunächst möchte ich das sog. Strebertum in der Schule auch auf Japaner und Koreaner ausdehnen. Und man kann es drehen und wenden wie man will: im Vergleich zu anderen ausländischen Schülern erreichen die ostasiatischen Kinder einen höheren Schulabschluß. Meiner Einschätzung nach gehen fast alle dieser Kinder nach der Grundschule auf die Realschule bzw. das Gymnasium, sei es auf eine additive Gesamtschule, auf eine integrierte Gesamtschule, auf ein humanistisches Gymnasium, auf ein Gymnasium mit musischem oder sportlichem Schwerpunkt oder auf eine Privatschule. Wenn ich jetzt die sehr guten Schüler ( also die, die einen Notendurchschnitt unter 2 haben) als Streber bezeichen würde, würde ich sehr schnell feststellen, dass darunter sehr viele aus dem Fernen Osten sind. Oder anders ausgedrückt: wenn sich in einer Klasse ein asiatisches Kind befindet, gehört es i.d.R. mit zu den besten Schüler. Die eigentliche Frage ist aber, woran das liegt. Und es sind weder die Gene noch die Brillenträgereigenschaft. Es sind schlicht und einfach die Eltern, die dahinter sind, damit die Sprößlinge ein gutes Abschlußzeugnis bekommen, um die Chancen ihrer Kinder auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Denn wenn die Eltern nicht Druck ausüben würden, wären ihre Kinder um keinen Deut besser als die anderen Schüler.

Bernd
Benutzeravatar
mesheel
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 569
Registriert: 24.04.2005, 14:37

Beitrag von mesheel »

Chinesen sind nicht faul, aber extrem ineffizient. Das ist kein Vorurteil sondern meine Erfahrung... :?
Benutzeravatar
Kaori
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 73
Registriert: 09.12.2006, 01:58
Wohnort: Hamburg / Suzhou

Beitrag von Kaori »

Chinesinnen/Chinesen = Streber? .. hmm.. das ist ein Vorurteil, der wohl auf den meisten deutschen Schulen verbreitet ist. Und aus meinen Erfahrungen muss ich dem zustimmen, dass meine ostasiatischen Klassenkameraden und Bekannten immer besser (bzw. weit besser) als die restlichen Schüler waren. Aber ich würde nie so weit gehen diese als Streber zu bezeichnen. Viel eher würde ich sagen, dass die restlichen Schüler viel zu faul (und damit verbunden auch = dumm) sind.

Um nochmal auf die Frage des Threaderstellers zurückzukommen, was Du gegen dein Streberimage an den Schulen tun kannst... Nun .. das ist schwer zu sagen.
Ich war von der 5. Klasse bis zum Fachabi an 3 verscheidenen Schulen. Die Gründe fürs wechseln waren, dass ich die Schulform gewechselt habe. Von Gesamtschule, zur schulischen Ausbildung, zum Fachabi.
An den 3 Schulen hatte ich (anfangs) mittlere bis (später) gute Noten. Ich bin zwar kein Chinese, sondern Araber (mit Brille :p), hatte aber teilweise trotzdem nen leichten Streberruf. Dies hat auf allen 3 schulen aber nicht sehr lange angehalten. Ich habe mich weder dagegen gewehrt, noch versucht denen das Gegenteil zu beweisen. Ich bin nun mal wie ich bin und das lass ich mir von niemand anderem verbieten bzw. vorschreiben.
Wenn man zu mir sagte "Boah du Streber, wieso schreibst du als Ausländer ne 1 in Deutsch und ich als deutscher ne 5?" Da hab ich damit geantwortet, dass ich "etwas dafür getan" habe. Was gibt es daran auszusetzen? Das wusste niemand so richtig. Nach sehr kurzer Zeit wurde dies von allen Klassenkameraden akzeptiert. Ich habe mir nie irgendwelche dämlichen Kommentare mehr von denen anhören müssen und genau so wenig wurde ich als Aussenseiter abgestempelt.


Trotzdem will ich nochmal klarstellen, dass Streber nicht gleich als etwas negatives aufgefasst werden sollte. Streber wird abgeleitet von Strebsamkeit. Und dies ist etwas sehr positives. Wie sieht es allgemein aus mit den meisten asiatischen Familien, die nach Deutschland kommen? Diese kommen nicht nach Deutschland um hier das leichte Leben zu genießen, um hier Asyl zu beantrage n, oder ähnliches. Nein, diese kommen meist nach Deutschland um hier eine gute und moderne Ausbildung zu genießen. Um hier ein gutes Studium zu absolvieren oder einfach nur einen gut bezahlten Job auszuüben. Die meisten in Deutschland lebenden asiatischen Familien sind genau aus diesen Gründen nach Deutschland gekommen. Mit dem Ziel vor Augen einige Jahre hier zu arbeiten und Geld zu verdienen und dann mit gefüllten Taschen in die Heimat zurückzukehren. Und ein solches Ziel vor Augen zu haben halte ich für sehr strebsam (im positiven Sinne).

Das streben nach etwas besserem wird in der Schule dann leider immer häufiger als negatives aufgefasst, wenn jemand besser ist als du, dann ist er dein Konkurrent, also stellst du ihn als schlechten Streber dar.

Viele deutsche Familien, die schon immer in Deutschland gelebt haben, oder Familien mit anderen Herkünften, die aus weniger strebsamen Gründen nach Deutschland gekommen sind haben eben nicht diese Ziele vor Augen. Für die hat das Leben in Deutschland einen anderen Grund. Sie bemühen sich somit also auch nicht ihre Kinder so zu erziehen, dass sie in den Schulen gute Noten erreichen. Leider ist vielen Eltern mittlerweile nicht mehr bewusst wie wichtig es ist die eigenen Kinder zu guten Noten zu motivieren. Auch von den Schulen selbst wird dies mittlerweile immer seltener gefördert.

Ich kann mich noch erinnern, als meine ehemalige Klassenlehrerin (Gesamtschule) damals nach der 9. Klasse zu uns meinte "Ich bin stolz auf Euch. Es gibt niemanden in dieser Klasse der den Abschluss der 9. Klasse nicht geschafft hat."
... Abschluss der 9. Klasse bedeutet Hauptschulabschluss... dies ist keineswegs etwa worauf man stolz sein kann. :shock:
An meiner Schule wurden die Schüler für minderwertige Leistungen gelobt. Schon wenn jemand eine 3 geschrieben hat wurde dies dargestellt als wäre dieser besonders talentiert. Wir wurden keineswegs dazu motiviert Noten besser als 3 zu erreichen. Auf den Elternabenden wurde den Eltern erzählt wie toll ihre Kinder doch sind, wenn sie es geschafft haben sich von einer Note 5 auf die Note 4 zu verbessern.. oder wenn das Kind in Sport eine 1 hat.. dass es in allen anderen Fächern 4-6 hat war nicht wichtig. Hauptsache Sport = 1, dies ist ein Grund das Kind zu loben!
Wenn ein Kind für die Noten 5, 5, 4, 4, 4, 3, (Sport) 1 gelobt wird .. tja, warum sollte es sich dann bemühen besser zu werden?

Also dann wundert es mich auch nicht, wenn die meisten Schüler so besonders schlecht abschneiden. Man braucht nur annähernd mittelmäßige Leistungen zu erbringen um dabei als Streber aufzufallen.
Die meisten asiatischen Eltern werden sich nicht damit zufrieden geben, wenn ihre Kinder mit der Note 3 nach hause kommen, also werden diese weiter dazu angetrieben noch mehr für die Schule zu tun.

Für viele nicht-asiatische Familien ist dies undenkbar .. und gilt als Folter das Kind zum lernen zu zwingen.

Dies ist auch ein Grund dafür warum das deutsche Schulniveau immer weiter sinkt. Ich mache mir mit meinen 22 Jahren schon Gedanken darum wie es an deutschen Schulen wohl aussehen würde, wenn mein Kind (hoffentlich :P) in 10-15 Jahren eingeschult würde.
Bis dahin lebe ich hoffentlich schon in einem anderen Land. In Deutschland bleiben? Das möchte ich meiner Familie nicht antun. Die glorreichen Zeiten Deutschlands sind vorbei. :p

EDIT: jetzt wo ich das nochmal so nachlese ... hm.. das stimmt natürlich nicht ganz, ich habe da ein wenig übertrieben ;) natürlich gibt es auch viele deutsche Familien, oder Familien mit anderen Herkünften, die gute Leistungen erreichen. Aber im Prozentsatz ist es neben den Leistungen der Asiaten eher mager. Da bei den Asiaten wirklich die meisten sehr fleißig sind.
mesheel hat geschrieben:Chinesen sind nicht faul, aber extrem ineffizient. Das ist kein Vorurteil sondern meine Erfahrung... :?
Na kommt drauf an was Du damit meinst. Jemand lernt während der 5. Klasse 10 Stunden am Tag und erreicht damit in jedem Schulfach die Note 1- ... hm.. ja, das nenne ich auch ineffizient. Das wäre auch schon mit weniger Aufwand machbar.

Dennoch würde ich behaupten die meisten asiatischen Leute (die ich kenne) erreichen gute Leistungen .. ob der Aufwand dafür zu hoch ist ... das hängt immer von der Intelligenz des einzelnen ab.

Wenn ich an meine Schulzeiten zurückdenke .. da habe ich für eine Klausur 1 Tag vorher angefangen zu lernen .. und dann meistens auch nur 1-2 Std. Naja, dies hat auch nie (bzw. nur sehr selten) zur Note 1 ausgereicht. 2 Tage vorher jeweils 2-3 Std lernen .. und damit ist eigentlich jedem Schüler die Note 1 garantiert... zumindest wenn der nicht unterbelichtet ist.


Ach .. und wegen der Brille.

Also ich weiß ja nicht wie das in China ist. Zu meiner Schulzeit in Deutschland war es aber tatsächlich so, dass Brillenträger als Streber dargestellt wurden, wenn sie auch noch gute Noten hatten.
Immer wieder lustig fand ich es, das sich in der letzten Reihe saß und mit meiner Brille jedes noch so kleine Wort auf der tafel erkannt habe, während die "coolen" mit zusammengekniffenen Augen selbst weiter vorne kein Wort lesen konnten. Die meisten haben sich einfach geschämt eine Brille zu tragen. Dies kann ich absolut nicht nachvollziehen, da ich nun wirklich nicht verstehe was an einer Brille so schlimm sein soll. Ich will nicht eitel sein, aber ich finde ne Brille steht mir gut. Ohne sehe ich so nackt aus im Gesicht :P. Jetzt an der Uni ist dieses Brillenimage vollständig verschwunden. Hier tragen 80% aller Studenten entweder ne Brille oder Kontaktlinsen. Es gibt eben nur wenige Menschen die ohne Sehhilfen perfekt sehen können .. und das auch noch im Hörsaal aus 15. Reihe.
Die ungebildeten Kiddies, die behaupten, dass Brillenträger doof sind gibt es auf der Uni zum Glück nicht mehr (nicht ohne Grund :P). Und hier weiß jeder was das bessere für einen ist. Richtig sehen oder Augen zusammenkneifen und falsche Mitschriften.
Dennis (CDS)
VIP
VIP
Beiträge: 3698
Registriert: 13.04.2006, 07:22
Wohnort: Taiwan

Beitrag von Dennis (CDS) »

Kaori hat geschrieben:
mesheel hat geschrieben:Chinesen sind nicht faul, aber extrem ineffizient. Das ist kein Vorurteil sondern meine Erfahrung... :?
Na kommt drauf an was Du damit meinst. Jemand lernt während der 5. Klasse 10 Stunden am Tag und erreicht damit in jedem Schulfach die Note 1- ... hm.. ja, das nenne ich auch ineffizient. Das wäre auch schon mit weniger Aufwand machbar.
Ich denke mesheel meint damit eher Chinesen allgemein in der Art und Weise, wie sie ihre Arbeit oder sonstige Dinge, die etwas Planung benötigten, erledigen. (Falls ich falsch liege, korrigier mich bitte.)

Und da kann ich ihr nur zustimmen, ohne ins Detail gehen wollen, denn sonst könnte ich wohl nie mehr damit aufhören und außerdem ist es fast schon wieder ein anderes Thema.

Was das Strebertum und wie man damit umgeht betrifft: Ich denke es gehört selbst auch eine gewisse geistige Reife dazu (welche auch ein Teil von Intelligenz darstellt) mit solchen Etiketten umgehen zu können. Sich nach anderer Leuten Urteil aufgrund von Eitelkeiten zu richten zeugt nicht gerade davon.

Oder anders gedacht: Ist es denn sinnvoll einen Freundeskreis zu haben, der einen a) nur nach Äußerlichkeiten und b) nach "nicht strebsamen" Verhalten in der Schule akzeptiert?

Im Hinblick auf die Zukunft (...gerade in Deutschland) würde ich dem Individualismus in diesem Punkt doch ganz gar klar dem Kollektiv den Vorzug geben.
Benutzeravatar
belrain
VIP
VIP
Beiträge: 2696
Registriert: 10.08.2005, 09:45
Wohnort: China/Shanghai/QingPu/ZhuJiaJiao

Beitrag von belrain »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
Ich denke mesheel meint damit eher Chinesen allgemein in der Art und Weise, wie sie ihre Arbeit oder sonstige Dinge, die etwas Planung benötigten, erledigen. (Falls ich falsch liege, korrigier mich bitte.)

Und da kann ich ihr nur zustimmen, ohne ins Detail gehen wollen, denn sonst könnte ich wohl nie mehr damit aufhören und außerdem ist es fast schon wieder ein anderes Thema.
Brrrrr. Langsam mit den jungen Pferden.
1. Meint Mesheel Chinesen oder Taiwanesen? Das ist ein riesen Unterschied. Die Tawianesen sagen nämlich, die Chinesen sind nur als einfache Befehlsempfänger zu gebrauchen. Für mehr nicht.
Ich merke in in unserer Firma leider nur zu häufig das sie nicht ganz Unrecht haben. Aber wahrscheinlich haben wir in unserer Firma eben nur die schlechten Chinesen eingestellt. Genau wie viele andere Firmen mit denen ich gesprochen habe :oops:
Nein, ich will hier nicht auf den Chinesen rumhacken. Wollte nur zeigen, dass es auch ganz andere Extrembeispiele gibt.

2. Dennis und Mesheel, sprecht ihr aus Taiwan-Erfahrungen oder Mainland-Erfahrungen. Wenn sich euer Erfahrungsschatz auf Taiwan begrenzt solltet ihr mal im Mainland arbeiten. Ihr würdet euch wundern :wink:
Das Leben ist schön

Shanghai - seit 2009
1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
1. April 2015 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
Benutzeravatar
tony
Forumsprofi
Forumsprofi
Beiträge: 153
Registriert: 03.12.2006, 21:07
Wohnort: upper franconia

Beitrag von tony »

belrain hat geschrieben:
Brrrrr. Langsam mit den jungen Pferden.
1. Meint Mesheel Chinesen oder Taiwanesen? Das ist ein riesen Unterschied. Die Tawianesen sagen nämlich, die Chinesen sind nur als einfache Befehlsempfänger zu gebrauchen. Für mehr nicht.
Ich merke in in unserer Firma leider nur zu häufig das sie nicht ganz Unrecht haben. Aber wahrscheinlich haben wir in unserer Firma eben nur die schlechten Chinesen eingestellt. Genau wie viele andere Firmen mit denen ich gesprochen habe :oops:
Nein, ich will hier nicht auf den Chinesen rumhacken. Wollte nur zeigen, dass es auch ganz andere Extrembeispiele gibt.

2. Dennis und Mesheel, sprecht ihr aus Taiwan-Erfahrungen oder Mainland-Erfahrungen. Wenn sich euer Erfahrungsschatz auf Taiwan begrenzt solltet ihr mal im Mainland arbeiten. Ihr würdet euch wundern :wink:
Da liegt doch genau der Hase im Pfeffer!
Zwischen Mainland- und Taiwan Chinesen sollte ja genetisch kein unterschied bestehen. Daraus muß man doch schliessen, dass das System an der unterschiedlichen Entwicklung Schuld ist.

Meine Mainlanderfahrungen decken sich mit denen Belrains. In den streng hierarchisch geordneten Betrieben gibt es nur eine Richtung des Informationsflusses. Von oben nach unten. Niemand käme auf die Idee selbständig zu denken oder irgendeine Art von Anregung zu machen oder gar Order von oben in Frage zu stellen.

Solange sich dies auf nur einfache Tätigkeiten bezieht (und dies sind die überwiegende Mehrheit der Jobs) könnte man ja noch alles ganz gelassen sehen. Aber auch Ingenieure oder Angestellte in leitenden Positionen haben die selbe Denke. Niemand übernimmt auch nur den kleinsten Funken Verantwortung. Niemand fängt selbständig an zu denken oder setzt sich für eine Sache ein ohne ausdrückliche Order von oben.

Diese Entwicklung kann, so praktisch sie auch für die Kontrolle des Einzelnen sowie des Ganzen sein mag, der politischen Führung dennoch nicht Recht sein. Man Verschwendet ein rieseiges Wissens- und Ideenpotential.

Um jedoch hier Änderungen zu entwickleln bedürfte es erst einmal einer Änderung des Bildungssystems. Weg vom schlichten Abfragen von Auswendiggelerntem hin zum Begreifen von Sachverhalten und Erarbeiten von Lösungen. D.h. Fördern von selbständigem Denken und Kreativität. Der Fairness halber muss man aber sagen, dass man auch in D (zumindest bis zum Abitur) mit simplen Auswendiglernen gut voran kommt, was meiner Meinung nach auch der Grund für das immer wieder durchwachsene Abschneiden beim Pisatest ist.

In Taiwan ist das System ganz anders, eher wie in den Staaten oder wie in Japan. Hier werden Arbeitsgruppen gebildet und man versucht Probleme gemeinsam, auch hierarchieübergreifend zu lösen. Denken ist hier ausdrücklich erlaubt! Verantwortung trägt hier dann die ganze Gruppe.

Solange man also wie in Mainland China die Ausbildung mehr als Gleichschaltiung versteht, braucht man sich hinterher nicht zu beschweren, das man eigenständiges Denken und Kreativität vernichtet hat.
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Semrush [Bot] und 1 Gast