@ prideeagle
Dass sie Probleme hat, alleine vielleicht nur aufgrund ihres Namens eine Nebenarbeit zu finden, ist tatsächlich unfair, aber meiner Meinung nach irgendwo auch "normal". Alleine ein ausländisch klingender Name schürt nunmal Zweifel, ob jemand z.B. der Geschäftssprache soweit mächtig ist, dass er die tägliche Kommunikation ohne Probleme, schnell und unmissverständlich bewältigen kann.
Ist bei uns nicht anders. Leute, die sich bei uns z.B. mit einem spanischen oder türkischen Namen um eine Stelle als Deutschlehrer bewerben, da haben ich und mein Kollege immer erst ein komisches Gefühl. Wenn das Telefoninterview dann gut verläuft, gibt es auch immer ein weiteres Gespräch. Aber der erste Gedanke ist bei uns (leider) auch immer: "Huh? Der/Die will Deutschlehrer werden? Strange... Dazu noch die Tippfehler in der Bewerbung... naja...*zweifel nagen*".
Ich halte solche Reaktionen für normal und würde mich daher auch nicht diskriminiert fühlen. Siehe z.B. Übersetzungen in Deutschland. Ich habe damals in Deutschland die Erfahrung gemacht, dass ich bei Übersetzungsbüros kaum Chancen hatte, eine Arbeit zu finden. Man traute es mir anscheinend nicht zu, als deutscher Muttersprachler trotz 1er Diploms (1,7... also eher 2+) in chinesischer Sprache korrekte deutsch-chinesische, chinesisch-deutsche Übersetzungen anzufertigen. Die Qualifikation konnte meiner subjektiven Überzeugung nach also nicht der Ablehnungsgrund gewesen sein, denn zeitgleich haben chinesische Kommilitonen häufig eine Tätigkeit als Übersetzer (in beiden Richtungen) gefunden, selbst wenn deren Deutsch nur Mittelmaß (Note 3) war. Es musste also etwas anderes sein. Erst hatte ich die Vermutung, es läge daran, dass ich als "Deutscher" ziemlich teuer für die Firma wäre (SV-Abgaben usw.), aber ich hätte ja auch eine Stelle als Freelancer angenommen, sprich: auf eigene Rechnung. Das Geld konnte es also eigentlich auch nicht sein. Es musste daher irgendwie damit zu tun haben, dass ich Deutscher war. (Anm.: Das ist nur eine von mir gefühlte Vermutung... den tatsächlichen Grund für die Absagen kann ich nicht wissen).
Übrigens: Wir Deutschen gelten als pingelig, pedantisch, belehrend, arrogant, eingebildet, langweilig, humorlos,... als Rassisten, Nazis, Ossis u.v.m. Und weißt du, was ich darauf entgegne: "Ja! Das alles sind wir! So what?" Meistens kommt dann darauf keine Reaktion.
Kurz: Man sollte nicht alles sofort an die große Glocke "Diskriminierung" oder in anderen Fällen auch "Rassismus" hängen, auch wenn es vielleicht schwer fällt. Stereotypen gehören zum Menschsein dazu, wie der tägliche Toilettengang: ist zwar ärgerlich, aber notwendig, denn Stereotypen bieten den Menschen ein Schema, mit dem sie zumindest ein annäherndes Verständnis der Welt erlangen können. Lieber so - mit Stereotypen - als "dumm" sterben!
@ Shenzhen: Sommer fand ich damals toll... bis ich mit der Realität konfrontiert wurde.
