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Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 18:20
von GigiPineapple
Ich bin auch der Meinung, dass mit einer Verpflichtungserklärung und allen sonstigen notwendigen Dokumenten der Vergabe vom Visum nichts mehr im Wege stehen sollte, sofern diese alle plausibel sind.
Vor allem mit der Verpflichtungserklärung ist der deutsche Staat doch aus dem Schneider, wenn der ausländische Gast sein Visum überzieht etc. Dann haben sie alle Daten des Einladenden und sogar eine beglaubigte Unterschrift, dass man alle anfallenden Kosten übernimmt, notfalls durch Pfändung.
Natürlich muss jeder Antrag einzeln und vorsichtig geprüft werden. Dann darf es aber pauschale Schlussfolgerungen wie "Liebesbeziehung - geringe Rückkehrbereitschaft" auch nicht geben. Dem muss dann eben beim Interview (was ich durchaus für sinnvoll halte) noch einmal nachgehen.
Was mich eigentlich stört, ist das riesige Gefälle bei der Visumsvergabe. US-Amerikaner, Japaner, etc. benötigen keine Nachweise über irgendwas, bekommen 30 Tage on Arrival usw. (Und das obwohl USA auch nicht die beste Anlaufstelle für Sozialhilfe ist; von dieser Seite könnten durchaus auch "Sozialschmarotzer" (ich mag dieses Wort nicht, habs aber bewusst verwendet) nach Deutschland kommen). Wie ich hörte benötigen Amis nicht einmal ein Studentenvisum vorab. Das lässt sich anscheinend auch vor Ort erledigen.
Chinesen und Bürger von vielen andere Staaten bekommen erstmal eine ellenlange Liste mit Nachweisen, und dann ist es noch unsicher, ob das Visum ausgestellt wird.
Ich habe eigentlich keine Probleme mit Behörden. Die Bürokratie ist zwar stressig, aber meistens gilt das Sprichwort "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus".
Wer also seinen Antrag sorgfältig vorbereitet und alle Nachweise glaubhaft macht, sollte beim Visum auch keine Probleme bekommen.
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 19:03
von sweetpanda
GigiPineapple hat geschrieben:
Was mich eigentlich stört, ist das riesige Gefälle bei der Visumsvergabe. US-Amerikaner, Japaner, etc. benötigen keine Nachweise über irgendwas, bekommen 30 Tage on Arrival usw. (Und das obwohl USA auch nicht die beste Anlaufstelle für Sozialhilfe ist; von dieser Seite könnten durchaus auch "Sozialschmarotzer" (ich mag dieses Wort nicht, habs aber bewusst verwendet) nach Deutschland kommen). Wie ich hörte benötigen Amis nicht einmal ein Studentenvisum vorab. Das lässt sich anscheinend auch vor Ort erledigen.
Chinesen und Bürger von vielen andere Staaten bekommen erstmal eine ellenlange Liste mit Nachweisen, und dann ist es noch unsicher, ob das Visum ausgestellt wird.
Sehr wahrscheinlich gibt es bestimmt Erfahrungswerte, von welchen Nationaltäten zu erwarten ist, dass sie unser Sozialsystem attraktiv finden. Wenn es aus irgendwelchen seltsamen Gründen mal passieren sollte, dass Japaner und Amerikaner auftauchen, um Stütze kassieren wird es sich für die auch schwieriger.
Aber ich glaube, dass ein Penner in den USA lieber mit der Crackpfeife in der Hand erfriert, als die Staatangehörigkeit von "gods own country" gegen ein europäische zu tauschen.
Chinesen hingegen trifft man mittlerweile auf der ganzen Welt, wo sie sich in Niedriglohnbereich oder prekären Beschäftigungen verdingen.
Ich habe schon viele Ramschverkäufer in Griechenland gesehen, meine Mutter zuletzt in Spanien und auf den Seychellen habe ich neben reichen Chinesen auch diejenigen gesehen, die in Wellblechhütten hausen und Seit an Seit mit Bangladeschis auf dem Bau schuften.
Klar könnte es den ein oder anderen Amerikaner geben der Hartz4 gerne hätte. Aber heute lebt der durchschnittliche Chinese immer noch schlechter als ein Hartzer.
Wir haben ein kostenlose Superbildung und Krankenversorgung, dass kostet dich in China ein Heidengeld.
Du bekommst eine Wohnung mit Zentralheizung, Dusche oder Badewanne bezahlt, nur weil du da bist.
Das ist doch der Hammer und wir können eigentlich alle ein wenig Stolz sein, dass wir die Leistungsfähigkeit haben, dass zu finanzieren. Das kann man für 5-10% der Bevölkerung schaffen, mehr aber auch nicht.
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 19:07
von mazzel
Wir könnten dochmal festhalten:
Wirklich wissen tut es hier niemand! Es gibt kein Dokument der Botschaft wo das schwarz auf weiß drauf steht. Alles was hier im Forum steht, fußt auf Erfahrungen und gesundem Menschenverstand. Ich denke mal nicht viele hier sind in der Situation gewesen, ein wegen einer "Liebesbeziehung" abgelehntes Schengenvisum von Freund oder Freundin noch ein zweites mal zu beantragen. Ich habe hier in so ziemlich jedem Thread herausgelesen, dass man ehrliche Angaben gemacht hat, aber nicht mit der Tür ins Haus gefallen ist. Und siehe da, bei den letzten Threads hats ja immer geklappt. Und aus den Einladungschreiben ist schon sehr deutlich herauszulesen, dass es um mehr als gute Freunde geht.
Die Threads hier mögen den Anschein erwecken, aber ich bezweifel, dass es belastbare Zahlen dafür gibt. Wir hier lediglich Beispiele für "Liebesbeziehung nicht exolizit erwähnt=Visum bekommen", aber weniger/keine Beispiele für "Liebesbeziehung=kein Visum".
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:06
von sowa
Hallo allerseits,
ich finde Solvum hat recht.
Meiner Meinung nach sollte das Visum ausgestellt werden, wenn alle notwendigen Papiere vorgelegt werden die Launen der Botschaftmitarbeiter sollte keine rolle spielen.
Außerdem bezahle ich wohl kaum Steuern damit solche faulen Beamtensäcke wilkürlich arbeiten?
Oder?
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:32
von mazzel
Das würde allerdings bedeuten, dass Leute wie meine Freundin auf Grund fehlender, auf Papier festzuhaltender Rückkehrbereitschaft, kein Visum mehr bekommen würde. Wenn man alles auf Papiere, Dokumente, Nachweise beschränken würde, dann könnte/müsste man einen schriftlichen Nachweis der Rückkehrbereitschaft erbringen, in Form von liquiden Mitteln/Vermögen, Grundbesitzt, feste Arbeitsstelle, sonstige Nachweise.
Würde den Ablauf sicherlich einfacher und nachvollziehbarer machen, aber nicht unbedingt "Grenzen einreißen".
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:40
von alanos
Vor allem mit der Verpflichtungserklärung ist der deutsche Staat doch aus dem Schneider, wenn der ausländische Gast sein Visum überzieht etc. Dann haben sie alle Daten des Einladenden und sogar eine beglaubigte Unterschrift, dass man alle anfallenden Kosten übernimmt, notfalls durch Pfändung.
Hier muss ich zustimmen. Vielleicht sollte man die Verpflichtungserklärung an sich umbauen und prüfen, ob genug Wohnraum und Geld für den Eingeladenen vorhanden sind und dann ein zeitlich unbeschränktes Besuchsvisum ausstellen (bzw. eins, das so lange gültig wie die Verpflichtungserklärung ist).
Die Prüfung durch die Botschaft würde ich dennoch nicht abschaffen, schon alleine aus Sicherheitsgründen. Man sollte einen guten Grund für die Einladung (z.B. eine Beziehung) haben und gut ist. Sobald die VE da ist und von Seiten der Botschaft alles stimmt (polizeiliches Führungszeugnis etc.) sollte dem Visum nichts mehr im Wege stehen.
@Mazzel: Die Rückkehrbereitschaft an dem Vorhandensein von Vermögen oder einem Arbeitsplatz festzumachen ist sowieso schwachsinnig. Klar kann man so die Spreu vom Weizen trennen aber es gibt denke ich auch viele Fälle wie z.B. meine Freundin, deren Familie zwar sehr wohlhabend ist, sie selbst aber kein Vermögen unter ihrem Namen hat. Kommentar von Seiten der Botschaft: Nicht zwingend notwendig, wenn man die Rückkehrbereitschaft im Gesamtbild glaubhaft darlegen kann.
Was das genau heißen soll weiß aber auch keiner so genau

Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:44
von Solvum
interessant, deine Freundin hat ein Visum trotz fehlender Unterlagen bekommen ? Freut mich für dich.
Aber dann erscheint mir der ganze Prozess doch sehr undurchsichtig.
Ich danke den letzten 6 Vorrednern, die die Diskussion ein paar sehr konstruktive Beiträge geschrieben haben. das war mein ziel, mal ein paar Erfahrungen und Meinungen zu hören
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:47
von sweetpanda
@Sowa.
Das kleine bisschen was man als Normalverdiener an Einkommenssteuer abdrücken muss, berechtigt keinen über Beamte herzuziehen. 10% der Bevölkerung tragen 90% der Steuerlast und die Hälfte der Bevölkerung zahlt gar keine Einkommenssteuer.
http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommens ... utschland)
Nur weil man als Durchschnittsbürger vielleicht 300 Euro Einkommensteuer im Monat bezahlt, muss man nicht glauben einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Staatswesen beizutragen.
Dem ist nämlich keineswegs so. Ich kann mir vorstellen, dass man bestimmt 8000€ Brutto/Monat verdienen muss, damit man der Gesellschafft mehr zurückzahlt als man von ihr im ganzen Leben empfangen wird.
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 20:55
von Solvum
sweetpanda hat geschrieben:@Sowa.
Das kleine bisschen was man als Normalverdiener an Einkommenssteuer abdrücken muss, berechtigt keinen über Beamte herzuziehen. .
unqualifizierter Beitrag von mir mal : Du bist Beamter oder einer steht dir nahe, niemand sonst würde sie verteidigen

Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 21:00
von sweetpanda
Solvum hat geschrieben:sweetpanda hat geschrieben:@Sowa.
Das kleine bisschen was man als Normalverdiener an Einkommenssteuer abdrücken muss, berechtigt keinen über Beamte herzuziehen. .
unqualifizierter Beitrag von mir mal : Du bist Beamter oder einer steht dir nahe, niemand sonst würde sie verteidigen

Nein FDP-Wähler und darum habe ich ein Herz für Besserverdiener.

Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 21:07
von Solvum
sweetpanda hat geschrieben:Solvum hat geschrieben:sweetpanda hat geschrieben:@Sowa.
Das kleine bisschen was man als Normalverdiener an Einkommenssteuer abdrücken muss, berechtigt keinen über Beamte herzuziehen. .
unqualifizierter Beitrag von mir mal : Du bist Beamter oder einer steht dir nahe, niemand sonst würde sie verteidigen

Nein FDP-Wähler und darum habe ich ein Herz für Besserverdiener.

Ein Fdp Wähler ? Ich dachte nach dem diese in ihrer letzten Bundestagslegislatur unter Beweis gestellt haben, dass sie korrupt und völlig inkompetent sind für irgendjemanden außer sich selbst und Konzerne Politik zu machen, wären alle aufgewacht.
Mir kanns egal sein, auf Bundesebene können sie gottseidank keinen Schaden mehr anrichten. ich hoffe das bleibt lange so.
ok, dass war off topic, musste aber raus

Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 21:40
von mazzel
Solvum hat geschrieben:
Aber dann erscheint mir der ganze Prozess doch sehr undurchsichtig.
Da stimme ich dir absolut zu! Undurchsichtig ist der Prozess allemale!
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 22:38
von Solvum
Naja, alles in allem sieht das für mich aus wie Würfeln.
Ich hoffe mit meiner Freundin geht es so schön weiter wie bisher, und dann werden wir beiden sehen, was die Würfel bei uns sprechen.
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 24.02.2014, 22:44
von mazzel
Ich glaube, du siehst das immer noch zu sehr schwarz und weiß!
Aber wenn dir der Glücksspiel-Vergleich gefällt: Sorge dafür, dass deine Gewinnchancen erhöht werden.
Re: Botschaften diskriminierend ?
Verfasst: 25.02.2014, 03:55
von blackrice
sweetpanda hat geschrieben:Wir haben ein kostenlose Superbildung und Krankenversorgung...
kostenlos?

ist Einkommensteuer und Beitag zur KV abgeschafft? ich weiss es nicht, war schon lange nicht in D....
