Ich finde die entsprechende Quelle gerade nicht mehr, aber ich meine gelesen zu haben, dass die generelle Rechtslage besagt, dass - genau wie mario angemerkt hat - nur angemeldete/"zertifizierte" VPN Technologie legal in China eingesetzt werden darf.
D.h. die in vielen ausländischen Niederlassungen gängige Praxis, seinen eigenen Router aus Deutschland mitzubringen und dann hier aufzustellen ist prinzipiell illegal - obwohl die meisten IT Abteilungen das nicht wissen.
Solange die Englischkenntnisse der meisten Chinesen und die Anzahl der VPN User in China aber weiterhin so gering bleibt wie jetzt, ist das Engagement der Behörden wahrscheinlich ziemlich überschaubar.
Allerdings ändert sich das von Zeit zu Zeit: Z.B. war es letztes Jahr, während des großen Nationalkongresses in Bejing so, dass plötzlich fast alle großen ausländischen VPN Anbieter blockiert waren. Auch bei uns in der Firma war die Verbindung nach Deutschland plötzlich sehr störanfällig.
Ich gehe einfach davon aus, dass man dann schlicht die Einwahlknoten der großen VPN Anbieter blockiert hat. Prinzipiell könnte die große Firewall mit Hilfe von "Deep paket inspection" zwar auch einzelne VPN Übertragungen rausfiltern (die Telekom hat das z.B. einige Zeit in Ihrem UMTS-Netz gemacht, um Skype-Übertragungen zu bremsen) aber das ist schon ein wenig rechenintensiv.
Daher habe ich in Deutschland einen kleinen Rechner stehen, auf dem ein VPN Server mit verschiedenen Protokollen läuft. Funktioniert auch dann super, wenn die großen Einwahlknoten mal wieder alle blockiert werden. Wenn man sich dann doch noch die Mühe machen sollte, OpenVPN zu blockieren, dann kann ich auf IPsec oder andere Protokolle ausweichen. Irgendeines geht dann in der Regel immer durch.
Was viele z.B. auch nicht wissen: Die meiste Zensur in China wird nicht von den Behörden selbst durchgeführt, sondern von den privaten Unternehmen! Die Behörde droht nur an, dass eine Webseite geschlossen wird, wenn mehr als X Verstößen gegen die Zensurauflagen stattfinden.
In China hat sich daher eine eigene Softwareindustrie entwickelt, die einzelne Blogger und Themen recht gut anhand von verschiedenen Kriterien gezielt von einer Seite ausschließen kann.
Ich meine der Schlüssel war mal, dass man ungefähr 1 Zensur-Angestellten pro 10.000 aktive User einplanen muss und das Ziel ist natürlich, diese Quote weiter zu erhöhen.
PS: Nachtrag, wer sich selbst so eine Lösung basteln will, aber nicht das entsprechende Know-how hat, der kann sich in Deutschauchland auch einfach zu Hause/ bei Freunden /etc. eine Fritzbox aufstellen und deren VPN Funktionalität nutzen.
Funktioniert in 99% der Fälle ebenfalls super, kostet fast nix, ist relativ einfach einzurichten und funktioniert auch, wenn die großen VPN-Einwahlknoten mal wieder blockiert werden.
