Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Alle Themen rund um Politik in der Volksrepublik China
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VielUnterwegs
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von VielUnterwegs »

Das schoene an Kunst, Meinungs- und Redefreiheit ist....genau, dass jeder publizieren kann was er will und andere dann konsumieren koennen was sie wollen. Wenn hier schon so Gefasel hoehre, von wegen "Nationalheiligtum"...ja sind wir hier bei Adolf? Da muessen noch einige Mittelfingerfotos gemacht werden. :-)
Aremonus
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Aremonus »

Wäre es wirklich grundlose und primitive Kritik, wäre er wohl kaum festgenommen worden...

Grundsätzlich glaube ich schon, dass China sich mehr öffnen muss, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Will sagen:
In Zukunft muss das Land auch vollständig eigene Erfindungen und Entwicklungen auf den Markt bringen, die mehr als ein paar Prozent Marge haben, um höhere Löhne zahlen zu können. Sonst bleibt das Land stecken...

Hierzu wird jedoch ein starker Rechtsstaat und eigenständiges Denken sowie die Möglichkeit, sich zu organisieren, sich auszutauschen und Entwicklungen zu kritisieren, notwendig. Ob die Leute dann weiterhin die KPC als gottgegebene Führung akzeptieren, wage ich zu bezweifeln. Aber ich bin kein Prophet und es wäre falsch, aus der Geschichte und der gegenwärtigen Situation auf die Zukunft zu schliessen.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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incues
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von incues »

ingo_001 hat geschrieben:
Skorpid hat geschrieben:(z.b. rasiere ich mir ein "Ficken?" auf die Brust und stelle mich vor's Kanzleramt
Dein "Brustpelz" muss ja gut gewachsen sein :mrgreen:
Aber ich denke mal, dass sich ausser ein paar Touristen keiner dafür interessieren würde :wink:
Im Kanzleramt wärs vielleicht was anderes :mrgreen:
und rasieren braucht man das auch nicht. Einfach, wie im Original, per Photoshop drüber, Transparenz und fertig ist das Bild. Damit beugt man auch der Vor-Ort-Verhaftung vor ;)
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quant
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von quant »

Ting Budong hat geschrieben:
HuángMāo hat geschrieben:Also als "Systemkritik" kann man das meiner Meinung nach wohl kaum bezeichnen
Zuallererst ist es mal Kunst. Kunst darf alles!
kleine Randbemerkung: Da wäre ich mir nicht so sicher, Künstler dürfen für ihre Arbeit zum Beispiel nicht töten.


Allerdings frag ich mich, ob Ai Weiwei nicht auch in Deutschland in den Knast gewandert wäre, wegen öffentlichen Ärgernisses oder ähnlichem.
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VielUnterwegs
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von VielUnterwegs »

quant hat geschrieben:Allerdings frag ich mich, ob Ai Weiwei nicht auch in Deutschland in den Knast gewandert wäre, wegen öffentlichen Ärgernisses oder ähnlichem.
Selbst wenn er dafür aufgrund eines Effe in Richtung Brandenburger verurteilt würde, was eine wahnwitzige Vorstellung ist, gäbe es ein öffentliches und faires Verfahren mit unabhängigen Richtern und keinen Schauprozess, er würde nicht einfach so am Flughafen verschwinden und eine Haftstrafe ist ausgeschlossen.
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Bernhard »

Darüber ob Kunst alles darf, lässt sich trefflich streiten. Meiner Meinung ist auch die Kunst an die Moral gebunden (zumindest an grundlegendste Werte). Oder darf man derartige "künstlerische" Fotos mit z.B. einem KZ im Hintergrund machen (inclusive abfälliger oder lächerlich machender Wörter bzw. Gesten)?

Für mich muss Kunst einen Anspruch haben. "Kunst" kommt ursprünglich von "können". Zwar steht heutzutage weniger das "handwerkliche" Können als vielmehr die Idee im Vordergrund. Viel Genialität kann ich bei den oben gezeigten Bildern aber nicht entdecken. Natürlich sind das nicht die einzigen "Werke" von Ai Weiwei, aber mein Eindruck von ihm ist: Er ist vor allem ein Provokateur. Natürlich kann Kunst provozieren, aber nicht alles, was provoziert ist Kunst.

robbe hat geschrieben: Ich finde das immer so lustig, wie die Chinesen hier im Forum diese Themen so hochpushen. In den deutschen Medien geschieht das jedenfalls nicht. Wenn dann kommt solch ein Thema (meistens) im letzten Drittel der TV-Nachrichten. Ich möchte gar nicht wissen auf welcher Seite es in den Zeitungen erscheint. Hohe Relevanz hat es nicht. Einmal gehört, in 10Minuten wieder vergessen.
Naja, wer sucht der findet!
Darum geht es nicht. Es ist klar, dass China in den hiesigen Nachrichten keine hohe Priorität hat. Trotzdem sind die Nachrichten, die gesendet werden, oft negativ oder zumindest mit negativem Unterton. Und das bleibt hängen, vielleicht noch mehr, als wenn es hohe Priorität hätte. Mit Hauptthemen setzt man sich eher gedanklich auseinander, Berieselung wird viel eher "geschluckt".

OK, ich muss zugeben, dass ich kein Fernsehgerät besitze und auch meine Informationen über China normalerweise aus anderen Quellen als der Tageszeitung beziehe. Aber wenn ich dort etwas lese, ist es sehr oft negativ unterlegt.


Was den Artikel anbelangt:
Die Aussage "ihr versteht die Komplexität des chinesischen Rechtssystems nicht" ist natürlich hirnrissig. Das chinesische Gesetzeswerk ist sicherlich nicht komplizierter als das eines westlichen Landes. Und selbst wenn, dann ist es eine dümmliche Unterstellung an westliche Juristen, zu dumm dafür zu sein.


Was allerdings wohl öfter mal der Fall ist, ist dass "Westler" oft nicht die komplexen Verhältnisse in diesem 1,3-Milliarden-Land verstehen. Und oft scheint es mir auch: nicht verstehen wollen.


Diese Festnahme zeigt noch einmal deutlich, dass China noch lange kein Rechtsstaat ist. Auch der Fall, den Hendrik geschildert hat, zeigt das überdeutlich. Und es wird sich auch ändern, da bin ich mir sicher. Bloß, wenn man China vor allem negativ darstellt, beschleunigt das diese Entwicklung meiner Einschätzung nach nicht unbedingt....
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Bernhard »

VielUnterwegs hat geschrieben: Selbst wenn er dafür aufgrund eines Effe in Richtung Brandenburger verurteilt würde, was eine wahnwitzige Vorstellung ist, gäbe es ein öffentliches und faires Verfahren mit unabhängigen Richtern und keinen Schauprozess, er würde nicht einfach so am Flughafen verschwinden und eine Haftstrafe ist ausgeschlossen.
dem kann ich allerdings nur zustimmen....
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Loong
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Loong »

robbe hat geschrieben:In den deutschen Medien geschieht das jedenfalls nicht. Wenn dann kommt solch ein Thema (meistens) im letzten Drittel der TV-Nachrichten.
Gerade in "Heute", Ai Weiwei war Hauptthema direkt nach Fukushima.
Ich möchte gar nicht wissen auf welcher Seite es in den Zeitungen erscheint.
Süddeutsche Zeitung von gestern: Erste(!)Seite.
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Beitrag von Laogai »

VielUnterwegs hat geschrieben:Das schoene an Kunst, Meinungs- und Redefreiheit ist....genau, dass jeder publizieren kann was er will und andere dann konsumieren koennen was sie wollen.
Zum Glück ist diese Definition in keinem Land der Erde rechtens.
VielUnterwegs hat geschrieben:ja sind wir hier bei Adolf?
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von robbe »

Nochmal zum Thema zurück: Anti-China-Hetze
das heutige "heute-journal" began gleich mit Ai Weiwei. Mal eine Frage: Wer bemerkt denn eigentlich in China was von der deutschen "Anti-China-Hetze"? Oder warum fühlt man sich da so angegriffen?
Es wird ja auch genug negatives über Regierungen anderer Nationen berichtet (achja, wenn gehetzt wird, dann in der Regel gegen die chin. Regierung, nicht gegen China. Ein feiner Unterschied). Aber ist mir in diesen Fällen dann ein ähnlicher Vorwurf gegen deutsche Medien oder auch deutliche Kritik allgemein an das Ausland - sie würden "hetzen" - noch nicht so aufgefallen.
Bernhard hat geschrieben:Bloß, wenn man China vor allem negativ darstellt, beschleunigt das diese Entwicklung meiner Einschätzung nach nicht unbedingt....
Denkst du die chin. Regierung lässt sich stark davon beeindrucken, was in den deutschen Medien gesagt wird? Rechtstaat etc. sind innenpolitische Themen. Fände ich sehr lachhaft, wenn man sich da durch die Kritik deutscher Medien beeinflussen lässt.
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Laogai
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Laogai »

robbe hat geschrieben:Mal eine Frage: Wer bemerkt denn eigentlich in China was von der deutschen "Anti-China-Hetze"? Oder warum fühlt man sich da so angegriffen?
Wang Normalchinese bekommt von der ausländischen Berichterstattung über China so gut wie gar nichts mit. Also genau wie sein Counterpart, dem deutschen Otto Normalverbraucher. Oder kennst du viele Leute, die chinesische Medien verfolgen/verfolgen können? Es ist auch weniger die chinesische Bevölkerung, die sich von der westlichen Presse angegriffen fühlt. Eher die Regierung und Chinesen, die im Ausland leben oder/und die ausländische Presse verfolgen können.
robbe hat geschrieben:(achja, wenn gehetzt wird, dann in der Regel gegen die chin. Regierung, nicht gegen China. Ein feiner Unterschied)
Wahrlich ein feiner Unterschied, dein Wort in das Ohr der Massen!
Aber mal Hand aufs Herz: Würdest du jetzt noch nach Japan fliegen? Schließlich ist laut unreflektierten Medienberichten das ganze Land verstrahlt!
Siehst du, auch du kannst nicht fein unterscheiden :!: :idea:
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von HK_Yan »

HuángMāo hat geschrieben:Also als "Systemkritik" kann man das meiner Meinung nach wohl kaum bezeichnen
Problem in China ist das alles als Systemkritik ausgelegt werden kann. Dazu kommt dann noch eine Judikative die nicht frei ist sondern ganz klar dem Staat unterstellt ist und eher auf den Staat hört als auf Gesetze. Dadurch kann alles als Grund verwendet werden und jeder jederzeit inhaftiert werden.
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von VielUnterwegs »

Die Judikative in China ist nicht dem Staat, sondern der Partei unterstellt. Genauso wie Exekutive und Legislative. Das durchschauen hier aber leider die meisten nicht. Es werden im Vordergrund pluralistische Institutionen und Prozesse vorgegaukelt, schlussendlich ist aber jeder Richter und jede andere Institution einer Parteientitaet untergeordnet und muss deren Anweisungen folgen. Das gleiche gilt fuer das Fuehrungspersonal grosser Firmen. Das scheint auch hier im Forum ein grosses Missverstaendniss zu sein, wenn es heisst "haette X sich an die Gesetze gehalten" und man glaubt es gaebe in China unabhaengig agierende getrennte Gewalten.. Es ist voellig unerheblich was der einzelne tut, denn 1. werden die Gesetze von der Partei gemacht und 2. sagt die Partei dem Richter wie er zu urteilen hat (jedenfalls in Faellen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen) und 3. sagt die Partei der Polizei was sie gegen wen durchzusetzen hat. Auch bei der Korruptionsbekaempfung ist dies so. Eine Untersuchung wegen Korruption kann nur durchgefuehrt werden, wenn der Vorgesetzte (in der Parteihierarchie) zustimmt. Also beteiligt jeder den Vorgesetzten mit 10% an seinem Schwarzgeld.
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Ting Budong
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Re: Au weia weia

Beitrag von Ting Budong »

laogai hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Das schoene an Kunst, Meinungs- und Redefreiheit ist....genau, dass jeder publizieren kann was er will und andere dann konsumieren koennen was sie wollen.
Zum Glück ist diese Definition in keinem Land der Erde rechtens.
Zum Glück sagt Artikel 5 des GG etwas anderes.

laogai hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:ja sind wir hier bei Adolf?
Wir nicht, nur du.

Viele Grüße, Godwin
Ziemlich dümmlicher Kommentar von dir. Das Verschwindenlassen von Leuten mit der "Verunglimpfung" von "Nationalheiligtümern" zu rechtfertigen, geht leider im strammen Stechschritt in genau diese Richtung. Und wer hat diese Taktik eigentlich erfunden? Nicht die Schweizer! Haste bestimmt schon erraten, bist doch ein Schlaumeier...
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Re: Billige Anti-China-Hetze Ai Weiwei

Beitrag von Bernhard »

robbe hat geschrieben: Es wird ja auch genug negatives über Regierungen anderer Nationen berichtet (achja, wenn gehetzt wird, dann in der Regel gegen die chin. Regierung, nicht gegen China. Ein feiner Unterschied).
Es ist ein Unterschied, aber die Regierung ist kein Fremdkörper in der chinesischen Bevölkerung. Regierung und Bevölkerung sind eng verflochten.
Ein anderes Beispiel: Wenn in Foren die "Patrioten" über "demobcrazy", über "Bliar", "Warshington" schwadronieren, von "demokratischen Progromen in Tibet" sprechen oder "christlicher Folter in Guantánamo", dann geht mir auch das Messer im Sack auf. Obwohl sie nichts gegen "die Bevölkerung" des Westens gesagt haben.

robbe hat geschrieben: Denkst du die chin. Regierung lässt sich stark davon beeindrucken, was in den deutschen Medien gesagt wird? Rechtstaat etc. sind innenpolitische Themen. Fände ich sehr lachhaft, wenn man sich da durch die Kritik deutscher Medien beeinflussen lässt.
Internationale Anerkennung ist für die chinesische Regierung zwar auch wichtig, aber das ist nicht, was ich meine.

Es ist vielmehr so, dass die chinesische Bevölkerung sich angegriffen fühlt, wenn China international so negativ dargestellt wird. Und dann scharft sie sich eben um die Regierung, auch wenn die meisten Leute sie eigentlich gar nicht so toll finden.

Das sieht man ja an den chinesischen Trollen, die manchmal unser Forum heimsuchen (Fucki, der Stänkerer, Tarkan (wenn der denn Chinese ist)): Das sind keine bezahlten Hetzer, sondern Chinesen, die sich von der deutschen Öffentlichkeit angegriffen fühlen und dann einen Hass auf alles Westliche entwickelt haben.



Ich dachte immer, China ist auf einem guten Weg hin zum Rechtsstaat. Nach diesem Global-Times-Artikel ("ihr versteht nicht die Komplexität des Chinesischen Rechts", nur nebulöses Gerede von "eine rote Linie überschritten" und "sich am Rande des Gesetzes bewegend"), kommen mir allerdings Zweifel...
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