Ok, betrachten wir mal die einzelnen Teile:
Topas hat geschrieben:ingo_001 hat geschrieben:"Kuschelkurs"
Die Argumentation erinnert mich doch ein bisschen an die Spieltheorie.
Zwei Parteien ( Eu-Mission, Piraten ), mit jeweils der Wahl zwischen Gewalt/Unrecht und (Menschen-) Recht.
Und schon haben wir den ersten Knackpunkt: Was Du als Spieltheorie bezeichnest, ist weder Spiel noch Theorie.
Topas hat geschrieben:Möglichkeit 1 : Piraten Gewalt - EU Unrecht/Gewalt
Möglichkeit 2: Piraten Gewalt - EU Menschenrecht
Möglichkeit 3: Piraten Recht - EU Unrecht/Gewalt
Möglichkeit 4: Piraten Recht - EU Menschenrecht
Das Piraten rechtens handeln, herrscht ( unabhängig derern Beweggründe ) wohl Einigkeit hier. Damit fallen Möglichkeit 3 und 4 weg.
Jetzt ist also die Frage, ob die EU Menschenrechte ( und damit verbunden zB ein deutsches Gericht ), oder Gewalt/Unrecht ( Bsp Korea ) anwenden sollte. Als Hilfestellung könnte folgende Überlegung über die jeweilige Konsequenz helfen:
1: Gewalt + Gewalt : Ergibt, wie es die Geschichte lehrt nur mehr Gewalt ( Spannungen etc ) Das Gegengewalt Druck abbaut, ist zumindest mir nicht bekannt....
Dann helf ich Deinem Gedächtnis mal auf die Sprünge:
Der 2. Weltkrieg (deren Verursacher) wurden mit Gewalt zur Rechenschaft gezogen, weils anders nicht möglich war.
Und hier siehts auch nicht anders aus - einziger Unterschied: Die Veraursacher sind nicht staatl. organisiert. Das nennt sich asymetrischer Krieg.
Topas hat geschrieben:2: Gewalt + Menschenrecht: Meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, um die Menschenrechtswerte auch GLAUBWÜRDIG zu vertreten.
Aber nur da, wo die Gegenpartei auch die "Spielregeln" einhält.
Beispiel aus der jüngeren Geschichte gefällig: Das Schicksal der UN-Schutzzone Srebrenica.
http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Srebrenica
Da wurden die UN genau von der Art Menschen zynisch vorgeführt, die durch ihr Verhalten vorsätzlich die Menschenrechte als perverse Waffe gegen die UN verwendet hatten.
Ergo: Menschenrechte müssen (leider) noch immer manchmal mit Gewalt durchgesetzt werden, wenn man diese auch glaubwürdig hochhhalten will.
Ansonsten sind es Lippenbekenntnisse.
Topas hat geschrieben:Fazit: Klar, mal eben Plattbomben geht immer. Aber ob dann dadurch in der eigenen Bevölkerung und anderen Staaten die Akzeptanz zur Wahrung von Menschenrechten wächst, glaube ich nicht. Gewalt setzt keine Anreize zu friedlichen und freiwilligen (!) Miteinander, ohne Machtausübung.
Mit dieser Argumentation würde heute Deutsch als Lingua Franca in Europa gesprochen werden - und im asiatisch-pazifischen Raum wärs Japanisch.
Ich hoffe, das Warum braucht nicht erklärt zu werden.
Topas hat geschrieben:Von daher: Auch wenn der vermeintliche "Kuschelkurs" nicht so schlagartig wirkt, ist dies immer noch der bessere Weg, um auch glaubwürdig für die Einhaltung von Menschenrechten zu stehen.
Nochmal: Das funktioniert leider nicht immer.
Topas hat geschrieben:Was passiert, wenn diese Glaubwürdigkeit durch ein entgegengesetzes Verhalten nicht gegeben ist, sieht mensch Weltweit an der "beliebtheit" der USA.
Aber nur deshalb, weil sie heutzutage
1. augenscheinlich zu einem erheblichen Maass nur ihre eigenen Interessen im Blick haben und
2. demzufolge keinen (oder wenig) internationalen Rückhalt haben.