Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

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Aremonus
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Xian, es steht dir natürlich frei dich für dumm verkaufen zu lassen. Aber davon auszugehen, dass die westlichen Politiker und deren Berater ebenso einfältig sind wie du, ist nochmal ein weiterer Schritt in Richtung...
Laogai, bitte bitte mässige Deinen Ton und verrate uns lieber, wo Du denn nicht die Meinung des Artikels teilst.

Ich weiss nur, dass die Zinsen in China exorbitant hoch sind. Die Zinsen sind der Preis der Kredite - und richten sich nach Angebot und Nachfrage. Werden Kredite knapp, steigen die Zinsen - das Geld wird also wirklich knapp.

Zudem muss die chinesische Regierung zurückrudern, da die ganzen Lokalregierungen ihre Schuldenlimiten voll ausgeschöpft haben und danach eigene Firmen gründeten, die nichts taten ausser sich zu verschulden, um die jeweiligen Lokalregierungen zu bezahlen.

Die chinessichen Lokalregierungen finanzieren sich zu 80 Prozent über die Einnahmen aus der Landvergabe. Ob sie jetzt, da die Immobilienpreise sinken, weiterhin ihre Schulden bedienen können, ist fraglich.

Das Griechenlandproblem ist ein politisches (die GR-Schulden machen gerade einmal 2 Prozent des europäischen BIPs aus....) - Chinas Problem ist aber ein Volkswirtschaftliches. Das könnte schon böse Enden, wenn die Regierung nicht aufpasst.
Schon heute erhalten KMUs kaum Kredite, da die Staatsbanken alles Geld an die Staatsfirmen vergeben müssen...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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VielUnterwegs
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von VielUnterwegs »

Ich finde den Artikel sehr interessant. Er wirft berechtigte Fragen auf. Natuerlich sind aber Saetze wie: "95 Prozent des Verkaufspreises dienen zur Deckung der Transportkosten. Diese Situation ähnelt derjenigen in der Sowjetunion kurz vor dem Zusammenbruch." zwar lustig anzuschaun, aber vermutlich auch nicht wirklich treffend. In den Ostblockstaaten wurde das Oel knapp und teuer, das ist etwas das die Regierung nicht so leicht bekaempfen kann. Die Strassenmaut kann man im Zweifelsfall aber per Beschluss von Oben kuerzen. Es ist aber schon mal einen Gedankengang wert, warum z.B. China beim Verkauf des iPhones, im Vergleich zu den anderen, nichts verdient und iPhones in China, obwohl dort zusammengesetzt, dann auch noch 1/3 mehr kosten als anderswo. Auch diese Finanzierung der Lokalregierungen ueber Landvergabe ist es wert hinterfragt zu werden. Im Prinzip ist das ja eine versteckte, aber sehr hohe, Steuer, die am Ende der kleine Mann (Wohnungskaeufer) ueber den Property Developer an die Regierung abfuehrt. Oder auch das Beispiel mit den vielen Zwischenhaendlern fuer das Gemuese. Warum sitzt bei jedem Geschaeft in China ein Agent in der Mitte, der sich 5, 10 oder noch mehr % goennt ohne irgendeinen Mehrwert einzubringen? Und warum kann er da so komfortabel in der Mitte sitzen und die Hand aufhalten? Das ist alles meiner Meinung nach keine FLG Propaganda, sondern sind Fragen die man sich als Chinese stellen muss. Ja sogar die Chinesische Regierung hat meiner Meinung nach ein Eigeninteresse diese Probleme anzugehen, denn dann ginge es den Leuten besser und sie koennen laenger an der Macht bleiben.


ZITAT: „Ich sehe in nahezu allen Bereichen in China das Problem der Überschusskapazität, bis auf die Nachtklubs. Warum gibt es keinen Überschuss an Nachtklubs? Weil unsere Regierung großen Bedarf an Sitzungen hat und wenn sie Sitzungen haben, gehen sie nachher zum Karaoke.“
:lol: Er scheint schon ab und an gerne etwas humoriges einzustreuen.
Bernhard
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Xian hat geschrieben:
Bernhard hat geschrieben: :roll: wie sollen wir das verstehen? Du lobst(!) den Tag, wenn China pleite ist? Ist das eine Einstellung zu China?
Nein, mir viel keine bessere Formulierung in dem Moment ein.
das ist ja das Interessante. Es sieht ganz aus wie ein "Freud'scher Verschreiber": Du wolltest deine Forumulierung mäßigen bzw. ändern, es gelang dir aber nicht, und so "rutschte" durch, was du wirklich meinst. Aber ich will nicht näher darauf eingehen...
Xian hat geschrieben: Aufwachen, ich weiß nicht wie das in diesem Forum dazu gekommen ist, aber ich muss keinen Master Degree und 20 Jahre Sinologie haben um einen Artikel gut zu finden. Sowas nennt sich persöhnliche Meinung und die ist gewissermaßen immer noch frei.Da ist es ziehmlich egal obs da um Wirtschaft, Politik oder darum geht ob Frau Merkel einen Schönheitswettbewerb gewinnen würde..
Siehst du nicht den Unterschied? Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und deswegen kann man natürlich darüber spekulieren, wie die subjektive Meinung der Jury sein wird. Das ist dann so etwas wie eine Wette.
Wenn es um objektive Themen gibt, ist es vielleicht etwas anderes. OK, du fandest den Artikel vielleicht "interessant". Du würdest dich freuen, wenn es so wäre, wie es dort geschrieben steht (oder auch nicht, siehe oben). Aber ob er "gut", d.h. kompetent und zutreffend geschrieben ist, kann man eigentlich nur beurteilen, wenn man von der Sache etwas versteht.

Vielleicht ergehe ich mich zu sehr in Wortklauberei. Es ist nur so: China greift anderen Ländern in die Arme, China hat eine enorme Reserve an Devisen (ob es sie nutzen kann, steht auf einem anderen Blatt).
Und dann kommt ein vereinzelter Professor an und behauptet, es sei (zumindest auf lokaler Ebene) pleite. Und das wird dann von gewissen Leuten gefressen wie Zucker. Weil's eben in ihr Wunschdenken passt. Aber bevor man sich freut, dass einer "endlich mal ausspricht, was wirklich Sache ist" (wie die Epochtimes ihre Theorien gern präsentiert), sollte man doch einmal die Kompetenz von so einem Herrn hinterfragen. Und wenn ich es nicht kann, dann bin ich mit solchen Theorien vorsichtig.
Nur meine Vorgehensweise...
Xian
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Xian »

Bernhard hat geschrieben: das ist ja das Interessante. Es sieht ganz aus wie ein "Freud'scher Verschreiber": Du wolltest deine Forumulierung mäßigen bzw. ändern, es gelang dir aber nicht, und so "rutschte" durch, was du wirklich meinst. Aber ich will nicht näher darauf eingehen...
Nö, wenn China zusammenkracht, dann kracht alles mit was von ihnen mehr oder weniger gestützt wird, das ist verdammt unlustig...
Bernhard hat geschrieben:Siehst du nicht den Unterschied? Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und deswegen kann man natürlich darüber spekulieren, wie die subjektive Meinung der Jury sein wird. Das ist dann so etwas wie eine Wette.
Wenn es um objektive Themen gibt, ist es vielleicht etwas anderes. OK, du fandest den Artikel vielleicht "interessant". Du würdest dich freuen, wenn es so wäre, wie es dort geschrieben steht (oder auch nicht, siehe oben). Aber ob er "gut", d.h. kompetent und zutreffend geschrieben ist, kann man eigentlich nur beurteilen, wenn man von der Sache etwas versteht.
Also erstens gibt es weder Objektive Themen noch objektive Meinungen. Freuen würde mich darüber nicht, denn ums deutlicher zu sagen: Spätestens durch die Globalisierung sollte man lernen das wir alle zusammen auf einen Planeten leben. Das heißt nur weil einer in Timbuktu lebt heißt es nicht das es mich nichts angeht, wenn er von irgendeinem Diktator zur Zwangsarbeit oder zu Niedrigstlöhnen genötigt wird zu arbeiten oder im hintersten Winkel von Indien Kleider mit Hochgifitigen Chemekalien in einfachen Seen behandelt werden oder die Überreste in die Seen und Flüsse gegossen werden. Das kommt alles irgendwann wieder bei uns an in in irgendeiner Form. Selbe gilt für die Wirtschaft.

Vielleicht ergehe ich mich zu sehr in Wortklauberei. Es ist nur so: China greift anderen Ländern in die Arme, China hat eine enorme Reserve an Devisen (ob es sie nutzen kann, steht auf einem anderen Blatt).
Und dann kommt ein vereinzelter Professor an und behauptet, es sei (zumindest auf lokaler Ebene) pleite. Und das wird dann von gewissen Leuten gefressen wie Zucker. Weil's eben in ihr Wunschdenken passt. Aber bevor man sich freut, dass einer "endlich mal ausspricht, was wirklich Sache ist" (wie die Epochtimes ihre Theorien gern präsentiert), sollte man doch einmal die Kompetenz von so einem Herrn hinterfragen. Und wenn ich es nicht kann, dann bin ich mit solchen Theorien vorsichtig.
Nur meine Vorgehensweise..
Darum auch mein Verweiß auf Mr. Dax(Dirk Müller ) und Dr. Doom(Marc Faber) scheinst du aber beide nicht zu kennen, sonst hättest du von Anfang an meinen Post wahrscheinlich anders verstanden.
Die Aussagen des Profs in dem Artikel haben mich an beide Stellenweise erinnert. Beide sind bekannt für ihre Kenntnisse der Finanzwelt und beide sagen speziell in den letzen 2-3 Jahren vorraus das wieder etwas größeres auf uns zu kommt. Als Beispiel Dr. Doom gehörte zu denjenigen die vorraussagten das die Imobilienblase in China dieses Jahr platzt, Dirk Müller sagte meine ich schon letzes Jahr den Zusammenbruch der USA vorraus. So ähnliche Aussagen hörte man die letzen paar Jahr öfters von beiden und beide waren auch mit Beispielen untermauert. Die Zuständigen Öknomen in dem jeweiligen Bereich haben aber das Gegenteil bewießen. Nichts destotrotz bewahrheiten sich in verschiedenen Bereichen ihre Aussagen mit Zeitlicher Verspätung immer mehr(Bei Faber spreche ich dabei nicht von der Chinesischen Imobilienblase, die ist medial im Nichts verschwunden).
Deswegen genießt man diese Aussagen mit Vorsicht, man kann aber auch nicht sagen das sie keinen Gehalt haben.



Liebe Grüße,
Xian
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von jadelixx »

Xian hat geschrieben:...
Darum auch mein Verweiß auf Mr. Dax(Dirk Müller ) und Dr. Doom(Marc Faber) ... gehörte zu denjenigen die vorraussagten das die Imobilienblase in China dieses Jahr platzt...
Beide und auch andere Ökonomen sagen aber auch, das es für China keinen Vergleich gibt. Das Eigentumsrecht ist dort nicht nach westlichem Muster gestaltet, demzufolge kann auch ein Platzen einer Immobilienblase ganz anders aussehen oder auch überhaupt nicht stattfinden.

Bei größeren Projekten etwa, werden die Grundstücke nur verkauft, wenn auch die Bebauung in einem bestimmten Zeitraum, wie geplant erledigt wird. Da aber jetzt bezahlbare Kredite nicht mehr so einfach zu haben sind, dürften einige Developer zwar ein tolles (und überteuertes)Grundstück erworben haben, aber können die Finanzierung des Projektes nicht mehr leisten. Das Grundstück geht entschädigungslos zurück an die Administration. Der "Schaden" hält sich in Grenzen.
Schlimmstenfalls ist die Baufirma dann pleite und die Lokalregierung verkauft eben nochmal billiger an eine andere Baufirma. Das nächste Bauprojekt auf dem gleichen Grundstück dürfte dann weniger aufwendig werden und damit finanzierbarer. Kapitalistischer geht es nicht.

Es gibt in der Chinatechnokratie sicher noch mehr solche versteckte "Reserven". Ob die offiziellen Inflationszahlen gefälscht sind oder nicht, ob China's BSP wächst oder nicht, pleite gehen, werden sie nicht. Notfalls werden die Spielregeln geändert.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

@Xian

In philosophische Betrachtungen, ob es Objektivität gibt oder nicht, möchte ich mich jetzt nicht ergehen. Ich bleibe aber bei meiner Einstellung: Wenn jemand in einem Gebiet, von dem ich keine Ahnung habe, eine Außenseiter-Meinung hat, dann kann ich nicht beurteilen, ob diese seine Einschätzung Hand und Fuß hat oder nicht.
Dein Hinweis auf Timbuktu und Indien ist zwar zutreffend, hat aber mit der Kompetenz dieses Herrn und mit meiner Möglichkeit, dieselbe zu beurteilen, nichts zu tun. Und wenn die Epochtimes jemanden als "Experten" vorstellt, dann ist er für mich nich automatisch einer. So glaubwürdig ist die Epochtimes für mich einfach nicht.

Mr. Dax und Mr. Doom kenne ich tatsächlich nicht. Aber du sagst selbst, dass solche Experten auch manchmal daneben liegen. Und ob Lang Xianping in derselben Liga spielt wie die beiden Erstgenannten, weiß ich auch nicht. Nur weil er von der Epochtimes als Experte vorgestellt wird... siehe oben.

Im Prinzip können wir diese Diskussion hier beenden. Mir gefällt eben dieser hämische Tonfall der Epochtimes nicht. Und bei dieser tendenziösen Berichterstattung und nach diesen handwerklichen Schnitzern primitivster Art, die ihr schon unterlaufen sind, ist sie für mich auch nicht glaubwürdig.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Und dann kommt ein vereinzelter Professor an und behauptet, es sei (zumindest auf lokaler Ebene) pleite.
Davor warnt sogar schon die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, das höchste Wirtschaftsplanungsorgan Chinas.

Hier ein älterer Artikel auf einer Parteitreuen Website: http://german.china.org.cn/fokus/2010-07/05/content_20424782.htm

Inzwischen hat sich die Problematik verschärft und wird mehr oder weniger totgeschwiegen.
Ein Vergleich der Zinsen und der Inflationsraten zeigt, dass in China weitaus schlimmere Kapitalknappheit herrscht als in Europa.

Was ist aber der Unterschied zwischen China und der EU? Warum gehen EU-Staaten pleite, während China weiterhin Prestigeprojekte bauen kann?

In China hat der Staat absolute Macht, in der EU ist die Wirtschaft unabhängig. Mit anderen Worten: in China gehören die Banken dem Staat und müssen die Regierung finanzieren, wenn diese es verlangt. Die Privaten stehen hinten an und müssen sich das übrige Kapital aufteilen, was zu enormen Zinsen für sie führt und verhindert, dass chinesische Privatfirmen mit der westlichen Konkurrenz ohne Regierungshilfe auch nur entfernt mithalten können.

Am Ende bezahlt dies die Bevölkerung mit tiefen Reallöhnen, der Staat lebt weiterhin gut. Das funktioniert solange, bis die Wirtschaft kollabiert, weil sie nicht mehr investieren kann - mit anderen Worten, bis kein neues Kapital aus dem Ausland (wo die Zinsen tief sind) zufliesst. Daher ist China abhängig vom Ausland.
Da aber China weiterhin offen ist und mit den höheren Zinsen und stets tiefen Löhnen umgekehrt auch höhere Ertragschancen bietet, wird es nicht so rasch kollabieren. Solange die Wirtschaft schneller wächst als die Enteignung der Leute voranschreitet, ist alles im grünen Bereich.
Wenn aber das Wirtschaftswachstum einmal zum Erliegen kommt, haben wir eine neue Finanzkrise - und eine Hungersnot in China.

Vor diesem Hintergrund ist auch das gigantische Konjunkturpaket der chinesischen Regierung zu sehen: die Investitionen und die Nachfrage aus dem Ausland brachen ein, die Sache drohte zu kippen. Das Wachstum musste unter allen Umständen aufrechterhalten werden, selbst zum Preis einer feurigen Inflation. Die Stabilität wurde also mit der Entwertung der Ersparnisse der Bevölkerung erkauft.
China hat inzwischen das Problem erkannt und möchte unter dem 12. Fünfjahresplan von einer "Exportgetriebenen" zu einer "Konsumgetriebenen" Wirtschaft werden. Doch das würde bedeuten, dass die ganzen Funktionäre die Gürtel enger schnallen und müssen und ihre Investitionen am Markt gemessen würden. Ob Beijing das durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.

Die derzeitige Strategie erscheint mir allerdings vielversprechend:
-> Die Immobilienblase wird gekühlt (schafft Nachhaltigkeit, dämpft Inflation und sorgt für freies Kapital).
-> Die Lokalregierungen dürfen eigene Bonds ausgeben (=müssen sich am Finanzmarkt finanzieren, nicht mehr über die Freunde bei der Bank), haben aber noch Rückendeckung aus Beijing (=es wird kein zweites Griechenland in China geben).
-> Der Yuan wird langsam internationalisiert, womit mehr Kapital aus dem Ausland geholt werden kann.

Ob das klappen wird, bleibt abzuwarten. Es besteht das Risiko, dass plötzlich alle ihre Wohnungen verkaufen, da sie keine Verluste mehr hinnehmen wollen. Dann platzt die Immobilienblase. Und dann haben wir den Salat.

Das Problem mit China ist: man hat keine brauchbaren Daten. Die BIP-Angaben sind fragwürdig, die Arbeitslosenzahlen allein wegen mangelnder Arbeitslosengelder und Hukousystem inkorrekt und selbst die Import-/Exportstatistiken verzerrt, während die Immopreise sowieso chronisch geschönt werden. Somit ist es extrem schwierig zu merken, wenn es wirklich los geht. Daher ist China für mich weiterhin ein Exportland, wo man billig produzieren kann - aber keine Konsumnation.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

ich glaube gern, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Unbestreitbar ist jedoch, dass China zumindest enorme Devisenreserven hat. Zumindest auf Regierungsebene steht China eben sehr gut da. Sonst könnte es ja nicht so großzügig Kredite vergeben.

Wenn das in groben Zügen stimmt, was der Professor gesagt hat, ok. Aber nur weil er es sagt, glaube ich es noch nicht. Und der Tonfall in dem Artikel gefällt mir nicht. Aber das ist ein anderes Thema...
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

ich glaube gern, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Unbestreitbar ist jedoch, dass China zumindest enorme Devisenreserven hat. Zumindest auf Regierungsebene steht China eben sehr gut da. Sonst könnte es ja nicht so großzügig Kredite vergeben.

Wenn das in groben Zügen stimmt, was der Professor gesagt hat, ok. Aber nur weil er es sagt, glaube ich es noch nicht. Und der Tonfall in dem Artikel gefällt mir nicht. Aber das ist ein anderes Thema...
Die Devisenreserven sind aber alle in Fremdwährungen (daher ja der Begriff) und können nicht mal so eben rasch in Yuan umgewandelt werden. Die Bilanz jeder Nationalbank dieser Welt hat eben immer zwei Seiten...
Daher verhindern sie zwar, dass der Yuan sich plötzlich stark abwertet (was ohnehin nicht passieren wird, da er ja unterbewertet ist) aber sie verhindern keine Krise in China.

Die Gefahr, die in China lauert, ist ja keine Währungskrise - sondern eine Finanzkrise, wie wir sie im westen gerade hinter uns haben - nur viel schlimmer. Die wäre auch nicht zu verhindern gewesen, wenn die FED über grosse Währungsreserven verfügt hätte... daher verstehe ich das Argument nicht ganz.

Das der Artikel nicht unbedingt objektiv geschrieben ist, liegt auf der Hand. Aber das ist ja inzwischen normal in deutschsprachigen Medien... ich würde das ignorieren und micht auf die Kernthematik konzentrieren.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Grufti »

Bernhard hat geschrieben:
Sepel hat geschrieben: For Putin, a Peace Prize for a Decision to Go to War

The Chinese committee that awarded this year’s Confucius Peace Prize minced no words in honoring the winner, Vladimir V. Putin, prime minister of Russia.
Da fällt mir nichts mehr ein.
Ich frage mich nur, wieso das offizielle China, das sich ja so gern als "reif", "vernünftig", verantwortungsbewusst und vorausschauend präsentiert (und es in vielen Fällen auch ist!), hier so ein Affentheater betreibt.

.
Du hast offensichtlich nicht den ganzen Artikel, bzw nur die unwichtigen Stellen gelesen.
Die für die Verleihung des Preises wichtigen Stellen sind
Much later, of course, came the “large-scale military action towards the illegal armed forces in Grozny, Chechnya.”
Those wars were righteous wars,” Qiao Damo, the self-described co-founder and president of the Confucius Peace Prize committee, said in a telephone interview. “Mr. Putin fought for the unification of his country.”
Konfuzianer argumentieren immer mit der "righteousness"

ich denke mal, aus chinesischer Sicht reichen diese beiden Argumente für die Verleihung eines "Friedenspreises", denn die VR wird Taiwan doch auch gegen "illegal armed forces" Waffengewalt einsetzen..."for the unification of their country"
Der Armee-Einsatz 1989 in Beijing wäre sicher auch ein Grund für die Verleihung eines "Friedenspreises" gewesen..

Mich wundert die Argumentation absolut nicht....
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Sepel »

Tja, seit Orwell wissen wir:

Krieg ist Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unwissenheit ist Stärke

:twisted:
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Da habe ich doch tatsächlich meinen Kommentar in den "Interessante Artikel"-Ordner gesetzt. Ich, der ich immer schimpfe, wenn andere das machen. Ich schäme mich gebührend :oops:

@Grufti

Ich habe den Artikel vollständig gelesen. Und bei meiner Beurteilung ging es mir nicht um einzelne Passagen oder Wörter, nicht einmal um die Argumentation als Ganze.
Vielmehr ist dieser ganze "Konfuzius-Preis" ein Possenspiel, aus dem Boden gestampft als "Vergeltung" für die Verleihung des Nobel-Preises and Liu Xiaobo.

Ich kann ja verstehen, dass da die chinesische Regierung extrem sauer war. Ich kann auch verstehen, dass sie gewisse "patriotische" Gefühle unter ihren Bürgern bedienen muss (wobei die Regierung selbst bewusst "patriotische Erziehung" betreibt, aber darüber will ich mich nicht weiter auslassen). Aber Wladimir Putin als Friendsfürsten darzustellen, ist nicht nur die Reaktion eines kleinen Kindes, es ist in gewisser Hinsicht auch eine ideologische Kampfansage an den Westen. Und da mache ich mir ein bisschen Sorgen...
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von VielUnterwegs »

Sepel hat geschrieben: Obama insists US does not fear China

President Barack Obama insisted Wednesday that the United States does not fear China, even as he announced a new security agreement with Australia that is widely viewed as a response to China's growing aggressiveness.
Sehr gut, dass sich die USA endlich wieder mehr im Pazifik engagieren wollen. Am Ende sind mir amerikanische Flugzeugtraeger im Pazifik lieber als chinesische. Hoffentlich kommt da endlich mal eine sinnvolle Wende in der amerikanischen Sicherheitspolitik, weg vom Nahen Osten, wo es sowieso nichts zu holen gibt und hin zur Eindaemmung Chinas Zugriff auf den Pazifik.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

Bernhard hat geschrieben:Da habe ich doch tatsächlich meinen Kommentar in den "Interessante Artikel"-Ordner gesetzt. Ich, der ich immer schimpfe, wenn andere das machen. Ich schäme mich gebührend :oops:

@Grufti

Ich habe den Artikel vollständig gelesen. Und bei meiner Beurteilung ging es mir nicht um einzelne Passagen oder Wörter, nicht einmal um die Argumentation als Ganze.
Vielmehr ist dieser ganze "Konfuzius-Preis" ein Possenspiel, aus dem Boden gestampft als "Vergeltung" für die Verleihung des Nobel-Preises and Liu Xiaobo.

Ich kann ja verstehen, dass da die chinesische Regierung extrem sauer war. Ich kann auch verstehen, dass sie gewisse "patriotische" Gefühle unter ihren Bürgern bedienen muss (wobei die Regierung selbst bewusst "patriotische Erziehung" betreibt, aber darüber will ich mich nicht weiter auslassen). Aber Wladimir Putin als Friendsfürsten darzustellen, ist nicht nur die Reaktion eines kleinen Kindes, es ist in gewisser Hinsicht auch eine ideologische Kampfansage an den Westen. Und da mache ich mir ein bisschen Sorgen...
Lieber Bernhard - der Konfuzius Friedenspreis ist ein Preis der von der chinesischen Regierung toleriert, aber NICHT von der chinesischen Regierung vergeben wird (sic!). Er ist also kein politisches Mittel der KPCh.

Jetzt kann man natürlich darüber diskutieren, was hinter den Kulissen passiert, inwiefern und ab welcher Regierungsebene davon Bescheid gewusst wurde und ob und wie stark die Regierung auf die Preisverleihung Einfluss nimmt.*

Ich möchte an dieser Stelle aber noch einmal darauf hinweisen, dass die KP kein monolitisch geschlossener Block ist. Auch wenn sie so offiziell auftritt. Deine Ableitung aus dem Preis (und auch die von einigen westlichen Medien) geht daher eindeutig zu weit und baut auf falschen Informationen auf. Wenn man etwas ableiten kann, dann das es in China eine Gruppe von "extremen Linken" gibt, die gerne eine härtere Linie fahren möchte und die internationale Politik, innenpolitisch instrumentalisiert. Das ist aber kaum etwas neues. Man könnte jetzt vielleicht noch ableiten, dass diese "extremen Linken" genug Sympathisanten auf höherer Regierungsebene haben bzw. stark genug sind, dass der Preis nicht abgeschossen wird. Anderseits ist die Preisvergabe dermassen harmlos (es werden eben nicht Personen ausgezeichnet, die diplomatische Konsequenzen nach sich ziehen würden - z.B. Bradley Manning), das eine ähnliche Aktion von den extremen Rechten, ebenfalls durchgehen würde.

Kurz der Konfuzius Friedenspreis ist ein Sturm im Wasserglas, an dem sich sowohl die Extremen in China als auch im Westen (was bei uns leider die Mainstreampresse ist) kurzfristig "aufgeilen" können.

Zitat aus dem englischen Wiki:
"China's Minister of Culture talked to the United Daily News in Taipei and stated they had never heard of this prize for Lien Chan until there was newspaper coverage.[9] The Hong Kong newspaper Ming Pao reported that the letter issued by the committee to Lien Chan did not have the Ministry of Culture's official seal.[9]"

Zitat aus dem verlinkten Text oben:
"The Culture Ministry has berated (!) the original prize committee for claiming (!) to hand out last year’s award in the name of the ministry."


*Diejenigen die wenig von China Ahnung haben und an eine totalitäre Diktatur glauben, gehen natürlich davon aus, dass alles in China - jeder Furz - von Hu Jintao gesteuert wird. Bei "Glaubensfragen" kann man aber halt schwer diskutieren. Ist ähnlich wie einen extremen linken in China davon zu überzeugen, dass der Friedensnobelpreis nicht von Obama vergeben wird.
Bin übrigens inzwischen immer mehr davon überzeugt, dass die China Diskussionen, häufig stärker theologischer als politischer Natur sind. :lol:
Bernhard
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Dass der Konfuziuspreis nicht offiziell von der chinesischen Regierung vergeben wird, weiß ich auch. Sie "toleriert" ihn wohl genauso wie die norwegische bzw. schwedische Regierung den Nobelpreis. Oder vielleicht noch ein bisschen mehr.

Was Putin zuzujubeln mit "Links" zu tun hat, erschließt sich mir nicht ganz. Aber das soll jetzt nicht Bestandteil der Diskussion sein.

Auch trete ich jetzt keine Diskussion los, ob ich ideologisch verblendet bin oder nicht.

Aber keiner kann mir erzählen, dass bei einem Preis, der international Beachtung findet, die chinesische Regierung nicht "den Daumen drauf" hat.
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