Tatsächlich hat die chinesische Regierung das Recht, gefundene Reinkarnationen von Dalai Lamas zu bestätigen (wenn man mal davon ausgeht, dass das für alle künftige chinesische Regierungen gelten sollte und nicht nur für die Qing-Kaiser).laogai hat geschrieben: Spiel mit vertauschten RollenWie sehr die kommunistische Partei in jede Rolle schlüpft, wenn es ihr nur nützt, wird hier nochmal offensichtlich. Aber das soll hier nicht das Thema sein.faz.net hat geschrieben:Verkehrte Welt: Weil China ein Mitspracherecht bei der Wahl eines neuen Dalai Lama hat, will dieser die Reinkarnation abschaffen. Die Kommunistische Partei pocht nun auf die religiöse Tradition.
Es ist tatsächlich so, dass der Dalai Lama hier mit der Tradition bricht. Ob sein Vorgehen gegen die Lehre des Lamaismus verstößt, kann ich nicht beurteilen. Aber befremdlich dürfte es für viele Gläubige schon sein.
FAZ hat geschrieben: Tatsächlich ist seit 2007 die von der Staatsbehörde für religiöse Angelegenheiten erlassene „Verordnung Nummer fünf“ in Kraft, die präzise Anweisungen für „das Management der Reinkarnation lebendiger Buddhas“ gibt.
Aber die Reinkarnationen zu "managen", war vor der Volksrepublik wohl noch nie Praxis der Regierung gewesen. Dass die Lamas keine politische Macht mehr haben, ist faktisch schlichtweg so und kann praktisch auch nicht mehr geändert werden. Und es ist vielleicht auch besser so. Aber warum muss die chinesische Regierung dann in dieser nun jeder Macht enthobenen Religion noch mitmischen? Doch wohl deswegen, weil sie jeden Verein und jede Organisation auf ihrem Territorium steuern will. Und DAS hat tatsächlich schon fast so etwas wie totalitäre Züge.

