Ohne das Durchhaltsvermögen der Regierung von Chiang Kai-Shek hätte China niemals bis zum Kriegeseintritt der USA gegen den japanischen Eroberungskrieg durchgehalten, folglich wäre China auch niemals eine führende Siegermacht des 2-Weltkrieges geworden. Allein von diesem Punkt gesehen ist Chiang für mich ein Held des chinesischen Volkes, jedenfalls heldenhafter als dieser Mao, der sich höchstpersönlich mehrmals bei japanischen Staatsgästen für die japanische Invasion bedankt hat. Ich erinnere mich auch noch an diesen Peng dehuai, der sich erdreistete, im Krieg einen großen Angriff auf die japanische Armee zu starten, statt Maos Anweisung zu folgen, Konfrontationen mit Japanern möglichst zu vermeiden, um Kräfte gegen die KMT zu sammeln, und später auch wegen dies und anderen Gründen von Mao zur Rechenschaft gezogen wurde und zum Tode gequält wurde.
Dass Taiwan bis zur Übernahme durch die KMT stark japanisiert war, ist verständlich.Immerhin stand Taiwan fast ein halbes Jahrhundert unter japanischer Herrschaft.Meinem Vater hat mal ein amerikanischer Professor erzählt, dass die japanische Kolonialherrschaft auf Taiwan "ein Musterbeispiel" einer gelungenen Kolonialpolitik gewesen sei. Dass den Taiwanern durch die japanische Kolonialisierung materiell "besser" ging, war auch kein Einzelfall, auch in der Mandschurei haben die japaner die Industrie stark modernisiert.Dass die KMT-Regierung nach dem 2-Weltkrieg nicht gut mit alles japanischem zu sprechen war, ist auch verständlich, hatte sie doch acht Jahre einen brutalen Eroberungskrieg Japans abgewehrt.Das ist etwa so verständlich, wie damals nach dem Krieg, als alles Deutsche aus vielen europäischen Ländern ausgemerzt wurde, wobei ich sagen muss, dass die Chinesen japanische Gefangener bzw Zivilisten noch relativ "human" behandelt haben.Die allermeisten wurden unversehrt nach japan zurückgeschickt, wobei die japaner, die von den Russen gefangen genommen worden waren, über Jahre hinweg in den Lagern schuften mussten.
Wenn man meint, der Maoismus selbst chinesisch wäre, hat überhaupt nichts verstanden, was es bedeutet, "chinesisch" zu sein. Der Maoismus bedeutet auch, alles traditionell-chinesische auszumerzen.Damals galt jemand sogar als reaktionär, wenn man bloss ein altes Gemälde besaß.
Übrigens wurden schon 1950 unter KMT-Herrschaft Bürgermeister von taiwanesischen Städten bzw Kommunen direkt vom Volk gewählt, schon in den 50er Jahren gewannen Nicht-KMT-Kandidaten regionale Wahlen in Taiwan gegen KMT-Kandidaten, sowas kann man sich bis heute nicht in China vorstellen.
Für mich war Chiang auf jeden Fall das kleinere Übel.Selbst der Gegner der KMT, also die KPCh, lachte Chiang als jemanden aus, der zwar "den Willen zum Dikator besaß, jedoch nicht den Mut"

Chiang hat seine Schwäche erkannt und auf Taiwan noch dikatorischer regiert als noch auf Festland der Fall war.So wurde die KMT auf Taiwan eine in alle Schichten durchdringende kaderpartei. Wenn sie das schon auf Festland gewesen wäre, hätte sie womöglich den Bürgerkrieg dort gewonnen.