devurandom hat geschrieben:
Soso, "Persoenliche Freiheiten" ist nun doch noch auf einmal wichtig geworden, nicht mehr "Den Leuten gings doch wirtschaftlich besser, also sollten sie nicht motzen"? Scheinst Dich ausserdem ja richtig auszukennen.
Ja, persönliche Freiheit ist mit das Wichtigste und dreimal darfst du raten wo man u.a.
1) durch Gesetz an seinen Wohnort gebunden war
2) seinen Arbeitsplatz nicht aussuchen oder wechseln durfte
3) aufs Land zur Zwangsarbeit verschleppt wurde
4) nicht ohne Genehmigung der Behörden heiraten durfte
5) nicht ins Ausland reisen dufte, außer man war hoher Bonze
6) nicht sein Studienfach oder seine Uni aussuchen durfte
7) keine ausländische Musik hören durfte
8 ) an politischen Indoktrinierungssitzungen teilnehmen musste
9) nicht demonstrieren, Religion ausüben oder von der Regierungslinie abweichende Gedanken äußern durfte usw. usf.
Antwortmöglichkeiten:
a) Hong Kong unter den Briten
b) China unter Mao?
devurandom hat geschrieben:Hach, Britisch Empire sei dank blieb den Hongkongern unsaeglich grausame Schicksalen erspart. In Shanghai findet man in einem Park noch heute das Bronzeschild "Kein Eintritt fuer Hunde und Chinesen", wobei das nicht einmal kommunistische Propaganda ist. Die Aelteren erinnern sich noch
daran.
Mich würde ein Foto dieses Schildes erinnern. Nicht, dass ich dir nicht glauben würde, offensichtlich bist du jemand der sich super-duper auskennt und bestimmt nicht jemand der einfach vor sich hin labert. Da du "noch heute" geschrieben hast implizierst du damit, dass es früher so ein Schild gegeben hat. Mich würde noch mehr ein Foto aus den 20er oder 30er Jahren interessieren das so ein Schild zeigt.
Das einzige mir bekannte derartige Schild stammt aus dem Filmset des Bruce Lee Films "Fist of Fury" aus dem Jahr 1972.
devurandom hat geschrieben:
Der Opa in meiner Nachbarsfamilie aus meiner Zeit in Shanghai arbeitete in den zwanzigen bei Siemens und gehoerte damals zu der chinesischen "Mitteloberschicht". Er erinnerte sich gerne mal an der fuer ihn schoenen alten Zeiten, wo er auch europaeischen Kollegen hatte, mit denen er gern und oft was unternahmen, aber auch daran, dass er in viele Lokale und Hotels als predestinierte Buerger zweiter Klasse nicht reingelassen wurde oder in ein extra "Chinesenabteil" reingesetzt wurde. Jaja, von Mao in "Rinderstall" eingesperrt zu werden ist auch viel schlimmer als ein Chinese in Shanghai nicht in Pubs reingelassen zu werden oder in Hongkong von Governeurs regiert zu werden, die von Gnade seiner Majestaet Ihr Amt fuehren durften. Bist konkret voll der Durchblicker...krass man...
Ehrlich gesagt würde ich lieber nicht in bestimmte Kneipen gelassen werden (kann einem heute weltweit passieren), als wie unter Mao als Normalbürger nicht einmal ein Eisenbahnticket in die nächste Stadt kaufen zu dürfen, oder (was die Privilegierung von Ausländern angeht) eines der abgeschirmten Ausländerhotels in dem die Touristen von dem allgemeinen Elend der Bevölkerung ferngehalten wurden auch nur betreten zu dürfen.
devurandom hat geschrieben:Schon mal in Nord- oder Suedkorea gewesen? Weisst Du denn auch etwas anderes ueber das Land als das, was Du hier aus den bunten Illustrierten gelesen hast, die Du fuer Markfuenfzig am Kiosk kaufst? Nicht? Dann bitte mal das hier nachlesen:
In Nordkorea war ich schon, war auch schon zig mal in China.
devurandom hat geschrieben:
Bzgl. Deine Ausfuehrung ueber eine faschistoide chinesische Gesellschaft: Vor was fuer alles hast Du noch so Angst?
Es geht weniger um Angst, vermutlich würde sich ein von den chinesischen Staatsführern ausgelöster Krieg ja in erster Linie in Ostasien abspielen und die Leidtragenden wären in erster Linie Chinesen. Es geht mehr darum was die Folgen eines militaristischen, autoritären aufsteigenden Landes mit einer im gleichen Sinne indoktrinierten Bevölkerung sein könnten.
Irgendein Vorredner hat ja schon geschrieben, dass man versuchen sollte aus der Geschichte zu lernen, Lernprozesse setzen aber eine gewisse Intelligenz voraus die nicht bei jedem vorhanden ist.