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Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 00:57
von ingo_001
Ajiate hat geschrieben:Wie oben im Artikel der MZ erwähnt, finde ich es besonders infam, dass die chinesische Studentin auch noch von den Tätern als Sexpartnerin bezeichnet wurde. Natürlich aus Tätersicht ein Versuch, sich als unschuldig darszustellen - für die Eltern aber ein harter Schlag ins Gesicht.
Oh ja ...
Wie konnte ich das in in meinen Szenarien nur übersehen?

Das OPFER hatte ja eine Mitschuld ... :twisted:
Als "Hightlight" kommt dann - was?
Die Studentin wollte vergewaltigt und ermordet werden? :twisted:

Verteidigung ist eine Sache - aber diese Art von relativierender Schuld, indem man diese z.T. dem Mord-Opfer zuschiebt, das sich nicht mehr wehren kann ... :roll: :twisted:

Diese widerwertige, zynische, asoziale und menschenverachtende Art der Berufsauffassung ...

Jede Kakerlake hat da mehr Ehre und Anstand ...

Und Letzteres sollte auch der Verteidiger haben ...

Alleine schon die Vorstellung, das die Verteidigung so argumentieren könnte ... :twisted:

In vergleichbarer Situation, würde ich den Betr. Verteidiger selbst wegen übler Nachrede einer Toten verklagen - wenns sein müsste durch sämtliche Instanzen :twisted:

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 01:07
von ingo_001
Laogai hat geschrieben:Sollte sich der Verdacht bestätigen welch bittere Ironie dies Schicksals: Die Tochter eines Polizisten wird vom Sohn einer Polizistin getötet :(
Immer noch eine Steigerung des Unvorstellbaren mehr :(

Da frag ich mich, ob es vielleicht nicht wirklich besser ist, wenn ihre Eltern wieder in China sind.
Ob ich das Ganze (gerade die Arbeit der Verteidiger) verkraften würde, wo ich doch weiß, dass in China dies bzgl. im übertragenen (und im Wortsinn) kurzer Prozess gemacht werden würde - ich weiß es nicht.

Andererseits würde ich bestimmt auch sehen wollen, wie die Mörder meiner Tochter für deren grausame Tat vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden.

Aber wenn ich an das hier höchst mögliche Strafmass denke, dann bin ich mir sicher, dass ihnen damit der nächste Schock versetzt werden würde ... :(

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 01:14
von Laogai
ingo_001 hat geschrieben:[...]
Ingo, hast du mehr Infos über den Fall als jene, welche die Medien verbreiten?

Wenn ja bewundere ich dein Urteilsvermögen.

Wenn nein verabscheue ich deine Vorverurteilung!

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 01:26
von ingo_001
Ich hatte in einem meiner Vorpostings (als die Tatverdächtigen genannt wurden) ja ausdrücklich geschrieben: Wenn das so stimmt.

Lies da einfach bitte nochmal zurück.
Danke.

Alles Folgende bezieht sich darauf.
Oder soll ich diesen Satz jetzt jedes Mal als Einführungssatz nehmen?

Um das deutlich zu sagen:
EGAL, wer letztlich der Täter ist, meine Postings beziehen sich NUR auf IHN.

Und inhaltlich sind meine Statements da keine Vor-Verurteilung, sondern eine klare Verurteilung.
Ja, das erlaube ich mir doch tatsächlich, denn für diese Tat gibt es Nichts aber auch GAR NICHTS, was diese in irgend einer Weise relativieren könnte.

Und das Opfer so zu belasten, wie es die Taverdächtigen getan haben ...
Nein, Laogai, wenn ich Nichts mit der Sache zu tun habe, dann belaste ich das Oper nicht so, wie die Beiden das in ihrer Vernehmung getan haben ...

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 07:03
von sweetpanda
Ajiate hat geschrieben:Wie oben im Artikel der MZ erwähnt, finde ich es besonders infam, dass die chinesische Studentin auch noch von den Tätern als Sexpartnerin bezeichnet wurde. Natürlich aus Tätersicht ein Versuch, sich als unschuldig darszustellen - für die Eltern aber ein harter Schlag ins Gesicht.
Wenn jemand versucht ein willkürliches Opfer auf diese Weise zu diskreditieren, sollte man dies beim Strafmaß berücksichtigen.
Anhand der Handydaten des Bewegungsprofils der Beteiligten und weiterer Zeugenbefragungen sollte es möglich sein, diese Behauptungen zu entkräften.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 07:56
von JensB
Ajiate hat geschrieben:Wie oben im Artikel der MZ erwähnt, finde ich es besonders infam, dass die chinesische Studentin auch noch von den Tätern als Sexpartnerin bezeichnet wurde. Natürlich aus Tätersicht ein Versuch, sich als unschuldig darszustellen - für die Eltern aber ein harter Schlag ins Gesicht.
Ich verstehe die Zusammenhänge nicht. Logik erkenne ich auch keine. Ob es nun eine Sexpartnerin war oder nicht ist doch absolut irrelevant. Selbst wenn die zu dritt richtig Spass hatten mindert es nicht den Straftatbestand und ich sehe da auch keine Entlastung - und auch keine Belastung des Opfers.

Ich empfehle die Bücher von Axel Petermann zu lesen. Sehr interessant wenn man sich für Kriminalistik interessiert.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 08:56
von sanctus
JensB hat geschrieben:Ich verstehe die Zusammenhänge nicht. Logik erkenne ich auch keine. Ob es nun eine Sexpartnerin war oder nicht ist doch absolut irrelevant. Selbst wenn die zu dritt richtig Spass hatten mindert es nicht den Straftatbestand und ich sehe da auch keine Entlastung - und auch keine Belastung des Opfers.
Das ist insoweit relevant, als das der mutmaßliche Täter dies als Erklärung anbrachte, warum das Opfer DNA-Spuren von ihm aufweist, obwohl er, laut seiner Aussage, mit dem Mord nichts zu tun hatte.

Dabei soll der Sexualakt natürlich weit vor dem Mord stattgefunden haben.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 09:06
von Ajiate
Natürlich wäre es im Grunde irrelevant für den Tatbestand Mord . Aber

Es geht hier darum, dass der vermutl. Täter erklären wollte, wieso man evtl. seine DNA bei der Getöteten gefunden habe und deshalb ein Treffen am Vortag in der Wohnung angab.
Gleichzeitig sagte er, er habe sie nicht getötet - damit impliziert er auch, dass die Studentin evtl. noch andere Sexpartner in derselben Wohnung gehabt haben könnte .

Ich als Mutter würde das nicht so selbstverständlich und modern finden , wenn der Eindruck entstehen könnte: selbst schuld, hätte sie nicht... aber vielleicht bin ich ja nur too much old school.

Im übrigen ist es schon relevant, ob es eine Beziehungstat gewesen sein könnte oder quasi ein Verbrechen aus einer akuten Situation heraus. Zumindest für den, der das Urteil spricht - berechtigt oder nicht. Denn Urteile sind immer auch mit Ermessen verbunden.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 09:30
von ingo_001
Laogai hat geschrieben:Sollte sich der Verdacht bestätigen welch bittere Ironie dies Schicksals: Die Tochter eines Polizisten wird vom Sohn einer Polizistin getötet :(
Apropos Schicksal ...

Schicksal ist etwas Unabwendbares, worauf der Mensch keinen Einfluss hat, wie z.B. Naturkatastrophen, oder Krankheiten.

Die verübte Straftat (wie jedes menschliche Handeln) ist Menschenwerk und hat Nichts mit irgendwelchen Göttern oder Höheren Mächten zu tun.

Nur falls jemand der Meinung sein sollte, dass die Tat ein Solches gewesen sein sollte.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 09:39
von JensB
sanctus hat geschrieben:
JensB hat geschrieben:Ich verstehe die Zusammenhänge nicht. Logik erkenne ich auch keine. Ob es nun eine Sexpartnerin war oder nicht ist doch absolut irrelevant. Selbst wenn die zu dritt richtig Spass hatten mindert es nicht den Straftatbestand und ich sehe da auch keine Entlastung - und auch keine Belastung des Opfers.
Das ist insoweit relevant, als das der mutmaßliche Täter dies als Erklärung anbrachte, warum das Opfer DNA-Spuren von ihm aufweist, obwohl er, laut seiner Aussage, mit dem Mord nichts zu tun hatte.
Diese Aussage machte er ja bevor er Mordverdächtig war, ihm war ja klar das seine DNA am Opfer klebt. Das wird er nun nicht mehr halten können. Schutzbehauptungen sind normal, aber oft eben nicht haltbar. In dem Fall eher noch schwieriger haltbar da es ja 2 Täter gibt, die sich nun vermutlich nicht absprechen können.

Interessant wäre noch zu wissen wie das Opfer in die Wohnung kam.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 09:50
von otternase
dass der Täter Schutzbehauptungen und Märchen erfindet, ist normal und muss ihm auch zugestanden werden. Im Gegensatz zu Zeugen hat ein Beschuldigter durchaus das Recht zu lügen.
Ein Problem sehe ich eher darin, dass und wie der Staatsanwalt diesem Lügenmärchen auf der Pressekonferenz Raum eingeräumt hat!

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 10:01
von otternase

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 10:28
von ingo_001
otternase hat geschrieben:dass der Täter Schutzbehauptungen und Märchen erfindet, ist normal und muss ihm auch zugestanden werden. Im Gegensatz zu Zeugen hat ein Beschuldigter durchaus das Recht zu lügen.
Ein Problem sehe ich eher darin, dass und wie der Staatsanwalt diesem Lügenmärchen auf der Pressekonferenz Raum eingeräumt hat!
Und eben das ist der Punkt:
Von der Verteidigung könnte diese Aussage entsprechend genutzt werden ...

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 10:31
von otternase
BTW: der Tatverdächtige war bereits zuvor straffällig geworden mit Brandstiftung und Sachbeschädigung!

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 25.05.2016, 10:34
von ingo_001
otternase hat geschrieben:dass der Täter Schutzbehauptungen und Märchen erfindet, ist normal und muss ihm auch zugestanden werden. Im Gegensatz zu Zeugen hat ein Beschuldigter durchaus das Recht zu lügen.
Sicher.

Nur hat die Anklage und ggfs. auch das Gericht gleichfalls das Recht (und m.E. auch die Pflicht) die Art der Lüge entsprechend im Strafmass zu berücksichtigen.

Es ist ein Ding, Tatsachen zu verschweigen - das gute Recht eines jeden Angeklagten.
Aber vorsätzlich die Tatsachen zu verdrehen, stellt m.E. eine andere "Qualität" der Lüge dar.