Hallo Analytiker,
Analytiker hat geschrieben:
Martin hat geschrieben: Politisch - das wissen wir alle - ist die vor allem die Katholische Kirche, die sich so ziemlich in alle Belange des gesellschaft-politischen Lebens einmischt. (Stichwort: Kardinal Meissner).Martin
die katholische Kirche ist eindeutig politisch motiviert und übt Einfluss auf die Staatsregierungen.
Dann sind wir uns in dem Punkt einig.
Martin hat geschrieben:Und wie siehts bei Falun Gong aus? Von denen ist weder was zu hören noch zu sehen - man muss schon danach suchen, um überhaupt zu erfahren, dass es sie gibt. Martin
Ich glaube du unterschätzt wohl ihre Gegenwart im Netz. Man braucht nur mal zu Googeln und das Stichwort "China" eingeben. Schon hat man seine FLG Seiten.
Wo widerspricht sich das mit meiner Aussage? Ich habe geschrieben:
Man muss schon danach suchen, um überhaupt zu erfahren, dass es sie gibt - und du schreibst dann darauf hin:
Man braucht nur mal zu Googeln und das Stichwort "China" eingeben.
Google heiß nicht umsonst
Suchmaschine.
Martin hat geschrieben:Was mich an dieser Quelle stört: sie geht davon aus, dass das was die KP über Falun Gong berichtet, tatsächlich größten Teils stimmt.Martin
Was sagt uns, dass es nicht stimmt? Falun Gong Propaganda? Falun Gong Organisationen und Webseiten? Mal abgesehen von den Verfolgungsmethoden der KP, spricht nichts dafür, dass die Vorwürfe gegen und Sorgen bzgl. FLG unberechtigt sind.
Nun viele Leute verstehen z.B. nicht was berechtigte Zweifel bedeuten. Die KP hat definitiv nachweislich falsche Informationen über die Selbstverbrennung verbreitet. Auch wurde eine Frau auf dem Platz erschlagen. Ich traue diesen Nachrichten nicht. Ich traue ja bei bestimmten Themen noch nicht mal den westlichen Nachrichten oder Reporten. Jeder Mensch weiß, dass er 10 Zeitungen lesen muss um bei bestimmten Themen eine kleine Schnittmenge wahrheit zu lesen - insbesondere dann, wenn man selbst bei den Ereignissen dabei war. Die KP wird natürlich nur Nachrichten zu ihrem Vorteil senden. Ist doch in allen anderen Themen genauso. Warum soll ich einen Regime glauben schenken, welches Bilder der New-York-Freiheitsstatue verbietet, welches Korrupte Beamte deckt, welchen das Internet überwacht und alles parteikritische niederhaut und verantwortliche ins Arbeitslager steckt. Welches Raken vor die Taiwanküste fliegen lässt, nur weil dort der Präsident gewählt wird. Eine partei, die jede unkontrollierbare Freie Religion, die nicht die KP als oberste Instanz anerkennt, verbietet - z.B. Rom-Treue Christen. Sorry, so einer Partei glaube ich nicht. Die kann erzählen was sie will. Die wahrscheinlichkeit, dass sie nun die Wahrheit über eine Bestimmte Gruppe berichtet, die sie mit alle Gewalt zerschlagen will weil sie darin eine Gefahr für ihre Machtposition sieht - und zwar nur, weil die Leute mehr Interesse an FG haben, als KP - ist so verschwindend gering, dass diese Nachrichten höchstens dann Beachtung verdient haben, um Widersprüche aufzudecken. Die KP ist einfach Unglaubwürdig. Und aus diesem Grund habe ich mir selbst ein Bild von FG gemacht, mit Praktizierenden gesprochen etc.: und eines kann ich dir sagen: bis jetzt alles nette Menschen - ausnahmslos - ohne dabei zu missionieren oder wie manche Extrem-Christen penetrant zu sein - obwohl ich mit der Lehre nicht sehr viel anfange kann und auch gesagt habe, dass mich vielen befremdet. Vielleicht solltest du dir auch mal die Mühe machen, die ein persönlichen Bild aus erster Hand zu beschaffen.
Und du redest hier von Organisationen? Die ganzen Webseiten - wie ich gesehen habe - sind von privaten Personen die aus Überzeugung zu einer Sache diese gestalltet haben und Gleichgesinnte treffen wollen. Warum nicht? Was spricht dagegen?
Martin hat geschrieben:Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen und betont dabei, dass es sich hier eher um spirituelle und auch aus der Not heraus entstandene Bedürfnisse handelt, als um politische Agitation.
Könnte es denn nicht sein, dass Li Hong Zhi zu seiner Zeit in China sehr aufmerksam war und in dieser Marktlücke seine Chance gesehen hat? China stand und steht im wirtschaftlichen Umbruch. Jeder versucht daraus als Gewinner hervorzugehen. Wie sagte mal eins L.R. Hubbard?
Wer stinkreich sein will, der muss eine Religion gründen...
Richtig. Aber bei Falun Gong fehlt einfach die Hirarchie, wie sie bei Scientology der Fall ist, wo man sich hochkaufen kann. Scientology ist strickt hirarchisch verbunden mit extremer Ausbeutung von "Neueinsteigern". Falung Gong ist keine Organisation sondern in erster Linie schon mal eine Art Qi Gong Praxis, die in einer Qi Gong Schule entwickelt und sogar in China ausgezeichnet wurde. Man kann es machen oder sein lassen. Man wird nicht registriert oder sonstwas.
Martin hat geschrieben:Fazit: die KP ist selber Schuld an dieser Misere, wenn sich daraus tatsächlich mal eine Politisierung entwickeln sollte - was bis jetzt aber offensichtlich noch nicht der Fall ist.
Ja, bis jetzt NOCH NICHT der Fall! Bzgl. KP widerspreche ich dir nicht. Auch schon heute kritisieren hohe Funktionäre den damaligen Staatschef Zeming, der FLG erst durch seine Bekämpfungsweise soviel Beachtung geschenkt hat.
Desweiteren gebe ich als Antwort, deine eigenen Worte.
Ja, bis jetzt noch nicht der Fall. Und man kann jemanden nicht für etwas bestrafen, was mal (in 1000 Jahren oder eher) sein
könnte.
Politisch - das wissen wir alle - ist die vor allem die Katholische Kirche, die sich so ziemlich in alle Belange des gesellschaft-politischen Lebens einmischt. (Stichwort: Kardinal Meissner)
Das Christentum hat auch klein und harmlos angefangen. Aber im Vergleich zu FLG hat er seine schwarzen, idiotischen und brutalen Zeiten vor Jahrhunderten hinter sich gelassen und ist heute mehr "sofisticated".
Ja, das ist richtig. Das Christentum und die Lehre wurde missbraucht - besonders Schlimm das mit den Reliquien, um das Volk auszurauben. Trotzdem ist und kann das nicht Grund genug dafür sein, dass andere Religionen oder Meditationspraxen
deswegen verurteilt werden. Nur weil ein Chinese z.B. falsch geparkt, können nicht andere Chinsen mit Auto pauschal mit einer Extrabgabe belegt werden, nur weil die bisherige Erfahrung zeigt, dass Chinesen falsch Parken. Ich denke du verstehst das Problem.
Wir müssen uns wohl damit zufrieden geben, dass Falung Gong Praktizierende derzeit sich lediglich gegen die Verfolgung einsetzen. Sie bereichern sich nicht, es gibt keine Hirarchie, sie betreiben keine Mission und sie mischen sich nicht in Politische oder Gesellschaftliche Themen ein. Und so lange das so ist, empfinde ich Kritik an Falun Gong als "OrganisatioN" für unangemessen, weil sie sich im Rahmen der Religionsfreiheit bewegen. Kritik an der Lehre halte ich hingegen für legitime Äußerungen, solange sie sachlich und nicht ketzerisch sind. Kritik am Christentum oder Buddhismus oder Hinduismus oder Islam halte ich schließlich auch für legitim, solange Anstand bewahrt wird.
Martin hat geschrieben:Bei dem letzten Link der Netzzeitung hingegen schließt sich der Kreis wieder, denn da landen wir wieder bei der AGPF und dem uninformierten Ingo Heinemann, der Falun Gong deswegen als Sekte betrachtete, weil Li seine Lehre als die einzig richtige ansieht - ein Verhalten, welchem wir in der Katholischen Kirche, in Parteien, Vereinen und Diskussionforen natürlich noch nie begegnet sind.Martin
Also ist Li Hong Zhi sehr besitzergreifend und nicht so harmlos, wie ihr ihn machen wollt. Seine Ideologie ist die einzig Wahrhaftige und alles andere sind Humbug und Lügen. Wenn man nicht an ihm glaubt, dann glaubt man nicht an die Wahrhaftigkeit und setzt sich den Lügen und dadurch dem Unheil aus. So will er es doch sehen, oder? Ist das nicht politisch motiviert?
Er ist nicht Besitzergreifend sondern - wie bereits erwähnt - von seiner Sache ziemlich überzeugt. So wie du auch überzeugt bist, dass das was du schreibst richtig ist. Wieviele Menschen kennst du denn, die ihre Innerste Überzeugung in Frage stellen? Eine überzeugte Feministin z.b. stellt nie ihr Überzeugung in Frage. Ein überzeugte Christ stellt seinen Glauben auch nicht in Frage. Den meisten Menschen fehlt Selbstreflektion - mir auch.
Martin hat geschrieben:Dass die KP jede Erscheinung, bei denen die Menschen mehr Interesse zeigen, als der Partei gegenüber, äußerst ungehalten reagieren, sollte jedem klar sein.Martin
Ein Kaiser duldet nun mal keine zweiten Kaiser in seinem Reich.
So ist es! Damit hast du China exakt beschrieben: immer noch ein Kaiserreich - nur auf eine andere Weise.
Martin hat geschrieben:Deswegen sind dort nur Religionen erlaubt, die sich kontrollieren lassen und somit auch eine gewisse Hirarchie - etwas was also sektentypisch ist - aufweisen muss.
Martin
Hohoho, jetzt sind die Glaubensgemeinschaften in China wohl alle Sekten?....
Ist auf deiner Seite nicht zu lesen, dass in China es keine Religionsfreiheit gibt? Jetzt gibt es sogar "Sekten" in China....
Ach so - nein, ich habe mich hier auf Ingo Heinemann bezogen. Er meint in einer Sekte läuft es streng Hirarchisch ab - deswegen "sektentypisch". Somit ist die Katholische Kirche - nach Heinemann-Logik - mehr eine Sekte als Falung Gong. Sektentypisch heißt übrigens noch nicht, dass es sich um eine Sekte (in unsere Vorstellung) handelt. Die Großen Kirchen sind nun mal anerkannt. Wären sie aber eine Erfindung von vor einer Woche, würde man sie jedoch als Sekten einstufen - ich glaube, da sind wir uns einig. Oder würdest du einem Mann heute folgen, von dem andere sagen er sei der Messias und er würde Blinde sehend machen und Wasser in Wein verwandeln und der selbst vom Reich Gottes spricht? Ich glaube kaum.
Um auf die Hirarchie zurückzukommen: Ist eine Hirarchie in einer Religion vorhanden, dann läßt sich die Religion leicht kontrollieren. Ist keine Hirarchie vorhande - sondern eher ein loser Haufen von Menschen - dann gibt es keine Kontrolle. Genau das ist der Grund warum die KP freie Christliche Kirchen/Gruppen etc. - und auch Falun Gong - verbietet. Sie sind durch den Staat einfach nicht kontrollierbar, ganz anders wie die sonstigen Schäfchen, die jeden Sonntag einem Prediger (Priester) an einem bestimmten Ort (Kriche) zuhören.
Martin hat geschrieben:Die Katholische Kirche in China zB., da ist das Oberhaupt die Partei und kann schön über die Priester Inhalt von Predigten etc. kontrollieren. Katholische Gruppen, die den - wie eigentlich üblich - Papst als Oberhaupt anerkennen, werden genauso gnadenlos verfolgt wie Falun Gong. Martin
Wo steht in der Bibel irgendwas vom Papst, katholische Kirche bzw. Vatikan? Der Vatikan in Rom würde gerne ein Volk von 1.3 Milliarden Menschen zu seinen Schafen zählen und natürlich auf bevormunden.
Nirgends. Allerdings halten sich nach meiner Erfahrung Praktizierende an die für sie vorgeschriebenen Regeln. Das ist der Unterschied. Es gibt momentan - meiner Kenntnis nach - kein Missbrauch bei Falun Gong. Und weil es bei der Kirche so ist, kannst du nciht auf FG das gleiche schließen. (siehe oben : Chinese der falsch parkt).
Martin hat geschrieben:Das hat nichts mit "politischen" Aktivitäten dieser Gruppe zu tun, sondern ist einzig und allein mit der Phobie der Partei vor schwindendem Einfluss zu erklären. Die KP sagt bezeichnet aber genau solche Organisationen als "politische", weil sie Augrund des nicht akzeptierten Hirarchiegedankens "seperatistisch" oder "staatsfeindlich" sind.Martin
Hast du nicht geschrieben....
Politisch - das wissen wir alle - ist die vor allem die Katholische Kirche, die sich so ziemlich in alle Belange des gesellschaft-politischen Lebens einmischt.
Richtig. Bloß in China ist es so, dass die Partei die Katholische Kirche (politisch) kontrolliert. Deswegen darf die Katholische Kirche in China keinen Kontakt zum Papst halten, sondern heißt "Patriotisch-Katholische Kirche" und nicht "Römisch-Katholische Kriche". Die Predigten unterliegen auch in China der Zensur bzw. Propagandaministerium.
Martin hat geschrieben:Also Leute, habt endlich mal etwas Toleranz einer Bewegung gegenüber, von der ihr nie etwas gehört hättet, wenn sie nicht so brutal verfolgt wäre. Schließlich gehen die Praktizierenden nicht wie die Zeugen Jehovas von Tür zu Tür. Laßt denen ihr Ding machen und gut ist. Ich habe übrigens mal eine Reportage im Fernsehen gesehen von einer Frau, die schwer krank war und kein Arzt konnte ihr helfen. Mit Qi Gong und traditioneller chinesischer Medizin (mein Vater würde dazu "Scharlatanie" sagen) hat sie zum ersten mal Linderung und Verbesserung erfahren. Jeder Mensch macht seine Erfahrung und manche finden in Dingen Lösung oder einen (Lebens)sinn, der für uns einfach nur obskur erscheint. Genauso verhält es sich aber mit uns bzgl. andere Dinge. Martin
Und mit solchen Geschichten läßt sich gut werben (FLG ist natürlich cleverer als die Jehovas, deren Termin für den Weltuntergang längst verstrichen ist...). Desweiteren wird Qigong immer automatisch mit FLG in Verbindung gebracht und in einem Satz erwähnt, wobei eigentlich FLG nur Qigong und andere jahrtausend alte chinesiche Philosphien für seine Zwecke missbraucht. Qigong ist nicht FLG und FLG nicht Qigong. Das die chinesische Medizin und Heilpraktiken ihre ausergewöhnliche Wirkung haben wird nicht bezweifelt und nicht als Scharlatanie abgestempelt. Nur sind es die Scharlatanen, die dieses Wissen über diese chinesische Kunst für eigene egozentrischen Zwecke missbrauchen und andere damit suggestiv beinflussen und in ihren Bann ziehen.
Also ich habe hier nur ein Beispiel aus dem Fernsehen gebracht. Meine Persönliche Meinung ist die, dass die Frau sich durch den Glauben an diese Sache zu einem Art Placebo-effekt verholfen hat. Es ist bekannt und erwiesen, dass das Immunsystem durch Stress geschwächte wird - genauso wird es gestärkt durch eine positive Lebenseinstellung. Ich halte wenig von den Geschichten wie: "erst als ich zu Gott gefunden habe, wurde mein Krebs richtig geheilt" etc. Weil das sind selektive Einzelerscheinungen. Die, die auch zu Gott gefunden haben und dann aber gestorben sind, können ihre Geschichte nämlich nicht erzählen.
Ich halte aber den Bürger für mündig genug, selbst auf diesesn Gedanken zu kommen und sich nicht ausbeuten zu lassen, wie bei bestimmten "Wunderheilen", die mit den Sorgen und Ängsten der Leute ihr Geld verdienen und die anderen Ausbeuten.
Das ist auch ein Grund, warum ich Falun Gong in dem Punkt positiver gegenüber stehe: denn dort ist keine finanzielle Ausbeutung möglich - und oft probieren Menschen erst dann solche (irrationelen) Dinge aus, wenn ihnen auf Schulmedizinische Weise nicht mehr geholfen werden kann. Und wenn es dann Besserung gibt: Was spricht dagegen?
Viele Grüße,
Martin