Kempf, Gustav: Chinas Außenpolitik - Wege einer widerwilligen Weltmacht
Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, 2002
(Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft)
Die Entwicklung der chinesischen (VR) Außenpolitik. Die Wurzeln in den 50ern und ihre Auswirkungen, auch auf die aktuelle Generation der Entscheidungsträger und die Vertreter im Ausland. Warum kann man das chinesische Verhalten nicht mit der Diplomatie des Westens vergleichen? Wo sah und wo sieht China seine Grenzen und seinen Einflussbereich?
Die unterschiedliche Behandlung und die Entwicklungen bei den Beziehungen zur Sowjetunion und den Nachfolgestaaten, zu Deutschland und Europa, zu den USA, zu Japan, Korea, Vietnam, Indien und den Ländern Südostasiens. Wie geht man mit den Themen Taiwan, Mongolei, Tibet und Xinjiang um?
Der Autor schreibt nicht selbst. Zumindest erscheint es so. Er lässt über weite Strecken Konferenzteilnehmer und Gesprächspartner zu Wort kommen. Diese haben einen unterschiedlichen Hintergrund und sie vertreten voneinander abweichende oder gemeinsame Positionen. Daraus ergibt sich ein vielschichtiges Bild. Sowohl die chinesischen Ansichten als auch die der anderen beteiligten Parteien sind für den Leser klar erfassbar. Jetzt kann man sich ein eigenes Bild machen.
Die Charaktere und ihre Eigenheiten treten in den folgenden Kapiteln immer wieder in Erscheinung. Das erzeugt eine persönliche Beziehung zum Leser. Man kann so ihre Ansichten leichter und nachhaltiger nachvollziehen. Es soll da einen... geizigen Professor in Guangzhou geben, der eine merkwürdige Auffassung vom Begriff "Einladung" hat. Man müsste vielleicht beim nächsten Treffen ein Döschen eigenen Tee mitbringen... Aber es wird sich lohnen!
Überhaupt nicht langweilig. 4 von 5 Domaslas. Mindestens.




