Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

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Koxinga
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

TaugeNix hat geschrieben:
Okay, rollen wir das auf, ersteinmal der Wortlaut der Resulotion:
2758 (XXVI). Restoration of the lawful rights of the People's Republic of China in the United Nations hat geschrieben:
The General Assembly,

Recalling the principles of the Charter of the United Nations,

Considering the restoration of the lawful rights of the People's Republic of China is essential both for the protection of the Charter of the United Nations and for the cause that the United Nations must serve under the Charter,

Recognizing that the representatives of the Government of the People's Republic of China are the only lawful representatives of China to the United Nations and that the People's Republic of China is one of the five permanent members of the Security Council,

Decides to restore all its rights to the People's Republic of China and to recognize the representatives of its Government as the only legitimate representatives of China to the United Nations, and to expel forthwith the representatives of Chiang Kai-shek from the place which they unlawfully occupy at the United Nations and in all the organizations related to it.

1967th plenary meeting,
25 October 1971.
Zudem muss gesagt werden, dass 1971 (also bei Verabschiedung) die damaligen abstimmenden Länder davon ausgingen, dass China das heutige Festlandchina samt der Insel Taiwan damit hinreichend bezeichnet worden sind - eine Entscheidung, wer Taiwan vertritt, wurde logischerweise damit nicht gefällt, da es ein Teil Chinas ist.
Ob die Länder damals so sahen oder nicht ist hier rechtlich irrelevant, mag sein, dass einige so sahen, aber das ist eben nicht belegt, solange diese Ansicht nicht eindeutig erklärt wurde, muss eine neue Resolution her, die China logischerweise nicht will, da deren Chance diesmal schlechter stehen würde, "Gesetze" und "Resolutionen" müssen eben genau sein, sonst kann man sie auslegen wie man will...

und schön, dass Du bei wikipedia nochmal nachgeschaut hast, aber trotzdem nicht einsichtig bist, da Du nicht weiter erwähnt hast, dass diese Resolution eben Lücken aufweist... denn der Satz stammt genau von dort, bloss blöd, dass ich an dem Artikel hab ich selbst mitgearbeitet, drum kenn ich den genauen Wortlaut der Resolution schon... Taiwan und die Republik China werden mit keinem Wort erwähnt, also ist deren Status nicht geklärt, man tut in der UN so als gebe sie nicht....
TaugeNix hat geschrieben: Gut, damit werde ich mal meinen Völkerrechtsprofs kommen, dass die offizielle Haltung der UN (deren Sachlage du wohl verkannt hast) keine völkerrechtliche Qualität besitzt.
Legitimiert ist die VR eben durch die UN-Resulotion.
gut, frag mal Deine Völkerrechtprofs wie sie die Taiwan-Sachlage bzgl. der UN sehen, soll Taiwan aufgenommen werden oder nicht, ist sie rechtlich Teil der VR oder nicht? auf die Antworten bin gespannt, auch wenn sie negativ ausfällen würden, hauptsache sie sind schlüssig...

Du hast offensichtlich die Sachlage immer noch nicht verstanden, bzw. war ich da zugegebenermaßen undeutlich, die offizielle Haltung des neuen Generalsekretären Ban Ki-Moon IST, dass Taiwan Teil der VR ist, er spricht somit stellvertretend FÜR die UN und bezieht sich auf die o.g. Resolution, aber das hat eben keine rechtliche Relevanz wie Du schon erkannt hast, nur Resolutionen des Sicherheitsrates sind völkerrechtlich bindend, aber nicht der Generalversammlung, und dies war eine Resolution der Generalversammlung...

das heisst also, dass die Taiwan-Frage noch im Sicherheitsrat geklärt werden muss, die Taiwans verbündete Staaten auch jedes Jahr wieder einbringen, da Taiwan kein Mitglied der UN ist, kann sie so eine Anfrage nicht selbst stellen, nur einen Aufnahmeanfrage... bloss werden beide Anfragen im Sicherheitsrat jedes Jahr von der VR China mit ihren Veto-Recht blockiert, es kommt also zu keiner Resolution des Sicherheitrates, die dann auch völkerrechtlich bindend wäre, Aufnahmeanträge werden immer zuerst im Sicherheitsrat beschlossen, danach in der Generalversammlung besprochen... (siehe Links!) China kann die Taiwan-Frage endgültig im Sicherheitsrat klären, will sie ja aber nicht!

bloss dieses Jahr wurde der Aufnahmeantrag Taiwans erstmals von einem Generalsekretären eigenhändig abgelehnt, mit der Begründung, dass die Resolution schon alles aussage, obwohl das erstens nicht sein Zuständigkeitsbereich ist und zweitens gar nicht stimmt, seine Kompetenz wurde daraufhin von mehreren Völkerrechtlern bezweifelt, auch wurde er von mehreren Staaten kritisiert, beispielweise von der USA, siehe Artikel http://diepresse.com/home/recht/rechtal ... 3/index.do, den Du offensichtlich nicht genau genug gelesen hast, plus den weiteren weiter unten....
TaugeNix hat geschrieben: Ach ja, bevor mich hier jemand falsch versteht:
mir ist Taiwan eigentlich egal. Sollen sie doch unabhaengig sein.
Nur: mir ist China nicht egal - und ich fuerchte, eine Unabhaengigkeit wird weitreichende (negative) Konsequenzen fuer Mainland mit sich bringen, Stichwort andere Sezessionsbewegungenen (Xinjiang und seine Uiguren, etc.), sowie ein militaerisches Eingreifen.
Deswegen (und nur deswegen, kein geschichtlicher Hintergrund usw.) bin ich gegen eine Unabhaengigkeit. Wenn ich mal was anderes schrieb, dann mit dieser Intention - auch wenn man sie vielleicht nicht rauslesen konnte :mrgreen:
TaugeNix hat geschrieben: 1. Kein Widerspruch. De-facto ist aber keine rechtliche Qualität, auf die man sich stützen könnte.
2. Mag sein, berechtigt dies zu Sezessionsbewegungen?
3. Ja. Uneingeschränkt. Anscheinend hast du mein Abschluss-Statement nicht gelesen oder nicht verstanden.
TaugeNix am 08.10. hat geschrieben: Solange bleibt in meinen Augen die Einstufung Taiwans als Teil Chinas unter der Fuehrung der KPCh ein notwendiges Uebel, wobei ich natuerlich mir eher ein geeintes China unter einer anderen Fuehrung und einem anderem System (nicht notwendigerweise der westl. Demokratie, die hat auch ihre Probleme) wuenschen wuerde.
4. siehe Punkt 3.

Gruss,
TaugeNix^hust
zu 1. oh doch könnte, denn Staatsvolk, Staatsgewalt und Staatsgebiet, vor allem gehörte Taiwan nie zu der VR... eine Sezession von der VR kann gar nicht stattfinden...

zu Punkt 2: Sezessionsbewegungen sind meiner Meinung nach berechtigt , wenn ein Teil des Volkes nunmal keine Teilhabe an der Macht hat, bzw. das Schicksal selbst entscheiden kann, spricht Demokratie oder Autonomie, wenn die Machthaber zu keine Kompromisse bereit sind... bzgl. Taiwan ist ja das witzige, dass nicht die Republik China sich abgespalten hat, sondern Maos Neugründung der VR eher eine Abspaltung von der Republik war...

zu Punkt 3: sorry aber den anderen Post vom 8.10. von Dir habe nicht gelesen, da ich nur diesen einen Post gelesen habe und schnell darauf eingegangen bin, da ich kaum Zeit hatte alles andere zu lesen, heisst kein Post nach Deinen, aber Dir ist ein Volk nunmal wichtiger und dafür nimmst Du Unrecht gegen ein anderes in Kauf..
TaugeNix

Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von TaugeNix »

Koxinga hat geschrieben:
Zudem muss gesagt werden, dass 1971 (also bei Verabschiedung) die damaligen abstimmenden Länder davon ausgingen, dass China das heutige Festlandchina samt der Insel Taiwan damit hinreichend bezeichnet worden sind - eine Entscheidung, wer Taiwan vertritt, wurde logischerweise damit nicht gefällt, da es ein Teil Chinas ist.
Ob die Länder damals so sahen oder nicht ist hier rechtlich irrelevant, mag sein, dass einige so sahen, aber das ist eben nicht belegt, solange diese Ansicht nicht eindeutig erklärt wurde, muss eine neue Resolution her, die China logischerweise nicht will, da deren Chance diesmal schlechter stehen würde, "Gesetze" und "Resolutionen" müssen eben genau sein, sonst kann man sie auslegen wie man will...
Nein, müssen sie nicht. Sind sie oftmals nicht, was Juristen oder Juristen in spe wie mir ja erst die Arbeit verschafft ;)

Rechtlich gesehen ist das Auslegungssache, wobei man zuerst vom Wortlaut (grammatikalische Auslegung) ausgehen muss.
Den Wortlaut kennst du ja, China. Da Taiwan sich selbst als "China" bezeichnet (zumindest bis zum jetztigen Zeitpunkt ROC), und andere Länder eine "Ein-China-Politik" betreiben, ist deutlich zu ersehen, dass China inkl. Taiwan gemeint war.

Auch die systematische Auslegung ergibt nichts anderes. Dies wäre nur dann der Fall, wenn Taiwan zum Zeitpunkt der Resulotion einen eigenen völkerrechtlichen Sitz bekommen hätte.
Sonst ergibt sich aus der Tilgung der Rechte der ROC systematisch zwingend, es als nichtselbständigen Teil unter der Führung der PRC zu sehen. Was der Fall ist.

Letztlich kommen noch die historische und teleologische Auslegung dazu.
Die historische Auslegung führt erneut zu keinen anderen Ergebnissen, da hier nach der historischen Entwicklung des Gesetzes gefragt wird. Die Resolution wurde vor dem Hintergrund verabschiedet, der damaligen "unlegitimierten" Führung Chinas (wie oben kommt es hier auf erneut auf die Haltung des Gesetzgebers an, Ausführungen zur tatsächlichen Einbeziehung Taiwans in "China" siehe dort).

Die teleologische Auslegung zielt auf eine Auslegung der Norm, wie man aktuell den Zweck der Norm verstehen muss, um zu allgemeingütligen Regeln zu gelangen. Dies ändert kein obiges Ergebnis.

Wenn du mehr zur methodischen Auslegung von Gesetzen wissen willst, empfehle ich einen Besuch in einer Anfänger-Vorlesung einer juristischen Universität. Im übrigen hätte ich schon nach dem Wortlaut aufhören müssen, da dieser klar ein Ergebnis bringt. Den Rest führte ich nur der Vollständigkeit halber an.
und schön, dass Du bei wikipedia nochmal nachgeschaut hast, aber trotzdem nicht einsichtig bist, da Du nicht weiter erwähnt hast, dass diese Resolution eben Lücken aufweist... denn der Satz stammt genau von dort, bloss blöd, dass ich an dem Artikel hab ich selbst mitgearbeitet, drum kenn ich den genauen Wortlaut der Resolution schon... Taiwan und die Republik China werden mit keinem Wort erwähnt, also ist deren Status nicht geklärt, man tut in der UN so als gebe sie nicht....
Ähm, ja. Was willst du mir damit sagen? Dass man ein völkerrechtliches nicht anerkanntes Land nicht einer Resolution erwähnt, dürfte klar sein. Obige Ausführungen dürften dir dann auch erklären, warum dies unnötig war. Vielleicht bedarf es damit ja mal einer Überarbeitung des Artikels, der somit -wie auch deine "Beweisführung"- nicht stimmig ist.
TaugeNix hat geschrieben: Gut, damit werde ich mal meinen Völkerrechtsprofs kommen, dass die offizielle Haltung der UN (deren Sachlage du wohl verkannt hast) keine völkerrechtliche Qualität besitzt.
Legitimiert ist die VR eben durch die UN-Resulotion.
gut, frag mal Deine Völkerrechtprofs wie sie die Taiwan-Sachlage bzgl. der UN sehen, soll Taiwan aufgenommen werden oder nicht, ist sie rechtlich Teil der VR oder nicht? auf die Antworten bin gespannt, auch wenn sie negativ ausfällen würden, hauptsache sie sind schlüssig...
Es geht hier einzig und allein um die Resulotion - und da verweise ich noch einmal auf oben gesagtes. Zum Status Taiwans muss damit nicht mehr gesagt werden, da völkerrechtlich nunmal diese Norm ausschlaggebend ist. Ob das nun fair ist, ist eine andere Frage, die ich dich bitte in den anderen meiner Postings zu lesen.
Du hast offensichtlich die Sachlage immer noch nicht verstanden, bzw. war ich da zugegebenermaßen undeutlich, die offizielle Haltung des neuen Generalsekretären Ban Ki-Moon IST, dass Taiwan Teil der VR ist, er spricht somit stellvertretend FÜR die UN und bezieht sich auf die o.g. Resolution, aber das hat eben keine rechtliche Relevanz wie Du schon erkannt hast, nur Resolutionen des Sicherheitsrates sind völkerrechtlich bindend, aber nicht der Generalversammlung, und dies war eine Resolution der Generalversammlung...

Damit hast du recht, das habe ich übersehen. Sie sind völkerrechtlich ersteinmal ohne Bindungscharakter, werden jedoch über die jeweiligen Gesetze der Vertreter als Bindung oder Auslegungskriterium herangezogen, was ihnen eine zumindest annähernde Bindungswirkung gibt.

Ob dadurch, wie du hier forderst:
die Taiwan-Frage noch im Sicherheitsrat geklärt werden muss
ist mehr als zweifelhaft, da hierfür im Grunde kein Bedürfnis besteht, da die Resulotion von der Mehrheit der Staaten beschlossen wurde, welche damit eine grundsätzliche Anerkennung des Führungsanspruchs über ganz China (s.o.) der PRC zuwiesen.
bloss werden beide Anfragen im Sicherheitsrat jedes Jahr von der VR China mit ihren Veto-Recht blockiert, es kommt also zu keiner Resolution des Sicherheitrates, die dann auch völkerrechtlich bindend wäre, Aufnahmeanträge werden immer zuerst im Sicherheitsrat beschlossen, danach in der Generalversammlung besprochen... (siehe Links!) China kann die Taiwan-Frage endgültig im Sicherheitsrat klären, will sie ja aber nicht!
Braucht es ja auch nicht, da die Resulotion ja den Willen der Mehrheit ausdrückte - und der Sicherheitsrat bzw. der Generalsekretär (http://www.un.org/apps/sg/offthecuff.asp?nid=1053) dies wohl auch so sehen.
Weiter muss eben auch die Haltung der anderen Länder berücksichtigt werden, und diese zeigen mit der "Ein-China-Politik" aus welchen Gründen auch immer, dass sie keine Unabhängigkeit fordern.
bloss dieses Jahr wurde der Aufnahmeantrag Taiwans erstmals von einem Generalsekretären eigenhändig abgelehnt, mit der Begründung, dass die Resolution schon alles aussage, obwohl das erstens nicht sein Zuständigkeitsbereich ist und zweitens gar nicht stimmt, seine Kompetenz wurde daraufhin von mehreren Völkerrechtlern bezweifelt, auch wurde er von mehreren Staaten kritisiert, beispielweise von der USA, siehe Artikel http://diepresse.com/home/recht/rechtal ... 3/index.do, den Du offensichtlich nicht genau genug gelesen hast, plus den weiteren weiter unten....
Habe ich, er meint, es seine eine falsche Einschätzung der rechtlichen und politischen Realität.
Zu der rechtlichen Einschätzung muss ich oben genanntes wiederholen, politisch fällt mir als Gegenfrage ein, wieviele Staaten denn nun ein unabhängiges Taiwan anerkennen.

Das dies nicht in den Kompetenzbereich fällt, kann ich nicht beurteilen - und glaube das mal so.
Das ändert aber nichts an der Sachlage, und über Fairness brauchen wir hier nicht zu reden.
TaugeNix hat geschrieben: 1. Kein Widerspruch. De-facto ist aber keine rechtliche Qualität, auf die man sich stützen könnte.
2. Mag sein, berechtigt dies zu Sezessionsbewegungen?
3. Ja. Uneingeschränkt. Anscheinend hast du mein Abschluss-Statement nicht gelesen oder nicht verstanden.
4. siehe Punkt 3.

Gruss,
TaugeNix^hust
zu 1. oh doch könnte, denn Staatsvolk, Staatsgewalt und Staatsgebiet, vor allem gehörte Taiwan nie zu der VR... eine Sezession von der VR kann gar nicht stattfinden...

zu Punkt 2: Sezessionsbewegungen sind meiner Meinung nach berechtigt , wenn ein Teil des Volkes nunmal keine Teilhabe an der Macht hat, bzw. das Schicksal selbst entscheiden kann, spricht Demokratie oder Autonomie, wenn die Machthaber zu keine Kompromisse bereit sind... bzgl. Taiwan ist ja das witzige, dass nicht die Republik China sich abgespalten hat, sondern Maos Neugründung der VR eher eine Abspaltung von der Republik war...

zu Punkt 3: sorry aber den anderen Post vom 8.10. von Dir habe nicht gelesen, da ich nur diesen einen Post gelesen habe und schnell darauf eingegangen bin, da ich kaum Zeit hatte alles andere zu lesen, heisst kein Post nach Deinen, aber Dir ist ein Volk nunmal wichtiger und dafür nimmst Du Unrecht gegen ein anderes in Kauf..
1. Ja, Taiwan besitzt unbestritten diese Dinge. Ob geschichtlich irgendwann mal Taiwan zu China gehörte, dessen Nachfolge irgendwann die PRC einnahm, mag ich nicht beurteilen. Trotzdem sollte klar sein: die PRC sieht Taiwan als Provinz an, damit ist erstmal eine rechtliche Grundlage gegeben. Diese wurde mit der Führungszuteilung über ganz China legitimiert. Es wäre also eine Sezession.
2. Deine Meinung mag berechtigt sein, meine habe ich oft genug dargelegt.
3. Ja - aber auch nur unter den Voraussetzungen, die ich in meinen Meinungsposts schon geschrieben habe.

Gruss,
TaugeNix^hust hust
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

Trotzdem sollte klar sein: die PRC sieht Taiwan als Provinz an, damit ist erstmal eine rechtliche Grundlage gegeben.
Auf was für eine "Recht" basiert es denn, wenn ein Land ein Gebiet als Provinz ansieht ???

Das ist doch an den Haaren herbeigezogen...!

Ich kann mir außerdem einfach nicht vorstellen, daß es jemanden, der in einer Demokratie aufgewachsen ist und auch diese Wertordnung vertritt (nehme ich einfach mal an), möglich ist, ca 24 Millionen Menschen, die ebenfalls in einer selbst erkämpften Demokratie leben, einem totalitären System auszuliefern..
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
TaugeNix

Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von TaugeNix »

Grufti hat geschrieben:
Trotzdem sollte klar sein: die PRC sieht Taiwan als Provinz an, damit ist erstmal eine rechtliche Grundlage gegeben.
Auf was für eine "Recht" basiert es denn, wenn ein Land ein Gebiet als Provinz ansieht ???

Das ist doch an den Haaren herbeigezogen...!
Hast.. du.. auch nur ANSATZWEISE gelesen, was ich davor geschrieben habe?
Das ist ja zum Auswachsen. Unerträglich, sich einen Satz aus dem Kontext zu picken, und den dann in Frage zu stellen, ohne auf vorher Gesagtes einzugehen.
Nocheinmal, für alle, auch diejenigen, die anscheinend nicht willens sind, die anderen Postings zu lesen: Ich wage keine historische Abwägung, wem nun Taiwan zusteht. Ebensowenig heisse ich das Verhalten der PRC gut. Jedoch gilt oben AUSFÜHRLICH Dargelegtes, warum sich eben doch ein Recht ableiten lässt oder zumindest eine rechtliche Grundlage besteht.
Weiter habe ich die rechtliche und poltische Sachlage dargestellt, so unfair sie auch ist / sein mag. Sie ist aber eine Realität. Unabhängig von der Richtigkeit, die ja durchaus angezweifelt werden darf.

Meine Meinung dazu, ob und wie diese Frage gelöst werden kann, habe ich ausführlich dargelegt und werde sie auch für die Lesefaulen nicht wiederholen.
Ich kann mir außerdem einfach nicht vorstellen, daß es jemanden, der in einer Demokratie aufgewachsen ist und auch diese Wertordnung vertritt (nehme ich einfach mal an), möglich ist, ca 24 Millionen Menschen, die ebenfalls in einer selbst erkämpften Demokratie leben, einem totalitären System auszuliefern..
Das siehst du richtig. Aber solange es die daraus folgenden Konsequenzen für Mainland ergibt (egal, aus welchem Grund!) "liefere" ich Taiwan der territorialen und inneren Integrität Chinas aus.
Damit kann man sich anfreunden oder nicht, mich als Ja-Sager oder Pragmaten hinstellen, es ist meine Meinung.

Gruss,
TaugeNix^...
Koxinga
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

TaugeNix hat geschrieben:
Nein, müssen sie nicht. Sind sie oftmals nicht, was Juristen oder Juristen in spe wie mir ja erst die Arbeit verschafft ;)
ok "müssen" war der falsche Wortwahl, "sollten".. :wink:
TaugeNix hat geschrieben: Rechtlich gesehen ist das Auslegungssache
sagte ich ja...
TaugeNix hat geschrieben: wobei man zuerst vom Wortlaut (grammatikalische Auslegung) ausgehen muss.
Den Wortlaut kennst du ja, China. Da Taiwan sich selbst als "China" bezeichnet (zumindest bis zum jetztigen Zeitpunkt ROC), und andere Länder eine "Ein-China-Politik" betreiben, ist deutlich zu ersehen, dass China inkl. Taiwan gemeint war.
ob inkl. Taiwan gemeint war ist eben nicht ersichtlich…

auch in der Friedens-Konferenz von San Francisco 1951 waren die meisten Staaten auch der Meinung waren, dass das Selbstbestimmungsrecht der Insel-Bewohner beachtet werden muss, Taiwan stand nach dem Krieg unter der Kontrolle von Chiang, aber er hat es einfach nach dem Volksaufstand als Provinz eingegliedert, damit eine zivile Regierung eingeführt werden kann... die Ein-China-Politik anderer Länder ist NICHT gleichbedeutend mit die der VR… die USA sieht beispielsweise Taiwan als Teil Chinas, aber nicht der VR… andere Staaten erkennen die Republik China an… die Republik China hat die VR inoffiziell anerkannt.. Japan nahm die Ein-China-Politik lange zur Kenntnis, ohne eine eindeutige Postion zu der Taiwan-Frage zu beziehen… auch im Friedensvertrag wurde nicht ersichtlich, wem Taiwan gehört…
TaugeNix hat geschrieben: Auch die systematische Auslegung ergibt nichts anderes. Dies wäre nur dann der Fall, wenn Taiwan zum Zeitpunkt der Resulotion einen eigenen völkerrechtlichen Sitz bekommen hätte.
Sonst ergibt sich aus der Tilgung der Rechte der ROC systematisch zwingend, es als nichtselbständigen Teil unter der Führung der PRC zu sehen. Was der Fall ist.
Taiwan steht unter der Kontrolle der Republik, die in den 80ern offiziell die Alleinvertretung Chinas beanspruchte... seit der Demokratisierung ist das nicht mehr so, dieses Jahr war auch das erste Mal so, dass die Republik China sich unter den Namen "Taiwan" bewarb... wenn es zur Unabhängigkeit kommt, dann NUR von der Republik China, da die jetzige Verfassung , die noch vom Festland stand, geändert werden muss, wobei die USA und die EU strikt dagegen ist… das EU-Parlament ist die einzige Institution, die explizit eine Unabhängigkeit Taiwans befürwortet… der alte Chiang hat Taiwan heute unter dieser prekären Situation gebracht, in den 50ern hatte er durch Druck von Truman die Gelegenheit auf Taiwan einen neuen Staat auszurufen bzw. harte Fakten zu schaffen, indem er die vorgelagerten chinesischen Inseln aufgibt, aber er wollte natürlich nicht… weil er sonst symbolisch China ganz verloren hätte..
TaugeNix hat geschrieben: Letztlich kommen noch die historische und teleologische Auslegung dazu.
Die historische Auslegung führt erneut zu keinen anderen Ergebnissen, da hier nach der historischen Entwicklung des Gesetzes gefragt wird. Die Resolution wurde vor dem Hintergrund verabschiedet, der damaligen "unlegitimierten" Führung Chinas (wie oben kommt es hier auf erneut auf die Haltung des Gesetzgebers an, Ausführungen zur tatsächlichen Einbeziehung Taiwans in "China" siehe dort).
die UN-Generalversammlung ist kein Gesetzgeber, sie spricht nur Empfehlungen aus, ob Taiwan berücksichtigt wurde ist eben fraglich… (ok hast du später korrigiert)
TaugeNix hat geschrieben: Ähm, ja. Was willst du mir damit sagen? Dass man ein völkerrechtliches nicht anerkanntes Land nicht einer Resolution erwähnt, dürfte klar sein. Obige Ausführungen dürften dir dann auch erklären, warum dies unnötig war.
Du hast was übersehen, bis zur Resolution war sie aber ein von der UN völkerrechtlich anerkanntes Land, bis dahin war sie auch ständiges Mitglied des Sicherheitsrates… und die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend, daher können auch andere Staaten die Republik China völkerrechtlich anerkennen... Taiwans Status bleibt ungeklärt...

selbst Deutschland sieht Taiwan indirekt als Staat an, wenn auch nicht offiziell, da auf deutsche Landkarten, die Republik China immer noch verzeichnet ist, eindeutige Stellung hat die BRD also noch nicht bezogen ob Taiwan zu der VR gehört, der Status der "Türkischen Republik Nordzypern" wurde in einer UN-Sicherheitsrat-Resolution schon geklärt, nämlich, dass sie völkerrechtlich zu Zypern gehört, daher wird sie auch im Auswärtigen Amt unter Zypern aufgeführt, Taiwan jedoch nicht unter der VR... die Tendenz sieht aber unter Steinmeier so aus, dass Taiwan immer mehr isoliert wird, da nun die Länderinformationen zu Taiwan gelöscht wurden...

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de ... aiwan.html
TaugeNix hat geschrieben: Gut, damit werde ich mal meinen Völkerrechtsprofs kommen, dass die offizielle Haltung der UN (deren Sachlage du wohl verkannt hast) keine völkerrechtliche Qualität besitzt.

ähm, lies mal meinen vorigen Post nochmal, oder hast Du den Artikel immer noch nicht genau gelesen… da habe ich Dir doch zugestimmt… bloss dachtest Du, dass die offizielle Haltung der UN das genaue Gegenteil wäre, was ich ja mit Ban Ki Moon eben genauer dargestellt habe...

Frag mal bitte Deinen Prof wie er die Sachlage bzgl. zu Taiwan sieht… schliesslich stammt der Artikel auch von einem Völkerrechtler…
TaugeNix hat geschrieben: Legitimiert ist die VR eben durch die UN-Resulotion
ja da hast du mich missverstanden, für mich sind im Grunde alle Staaten nicht legitimiert, wenn sie nicht auf demokratische Prinzipien beruhten, spricht deren Verfassungen nicht demokratisch abgesegnet wurden.. bloss wäre zu damaliger Zeit eine Gründung der UN sinnlos gewesen ;)
TaugeNix hat geschrieben:
Damit hast du recht, das habe ich übersehen. Sie sind völkerrechtlich ersteinmal ohne Bindungscharakter, werden jedoch über die jeweiligen Gesetze der Vertreter als Bindung oder Auslegungskriterium herangezogen, was ihnen eine zumindest annähernde Bindungswirkung gibt.
ja, kann herangezogen werden, muss aber nicht, Beispiel Zionismus=Rassismus-Resolution der Generalversammlung, diese Resolution nahm kein westliches Land Ernst…
TaugeNix hat geschrieben: Ob dadurch, wie du hier forderst:
die Taiwan-Frage noch im Sicherheitsrat geklärt werden muss
ist mehr als zweifelhaft, da hierfür im Grunde kein Bedürfnis besteht, da die Resulotion von der Mehrheit der Staaten beschlossen wurde, welche damit eine grundsätzliche Anerkennung des Führungsanspruchs über ganz China (s.o.) der PRC zuwiesen.
Meiner Meinung nach ja, denn für alle anderen anderen strittigen Gebiete wurden sie auch darüber geklärt! Beispiel Nordzypern...

Ein Aufnahmeantrag kann sowieso erst nur durch Zustimmung des Sicherheitsrates übernommen werden, danach wird der Antrag in der Generalversammlung entschieden…

also, die VR könnte die Taiwan-Frage endgültig im Sicherheitsrat klären, aber verständlicherweise will sie das ja nicht, sonst müsste sie im Fall der Fälle dem Volk erklären, weshalb deren sie Taiwan "verloren" hat... die KP braucht den Taiwan-Konflikt zu sehr, um von innenpolitischen Problemen abzulenken, die sie nicht gebacken kriegen... Tendenz: Nationalismus als Ersatz für Kommunismus...
TaugeNix hat geschrieben: Braucht es ja auch nicht, da die Resulotion ja den Willen der Mehrheit ausdrückte - und der Sicherheitsrat bzw. der Generalsekretär (http://www.un.org/apps/sg/offthecuff.asp?nid=1053) dies wohl auch so sehen.
Weiter muss eben auch die Haltung der anderen Länder berücksichtigt werden, und diese zeigen mit der "Ein-China-Politik" aus welchen Gründen auch immer, dass sie keine Unabhängigkeit fordern.
wie der Sicherheitsrat das sieht ist EBEN NICHT geklärt, darum ging es ja die ganze Zeit, ausserdem war das der Wille der Mehrheit von 1971! die VR wurde schliesslich auch lange Zeit nicht anerkannt… und das war auch ein Wille der Mehrheit… oder siehe die Zionismus-Resolution, die bis 1991 Bestand hatte... der Kalte Krieg ist vorbei, man sollte die Situation neu bewerten...

es ist nicht der Zuständigkeitsbereich des Generalsekretären Taiwans Status zu klären, der Artikel kritisiert ja den neuen Generalsekretären Ban Ki Moon gerade deshalb und erklärt weshalb, die offizielle Haltung der UN ist nicht vorhanden, nur eine vom Generalsekretären, damit bricht er seine Neutralität und die der UN… lies Dir doch mal bitte den genauer Artikel durch…

und meiner Meinung nach muss man die Resolution nicht zurücknehmen, aber Taiwans Status sollte man klären… wenn sich Taiwan von China (Republik China, nicht VR!) unabhängig erklärt, hat sie bessere Chance, als eigenständiges Land anerkannt zu werden, bloss sie wird ja auf internationalen Druck den Namen nicht los…die Haltung der anderen Ländern hat eigentlich nichts zu sagen, weil die Republik China sich als souveränes Land sieht, das wäre eine Einmischung in innere Angelegenheiten, besonders von Seiten der VR…
TaugeNix hat geschrieben: Habe ich, er meint, es seine eine falsche Einschätzung der rechtlichen und politischen Realität.
Zu der rechtlichen Einschätzung muss ich oben genanntes wiederholen, politisch fällt mir als Gegenfrage ein, wieviele Staaten denn nun ein unabhängiges Taiwan anerkennen.
es gibt kein unabhängiges Taiwan, nur eine unabhängige Republik China, die Frage ist wie viele würden eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans, damit ist nicht die von der VR gemeint, akzeptieren… Frag mal Deinen Prof explizit über die Republik China auf Taiwan, wie er die UN-Sachlage dazu sieht, weil es hier nicht wirklich ersichtlich wird…

TaugeNix hat geschrieben: 1. die PRC sieht Taiwan als Provinz an, damit ist erstmal eine rechtliche Grundlage gegeben. Diese wurde mit der Führungszuteilung über ganz China legitimiert. Es wäre also eine Sezession.
2. Deine Meinung mag berechtigt sein, meine habe ich oft genug dargelegt.
3. Ja - aber auch nur unter den Voraussetzungen, die ich in meinen Meinungsposts schon geschrieben habe.
1. nur weil die PRC so sieht ist das eben keine rechtliche Grundlage für alle Staaten, (noch) nicht mal für Deutschland und nicht für die USA, sie erkennen den Staat zwar nicht an, aber erklären auch nicht, dass Taiwan zur VR gehört... eine Sezession ist es immer noch nicht, da Taiwan nie Bestandteil der VR war, die Sezession fand durch die Neugründung der VR umgekehrt statt, sie kann Taiwan nur aus irgendwelchen Gründen beanspruchen.. wie geschrieben, die UN tut so als gebe die Republik China nicht mehr, obwohl faktisch längst eine Sezession der VR von der Republik stattfand…

Frag mal bitte Deinen Prof, ob eine Anerkennung der Republik China in ihrer jetzigen Geltungsbereich ( bzw. eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans ) eine Sezession der VR darstellen würde, meiner Meinung nach nur für die vorgelagerten Inseln der Provinz Fujian der Republik China, Quemoy und Matsu, schliesslich waren sie schon immer chinesisch...

Tibet z.B. wird von der VR auch als intregaler Bestandteil Chinas angesehen, dies galt bis zur rot-grünen Regierung 1998 für Deutschland beispielsweise jedoch nicht… für das Europäische Parlament und für die USA gilt Tibet als besetztes Land, Dalai Lamas Exilregierung als rechtmäßigen Vertreter Tibets... die Tibet-Frage wird natürlich nicht im Sicherheitsrat behandelt, da die VR auch hier verständlich blockiert...

2. gut, dass Du das so siehst, aber Deine finde ich unberechtigt, da eine diktatorische Minderheit über die Mehrheit entscheidet, hätten sie wirkliche Autonomie, oder zumindest die demokratischen Mitteln gegen eine Zentralregierung vorzugehen, wäre meiner Meinung eine Sezession ungerechtfertigt, Sezessionsbewegungen können auch nicht militärisch gelöst werden, nämlich demokratisch oder eben gerechter... aber die KP löst sie lieber mit Staats-Gewalt, statt sie wirklich zu lösen, das sind selbst verursachte Probleme...

noch kurz am Rande, weil sie ich solche ähnliche Argumentationen oft gelesen habe:

die VR-Chinesen vergleichen gern die Taiwan-Siuation mit den des Amerkanischen Sezessionkrieges, dabei ging es Lincoln nicht vorrangig um den territorialen Bestandheit der USA, sondern um die Demokratie, da die Südstaaten die Beschlüsse der Mehrheit nicht akzeptieren wollten und sich deshalb lossagten, die Sezession wäre also hier gerechtfertigt gewesen, wenn sie keine Mitsprache gehabt hätten, hatten sie aber, da Demokratie...

auch wird gerne von den VR-Chinesen angeführt, dass sie Deutschlands Einheit immer gerne unterstützt haben, bloss hatten die DDR-Bürger am Schluss auch die freie Entscheidung, ob sie der BRD beitreten wollen oder lieber eigenständig bleiben, die VR China versagt den Taiwanern dieses Recht der Entscheidung, da sie ihre eigenen Bürgern schliesslich auch keine gibt...


hier nochmal der Text vom Artikel: http://diepresse.com/home/recht/rechtal ... 3/index.do

UN-Rechtsbüro im Unrecht

01.10.2007 | 18:29 | PETER FISCHER (Die Presse)

Der UN-Generalsekretär und sein Rechtsbüro würgen Taiwans Beitrittsansuchen ab.
EPA PHOTO KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

BRATISLAVA. Am 19. Juli richtete der taiwanesische Staatspräsident Chen Shui bian an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Antrag auf Aufnahme Taiwans in die Vereinten Nationen. Nach Art. 4 der UN-Satzung steht die Mitgliedschaft friedliebenden Staaten offen, die fähig und gewillt sind, die UN-Verpflichtungen zu erfüllen. Über den Antrag entscheiden zunächst der Sicherheitsrat, dann die Generalversammlung.

Entgegen der üblichen Praxis in mehr als 140 Fällen – darunter Österreichs Antrag 1955 – wurde der taiwanesische Antrag aber nicht an den Sicherheitsrat weitergeleitet, sondern vom Generalsekretariat so „erledigt“: Unter Berufung auf die legendäre UN-Resolution 2758 aus 1971, die der Volksrepublik China (VRC) das Alleinvertretungsrecht für China zu- und zugleich dasselbe der Republik China (Taiwan) absprach, sandte das Rechtsbüro der UNO den Antrag an den Absender zurück.

Diese unübliche Vorgangsweise wirft neben der Frage nach den Kompetenzen des Generalsekretärs und seines Rechtsbüros (s. unten) auch eine materielle Frage auf: Angenommen, sie besäßen die Befugnis, Beitrittsanträge zurückzuweisen, wäre Res. 2758 eine ausreichende Grundlage? Die Resolution bestimmt lapidar, dass ab 1971 die Vertreter der VRC und nicht Taiwans China in der UNO vertreten dürfen. Nichts wird darüber gesagt, wer Taiwan und seine 23 Millionen Einwohner vertritt.

Die VRC leitet daraus aber ab, dass ihr Anspruch auf Vertretung des taiwanesischen Volkes inkludiert wäre, denn sie sieht Taiwan als eine, wenn auch abtrünnige, Provinz der VRC. Diese gebetsmühlenartig wiederholte Einschätzung widerspricht jedoch der politischen und rechtlichen Realität. Seit Gründung der Republik China auf Taiwan 1949 hat die VRC nie eine effektive Herrschaft über Taiwan und die zugehörigen Inseln ausgeübt. Wie sich die meisten Völkerrechtsexperten daher einig sind, besitzt Taiwan alle vom Völkerrecht geforderten Attribute eines souveränen Staates und ist darüber hinaus im Gegensatz zur VRC ein demokratischer Staat, der auch die Menschenrechte respektiert und mit mehr als 20 Staaten, darunter dem Vatikan, offizielle diplomatische Beziehungen unterhält. Damit erfüllt Taiwan alle Voraussetzungen einer UN-Mitgliedschaft nach Art. 4.

Dass Taiwans Staatsqualität von der VRC bestritten wird, ist nichts Neues. Nicht zu erwarten war das aber von Seite der UNO: Bei einer Pressekonferenz in Kalifornien wurde der Generalsekretär im Juli auf die Interpretation der Resolution 2758 angesprochen, worauf Ban Ki Moon bemerkte: „The position of the United Nations is that Taiwan is part of China“. Das US State Department hat dieses Statement sofort in einem Brief an den Generalsekretär als „mistake“ bezeichnet.

Äußerst bedenklich und noch nie da gewesen ist das Verhalten eines UN-Generalsekretärs und seines Rechtsbüros, die diese Frage nach objektiven Kriterien zu prüfen gehabt hätten, sich jedoch spontan der abwegigen Rechtsmeinung der VRC angeschlossen haben. Damit können der Generalsekretär und sein Rechtsbüro in dieser Frage nicht mehr als unparteiische Behörden der Weltorganisation angesehen werden. Offenbar versuchte die VRC eine Debatte im Sicherheitsrat über den Status Taiwans zu verhindern und wurde nun von der UNO und ihrem Rechtsbüro als willigem Werkzeug unterstützt, was der Idee einer objektiven Weltfriedensorganisation klar widerspricht.

Um ihr Image als universelle, objektive Friedensorganisation in dieser Frage wiederzugewinnen, sollte die UNO den wirklichkeitsfremden Vertretungsanspruch des kommunistischen Chinas über Taiwan durch eine Aufnahme Taiwans beenden, so wie sie seinerzeit richtigerweise den ebenso fiktiven Alleinvertretungsanspruch Taiwans über das kommunistische China durch Resolution 2758 beendet hatte.

Die Aussichten sind aber düster: Am 31. Juli hat Taiwan erneut einen UN-Beitrittsantrag eingebracht, der – allerdings ohne Hinweis auf Res. 2758 – wieder retourniert wurde.

Der Autor war o. Univ.-Prof. für Völkerrecht an der Universität Wien und ist seit 2004 Vizerektor und Institutsvorstand an der neu gegründeten Rechtswissenschaftlichen Hochschule Bratislava.

UN-RESOLUTION 2758

1971 sprach die UN-Generalversammlung der Volksrepublik China das Alleinvertretungsrecht für China zu, zugleich dasselbe Taiwan ab. Darüber, wer Taiwan vertritt, wurde aber nichts gesagt.
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

auch wird gerne von den VR-Chinesen angeführt, dass sie Deutschlands Einheit immer gerne unterstützt haben, bloss hatten die DDR-Bürger am Schluss auch die freie Entscheidung, ob sie der BRD beitreten wollen oder lieber eigenständig bleiben, die VR China versagt den Taiwanern dieses Recht der Entscheidung, da sie ihre eigenen Bürgern schliesslich auch keine gibt...

Man kann die (Wieder-) Vereinigung der beiden deutschen Staaten nicht mit dem Problem VR China <--> Taiwan ( oder wie auch immer) nicht miteinander vergleichen, denn Deutschland war in seiner Gesamtheit nach der Niederlage der Nazi-Diktatur unter 4 Besatzungsmächte aufgeteilt, und praktisch als Marionettenregimes vom "Godwill" der Besatzungsmächte abhängig. Die DDR hatte sich aufgelöst, weil der "Große Bruder" ihr den Teppich unter den Füßen weggezogen hatte...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

Grufti hat geschrieben: Die DDR hatte sich aufgelöst, weil der "Große Bruder" ihr den Teppich unter den Füßen weggezogen hatte...
wie meinst du das genau, dass es die BRD Schuld am Untergang der DDR hatte? ich glaube eher die DDR-ler wollten lieber frei sein...

in meinem Beitrag ging es darum, dass sie am Schluss letztlich immer noch die Wahl hatten, niemand zwang sie zur BRD beizutreten, nicht mal die Vier-Mächte, genauso wie niemand die Saarländer damals zwang der BRD beizutreten, sie taten das aus freien Stücken...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

Yingxiong hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben: noch eines: ich bin heilfroh darüber, daß nicht die BRD an die DDR angegliedert wurde.... So ähnlich -- kann ich mir denken-- werden sich auch die Bewohner von Taiwan fühlen.... wenn es um eine "Vereinigung" mit der VR geht.
Der Vergleich hinkt etwas. In der DDR war die Wirtschaft am Boden. Hätte das Land vor der Vereinigung 10-20 Jahre Zeit bekommen, die Wirtschaft unter marktwirtschaftlichem Gesichtspunkt aufzubauen, wäre die Vereinigung anders abgelaufen. So war es nur eine Übernahme. Diesen Weg gilt es in Asien zu verhindern.
Eine Vereinigung kan in China/Taiwan nur dann funktionieren, wenn Mainland den wirtschaftlichen Stand von Taiwan erreicht hat. Und dann müsste noch ein politischer Stand erreicht sein, der eine Annäherung ermöglicht.
Da beides nicht so schnell zu erreichen ist, sollte eine mögliche Vereinigung noch mindestens 20 Jahre dauern.
der Vergleich hinkt nicht wirklich, da aus Sicht von Taiwan, die wirtschaftliche und politische Situation des Festlandes einfach schlecht sind... die Frage ist warum kein Grundlagenvertrag wie die BRD und DDR sie beschlossen haben, dass beide Teile China darstellen, aber eben noch 2 Staaten gibt...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

Der Vergleich hinkt gewaltig, weil erstens VR China bzw die aktuelle Regierung auf Taiwan nicht das Ergebnis einer totale Niederlage in irgendeinem Krieg mit entsprechender Besatzung durch irgendwelcher Länder enstanden sind , wie die DDR und die BRD,
China gehörte zu den SIEGERN im WWII !!

Zweitens war die BRD nicht Schuld an der Auflösung der DDR...ganz im Gegenteil ....der "Große Vorsitzende" bzw "Idi Alpin" oder "Bayatollah" FJS hatte durch Milliardenkredite an die DDR das vorzeitige wirtschaftliche Ende der DDR verhindert...

"Schuld" daran war der "Große Bruder "Sowjetunion" mit der dort praktiziertzen Glasnost... und die "sozialistischen" "Bruderstaaten Polen ( das wesentlich freier war als die DDR , und gegen das sich die DDR auch zunehmend abgeschottet hatte..´) und Ungarn, das geduldet hatte, daß vor dem Mauerfall seine Grenzen für die DDR-Bürger durchlässiger wurden.
die Frage ist warum kein Grundlagenvertrag wie die BRD und DDR sie beschlossen haben, dass beide Teile China darstellen, aber eben noch 2 Staaten gibt...

Du vergißt , das ein Teil der Bevölkerung dem Anspruch irgendeiner chinesischen Regierung auf die Insel widerspricht, und dort ihren eigenen Staat fordert...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

Ling Ling hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:
Das ist prima, ich hoffe nun darauf, das die USA endlich Kalifornien, Texas, Utah, Nevada, Colorado und Arizona an Mexiko zurück geben. Zumindest dürfte man ja jetzt von den USA guten Gewissens fordern, das sie allen Menschen aus Mexiko erlauben, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen. Also endlich weg mit der von der Kolonialmacht USA gezogenen Grenze quer durch Mexiko!!!!!
Freiheit für Mexiko!!
:shock: :shock:
Das verstehe ich jetzt nicht,...besonders im ´Vergleich mit China / Taiwan..
Die USA erlauben ncht nur jedem Mexikaner, zurück nach Mexiko zu gehen, sondern bauen einen Hochsicherheitszaun gegen die illegalen Einwanderer aus Mexiko..
ich habe noch von keiner Hochsicherheitsgrenze gelesen, durch die sich die VR gegen die illegale Einwanderung von Taiwanesen schützen will...

oder lebst Du auf einer Parallelwelt, auf der die historische Entwicklung anders abgelaufen ist , als ich sie kenne...????
Wollte mich nicht mehr an diesem Thema beteiligen, deshalb hier nur ein Zitat:

"Die territoriale Expansion der USA hat sich im 19. Jahrhunder weitgehend auf Kosten Mexikos vollzogen." (Peter Scholl-Latour: Zwischen den Fronten, Propylän, Berlin 2007)
Karten ab Seite 64: Kalifornien, Nevada, Utah, Colorado, Arizona - 1848 an die USA, Texas 1845 an die USA. Vorher spanisches Gebiet, gehörte zu Mexiko.
Kartenmaterial: http://www.zdf.de/ZDFxt/module/kolonien ... karten.pdf
http://www.wispor.de/wpx-1848.htm
02.02.1848 .. USA erhalten alle Gebiete Mexikos nördl. des Rio Grande.

Informiere dich bitte zuerst über die Fakten bevor du anderen vorwirfst, sie würden in einer Parallelwelt leben. Dann würdest du auch meinen Beitrag besser verstehen.
und? Dein Vergleich hinkt gewaltig... so ist China auch enstanden, durch Expansion, die Frage ist, wollen die Menschen in den US-Gebieten dort wieder zurück zu Mexiko bei den USA bleiben oder einen unabhängigen Staat gründen, vor allem die Texaner waren keine Mexikaner und standen lange Zeit unter Mexikos Verwaltung bis hin zur Unabhängigkeit Texas...

dann die Situation Taiwan/China, wollen die Uiguren und Tibeter und Taiwaner einen eigenen Staat oder bei China bleiben bzw. zurück?
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Koxinga »

Grufti hat geschrieben:Der Vergleich hinkt gewaltig, weil erstens VR China bzw die aktuelle Regierung auf Taiwan nicht das Ergebnis einer totale Niederlage in irgendeinem Krieg mit entsprechender Besatzung durch irgendwelcher Länder enstanden sind , wie die DDR und die BRD,
China gehörte zu den SIEGERN im WWII !!

Zweitens war die BRD nicht Schuld an der Auflösung der DDR...ganz im Gegenteil ....der "Große Vorsitzende" bzw "Idi Alpin" oder "Bayatollah" FJS hatte durch Milliardenkredite an die DDR das vorzeitige wirtschaftliche Ende der DDR verhindert...

"Schuld" daran war der "Große Bruder "Sowjetunion" mit der dort praktiziertzen Glasnost... und die "sozialistischen" "Bruderstaaten Polen ( das wesentlich freier war als die DDR , und gegen das sich die DDR auch zunehmend abgeschottet hatte..´) und Ungarn, das geduldet hatte, daß vor dem Mauerfall seine Grenzen für die DDR-Bürger durchlässiger wurden.
ich glaube Du hast meinen Vergleich immer noch missverstanden, ich vergleich nicht die Entstehung von RoC/VRC mit der Entsehung von BRD/DDR oder sonst was, sondern kritisierte den Vergleich der VR-Chinesen im Bezug der Wiedervereinigung von Deutschland...

die SPD war aus guten wirtschaftlichen Gründen gegen den Anschluss der DDR zur BRD, damals hat auch Bayatollah wohl so gedacht, ein abgewirtschaftetes Teil von Deutschland würde der BRD nur schaden... das wird den Südkoreanern auch langsam bewusst, so geil auf eine Einheit sind sie auch nicht mehr....

es ist nicht "Schuld" der Sowjetunion, dass die DDR unterging, sondern hauptsächlich die DDR selbst, die Taiwaner hauen schliesslich nicht alle nach China ab... aber viele Chinesen wollen lieber nach Taiwan...

mir ging es hauptsächlich darum wie die Wiedervereinigung stattfand, die konnte nur durch freie Volksabstimmungen in der BRD und DDR entsehen, letzlich hat nämlich niemand sie gezwungen sich zusammenzuschliessen, wenn Bundesländer zusammengelegt werden, können sie auch nur durch Mehrheiten in beiden Ländern entstehen, siehe Zusammenschluss von Baden und Württemberg...
die Menschen in der DDR hatten am Schluss die demokratischen Mitteln nicht beizutreten, das wird aber von den Chinesen gerne übersehen...

Taiwan sollte auch die Wahl haben ob sie beitreten oder nicht... und ob die Menschen in der VR dafür sind, das würde auch gewaltige Reformen in China mit sich bringen, da freie Wahlen auf der VR nunmal noch nicht gibt...

China versucht Taiwan gegen deren Willen einzugliedern... das einzige, was hinken würde, wäre, dass Taiwan nicht von China als gleichberechtigter Staat angesehen wird... aber auch nur das...

Du hast ja schliesslich auch schon vorher treffend selbst bemerkt, dass es so wäre als würde man die demokratische BRD zwingen der diktatorischen DDR beizutreten und das ohne Volksabstimmungen...
Grufti hat geschrieben: Du vergißt , das ein Teil der Bevölkerung dem Anspruch irgendeiner chinesischen Regierung auf die Insel widerspricht, und dort ihren eigenen Staat fordert...
nein tue ich nicht, weil sie schon einen eigenen Staat haben, was sie hauptsächlich wollen ist ein unter den Nationen gleichberechtigten Staat, vor allem zu VR China, das könnte man auch über einen Grundlagenvertrag gut erreichen, das würde der Unabhängigkeitsbewegung gewaltig den Wind rausnehmen, da ein essentieller Misstand gelöst werden würde...
Dennis (CDS) hat geschrieben:
TaugeNix hat geschrieben:Das du es als Einwohner Taiwans natuerlich anders siehst, und dafuer auch gute Argumente hast - bitte, kein Problem. Aber mir vorzuwerfen, ich wuerde die Einwohner Taiwans beleidigen mit meinen Aussagen, ist genauso, wie wenn ich dir vorwerfe, das womoeglich kommende Leid durch Sezessionskriege in ganz China der Mainlandbevoelkerung einfach hinzunehmen.
Ist dir bei allem übrigens mal der Gedanke gekommen, dass es bei einer Sezession nicht automatisch zum Krieg kommen muss? Man könnte auch das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes akzeptieren anstatt gesetzlich festzuschreiben, es mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Wenn die chinesische Führung meint, Unabhängigkeitsbestrebungen nur mit Krieg und damit eventuell "verbundenem Leid der Bevölkerung unterdrücken zu können ist das erstmal allein deren Problem. Es hört sich bei dir ja fast so an, als ob Taiwan im Falle einer Unabhängigkeit direkt für einen Krieg verantwortlich sei, da es aus Sicht der chinesischen Führung überhaupt keine andere Option geben kann. Taiwan ist doch gar nicht das Problem der chinesischen Bevölkerung, um die du dich so rührend sorgst. Es ist eher das Problem der politischen Führung und diese schert sich im Ernstfall einen Dreck um die eigene Bevölkerung. Sicherlich wünscht du dir ein China, in dem Hoffnung auf eine andere Lösung bestünde. Bis es aber soweit ist, arrangierst du dich mit einem System der Ungerechtigkeit, welches für dich auf geltendem Recht basiert. Nun weißt du als Jurist sicherlich besser als ich, dass Recht und Gerechtigkeit zwei verschiedene Paar Schuhe sind und dass man es nicht immer allen recht machen kann. Das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes aber zum Wohle eines anderes Volkes zurückzustellen, das mein lieber TaugeNix, akzeptiere ich nicht nur nicht als Einwohner Taiwans, sondern ganz einfach als Mensch, egal in welchem Land auf dieser Welt ich leben würde. Warum bin ich eigentlich in diesem Forum? Um dir und allen anderen mitzuteilen, was in Taiwan alles besser läuft als in China? Um täglich mindestens einmal öffentlich China bashen zu können, um mein taiwanisches Ego zu befriedigen? Manchmal bestimmt ja, aber eigentlich eher, um China besser verstehen zu können, aus den Augen von Leuten, die zu China ähnliche Beziehungen haben wie ich zu Taiwan. Dabei mache ich keinen Unterschied zwischen den Menschen beider Länder, sondern einzig und allein dem Umfeld, in dem sie leben und davon geprägt werden. Davor, und auch da stimme ich dir zu, sollte man wirklich nicht die Augen verschließen, sondern eher konkret darüber nachdenken wie man die aktuellen Probleme in der Zukunft lösen kann und zwar zum Wohle aller und nicht nur vieler. Mit Gewalt sicherlich nicht, aber da sitzt das Problem gerade viel näher irgendwo bei dir als bei mir. Vielleicht kann ich in Taten nicht sehr viel tun, aber zumindest in Worten kann ich versuchen immer und immer wieder die Ungerechtigkeit der jetzigen Situation hervorzuheben und gleichzeitig den Willen der Menschen zu loben, die trotz dieser Ungerechtigkeit ihren eigenen Weg gegangen sind und weiterhin gehen werden, Menschen der normalen Bevölkerung sowie Menschen im politischen Bereich. Gerade bei Letzterem wäre es nicht schlecht, wenn sich zum Wohle der Mainlandbevölkerung mal mehr Leute wie du mit Taiwan beschäftigen um herauszufinden, dass die jetzige Situation in China nicht gottgegeben ist und Veränderungen schon jetzt längst möglich wären. Schade, dass du diese Chance nicht nutzt.
schöne Rede! :D

es ist Taiwan, dass aufgrund des Konflikts, trotz Gesichtsverlust, jahrelang international pragmatisch bewegen musste, die KPChs handelt hier ausschliesslich ideologisch und hat selbst in der Hand, ob sie in diesem Konflikt oder ähnlichen Fällen militärisch vorgehen muss...

vor kurzem scheiterte auch Taiwan mit einem erneuten Versuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Beobachter beizutreten am Widerstand der Volksrepublik, um politische Diskussionen vom Anfang an den Boden zu entziehen, hatte sich Taiwan unter dem Namen "Health Entity" beworben, natürlich ist auch dieser Antrag an China gescheitert, man darf nicht vergessen, dass Taiwan während der Sars-Krise allein stand, da sie auf Druck von China keine Informationen der WHO bekam, da Taiwan kein eigenständiges Land sei... daran kann man auch sehen, wie sich die KP um die Menschen auf Taiwan schert...
Dennis (CDS) hat geschrieben:
TaugeNix hat geschrieben:Und dies ist aus o.g. Gruenden zufaelligerweise die der restlichen Welt.
Zufälligerweise wirst du mir jetzt auch erklären können, warum es in Taiwan genau so eine deutsche, amerikanische, französische, britische etc. Botschaft mit den gleichen Aufgaben wie in allen offiziell anerkannten Ländern auch gibt, nur dass sie anstatt Botschaften Institute genannt werden. Du kannst mir zufälligerweise auch erklären, warum es darüberhinaus noch unzählige kulturelle und wirtschaftliche Einrichtungen gibt, die sich intensiv mit den bilateralen Beziehungen beschäftigen. Der Rest der Welt, wie du ihn siehst, steht mitnichten geschlossen hinter dem einen China und lehnt ein selbständiges Taiwan deswegen ab. Du solltest nicht zu viel von dem glauben, was du von der Propaganda lernst. Natürlich möchte es sich niemand, schon allein aus wirtschaftlicher Sicht, mit China verderben. Auch die USA erkennen das Ein-China-Prinzip an, na und? Hat sie nicht daran gehindert in den letzten Jahrzehnten milliardenschwere Deals mit Taiwan abzuwickeln. Deutsche Firmen (Mercedes, BMW, Bayer, BASF, Siemens, ThyssenKrupp) waren schon lange in Taiwan vertreten, bevor in China jemand deren Namen kannte.
gute Argumentation! ;)

daran möchte ich gerne noch was hervorheben, dass die Ein-China-Politik der USA oder Japan oder einiger Staaten NICHT identisch mit der von Festlandchina... auch wenn das heute viele fälschlicherweise glauben... es gibt so zusagen mehrere Auffassungen der Ein-China-Politik, nicht nur eine vr-chinesische...

im "Taiwan Relation Act" der USA akzeptiert sie auch keinen Herrschaftsanspruch der VR auf Taiwan... die USA sieht Taiwan als Teil "Chinas", das nicht definiert ist, aber nicht als Teil der VR...

auch Deutschland hat sich bisher nicht explizit Stellung bezogen... Taiwan wird immer noch "indirekt" als selbstständiges Land betrachtet, wenn auch nicht offiziell...

die Taiwan-Frage ist eben international (durch die UN) immer noch nicht gelöst... daher habe ich auch mal das Nordzypern-Beispiel gebracht...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

nein tue ich nicht, weil sie schon einen eigenen Staat haben, was sie hauptsächlich wollen ist ein unter den Nationen gleichberechtigten Staat, vor allem zu VR China, das könnte man auch über einen Grundlagenvertrag gut erreichen, das würde der Unabhängigkeitsbewegung gewaltig den Wind rausnehmen, da ein essentieller Misstand gelöst werden würde...
es gibt keinen eigenständigen Staat "Republik Taiwan", sondern einen Staat "Zhonghua Minguo", der offiziell bereits in seinem 97. Jahr seit seiner Gründung 1911 und seit 1945 auf Taiwan besteht, deren eine Partei , die Guomindang offiziell immer noch die Ein-China-Theorie verfolgt..

Die Bevölkerung muß erst unabhängig werden, d. heißt es muß eine Republik Taiwan gegründet werden...damit auf Taiwan wirkliche eine eigenständige unabhängige Republik errrichtet werden kann..Du schreibst ja selbst
das würde der Unabhängigkeitsbewegung gewaltig den Wind rausnehmen, da ein essentieller Misstand gelöst werden würde..
Du gibst ja selbst zu, daß auf Taiwan kein von China ( als Ganzem !) unabhängiger Staat existiert...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

mir ging es hauptsächlich darum wie die Wiedervereinigung stattfand, die konnte nur durch freie Volksabstimmungen in der BRD und DDR entsehen
Ich kann mich nicht entsinnen, daß es in der BRD eine Volksabstimmung zum Thema "(Wieder-) Vereinigung mit der DDR gegeben hätte.....
denn die DDR ist nach deren Abstimmung an die BRD gem. dem alten Art. 23 GG "angeschlossen" worden
"
Artikel 23 (alt)

Dieses Grundgesetz gilt zunächst im Gebiete der Länder Baden, Bayern, Bremen, Groß-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Würftemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen."




ich glaube Du hast meinen Vergleich immer noch missverstanden, ich vergleich nicht die Entstehung von RoC/VRC mit der Entsehung von BRD/DDR oder sonst was, sondern kritisierte den Vergleich der VR-Chinesen im Bezug der Wiedervereinigung von Deutschland...

Ich kritisiere ebenso den Vergleich der VR Chinesen, aber unter der Prämisse der rechtlichen Entstehung der Vereinigung BRD /DDR
.
Im Endeffekt wären alle deutschen Bestrebungen zur Wiedervereingung sinnlos gewesen, wenn nicht alle Siegermächte des WWII zugestimmt hätten..., eben weil sowohl die BRD als auch die DDR das Produkt eines verlorenen Krieges mit allen Konsequenzen gewesen ist
Welche Partei "für" und welche "gegen" die Wiedervereinigung gewesen ist, ist in diesem Zusammenhang schnurzegal... ebenso welche Bevölkerung wohin geflüchtet ist, da es einzig und allein um Besatzungsrechte und um die Macht in Deutschland gegangen ist .


währendhingegen bei einer Vereinigung Taiwan / VR eigentlich kein einziger Staat der Welt irgendetwas zuzustimmen hätte.. weil dabei diese Vereinigung (je nach Standpunkt !) entweder als innerchinesisches Problem...oder eine Angelegenheit zwischen zwei souveränen Staaten zu betrachten hat....
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

es ist nicht "Schuld" der Sowjetunion, dass die DDR unterging, sondern hauptsächlich die DDR selbst, die Taiwaner hauen schliesslich nicht alle nach China ab... aber viele Chinesen wollen lieber nach Taiwan...
Aber Hallo !

Es ist sehr wohl die "Schuld" der UdSSR, daß die DDR unterging....
siehe Wikipedia:


Auf dem Weg zur Einheit

Gorbatschows Reformen ziehen allerdings noch weitere Konsequenzen nach sich. Neben der spürbaren Entschärfung des internationalen Ost-West-Konfliktes, insbesondere des Kalten Krieges durch verbindliche Abrüstungsvereinbarungen zwischen der UdSSR und den USA, eröffnet die Politik des „Tauwetters“ auch den Einzelstaaten des Ostblocks neue Perspektiven. Nachdem Moskau einer allmählichen Demokratisierung nicht mehr im Wege steht, öffnet Ungarn im August 1989 seine Grenzen zu Österreich.....
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-de ... eziehungen

Wäre in der UdSSR nicht die "Krankheit" der Demokratisierung ausgebrochen, hätte Ungarn schwerlich die Grenzen für die DDR Bürger öffnen können..!


Im Übrigen will hauptsächlich die Volks"befreiungs"armee nach Taiwan...um das taiwaneische Volk von einer möglichen Selbstständigkeit zu befreien !!
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
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Re: Bewerbung der Taiwan-Behörde um UN-Beitritt ist absurd

Beitrag von Grufti »

auch wird gerne von den VR-Chinesen angeführt, dass sie Deutschlands Einheit immer gerne unterstützt haben
Koxinga: Wenn Du wieder einmal einem VR Chinesen begegnest, der dieses Argument anführt, erzähle ihm doch mal ganz einfach, daß die Vereinigung Deutschlands von zwei souveränen selbstständigen Staaten durchgeführt wurde, die sich auch gegenseitig als solche anerkannt hatten
*** unschuldig pfeif *** 8)

Was meinst Du...wie schnell er dann von diesem Argument in Bezug auf die Vereinigung von VR und Taiwan abrückt !!!! :P :P :P :P

**** grööl und auf die Schenkel klopft****
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