COVID, wind of change.

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LaoMatse
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von LaoMatse »

@Otternase stimmt - ich war 2018 das letzte Mal in D und bin darauf angewiesen, was man mir zutraegt. Ich habe hier manchmal den Eindruck, dass ueberzogen wird, habe mich aber auf eine Aussage bezogen, die mich am Samstag erreicht hat. Supermarkt, Wursttheke. Schau mal! Die traegt noch ne Maske!............und das bei der Hitze.
Sei's drum, Du hast verstanden, was ich meine. In China ist die Angst vor der Isolation groesser als die Angst vor der Infektion.

Der Verlauf einer Infektion haengt natuerlich von vielen Faktoren ab und wie gesagt, manches mag ich hier einfach nicht ausbreiten :wink:

Schoenen Tag gewuenscht!
LaoMatse
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von LaoMatse »

Ich moechte noch einen Aspekt hervorheben, den ich enormst wichtig finde.
Es geht um Entwicklung der Menschen im Compound zueinander. Vor diesem Lockdown war es hier, in meinem Compound, sehr unueblich sich zu gruessen, geschweige denn miteinander zu reden.
Seit wir den Lockdown durchlaufen haben ist das komplett anders. WeChat-Gruppe fuer Gebaeude und ganzen Compound sei dank. Ich empfinde das als sehr angenehm.
In der Lobby wurde damals ein Regal von uns aufgestellt, jeder der von irgendwas sehr viel hatte, hat einen Teil davon dort 'geshared'. Wer brauchte nahm sich. Auch direkte Tauschgeschaefte mit Versendung im Aufzug wurden getaetigt.
Wir hatten auch fuer meinen Nachbarn, auf der Etage gekaempft, um ihm als Infiziertem die Isolation zu ersparen. Nun, das gelang uns nicht. Aber seine Frau und sein kleiner Sohn durften bleiben. Wir haben die dann mitversorgt. Es gab Absprachen, dass die die Wohnung nicht verlassen und im Gegenzug haben wir Lebensmittel vor die Tuere gestellt.
Der Singerei am Sonntagabend dagegen konnte ich nichts abgewinnen......................
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

interessanter Artikel in der NZZ zum Thema

https://www.nzz.ch/international/neue-d ... ld.1690335
Wenige Monate vor dem Kongress der Kommunistischen Partei, an dem der Staats- und Parteichef Xi Jinping sich für eine dritte, fünfjährige Amtszeit bestätigen lassen will, wirft eine neue Studie Fragen zu seiner umstrittenen Zero-Covid-Politik auf. Chinas Center for Disease Control and Prevention legte vor wenigen Tagen eine Untersuchung vor, nach der von rund 33 000 mit der Omikron-Variante infizierten Spitalpatienten in Schanghai nur 22 schwer krank wurden.
...
Alle der 22 schwer erkrankten Patienten in Schanghai waren älter als 60 Jahre und hatten bereits Vorerkrankungen. Die Studienergebnisse decken sich mit anderen Untersuchungen, nach denen die Omikron-Variante zu weniger schweren Krankheitsverläufen führt als die Delta-Variante des Coronavirus. Die Schanghaier Daten deuten zudem darauf hin, dass Chinas Umgang mit Infizierten zu einer gewaltigen Verschwendung von Spitalkapazitäten führt. Experten verweisen darauf, dass der überwiegende Teil der positiv Getesteten sich in der eigenen Wohnung isolieren könnte. So blieben Spitalbetten für die Patienten frei, die sie tatsächlich benötigen.

An der Schanghaier Studie, die zwischen dem 22. März und dem 3. Mai durchgeführt wurde, war auch der bekannte chinesische Virologe Zhang Wenhong beteiligt. Er verwies darauf, dass die Ergebnisse Belege lieferten, die für eine Anpassung der Null-Covid-Strategie sprächen. Zhang hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zu überzogen scharfen Lockdowns geäussert.
...
Westliche Virologen verweisen darauf, dass man die Quote von Todesfällen im Verhältnis zu Infizierten ohne grossen Aufwand auf eins zu Zehntausend verbessern könnte, indem das Impftempo gesteigert würde. Doch genau daran hapert es. Derzeit impft China im Durchschnitt jeden Tag 1,5 Millionen Personen, vor einem Jahr waren es noch durchschnittlich 30 Millionen pro Tag. Würde China zügiger impfen, verlöre auch das Argument der Regierung an Gewicht, bei einer unkontrollierten Infektionswelle bräche das chinesische Gesundheitssystem zusammen.
...
Doch rationale Argumente spielen in der chinesischen Diskussion um die Nulltoleranzstrategie längst keine Rolle mehr. Vielmehr ist die Diskussion politisch aufgeladen, denn sie ist eng mit der Person Xi Jinping verbunden. Chinas Staatsmedien feiern Xi als Urheber der Zero-Covid-Politik, die – anders als das Vorgehen des Westens, der sich schlicht zurücklehne – das Leben der Menschen in den Vordergrund stelle.
...
Während des Lockdowns in Schanghai kam es immer wieder zu kleineren Protesten gegen den rabiaten Kurs der Regierung. In der vergangenen Woche protestierten Bewohner der Stadt Kunshan in der Nähe von Schanghai, weil sie von Behördenvertretern daran gehindert wurden, in die Millionenmetropole zu reisen. Eine breitere Protestbewegung gegen den Zero-Covid-Kurs zeichnet sich jedoch nicht ab. Beobachter fragen sich, ob China womöglich nach dem für den November geplanten Parteitag von seinem strikten Kurs abrücken könnte.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von flyer1141 »

Unerwartet wurde heute für gesamt China die Quarantäne auf 7+3 reduziert. Hoffen wir Mal es geht weiter in diese Richtung.
An Zero Covid wollen sie aber ja weiter festhalten. Es gab gestern ein geleaktes Dokument / News bei WeChat, die von mehreren Jahren sprach. Wurde aber leider zeitig zensiert...
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

flyer1141 hat geschrieben: 28.06.2022, 21:29 Unerwartet wurde heute für gesamt China die Quarantäne auf 7+3 reduziert. Hoffen wir Mal es geht weiter in diese Richtung.
Habe das zwar auch in der Zeitung gelesen, aber keine offizielle Quelle gefunden. Auf den Seiten der Botschaft stehen noch immer die alten Regeln. Hast Du eine verlässliche Quelle, die auch erklärt, ab wann und unter welchen Bedingungen das gilt?
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

Das ist zwar keine offizielle Quelle aber Mal ein Hinweis.

https://mp.weixin.qq.com/s/yCqhjdsZ7DfNLkNk6TY9Jg
Des weiteren kann ich positiv bestätigen das die Pax die am Wochende mit der Finnair nach Hangzhou geflogen sind auch nur 7+3 machen müssen.
Für Shanghai gibt es wiedespruchliche Rückmeldungen.
Ich denke da müssen wir einfach noch ne Woche abwarten und auf first Hand Erfahrungen warten.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von sweetpanda »

deralex2985 hat geschrieben: 11.06.2022, 21:40 neue Regelungen für Visabeantragung

http://de.china-embassy.gov.cn/det/sgyw ... 701734.htm

u.a kann jetzt eiin Visum beantragt werden für

2. Die Antragsteller, die Berufstätigkeit in China wieder aufnehmen bzw. aufnehmen und gültige Arbeitserlaubnisse wie „Foreigner’s Work Permit“ oder „Notification Letter of Foreigner’s Work Permit“ vorweisen können.

Auch die Familienangehörigen der oben Genannten (einschließlich der bereits in China arbeitenden Ausländer) können mit einer Verwandtschaftsbescheinigung ein Familienzusammenführungs- oder Besuchervisum beantragen. Die Kategorie „Familienangehörige“ bezieht sich auf Ehegatten, Eltern, Kinder unter 18 Jahren und Schwiegereltern.

3. Die Antragsteller, die mit chinesischen Staatsbürgern verwandt bzw. mit Ausländern mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung in China verwandt sind und eine Verwandtschaftsbescheinigung sowie weitere notwendige Unterlagen für ein Besucher- oder Familienzusammenführungsvisum vorweisen können. In diesem Fall fallen unter die Kategorie „Familienangehörige“ Ehegatten, Eltern, Schwiegereltern, Kinder, Ehegatten der Kinder, Geschwister, Großeltern und Enkelkinder.
Würde das bedeuten, dass unsere Schwiegereltern uns wieder in Deutschland besuchen könnten oder nicht?
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

sweetpanda hat geschrieben: 29.06.2022, 16:04 Würde das bedeuten, dass unsere Schwiegereltern uns wieder in Deutschland besuchen könnten oder nicht?
es geht da um die Einreise von Ausländern nach China zu ihren in China lebenden Familienangehörigen. Mit Deinem Fall hat das nichts zu tun!

Deine Schwiegereltern können aus China nach Deutschland derzeit unter Beachtung der normalen Familienbesucher-Visa-Regeln einreisen. Beschränkungen wegen Corona bei Einreise sind derzei ausgesetzt (siehe auch https://www.auswaertiges-amt.de/de/quar ... se/2371468 )
Ab Samstag, 11.06.2022, werden sämtliche COVID-19-Einreisebeschränkungen nach Deutschland vorläufig aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt sind Einreisen nach Deutschland wieder zu allen Reisezwecken zulässig (auch zu Tourismus- und Besuchsreisen). In der Volksrepublik China ansässige Personen benötigen jedoch auch weiterhin einen wichtigen Grund zur Einreise nach Deutschland (Gegenseitigkeitsvorbehalt) – dies gilt nicht für in der Volksrepublik China ansässige deutsche Staatsangehörige. Für die Einreise nach Deutschland ist keine Vorlage eines Impfnachweises, Genesenennachweises oder Testnachweises mehr erforderlich.
Familienbesuch gilt dabei als "wichtiger Grund", eben analog dazu, dass das auch für die Einreise nach China als valider Visumsgrund gilt.

Aber ein Besuchervisum ist ja auf maximal 90 Tage beschränkt. Bis dahin dürfte die Einreise nach China nicht viel einfacher geworden sein. Und die Regeln dann (Tests, Hotelquarantäne) gelten für chinesische Staatsangehörige ebenso wie für Ausländer. K.A., ob sich das Deine Schwiegereltern antun wollen.
Und sie müssen natürlich, um überhaupt ein Visum beantragen zu können, über einen Reissepass verfügen. Meines Kenntnisstandes nach werden in China schon seit Beginn der Pandemie keine neuen Reisepässe mehr ausgestellt oder abgelaufene verlängert...
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von oyster »

otternase hat geschrieben: 29.06.2022, 17:19 es geht da um die Einreise von Ausländern nach China zu ihren in China lebenden Familienangehörigen. Mit Deinem Fall hat das nichts zu tun!
der Gedanke von sweetpanda ist gar nicht so abwegig. Bislang war China bei den Coronabeschränkungen mit einem * versehen. Sinngemäß: Deren Corona Zahlen sind zwar unkritisch aber da China unseren Bürgern die Visas verweigert ist das die Gegenmaßnahme. (Meine Schwiegermama konnte trotzdem 3x anreisen da wir echten wichtigen Grund nachweisen konnten. Verwandtschaftsverhältnis alleine war bekanntermaßen kein ausreichender Grund)

Wenn wir nicht-Chinesen jetzt aber wieder Visa bekommen können müsste folglich im Gegenzug auch jede Beschränkung für Chinesen aufgehoben werden.

Andere Mini-Frage: Wie sind denn die +3 Tage zu handhaben bei neuer Einreiseregel nach China? Hintergrund: Ich hab mir günstig schon vor einem Jahr Tickets für China gekauft und sie innerlich schon abgeschrieben. Aber vlt klappts ja doch. Also 7 Tage isoliert im Hotel und dann 3 Tage in der Wohnung der Schwiegermama aber sie darf nicht anwesend sein? Oder müssen wir dann 7+3 = 10 Tage ins Hotel, da wir keine eigene Wohnung in China haben?

Danke :-)
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

Als ich diesen Thread vor über 4 Monaten eröffnet tat ich dies in der Hoffnung, dass es einen " Wind of Change " bezüglich der Quarantäne und Einreisebedingungen geben könnte... Dann kam der große Lockdown.
Als dann noch in einem anderen Thread düsterer von 5 Jahren gesprochen wurde, hatte ich so langsam die Hoffnung verloren.

Egal wie jeder einzelne von euch zu China steht, ich hoffen, dass dieser " Wind of Change " tatsächlich anhält,
Hoffen wir auch, dass sich bald auch etwas in der Flugsituation ändert und das nervige Transit Verbot fällt.

Hier wohl auch die Bestätigung für Shanghai.
Ab morgen soll die Regelung auch für Shanghai gelten.

https://mp.weixin.qq.com/s/E4j17wZHRZyR ... &forceh5=1
@Oyster
Bezüglich deiner Frage wo man die + 3 verbringt.
Ich gehe jetzt mal davon aus, das dies wie vorher die + 7 eben in einem normalen Hotel geht, sofern man keine Wohnung in SH hat.
Letztendlich werden da sicher in einigen Wochen Erfahrungen vorliegen.
Nun sind ja auch drei Tage relativ überschaubar.
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Beitrag von Laogai »

flyer1141 hat geschrieben:Es gab gestern ein geleaktes Dokument / News bei WeChat, die von mehreren Jahren sprach. Wurde aber leider zeitig zensiert...
Einer mehr, der auf die Zeitungsente hereingefallen ist. Hoffentlich verbreitet flyer1141 hier nicht noch mehr unhinterfragten "Quack"...
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Asgaros »

Auch gut zu wissen: Es wird jetzt vor Abflug nur noch EIN PCR-Test benötigt statt zwei.

Weiss jemand, wie Home-Monitoring definiert wird falls zum Beispiel meine Mutter in unser Appartment zu Besuch kommen würde? Hard-Lockdown oder "besser nur das Haus verlassen wenn es wichtig ist"?
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

Erst mal ein weiterer positiver Trend.
Diesmal in Richtung Flugsituation und Transit Verbot.

https://mp.weixin.qq.com/s/8gzfQl4QgXrGx3Yofmz8PA
Ich hab das noch nicht ganz verstanden, gerade im Bezug auf Deutschland, aber ein weiterer " Wind " in die richtige Richtung.
@ Asgaros
Ich glaube wie die 3 Tage gehandhabt werden, werden die nächsten Wochen zeigen.
Auch bei den + 7 gab es vor dem Lockdown ja durchaus Unterschiede, abhängig vom Distrikt und Nachbarhrschafts Komitee.
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