COVID, wind of change.

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otternase
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

sweetpanda hat geschrieben: 11.05.2022, 18:09
Asgaros hat geschrieben: 11.05.2022, 06:38
Ich bin mir 100% sicher, dass die Zahlen vorne bis hinten nicht stimmen und bewusst positive Fälle verschleiert werden, damit die Lokal-Führung der Community oder des Sub-Distrikts nicht sein Gesicht verliert, wenn man das Ziel verfehlt.

Es ist völlig absurd, da es so offensichtlich ist.
Das glaube ich nicht wirklich, denn das würde sich ja bei jeder Öffnung wieder bitter rächen.
Bei unerkannten Fällen wird es nach 1-2 Wochen wieder Riesenfallzahlen geben.
Das geht so nicht, der Virus beugt sich niemandem und lässt sich nur begrenzte Zeit unter den Tisch kehren.
Die Strafe für die Offiziellen würde ja nur noch heftiger werden, einen "Betrug" der zu 100% auffliegen muss macht doch keiner.
da die grosse Mehrheit (weitgehend) symptomfrei die Erkrankung uebersteht, da die meisten Menschen sich lieber still und leise im eigenen Heim statt eingesperrt in einem Quarantaenelager auskurieren, da inzwischen Infizierte angefeindet werden und daher ein Infizierter Interesse hat, seine Erkrankung soweit moeglich geheimzuhalten, halte ich es nicht fuer zwingend, dass der Betrug schnell auffliegt und eindeutig einem bestimmten Offiziellen zugeordnet werden koennte. Das koennte, sobald es auffliegt, dann vielleicht in einer "Kollektivstrafe" fuer eine bestimmte Region enden, aber kaum in einer Strafe fuer genau den einzelnen Schuldigen. Und daher kann sich der Einzelne schon ausrechnen, dass der Betrug vielleicht die bessere Option ist...
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von TomXian »

sweetpanda hat geschrieben: 11.05.2022, 18:20
otternase hat geschrieben: 11.05.2022, 10:39 Die Schutzwirkung der chinesischen Impfstoffe vor Corona-Tod liegt gemäß der Zahlen aus Hongkong (wo ja chinesische und europäische Impfstoffe zum Einsatz kamen) bei mindestens 75%. Das ist wohl weniger als bei mRNA-Impfung, aber keineswegs so niedrig, dass es plausible Begründung für Zero Covid wäre!
Das Problem ist auch, dass die Schutzwirkungen schnell nachlassen. Ich glaube nicht, dass man im kommenden Herbst noch was von seiner Impfung hatte wenn sie mehr als ein Jahr zurückliegt. Bei den chinesischen Impfungen sicher viel weniger, aber auch Biontech haut den Virus nach einem Jahr sicher nicht mehr vom Hocker. Die ersten 3-4 Monate ist alles immer prächtig, danach baut es sich recht rasch ab.
Hier sollte man hinzufügen, dass das menschliche Immunsystem selbstverständlich "lernt" mit dem Virus umzugehen.
mRNA Impfstoffe geben dieses "Wissen" ja auch weiter und sind leicht anzupassen. Bei Totimpfstoffen ist keine Anpassung möglich und man muss hoffen, das die "Dosis" in etwa passt den Körper zu veranlasst, genügend Abwehrstoffe zu bilden. Bei "Geboosterten" scheint dies doch der Fall zu sein.

Am allerbesten ist das "Genesen sein", also die Durchseuchung. Nach offiziellen Angaben nähert man sich in DE den 40% als Infiziert/Genesen?

Hier hat China - strategiebedingt :lol: - nicht vorzuweisen.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von TomXian »

otternase hat geschrieben: 11.05.2022, 18:40 Wenn man von diesem Gedanken ausgeht, waere die beste Exit-Strategie, nicht nur fuer China, sondern auch zB in Europa die, in einer konzentrierten Aktion alle Menschen (oder zumindest alle, die es wollen bzw. alle, die ein Risiko haben) innerhalb weniger Wochen zu impfen und dann im Anschluss jegliche Eindaemmungsmassnahmen, einschliesslich Quarantaene von Infizierten, aufzuheben, mit dem Ziel, dass Corona einmal durch die komplette Bevoelkerung durchlaeuft innerhalb eines Zeitraums, in dem (fast) alle ihre Impfung vor hoechstens 3-4 Monaten hatten. Danach waere eine ausreichende Grundimmunitaet in der Bevoelkerung vorhanden, um auf weitere Lockdowns verzichten zu koennen.
Genauso läuft es doch derzeit in Europa und anderswo ab.
Die maximal erreichbare Impfquote ist eben diejenige OHNE Impfgegner.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

@TomXian

zur Erlaeuterung nochmal meine Rechnung:
Aber viel interessanter ist was anderes, was man auf der Seite ablesen kann:
- wie aus dem Dokument oben ablesbar, sind Todesfälle in signifikanter Zahl (Mortalität größer 0,5%) bei den ü60 aufgetreten, daher beschränke ich mich im Folgenden mal auf diese Gruppe
- laut der Info auf der Seite, sind von insgesamt 2.034.100 Einwohnern dieser Altersklasse 732.870 mindestens zweimal mit Sinovac, 519369 mindestens zweimal mit Biontech geimpft worden, 230.399 haben einen Sinovac und 272.980 einen Biontech Booster erhalten.
- diese Zahlen anders zusammengestellt bedeuten
von 2.034.100 Personen sind 781.861 ungeimpft. Es sind von den geimpften 1.252.239 aber mindestens 459.890 ausschliesslich mit Sinovac geimpft worden (dies unter der Annahme, dass alle, die am Anfang Sinovac erhalten haben, als Booster Biontech gewählt hat)

Wenn nun stimmen sollte, was zuvor veröffentichte Studien behaupteten, dass Sinovac keinerlei Schutzwirkung habe, dann müsste es unter den als "geimpft" Registrierten eine Subgruppe von mindestens eben diesen 459.890 Personen geben, die zwar geimpft, aber ungeschützt sind.

Wenn das Risiko diese Menschen identisch ist mit dem Risiko derer, die ungeimpft sind, und wenn wir als Extremfall die Annahme nehmen, dass alle Biontech Geimpften 100% geschützt sind und aus dieser Gruppe niemand gestorben ist, dann müsste der Anteil der als "geimpft" Gestorbenen

459.890/(459.890+781.861) = 0.37
also 37% Prozent betragen!

Es KANN hier also etwas nicht stimmen!

Entweder Sinovac hat eine Schutzwirkung von mindestens 75% (dann würden die Zahlen wieder stimmen, unter der weiterhin übertriebenen Annahme von 100% Schutzwirkung von Biontech), das würde aber eben den Publikationen zur angeblich niedrigen Schutzwirkung von Sinovac widersprechen. Oder aber bei der Klassifizierung "geimpft"/"ungeimpft" ist irgendwas nicht in Ordnung und es wurden geimpfte als ungeimpft einsortiert.
Festzuhalten und ganz zweifelsfrei festzustellen ist jedenfalls, dass an einer Stelle die Zahlen unmöglich stimmen KÖNNEN!
Simpel gerechnet:
es gibt eine Grundgesamtheit, aus denen fast alle Todesfaelle kommen, die einen Umfang von 2.034.100 hat
diese teilt sich auf in drei Gruppen
A 781.861, die nicht oder nicht vollstaendig geimpft sind
B mindestens 459.890, die nur mit Sinovac geimpft wurden
C hoechstens 792.349, die mindesten einmal mit BionTech geimpft wurden
Laut den offziellen Daten aus Hongkong waren 90% der Verstorbenen ungeimpft, dh. aus der Gruppe A. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass 10% der Coronatoten geimpft waren, also aus der Gruppe B oder C kamen.

Wenn man nun noch idealisiert annimmt, dass BionTech eine 100% Schutzwirkung habe, also keiner der geimpft an Corona Verstorbenen aus der Gruppe C kam, dann kann man die minimale Schutzwirkung in der Gruppe B errechnen.

es sei M die Mortallitaetsrate unter Ungeimpften, T die Gesamtzahl der Corona-Toten und S die Schutzwirkung von Sinovac als Faktor der Mortalitaetsrate, und die offzielle Angabe, dass 90% der Toten ungeimpft waren, dann gilt

A * 1*M = 0.9 T
B * S*M = 0.1 T

dann kann man multiplizieren und gleichsetzen, ist A*M = 9*B*S*M, man kann M kuerzen und nach S aufloesen, dann gilt
S=A/9B

Mit den Zahlen von oben ergibt sich
S= 781.861 / (9*459.890) = 0.189
Diese Zahl sagt dann, dass ein mit Sinovac Geimpfter im Fall einer Infektion demnach nur 0.189 mal so haeufig an Corona stirbt wie ein Ungeimpfter.

Die Impfwirksamkeit wird nun berechnet als relative Risikoreduktion nach der Formel
IW= ( P(ungeimpft)-P(geimpft) ) / P(ungeimpft)
Wir kennen P(ungeimpft) nicht, aber wir wissen, dass P(geimpft)=0.189*P(ungeimpft)

Daher koennen wir schreiben
IW= ( P(ungeimpft)-0.189*P(ungeimpft) ) / P(ungeimpft)
Da kann man P(ungeimpft) rauskuerzen und erhaelt
IW = 1-0.189 / 1 = 0.811

Mit anderen Worten, die Impfwirksamkeit von Sinovac betraegt demnach mindestens 81%! Es sei denn eben, die offzielle Angabe zum Anteil der Ungeimpften unter den Coronatoten in Hongkong ist falsch und es sind tatsaechlich ein weitaus groesserer Anteil Geimpfter gestorben!

Falls ich einen Rechenfehler habe, bitte ich um Hinweis und Korrektur.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

@ Tom
Es ist auch für mich ermüdend ewig die gleiche Schwarz Weiß Malerei zu hören.
Offensichtlich haben wir, obwohl æhnliche Biographien ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Und was soll die ewige Anspielung auf das bayrische Sofa.
Im Gegensatz zu dir habe ich meine Immobilie in China verkauft, konvertiert und das Geld aus China legal heraus transferiert.
Ich habe etwas über meine Biographie geschrieben, damit man meinen biographischen Kontext zu meinen Positionen einordnen kann.
Daraus kann man natürlich auch ableiten dass ich eher pro chinesisch biased bin, viel Kritik an der chinesischen Regierung teile, aber eben nicht so ein vernichten des Urteil habe.

Ich will dier nicht zu nahe treten, aber für einen Investment Banker der vor 6 Jahren nicht mal wusste wie man in HK ein Konto eröffnet oder fragte wie man durch Heirat ein Q1 oder Q 2 Visa ableitet, trittst du hier ziemlich arrogant auf.
Es ist doch nicht so, dass du die einzige Langnase hier bist.
Die andern sind ja nur full pamperd Expats die für drei oder fünf Jahre entsendet worden sind und in einer überteuerten Mietwohnung leben und dann zurück zu ihrem Sofa in Buxtehude gehen.
Du bist der einzige, der China in seinem völligen Verderben erkennt.
Lies Mal deine Postings von 2018 und vergleiche das mit deinem Postings aus diesem Jahr, und um wie viel resignierter lesen sie sich heute.
Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie die Situation in X'ian ist aber auch in Shanghai geht gerade der Wahnsinn ab.
Nur Versuche ich das einzuordnen und die Mechanismen dahinter zu verstehen.
Und da, so glaube zumindestens ich, gibt es kein eindeutiges richtig/ falsch gut / böse.

Zum Thema ist ja fast alles gesagt.
Nur glaube ich auch hier das es man das nicht auf die eine Wahrheit herunterbrechen kann.
Natürlich ist die Zero Covid Strategie mittelfristig nicht nachhaltig
Natürlich Xi nachdem er ja erst Mal Anfang 2000 sich ganz aus dem Thema gehalten hatte, später seine Reputation an den Erfolg von Zero COVID gehangen.
Und natürlich hat die chinesische Führung als Ganzes viel zu spät erkannt, dass die Situation langfristig nicht kontrollierbar ist
Natürlich hat man Angst mit den unvermeidlichen Toten seine Legitimation zu verlieren.
Frei nach Lagerfeld.
Wer Zero COVID bis zum bitteren Ende durchziehen will hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Nur geschieht das jetzt "Weil sie böse sind"
Und da glaube ich, so einfach ist das nicht
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Asgaros »

sweetpanda hat geschrieben: 11.05.2022, 18:09 Das glaube ich nicht wirklich, denn das würde sich ja bei jeder Öffnung wieder bitter rächen.
Bei unerkannten Fällen wird es nach 1-2 Wochen wieder Riesenfallzahlen geben.
Das geht so nicht, der Virus beugt sich niemandem und lässt sich nur begrenzte Zeit unter den Tisch kehren.
Die Strafe für die Offiziellen würde ja nur noch heftiger werden, einen "Betrug" der zu 100% auffliegen muss macht doch keiner.
Noch ein kleiner Nachtrag dazu: Wir kennen eine Familie. Plötzlich positiver Selbsttest nach wochenlangem Lockdown. Aber das Ergebnis hat man den Volunteers nicht mitgeteilt, da man Schiss hat, dass der halbe Compound verschleppt wird und die Wohnung mit Chemikalien geflutet wird. Auch zum PCR-Test ist man dann vorsorglich nicht mehr runter gegangen.

Doch dann hat man doch etwas höheres Fieber bekommen, also hat man es letztendlich doch gemeldet. Wenig später wurde man dann erst einmal ins Quarantäne-Hotel gebracht.

Jetzt das wichtige dazu: Der Compound war wohl NICHT mehr in Lockdown. Also waren es quasi Community-Infektionen.

Das Problem: Das würde bedeuten, dass Zero-Covid-Ziel im Sub-Distrikt nicht mehr erfüllt ist und Community-Infektionen stattgefunden haben! Panik bei den Verantwortlichen!!!

Doch keine Sorge, denn: Man erscheint nur in den Zahlen, wenn die Infektion mittels PCR-Test nachgewiesen wurde. Mit einem positiven Selbsttest ist man erst einmal nur ein Verdachtsfall.

Und jetzt der Trick bei der ganzen Sache: Nachdem die Familie also den positiven Selbsttest gemeldet hat, wurde diese wie bereits erwähnt ins Quarantäne-Hotel gebracht. Und ERST im Quarantäne-Hotel findet der PCR-Test statt. Und was passiert nun, wenn die Infektion mittels diesem PCR-Test bestätigt wird? Richtig, es wird NICHT als Community-Infektion gezählt, denn der Fall wurde ja erst bestätigt, nachdem diese Person im Hotel getestet wurde - und laut Definition war sie ja zu diesem Zeitpunkt in Quarantäne.

Und so wird es mittlerweile bei ALLEN Verdächtigen praktiziert. Fall im Compound? Hurtig alle in Zentral-Quarantäne schicken und erst dort testen, denn sonst müssten sie bei Bestätigung ja als neue Community-Infektionen gemeldet werden.

Also keine Sorge, Leute. Shanghai hat wie gefordert sehr bald Zero-Covid erreicht und Infektionen finden nur noch in Quarantäne statt.

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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

Hier noch links zum Nachtrag.
Den Link zur NZZ und Nature hatte ja Otternase schon gepostet.

https://www.scmp.com/news/china/science ... gn=3177236

Wer einiges davon lesefrei anhören mag.

https://www.ardaudiothek.de/episode/wel ... /10495771/
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von Petermedia »

Noch ein Nachtrag.

https://www.scmp.com/news/china/science ... gn=3177294

Ein Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

Petermedia hat geschrieben: 11.05.2022, 21:38 Nur Versuche ich das einzuordnen und die Mechanismen dahinter zu verstehen.
Und da, so glaube zumindestens ich, gibt es kein eindeutiges richtig/ falsch gut / böse.
ein absolutes "gut" "boese" "richtig" "falsch" vielleicht nicht, aber doch sehr eindeutig ein "besser" und "schlechter". Das Festhalten daran, symptomfrei Infizierte in Quarantaenezentren zu schicken, statt sie sich zuhause auskurieren zu lassen und nur Heimquarantaene anzuordnen, ist ein Beispiel, wo es sehr eindeutig ein "besser" und "schlechter" gibt und die chinesische Regierung sich fuer das "schlechter" entschieden hat und daran festhaelt.
Petermedia hat geschrieben: 11.05.2022, 21:38 Nur geschieht das [nicht] jetzt "Weil sie böse sind"
ich glaube, Du wolltest das von mir eingefuegte Wort darin haben, oder? Wenn nicht, dann habe ich Dich missverstanden, dann korrigieren mich bitte.

Als Antwort auf Deine von mir Dir so "unterstellte" Aussage: nein, ich glaube kaum, dass irgendjemand der Ansicht ist, dass die chinesische Regierung das aus purer Boesartigkeit macht. Aber ich gehe davon aus, und da denke ich werden die meisten zustimmen, sie machen es aus anderen Motiven als dem Schutz der Bevoelkerung. Ich denke, die chinesische Regierung verfolgt eine Agenda, die den Interessen der momentan Machthabenden dient und nicht unbedingt der Bevoelkerung.
Das ist im Grunde auch nicht anders als das, was in den meisten anderen Laendern passiert oder passiert ist, im Grunde dienen praktisch alle Regierungen, egal ob demokratisch oder autokratisch, den eigenen Interessen mehr als den Interessen der Bevoelkerung des jeweiligen Landes. Im Falle von Zero Covid ist dies nur eben besonders drastisch und deutlich!

Eine zugegeben sehr scharz zeichnende Begruendung dafuer koennte die hier sein: viewtopic.php?p=390208#p390208
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von TomXian »

Mit SUNAC ist der nächste Chinesische Immobilienkonzern pleite.

https://www.bloomberg.com/news/articles ... markets-vp

SUNAC konnte auch gestern - nach Ablauf der gewährten Gnadenfrist - endgültig seinen Zahlungsverpflichtungen in USD nicht nachkommen.

Neben SUNMAC sind bereits mehr als 12 Immobilienkonzerne insolvent, etwa Evergrande, Kaisa und unsere.

An den Anleihemärkten geht man man davon aus, dass 40% aller chinesischen Firmenanleihen ausfallen werden, also nie zurück gezahlt werden. Die Bonität chinesischer Aktiengesellschaften in Anleihemarkt hat insoweit die Klassifikation "Ramsch" erreicht.

Der Immobilienmarkt in China, ähnlich dem Automobilsektor oder der Konsumgüterindustrie, ist seit Jahren rückläufig.
COVID-19 hat die Situation möglicherweise verschärft. aber nicht ausgelöst.

Die US Börsenaufsicht SEC ermittelt seit Jahren gegen CN Aktiengesellschaften, die an US Börsen gehandelt werden (Aktien, Anleihen, Devirate) wegen der Nichteinhaltung internationaler Bilanzierungsstandards (auf Hochdeutsch: Bilanzfälschung). Manche erinnern sich an die "Luckin Coffee Ltd", in der 2019 mal eben 310 Millionen USD Gewinn erfunden wurden, um eine 821 Millionen USD schwere Anleihe herauszugeben.

In den CN "Bilanzen" werden nicht einmal Besitzstrukturen genannt; die sind aber erforderlich, um beispielsweise die Gewinnverteilung zu berechnen.

Beijing lehnt eine unabhängige Überprüfung der Bilanzen seit Jahren mit der Begründung "nationaler Sicherheitsinteressen" ab.

Beobachter vermuten, dass sich in den Beteiligungsstrukturen das "Who is Who" der CN Parteiführung finden lässt.

In Kombination mit dem "Holding Foreign Companies Accountable Act (HFCAA)" werden diese Aktiengesellschaften seit 2020 gezwungen, diese Daten und Beherrschungsstrukturen durch die CN Regierung offenzulegen oder aber sie werden vom Handel ausgeschlossen.

Die Liste der auszuschließenden Aktiengesellschaften umfasst inzwischen mehr als 80 CN Unternehmen, vor wenigen Tagen kam auch "JD.COM" hinzu.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von sweetpanda »

Asgaros hat geschrieben: 12.05.2022, 07:59
Und jetzt der Trick bei der ganzen Sache: Nachdem die Familie also den positiven Selbsttest gemeldet hat, wurde diese wie bereits erwähnt ins Quarantäne-Hotel gebracht. Und ERST im Quarantäne-Hotel findet der PCR-Test statt. Und was passiert nun, wenn die Infektion mittels diesem PCR-Test bestätigt wird? Richtig, es wird NICHT als Community-Infektion gezählt, denn der Fall wurde ja erst bestätigt, nachdem diese Person im Hotel getestet wurde - und laut Definition war sie ja zu diesem Zeitpunkt in Quarantäne.

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Ja das kann man mit ein paar Hundert oder gar Tausend Fällen so machen, aber nach einiger Zeit verliert man die Kontrolle. Auch Alte, Kranke und Schwache werden dann vermehrt schwer Krank oder sterben gar. Entweder man dämmt es real ein oder nicht. Mit den kleinen Tricks kann man das Unvermeidliche nur hinauszögern.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von TomXian »

Beijing verbietet umfassend Ausreisen aus dem gelobten Land

https://mp.weixin.qq.com/s/j2G4mRI6D_7QjBIUOOApFg

Erinnert sehr an die DDR.

In diesem Falle aber wohl eher, um CN Leute mit einem one-way-ticket an der Ausreise zu hindern.

Und für Ausländer wird's dann zum one-way-ticket.

Gibbet wat schöneres?
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von TomXian »

Das RKI meldet soeben, dass bislang 25.661.838 Personen gezählt worden seien, die sich mit Corona infiziert hätten und wieder genesen seien.
Die tatsächliche Anzahl sei aber 2-3 mal so hoch, da die meisten Infizierungen nicht erkannt werden.

Damit dürfte für die allermeisten Deutschen die Pandemie beendet sein.

Immunisierung ist eben doch das wichtigste.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von sweetpanda »

Ein erschütternder Report der deutlich macht wie sehr sich China im Sauseschritt dem Wahnsinn nähert.
https://www.zeit.de/kultur/2022-05/coro ... null-covid

Jetzt trägt schon das Aufhetzten der Einwohner untereinander erste saure Früchte.
Es wird jetzt dringlich, dass westliche Staaten einmalig Evakuierungsflüge für alle ihre Staatsbürger anbieten, wenn China diese überhaupt noch zulässt.
Vielleicht sind de facto schon Hunderttausende Ausländer auf unbestimmte Zeit in China gefangen und im wesentlichen absolut rechtlos?

Es muss auch unbedingt ein Reisewarnung raus, bei der klar ausgedrückt wird, dass die Gefahr nicht bei Omicron liegt sondern, dass man bei Zero Covid Maßnahmen einfach unter die Räder gerät.

Alle westlichen Staatsbürgern muss empfohlen werden das Land zu verlassen.
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Re: COVID, wind of change.

Beitrag von otternase »

TomXian hat geschrieben: 13.05.2022, 08:43 Immunisierung ist eben doch das wichtigste.
unbedingt, an einer Durchseuchung führt auf dem Weg zur Normalität kein Weg vorbei. Ein paar Menschen werden dabei auch sterben, aber auch in China würde das zu keiner Katastrophe führen.
sweetpanda hat geschrieben: 12.05.2022, 17:45 Ja das kann man mit ein paar Hundert oder gar Tausend Fällen so machen, aber nach einiger Zeit verliert man die Kontrolle. Auch Alte, Kranke und Schwache werden dann vermehrt schwer Krank oder sterben gar. Entweder man dämmt es real ein oder nicht. Mit den kleinen Tricks kann man das Unvermeidliche nur hinauszögern.
Ja, man verliert zwar die Kontrolle, aber schlimm ist das nicht, wenn man es nicht thematisiert, kann es durchaus unter den Teppich gekehrt werden...

Aus eigenem unmittelbarem Erleben:
Dänemark hat 5,83 Mio Einwohner.
Der Spitzenwert der Neuinfektionen lag in der Omikron-Welle lag bei 55.120 an einem Tag (am 9. Februar), bei 46.337 im 7-Tages Schnitt am 13. Februar
Trotzdem lag die Zahl der Krankenhauseinweisungen mit/wegen Corona in der Spitze nur bei 1708 am 28. Februar und die höchste Zahl der Erkrankten auf ITS bei 45 am 3. März.
Der Spitzenwert der Todesfälle lag bei 85 am 10. März, der höchste 7-Tages-Schnitt bei 52, zum gleichen Zeitpunkt

Dänemark hat quasi vollständig auf Massnahmen verzichtet und ganz allein durch Durchseuchung liegt aktuell die Zahl der Neufälle bei rund 700 pro Tag, der Personen im Krankenhaus aktuell bei 482, davon 9 auf ITS, die Zahl der Todesfälle bei 7.

Insgesamt sind seit Jahresanfang 2,144 Mio Menschen erkrankt gewesen (rund 830.000 waren schon zuvor einmal mit Corona infiziert gewesen und genesen), aber nur 2891 mit Corona gestorben.

Das bedeutet, dass der "Kontrollverlust" zwar dazu geführt hat, dass von den zuvor noch nicht mit Corona Infizierten rund 40% in wenigen Wochen erkrankten, die höchste Zahl der Neufälle bei rund 1,1% der nicht zuvor infizierten Bevölkerung lag, von den Neuinfizierten in der Spitze 3% ins Krankenhaus kamen, aber nur 1,3 Promille der Infizierten gestorben sind.

Auf die chinesische Bevölkerung von 1.4 Mrd Menschen extrapoliert ergäben sich zwar enorm groß klingende Zahl, 560 Mio Infizierte, in der Spitze 15 Mio Krankenhauseinweisungen an einem Tag, bis zu 460.000 Menschen zeitgleich auf ITS, rund 730.000 Todesfälle insgesamt.

Das klingt enorm viel, aber dazu müsste man dann zB. bedenken, dass pro Jahr knapp 10 Mio Menschen in China eines natürlichen Todes sterben, Tendenz aufgrund steigenden Durchschnittsalters steigend. Selbst wenn man annimmt, dass die Coronatoten allesamt "zusätzliche" Todesfälle wären und nicht "nur" vorweggenommene Tode sowieso schwererkrankter Menschen, so läge doch die Übersterblichkeit auf ein Jahr gerechnet bei deutlich unter 10%. Das ist eine Zahl, die sofern sie nicht in den Nachrichten und der Politik breitgetreten wird, dem Einzelnen gar nicht auffällt!

Kurzum: wenn die chinesische Politik es wollte, könnte sie jederzeit gleichzeitig die Kontrolle über die Ausbreitung aufgeben UND Covid für besiegt erklären. Ohne unabhängige Statistik und ohne unabhängige Medien würde kein chinesischer Bürger den Betrug merken.
Aber das wird offensichtlich nicht gewollt.
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