Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

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wingtsun
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Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

Beitrag von wingtsun »

Grüezi z'summe!

Bald geht es wieder nach Asien, ganz nah nach China: Kambodscha und Vietnam. Kambodscha, das ganze Land mit dem Rucksack und in Vietnam wird man sich auf Ho Chi Minh City und das Mekong Delta konzentrieren.

Wer von euch hat wertvolle Ratschläge?
  • Essen
  • Trinken
  • Sehenswürdigkeiten
  • Aktivitäten
  • und so weiter...
Für jeden Tipp mehr als dankbar. Schönen Abend 8)
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Buddhabrot
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Re: Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

Beitrag von Buddhabrot »

wingtsun hat geschrieben: 27.04.2022, 18:25
  • Essen : Happy Pizza, lass dich überraschen
  • Trinken : Angkor, schmeckt echt gut das Bier kann man saufen.
  • Sehenswürdigkeiten : die Klassiker: Angkor Watt, aber auch der Dschungel hat viele alte Tempel.
  • Aktivitäten: Gibt einen Schießstand, an dem man mit einer AK47 auf lebende Hühner schießen kann, danach werden diese natürlich verzehrt. Also bevor jemand sagt tierquälerrei.
  • und so weiter...:
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Taifun
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Re: Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

Beitrag von Taifun »

Siem Reap
Dazu gehört zuerst eine gute Unterkunft: In Siem Reap war das Golden Temple (Villa) nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum, in der Seitenstraße Steng Thmei (auch: Steung Thmei), links ab vom Sivutha Blvd., für ca. 15 € und einem auch für Paris-verwöhnte sehr empfehlenswerten Restaurant. Die scheinen inzwischen (ist 6 Jahre her) massiv umgebaut zu haben, und damit haben sich wohl auch die Zimmerpreise geändert. [Auf der heutigen Webseite erkenne ich fast nichts wieder]
Für Angkor Wat kann ich vor allem den frühen Morgen empfehlen, egal ob du einen Sonnenaufgang erwischst oder nicht. Lass dich von einem privaten Guide mit einem Tuktuk führen, der wartet vor jeder Tempelanlage, bis zu wieder du ihm zurück findest. Verlauf dich aber nicht!
Am eindrucksvollsten sind sicher Angkor Wat (um 1122), Angkor Thom (Ende 12. Jh.) mit dem zentralen Bayon (Ende 12. Jh.) und seinen weltberühmten rätselhaft lächelnden „Gesichtern“, der benachbarte Baphuon (Mitte 11.Jh.) und der Phimeanakas (vermutl. 11. Jh.), und die sogenannten Elefantenterrassen (Ende 12. Jh.). Eine ergreifend morbide Romantik dagegen vermittteln der verfallende Tempel Preah Khan (2. Hälfte 12.Jh.), der Naga-Tempel Neak Pean (Ende 12. Jh.), und der durch Fotozeitschriften bekannte Ta Prohm (1186), auf dessen Gemäuer Urwaldriesen in den Himmel wachsen. Viele andere Tempel kommen noch dazu. Auch ein Tag mit dem Fahrrad in Siem Reap bietet viel Entdeckungpotential.
Ggf. lohnt sich ein Abstecher zum Tonle Sap, dessen Wasserstand je nach Jahreszeit immerhin um 10 m schwanken kann. Auf dem Weg dorthin kommst du an großen Lotosblütenkulturen vorbei; die Kerne im Fruchtkelch kann man essen, sind klein, weiß und erfrischend.
Siem Reap hat übrigens einen internationalen Flughafen, das Gepäck geht bis dorthin durch.

Nach Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es eine Busverbindung mit durchgehendem Ticket, die in ca. zwei Mal 3 Stunden (umsteigen in Phnom Penh) über Kampucheas erste Brücke über den Mekong führt (Neak Leung-Brücke, 2015).

Ho-Chi-Minh-Stadt
Von Ho-Chi-Minh-Stadt aus ist das Tunnelsystem Cu Chi ein Must See. Die Tunnel reichten mmerhin von Den Suc auf halbem resp. einem Drittel des Weges nach Kampuchea bis direkt unter das Basislager des US-Militärs nahe der Stadt, immer am rechten Ufer des Saigon-Flusses. Dort führten wichtige Tunnelausgänge ‚ins Freie‘, allerdings unterhalb des Wasserstandes, so dass sie nicht entdeckt wurden. Ich erinnere noch, wie ein Nachrichtensprecher des Norddeutschen Rundfunks berichtete, dass ein US-Soldat mitten im Hauptlager bei Saigon offensichtlich von einem psychisch kranken GI angeschossen wurde - da lachen doch heute noch die Agent-Orange-Hühner.
Zunächst hatten sich nur einzelne Dörfer Schutzbunker gegraben, die im Laufe von ca. 25 Jahren - besonders ab 1966 - miteinander verbunden und auf insgesamt 220 km ausgebaut wurden. Schließlich gab es dort in 3 Etagen - die unterste 8-10 m tief - Schulräume, Kommandostationen, Schlafplätze und Lazarette. Diese Tunnel wurden während der Tet-Offensive (1968) z. B. benutzt, um die amerikanische Botschaft in Saigon zu stürmen. Zu sehen sind getarnte Eingänge in das Tunnelsystem, eine kurze Strecke kann ‚begangen‘ werden, Fallgruben wie zu Trapper-Zeiten, und wie Waffen aus Metallschrott und Sandalen aus Lkw-Reifen hergestellt wurden. An der Wand des Vortragsraumes hängt eine genaue Karte des gesamten Gebietes.
Das mit der AK-47, der Kalaschnikov, stimmt {das mit den Hühnern schreiben wir auf Burkis Konto]. Der Autor meines Reiseführers fand den Schießstand, an dem Besucher u.a. eine AK-47 (d.i. eine Kalaschnikov) ausprobieren können, geschmacklos. Der Sound jedoch, der so durch die Hitze des Buschwerks drang, passte jedenfalls besser als etwa amerikanische Popmusik. Der Meinung bin ich auch noch heute.
Passend dazu legt das Ho-Chi-Minh-Stadtmuseum seinen Schwerpunkt auf die Stadt- und Befreiungsgeschichte. Die neoromanische Notre Dame (1890) mit ihren beiden 40 m hohen Kirchtürmen wurde erst 1959 als Marien-Kathedrale geweiht. Die von Gustave Eiffel, der dir als Einwohner von Paris ja bestens bekannt ist, mitentworfene Post (1891) direkt gegenüber ist der zweitälteste Kolonialbau der Stadt; schon die imposante Halle lohnt es, hier ein paar nostalgische Postkarten aufzugeben!
Der Wiedervereinigungspalast (1963) wäre wegen seiner dramatischen Geschichte einen Blick wert. Das Gebäude wurde im Originalzustand des 30. April 1975 erhalten, als die ersten Panzer der nordvietnamesischen Armee durch das Gittertor brachen: „...ein Soldat [...] rannte [...] in das Gebäude, um dann [vor den Augen der Weltöffentlichkeit] auf dem Balkon des 4. Stocks die Fahne des Viet Cong zu entrollen. In einem pompösen Empfangsraum im 2. Stock wartete General Minh, der nur 43 Stunden zuvor Staatschef geworden war, mit seinem improvisierten Kabinett. Als ein Offizier des Viet Cong den Raum betrat, sagte Minh: ‚Ich warte hier seit den frühen Morgenstunden, um Ihnen die Macht zu übergeben.‘ ‚Es geht nicht darum, die Macht zu übergeben‘, antwortete der Offizier. ‚Sie können nicht etwas aufgeben, was Sie gar nicht besitzen‘.“ (Joe Commings, Daniel Robinson. Vietnam. Loose-Reiseführer 1. Auflage 1991)
Besonders das inzwischen weltbekannte Kriegsrelikte-Museum (Bảo Tàng Chứng Tích Chiến Tranh,1975 eröffnet) lohnt den Besuch. Seit sein ehemaliger Name „Museum der amerikanischen und chinesischen Kriegsverbrechen“ geändert wurde, „strömen die Touristen hierher, auch aus den USA, und verlassen das Museum oft in Tränen aufgelöst.“ (Loose Travel-Handbücher 4. Auflage 2015). Manche, so konnte ich vor Ort vernehmen, können kaum glauben, dass all die dokumentierten Grausamkeiten geschehen waren. Aber es ist nicht nur ein Aufschrei des Volkes, es ist auch z. B. eine Reportage über Kriegsberichterstattung, über Stellungnahmen höchstgestellter Zeitgenossen, über internationale Proteste, über einen noch nie dagewesenen Ökozid oder über die Spätfolgen des Krieges. Im Freien vor dem Museum stehen erbeutete Hubschrauber, Panzer, Geschütze, Turbo-Maschinen und Kampfjets der US-Army.
Wenn ihr Zeit habt, nehmt euch auch einen Tag für Cho Lon, das Chinesenviertel im Stadtteil Saigon. Wir haben dort nur die Quan Am-Pagode (Guanyin/Amitabha geweiht), der Tien Hau-Pagode (der daoistischen Göttin Tien Hau, der Beschützerin der Seeleute, geweiht) und die die Nghia An Hoi Quan-Pagode (dem chinesischen General Quan Cong, Königreich Wu, 222-280, gewidmet) besucht. Aber es sind in diesem Viertel noch viele andere sehr stimmungsvoll eingerichtete Pagoden zu finden.
Mit dem Taxi, das hier wirklich günstig ist, fuhren wir weit nach Norden zur sogenannten Pagode des Jadekaisers, Chua Phuoc Hai (Schildkröten-Heiligtum, 1909). Dieser farbenprächtige chinesische Tempel ist ein Heiligtum des Dao 道: Der Weg, das Absolute. Diese Lehre ist im Daode Jing 道德經 niedergeschrieben, dem Buch über den Weg und die Tugend (3. Jh. v.u.Z.). Als Verfasser gelten Laozi 老子 und Zhuangzi 莊子 {庄子}. „In der religiös-philosophischen Lehre vom Dao geht es um Harmonie zwischen dem Universum und dem Menschen durch sich Einfügen in die Erkenntnis, dass der Anfang aller Dinge, das Dao, ungewiss und ‚ohne Handeln‘ ist.“ (Eigenzitat)
Gute Restaurants erkennst du, da du in Paris unterwegs bist, sicher selbst entweder auf den ersten Blick oder spätestens nach einem weiteren Blick in die Küche.
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wingtsun
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Re: Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

Beitrag von wingtsun »

Vielen, lieben Dank Taifun! Das klingt nach tollen Tipps und ich freue mich schon sehr auf die Reise 😍 werde berichten!
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cayman
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Re: Eure Tipps für Kambodscha und Südvietnam

Beitrag von cayman »

Gute Reise und viel Spaß, berichte bitte wie es war
Anstatt zu klagen was ihr wollt, solltet ihr dankbar sein, dass ihr nicht all das bekommt, was ihr verdient
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