Konflikt im Strassenverkehr in China

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punisher2008
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von punisher2008 »

RoyalTramp hat geschrieben:Ampel springt auf Grün und unwillkürlich fangen die Autos ab der 4. Position gnadenlos mit dem Hupen an! Hallo? Dadurch können die Vorderleute auch nicht schneller fahren!
Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Da wo ich lebte war Hupen im Stadtgebiet verboten und, kaum zu glauben aber wahr, man hielt sich meist an dieses Verbot. Ich finde dass Autofahrer in China tatsächlich langsam bei einer Ampel wegkommen. Fast alle Taxifahrer die ich erlebt habe ziehen nämlich an der Ampel die Handbremse (der Ort hat keine Steigungen). Das hat mich immer schon gewundert und genervt. Wozu auf einer komplett ebenen Straße Handbremse? Sie wird erst gelöst nachdem die Ampel grün ist, und DANN erst wird der Gang eingelegt. Entsprechend langsam kommen sie dann los und entsprechend längere Staus gibt es dadurch.
sweetpanda hat geschrieben: Die Deutschen sind nicht die besten Autofahrer der Welt, weil sie so teure Führerscheine machen müssen, sondern weil sie die wirklich richtige Mischung haben.
Die besten? :lol: :lol:
Falls das ernst gemeint war, hast du da auch objektive Quellen oder ist das nur dein subjektiver Eindruck? Ich jedenfalls finde dass die Deutschen zu den aggressivsten Fahrern gehören die ich kenne, vor allem auf der Autobahn. Man könnte meinen man wäre in einem Land voller Psychopathen. Bei Tempo 150 bis auf 20 m oder sogar 10 ranfahren habe ich schon öfter erlebt. Andere lassen ihre angestauten Aggressionen woanders raus, die Deutschen anscheinend am Steuer. :evil:
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sweetpanda
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von sweetpanda »

punisher2008 hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben: Die Deutschen sind nicht die besten Autofahrer der Welt, weil sie so teure Führerscheine machen müssen, sondern weil sie die wirklich richtige Mischung haben.
Die besten? :lol: :lol:
Falls das ernst gemeint war, hast du da auch objektive Quellen oder ist das nur dein subjektiver Eindruck? Ich jedenfalls finde dass die Deutschen zu den aggressivsten Fahrern gehören die ich kenne, vor allem auf der Autobahn. Man könnte meinen man wäre in einem Land voller Psychopathen. Bei Tempo 150 bis auf 20 m oder sogar 10 ranfahren habe ich schon öfter erlebt. Andere lassen ihre angestauten Aggressionen woanders raus, die Deutschen anscheinend am Steuer. :evil:
http://www.ksta.de/motorwelt/deutsche-z ... 07564.html

Ok die zweitbesten oder besten je nach Quelle. Es handelt sich hierbei um internationale Umfragen, also das Urteil der Autofahrer anderer Länder über uns.
Jetzt mal ehrlich, wo sollen die Leute denn besser Fahren?
Höchstens in Skandinavien oder den USA, aber da darf man auch nur 100 Fahren.
Sie halten sich ähnlich gut an die Verkehrsregeln wie wir, doch haben sie nie die Chance Erfahrungen und Fähigkeiten zu sammeln, wie sie nur auf der Deutschen Autobahn zu finden sind.
Jeder von uns riecht den Braten schon aus 300 Metern Entfernung...dieser Opa zieht gleich mit 95 hinter dem LKW raus, zeitgleich beobachtest du alle 20 Sekunden den Rückspiegel ob keiner mit 250 angeblasen kommt. Das schärft die Sinne ungemein und lässt uns automatisch zu den besten Autofahrern der Welt werden.

Ich halten mich fanatisch an das Rechtsfahrgebot und fahre selten schneller als 140, meinem chinesischen Schwiegervater fiel es wie Schuppen von den Augen, als er bemerkte warum ich fasst jede Lücke nutze um mich wieder Rechts einzuordnen.
Er fand es absolut faszinierend, wie alle trotz gewaltiger Geschwindigkeitsunterschiede verhältnismäßig gut zu recht kommen und es trotz 2000 gemeinsamer deutscher Autobahnkilometern nie einen wirklich hektischen Moment gab.
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RoyalTramp
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von RoyalTramp »

@ punisher2008

Interessant. Ich finde, die fahren eigentlich ganz normal los. Und ja, hier in der Umgebung der Stadt, wo ich mich aufhalte, hält sich nahezu niemand an das Hupverbot. Noch nicht einmal in unserem Compound!

@ sweetpanda

[quote="Sweetpanda"]Das schärft die Sinne ungemein und lässt uns automatisch zu den besten Autofahrern der Welt werden.[/b]

Müssten demnach nicht die Inder und dicht gefolgt die Chinesen die besten Autofahrer sein, wenn "Extremsituationen" die Sinne schärfen würden? Denn so viele brenzlige Situationen wie auf Chinas Straßen habe ich in Deutschland eher nicht erlebt. Zudem spricht dein persönliches Beispiel, wie du fährst, eher für sehr rücksichtsvolles und vorausschauendes = passives Fahren, denn von Reaktionsfähigkeit. Aber genau das ist es, was vielen chinesischen Autofahrern offensichtlich völlig abgeht: Rücksicht auf andere. Dazu ist es notwendig, sich auch in die anderen Verkehrsteilnehmer hineinzuversetzen, aber das ist eine Eigenschaft, an der es in diesem Land allgemein eher mangelt (völlig versubjektivierte Meinung meinerseits, siehe auch mein Comment zum kontextualen Mitdenken). Du hingegen versetzt dich in einen anderen Autofahrer, der schneller unterwegs ist, als du selbst, und überlegst dir, dass es dich wohl auch nerven würde, würde dich jemand so blockieren, und ordnest dich aus diesem Grund rechts ein (abgesehen davon, dass es dir auch um die Vermeidung einer gefährlichen Situation dabei geht, wenn du dich wieder rechts einordnest).
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von Lars.HA »

also schnell fahren und die Erwartung, dass andere schneller fahren hält tatsächlich aufmerksam und frisch.

Wenn ich Stock 120 fahre, wie auch in Holland, werde ich ohne GRA schnell müde.
Hier in CN ist zwar auch 120 aber die Leute fahren alle 70-110 auf allen Spurem kreuz und quer, das Billardkugel überholen hält dabei frisch und hilft schnell von den Deppen wegzukommen.
Wozu steht mindesten 110 Max 120 wenn keiner die Langsamfahrer kontrolliert, die sich da mit 80-90 hinhocken.

140 ist immer noch das beste Tempo auf der Autobahn.
Vor zwei Wochen 1200km in DE an einem Tag abgerissen, GRA auf 120 eingestellt und locker durchgefahren.
In China musst du dafür eine Billardkugel spielen.
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punisher2008
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von punisher2008 »

sweetpanda hat geschrieben:
http://www.ksta.de/motorwelt/deutsche-z ... 07564.html

Ok die zweitbesten oder besten je nach Quelle.
Nun ja, nach dieser Quelle die zweitbesten in EUROPA. Du hast Welt geschrieben und das kam mir etwas komisch vor. Keine Ahnung wo man auf der Welt besser fährt. Ich bin noch nicht in so wahnsinnig vielen Ländern Auto gefahren. Also Skandinavien dürfte wohl dabei sein, neben USA sicher auch noch Kanada, vielleicht die Aussies und Kiwis auch? Japan und Korea? Ich weiß es wirklich nicht.
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von Phytagoras »

Lars.HA hat geschrieben:also schnell fahren und die Erwartung, dass andere schneller fahren hält tatsächlich aufmerksam und frisch.
Auf der Autobahn mag das schon stimmen, aber dennoch passieren so viele Auffahrunfälle auf der normalen Straße.
Wobei das glaub ich nicht daran liegt, dass man nicht aufpasst, sondern einfach, dass man "sein Recht" durchsetzen will. Ich fahr täglich lediglich 60km und seh dennoch alle 2-3 Tage einen Auffahrunfall (gerade im Kreisverkehr).
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von Shenzhen »

Lars.HA hat geschrieben:Vor zwei Wochen 1200km in DE an einem Tag abgerissen, GRA auf 120 eingestellt und locker durchgefahren.
In China musst du dafür eine Billardkugel spielen.
Stell dir vor, genau das gleiche habe ich letztes Jahr in China getan, 1400km hin und 1400 zurueck 3 Tage spaeter. China besteht nicht nur aus Stadtgebieten mit Schnecken. Ich bin von Dongguan in die entfernteste Hubei-Ecke gefahren. Als ich aus Guangdong raus war gab es fast nur noch LKWs, Top gepflegte Autobahnen ohne Baustellen und Schlagloch an Schlagloch wie in Europa....Dagegen ist in Deutschland Bahnfahren der reinste Horror entweder man faehrt dort ueber 200 mit Dauerlichthupe alternativ 120-140 und wird dauernd weggedraengelt oder man haengt sich mit 80 hinter einen Bus....
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von RoyalTramp »

Das kann ich so unterschreiben. Gibt kaum was besseres, als Überland-Autobahnen in China, wenn man mal von den Schnellzugverbindungen absieht. Liegt aber wohl eher daran, dass die Motorisierung in den ländlichen Regionen noch nicht den Grad erreicht hat, wie er z.B. in den Ballungszentren an der Ostküste herrscht. Ich kenne hier z.B. Autobahnen in Shanghai bzw. um Shanghai herum, da wird einem Angst und Bange. Mit Schlaglöchern, in denen man einen ganzen Kindergarten versenken kann. Gerade in stockfinsterer Nacht zum Teil abenteuerlich.
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von jackie_chan »

Ich bekomme immer feuchte Augen wenn ich/Freundin auf ner vierspurigen Autobahn (je Fahrseite) um Shanghai fast alleine unterwegs sind und man Gas geben könnte als gäbe es kein Morgen. Wäre da nicht diese lästige Geschwindigkeitsbegrenzung :shock: :mrgreen:
Auf deutschen Autobahnen sind zu viele Schleicher unterwegs die konsequent links fahren und den schnelleren Verkehr behindern. Davon zu unterscheiden sind diejenigen die einfach ein schwächer motorisiertes Auto haben und länger für einen Überholvorgang brauchen, hierfür hab ich vollstes Verständnis (hab selbst so eine Karre, läuft aber trotzdem >200km/h). Aber diese ganzen anderen die einfach das Rechtsfahrgebot nicht kapieren/kapieren wollen sind einfach nur lästig.
Lästig sind auch die ganzen Spinner die meinen so dicht auffahren zu müssen, dass man außer dem Nummernschild sonst nichts mehr im Rückspiegel erkennt.
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von Phytagoras »

Also in Beijing rum, auf der G6 und G7, sind eigentlich meistens auch Schleicher, die auf der 120er Spur 90 links fahren.

Dazu dann im Gegensatz im Norden von Beijing Richtung Yanqing wird auf den "Brückenautobahnen", wo eigentlich 60 (aus gutem Grund) ausgeschildert ist mit 120 gefahren.
Lars.HA
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von Lars.HA »

Und schon wieder um eine Unfallerfahrung reicher.
Die Seite die eh von dauernden Parkplatzremplern verunstaltet wurde, ist mir doch einer freundlicher Weise einer von rechts beim Spurwechseln (Abstand zum Bus, ist ja unnoetig) reingfahren.
4000 CNY fuer die Reparatur von unbekannten Parkplatzrempler, E-Bike und diesem Kollegen nun.
Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal repariert bekommen. :-) Manchmal lohnt sich das warten.
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von RoyalTramp »

Grats! Wie lange hat es für alle 3 gebraucht, bei dir zuzuschlagen? 1 Woche? 2? 1 Monat? Und wie lange hatte es bei dir in D gedauert, bis du 3 Mal Schäden zu beklagen hattest... wenn überhaupt...?
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von ingo_001 »

Shenzhen hat geschrieben:Top gepflegte Autobahnen ohne Baustellen
Ja, wenns über chin. Aotobahnen geht, dann bekommt man regelrechte Fashbacks, denn solche Autobahnen (ok, nicht ganz so breit) gabs auch in D. ... in den 1970ern :mrgreen:
Shenzhen hat geschrieben:Dagegen ist in Deutschland Bahnfahren der reinste Horror entweder man faehrt dort ueber 200 mit Dauerlichthupe alternativ 120-140 und wird dauernd weggedraengelt oder man haengt sich mit 80 hinter einen Bus....
Tja, in den 1980ern gabs ne wahre Baustellen-Inflation auf den dt. Autobahnen.
Und dann - als keine Kohle mehr für eine effektive Instandhaltung mehr da war - kamen die Schlaglöcher in all ihrer Pracht ...

Ich weiß ja nicht, wie es im Rest von China bzgl. der Sauberkeit von Gaststätten bestellt ist aber in den süldl. Gefilden haben die (neu Gebauten) den Charme eines auf Hochglanz polierten Raststättentempels: Sauber (fast klinisch), "etwas" überdimensioniert (ich kenne dt. Regional-Airports deren Terminals nur unwesentlich größer sind), und i.d.R. so wenig Gäste, dass es auch bei leisen Unterhaltungen noch immer ein anständiges Echo gibt.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von RoyalTramp »

@ ingo_001

Kenne so einen Rasthof auch nahe Wuzhen zw. Hangzhou und Shanghai. Riesending. 200m lang mit einem Mega-Souvenirshop, mit Showrooms, in denen traditionelles Naschwerk industriell hergestellt wird, mit all dem "Folklorefood" und sonstigen Schicki-Micki-Touri-Stuff. Dagegen kann der Regional-Flughafen Münster nicht anstinken! ;)

In China muss eben alles groß, größer und am größten sein. Wer braucht schon 8-spurige Autobahnen in einer Region, in der die Bevölkerungsdichte bei 98 EW/km² liegt (z.B. in Qinghai)? Antwort: China braucht das! Gerade der Gigant-o-manismus in China macht es hier eigentlich so spannend. Kleckern kann jeder, groß Klotzen ist große Kunst! :)
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Re: Konflikt im Strassenverkehr in China

Beitrag von mazzel »

RoyalTramp hat geschrieben:
Protest! Meine höchste Geschwindigkeit mit dem eigenen fahrbaren Untersatz: 164 km/h! Die Verallgemeinerung "jeder von uns ist schon einmal..." ist kaum zulässig. : )
"Heutzutage" ist es normalerweise Teil des Fahrunterrichts, dass man auf den Autobahnen vom Fahrlerer angewiesen wird, "das Ding jetzt mal auszufahren". Wenn der Fahrschüler nicht gerade schon bei normalen Fahrübungen in Angstschweiß ausbricht, ist das wohl normal (Aussage von meinem Fahrlerer Anno 2004).
Royal hat geschrieben: Ja, aber für diese E-Mobilität habe ich mich noch nie interessiert geschweige denn, mich darüber mal informiert. Bin Fahrradfahrer durch und durch. Und meinen chinesischen Führerschein habe ich für 600 RMB in Zhangjiajie bei der Polizei gekauft. ;)
Du hast es nicht so mit modernen Dingen, die elektrisch sind, oder? :mrgreen:
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