Hier nochmal kurz die Vorgeschichte (auch HIER nachzulesen):
Ich (23) habe Anfang dieses Jahres meine chin. Freundin (19) auf einer Datingseite kennengelernt. Wir haben uns das erste Mal im Juli getroffen, als ich meinen Sommerurlaub zusammen mit ihr verbracht habe.
Da ich keine Erfahrung mit Reisen habe und mich auch bisher recht wenig mit Asien beschäftigt habe, kann ich im Folgenden keinerlei Vergleiche ziehen. Ich werde hier lediglich meine persönlichen Eindrücke zu schildern.
VORBEREITUNG:
Auf Grund von Schichtarbeit ist es mir nicht möglich, einen Sprachkurs zu besuchen, also habe ich mich darauf beschränkt, Vokabeln zu lernen, wobei es mir in erste Linie wichtig war, die Bedeutung der Symbole zu verstehen. Mit der Aussprache habe ich mich kaum beschäftigt, da ich mit meiner Freundin sowieso nur englisch reden würde.
Ansonsten habe ich mir lediglich einige Videos über die Kultur angesehen und abgesehen davon wenig mit dem Land beschäftigt – ich wollte einfach alles auf mich zukommen lassen.
ANREISE:
Es war das erste Mal, dass ich an einem Flughafen war und ich habe mich wunderbar zurecht gefunden (habe mir das irgendwie komplizierter vorgestellt, keine Ahnung…). Im Internet hatte ich einen Non-Stop Flug München-HK für knapp 950 Euro bei Lufthansa gebucht und bin damit auch recht zufrieden. Weil es mein erster Flug überhaupt war, wollte ich auch eher ungerne einen Zwischenstopp in einem anderen Land machen. Obwohl ich es nicht wirklich unbequem fand und auch nicht aufgeregt oder so was war, konnte ich leider doch die gesamten 11 Stunden keinen Schlaf finden, also kam ich recht müde um 16 Uhr in HK an.
Meine Freundin hatte zu dieser Zeit auf ihren neuen Personalausweis gewartet, da sie den alten verloren hatte, wodurch sie nicht nach HK einreisen konnte und wir uns am Luohu Port treffen wollten. Ich hatte mir also den Namen dieser Grenze auch in chin. Symbolen aufgeschrieben und bin damit am Flughafen zum Schalter für Busfahrkarten gelaufen, nachdem ich etwas Geld umgetauscht hatte. Die Frau am Schalter hat mir dann ein Ticket verkauft, mir einen Sticker aufs Shirt geklatscht und mich zu ein paar Bänken geschickt, wo nach wenigen Minuten ein Busfahrer auftauchte und alle Leute mit dem Sticker eingesammelt hatte.
An die Busfahrt erinnere ich mich noch recht gut. Der Himmel war sehr klar, die wenigen Wolken hingen ziemlich tief und haben die Hochhäuser und grünen Berge verschluckt, was ich als ziemlich atemberaubend empfand. Jedenfalls gab es später ein paar Probleme, da der Reisepass eines koreanischen Fahrgastes abgelaufen war und wir knapp eine Stunde an der Grenze verbracht haben. Meine Freundin hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Weile am Luohu Port gewartet. Als der Busfahrer dann angehalten hatte und alle ausgestiegen sind, bin ich dann auch zu einem Platz gelaufen an dem viel Betrieb herrschte und habe meine Freundin gesucht. Nach vielen Anrufen habe ich gemerkt, dass ich gar nicht am Treffpunkt war, sondern der Shenzen Bay Port die Endstation des Busses war. Knapp 3 Stunden später ist dann meine Freundin endlich aufgetaucht.
DIE ERSTEN TAGE:
Ihr Vater hat uns wenige Minuten später abgeholt und wir sind zu einem Restaurant in Guangzhou gefahren. Die Fahrt selbst war teilweise etwas beklemmend. Der Vater kann nur wenig englisch und hat sich auch keine große Mühe gemacht, die Tatsache zu verstecken, dass es ihm nicht gut gefällt, seine Tochter mit ihrem ersten Freund zu sehen.
Es gibt viele negative Berichte über das erste Mal China-Essen, daher war das die Sache, vor der ich am meisten Bedenken hatte. Meine Freundin hat mir direkt beigebracht, mit Stäbchen zu essen und nach wenigen Versuchen hat es sogar schon ganz gut geklappt. Das Essen selbst war anders als erwartet und hat mir sehr gut geschmeckt, zumal ihr Vater darauf bestand, mir ein Bier zu spendieren und mir gegenüber auch wesentlich positiver war als auf der Fahrt.
Am nächsten Morgen stand ein Frühstück mit ihren Eltern auf dem Plan und abgesehen von den Hühnerfüßen, von denen ich kein großer Fan geworden bin, liegt mir heute noch der krasse Geruch dieser thailändischen Pfannkuchen in der Nase. Ansonsten war alles recht lecker. Ihre Mutter jedenfalls war von Anfang an höchst positiv und aufgeschlossen, spricht jedoch nicht ein einziges Wort Englisch. Anschließend gingen wir zu viert in einen Park und einen buddhistischen Tempel, wobei mir vor allem der Kontrast zwischen Großstadt und Natur sehr gefallen hat. Am nächsten Morgen ging es nach Foshan, wo ihre Eltern eine Wochenendwohnung besitzen. Dort haben wir 2 Tage hauptsächlich damit verbracht, in der Stadt zu bummeln. Da mir am Abend, nachdem sie sich verabschiedete langweilig wurde und ich in Erinnerung hatte, ein Bavarian Beer Pub gesehen zu haben, bin ich eben alleine losgezogen und hab mir etwas Heimat gegönnt
AUF NACH GUANGXI:
Natürlich hatten wir nicht geplant, 3 Wochen am gleichen Ort zu verbringen, also sind wir weiter gereist. Wir schnappten uns einen Deluxe Sleeping Bus und sind Richtung Yangshuo aufgebrochen. „Deluxe sleeping“ bedeutet in diesem Fall, dass man 6 Stunden auf einer harten, winzigen Liege verbringt. Sämtliche chinesischen Reisenden sind sofort in einen Tiefschlaf gefallen, kaum dass sie es sich „bequem“ gemacht hatten.
Noch während wir nachts im Bus lagen, ist mir die Karstlandschaft von Guangxi ins Auge gestochen, was mich absolut überwältigte. Mitten in der Nacht und recht erschöpft in Yangshuo angekommen, haben wir uns schnell ein Hotel gesucht. Dies war generell kein Problem, wir haben nie irgendwo ein Zimmer reserviert, sondern sind einfach spontan ins Hotel gelaufen und hatten damit jedes Mal Erfolg.
Habe hier im Forum gelesen, dass wohl schon fast jeder mal in Yangshuo war, also kürze ich das einfach mal ab. Auf das lokale Essen konnte ich gut verzichten und auch meiner Freundin hat es nicht wirklich geschmeckt, allerdings gibt es ja mehr als genug westliche Restaurants in dieser Gegend (alleine 3 deutsche Restaurants im Gebiet des Nachtmarktes, wenn ich mich recht erinnere).
Floßtour, Boottour, Lightshow, Tropfsteinhöhle – war alles ganz hübsch, kann man mal gemacht haben, aber für mich nicht wirklich spektakulär.
Eigentlich waren auch ein paar Tage in Yunnan geplant, aber wegen eines Erdbebens ein paar Wochen zuvor haben wir das abgeblasen und sind zurück nach Foshan.
WIEDER IN GUANGDONG
Die restlichen Tage meines Urlaubs hatten wir die Wohnung in Foshan für uns, was meine Freundin auf die Idee brachte, für mich zu kochen. Dies hatte zur Folge, dass ich die anschließenden drei Tage lediglich im Badezimmer und im Bett verbringen musste.
Der nächste Ausflug war für mich recht enttäuschend. Es ging nach Yangjiang zum Schwimmen im Meer. Erst als wir angekommen waren begriff ich, was meine Freundin mit „you can’t swim in the sea“ meinte. Zwei kleine Areale waren abgegrenzt, in welchen ich bis zur Brust (ich bin 1,86m) ins Wasser durfte. Beim Rest des Strandes wurde man zurückgepfiffen, kaum dass man mit dem Knie im Wasser war. Die Aussicht bei Nacht war trotzdem herrlich, weil wir uns eine Luxus Suite mit Meeresblick gegönnt haben.
Am folgenden Tag besuchten wir noch einen Vergnügungspark. Hier hat es mich sehr verwundert, wie wenig Betrieb war. Wir mussten bei keiner Attraktion länger als 5 Minuten anstehen und das, obwohl Ferienzeit war. Ansonsten hat er sich kaum von Parks aus Deutschland unterschieden, zumal mir gesagt wurde, dass die meisten Fahrgeschäfte aus Europa kommen.
Ein seltsames Erlebnis hatte ich in einem Freibad. Der Bademeister hatte noch nie im Leben eine Schwimmshorts gesehen und hat mir versichert, dass diese auf gar keinen Fall zum Schwimmen geeignet sei. Zufrieden war er erst, als ich mich in eine winzige XXXL Badehose gezwängt habe, die ich mir am zugehörigen Kiosk kaufen sollte (wobei ich erwähnen will, dass mir in Deutschland Größe M durchaus reicht
ABREISE
Die letzte Nacht vor meiner Heimreise wollten wir in Hongkong verbringen, also sind wir schon am Morgen aufgebrochen. An der Grenze bin ich zwar sofort durchgekommen, bei der chin. Bevölkerungen waren die Warteschlangen jedoch etwas länger, weshalb ich fast 3 Stunden warten musste und wir erst am späten Nachmittag in einer Gegend nicht weit vom Flughafen angekommen sind. Meine Erwartungen an Hongkong hatten sich nicht erfüllt. Nachts gab es kaum Leben in der Stadt, allerdings glaube ich, wir haben vielleicht zufällig eine ungünstige Gegend erwischt, um etwas vom Nightlife zu sehen.
Die Verabschiedung am Flughafen war natürlich weniger schön


