da hai hat geschrieben:Wenn es nur eines einfachen Abpinselns bedarf, würde die Welt ja nur so vor Kalligrafiemeistern wimmeln.
Du meinst die Welt würde dann nur so vor Tätowierer wimmeln
In der Tat ist es so, dass chinesische Kalligrafen zunächst "abpinseln" ohne Ende, also die Schriftzeichen alter Meister so lange kopieren, bis die Kopie nahezu perfekt dem Original entspricht. Danach (oder vielleicht schon während dieser Phase) fangen sie an ihren eigenen Stil zu entwickeln.
Das gilt übrigens nicht nur für die Kalligrafie, sondern allgemein für die traditionelle chinesische Malerei!
Laogai <=> 老盖, Ex-Blogwart
Konfuzius sagt: "Just smile and wave, boys. Smile and wave."
天不怕地不怕就怕洋鬼子开口说中国话!
Abpinseln ist nicht so leicht... aber es geht dann um die Technik. Perfekte Abbildung oder nicht ist zweitrangig. Poetisch gesagt, muss man beim Abschreiben den Geist der alten Meistern verinnerlichen. Manche Lehrer verstehen es als milimetergenaues Kopieren, andere eher als eine technisch-künstlerische Kompetenz. Aber abschreiben ist es trotzdem.
da hai hat geschrieben:Wenn es nur eines einfachen Abpinselns bedarf, würde die Welt ja nur so vor Kalligrafiemeistern wimmeln.
Du meinst die Welt würde dann nur so vor Tätowierer wimmeln
In der Tat ist es so, dass chinesische Kalligrafen zunächst "abpinseln" ohne Ende, also die Schriftzeichen alter Meister so lange kopieren, bis die Kopie nahezu perfekt dem Original entspricht. Danach (oder vielleicht schon während dieser Phase) fangen sie an ihren eigenen Stil zu entwickeln.
Das gilt übrigens nicht nur für die Kalligrafie, sondern allgemein für die traditionelle chinesische Malerei!
... und nicht nur für die traditionelle Malerei, sondern für jeden Bereich der chinesischen Kunst. Wie ich noch aus der Vorlesung "chinesische Kunst und Archäologie " der legendären Frau Dr. Finsterbusch an der LMU München in Erinnerung habe, existierten in den kaiserlichen Bibliotheken der letzten mindestens 1000 Jahre unzählige Werke, in denen sehr genau beschrieben wurde, wie man Holz, Metalle und Porzellan so behandeln muß, daß es selbst Experten schwer fällt, zu entscheiden, ob ein Kunstwerk echt..oder nur auf alt getrimmt ist..
..aber das nur nebenbei
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
Luntan hat geschrieben:Für "Glück Familie Kraft" braucht es sechs Schriftzeichen. Es ist also nichts für das Handgelenk sondern eher geeignet für den Rücken
Nun ja, in dem Fall könnte man das notfalls auch jeweils mit nur einem Zeichen ausdrücken und es würde auch verstanden werden:
Glück: 福
Familie: 家
Kraft: 力
Ganz abgesehen davon was ich davon halte sich etwas in einer Schrift stechen zu lassen von der man selbst keine Ahnung hat.
da hai hat geschrieben:Wenn es nur eines einfachen Abpinselns bedarf, würde die Welt ja nur so vor Kalligrafiemeistern wimmeln.
Du meinst die Welt würde dann nur so vor Tätowierer wimmeln
In der Tat ist es so, dass chinesische Kalligrafen zunächst "abpinseln" ohne Ende, also die Schriftzeichen alter Meister so lange kopieren, bis die Kopie nahezu perfekt dem Original entspricht. Danach (oder vielleicht schon während dieser Phase) fangen sie an ihren eigenen Stil zu entwickeln.
Das gilt übrigens nicht nur für die Kalligrafie, sondern allgemein für die traditionelle chinesische Malerei!
DeFang hat geschrieben:Abpinseln ist nicht so leicht... aber es geht dann um die Technik. Perfekte Abbildung oder nicht ist zweitrangig. Poetisch gesagt, muss man beim Abschreiben den Geist der alten Meistern verinnerlichen. Manche Lehrer verstehen es als milimetergenaues Kopieren, andere eher als eine technisch-künstlerische Kompetenz. Aber abschreiben ist es trotzdem.
Genau das meinte ich ja. Es bedarf viel Übung und der ständigen Wiederholung damit die Kopie dem Original entspricht. Wie oft sticht ein Tätowierer aber Zeichen in Grasschrift, von der Verinnerlichung dessen was dahinter steht ganz zu schweigen? Er mag natürlich viel Erfahrung im Stechen haben, aber auch ein Maler, der einen van Gogh 1:1 kopieren kann, gibt längst noch keinen guten Kalligrafen ab.
da hai hat geschrieben:Genau das meinte ich ja. Es bedarf viel Übung und der ständigen Wiederholung damit die Kopie dem Original entspricht. Wie oft sticht ein Tätowierer aber Zeichen in Grasschrift, von der Verinnerlichung dessen was dahinter steht ganz zu schweigen?
Aber Tätowieren ist doch eine ganz andere Technik als ein Schriftzeichen mit dem geschwungenen Pinsel auf Papier zu bringen!
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da hai hat geschrieben:Genau das meinte ich ja. Es bedarf viel Übung und der ständigen Wiederholung damit die Kopie dem Original entspricht. Wie oft sticht ein Tätowierer aber Zeichen in Grasschrift, von der Verinnerlichung dessen was dahinter steht ganz zu schweigen?
Aber Tätowieren ist doch eine ganz andere Technik als ein Schriftzeichen mit dem geschwungenen Pinsel auf Papier zu bringen!
Ja klar. Aber ändert das etwas daran, dass er es letztlich 1:1 umsetzen muss? Etwas was mit der gleichen Technik schon schwierig ist, soll technikübergreifend dann irgendwie adäquat aussehen? Selbst wenn ihm die Zeichen vom größten Grasschrift Kalligrafiemeister aller Zeiten geschrieben werden, kann da doch nur Mumpitz rauskommen. Aber wahrscheinlich gehts in dem Fall hier eh nur um eine oberflächliche Ähnlichkeit.
da hai hat geschrieben:Ja klar. Aber ändert das etwas daran, dass er es letztlich 1:1 umsetzen muss?
Nein, aber ein guter Tätowierer kann das 1:1 umsetzen. Die machen ja jeden Tag fast nichts anderes als Vorlagen zu kopieren. Der Kerl hat übrigens ein Tattoo in Grasschrift. Kennt den zufällig jemand?
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Abbilden verstehe ich schon und Abpausen können auch Tätovierer. Fein.
Aber es muss in Grasschrift einen zusammenhängenden Satz sein, oder jedenfalls etwas, was als Ganzes Sinn macht und nicht drei von einander unabhängige Zeichen. Das geht einfach nicht. Es muss eine Einheit bilden.
Kann dazu nur sagen: Vor einigen Jahren meinte einer unserer Zulieferer, auf seinem Unterarm "Der Weg ist das Ziel" in chinesischen Schriftzeichen zu lesen. Tatsächlich stand da "宫保鸡丁". Ziehe noch heute in tiefem Respekt den Hut vor dem Tätowierer.
Weitere Entgleisungen hier: http://hanzismatter.blogspot.com/
Dafür braucht man den Written text und einen echten Kalligraphie-Meister. Die Schrift von den Einzelnzeichen wird z.T. von den anderen Zeichen abhängen. Es ist deshalb grundsächlich unmöglich, mit einem Pc nachzuahmen.