Bernhard hat geschrieben:ingo_001 hat geschrieben:
Wusste gar nicht, dass Deutschland mal ein Teil der früheren UdSSR gewesen ist, denn nur dann würde diese Aussage vergleichbar sein.
die DDR war durchaus stark von der UdSSR abhängig, und das Regierungssystem war auch nach UdSSR-Vorbild aufgezogen worden. Und die meisten Leute im Westen (unterstelle ich einnal) wollten nicht, dass ihrem Staat dasselbe passiert. (ob das Wort "Kolonie" nun gerechtfertigt ist oder nicht, ist wohl eher eine Frage für Staatstheoretiker).
Nein, Ingo hat schon völlig Recht. Hongkong war die ganze Zeit über unbestritten Teil Chinas, von UK für 99 Jahre gepachtet. Mit der DDR hat das wenig bis nichts zu tun, und das Verhältnis der Hongkonger zu China ist weder mit dem der Westdeutschen zur DDR, der DDR-Bürger zur UdSSR oder etwas in der Richtung zu vergleichen. Der xxx schwafelte da mit antikommunistischem Schaum vor dem Mund, und ohne jegliches Nachdenken.
Wenn man sagt "viele Hongkonger hatten Befürchtungen, von der Volksrepublik geschluckt und dem maoistischen Regierungssystem unterworfen zu werden", trifft das bestimmt zu. Ferner trifft zu, dass die Hongkonger auf ihren besonderen Status Wert gelegt haben und Wert legen. Der garantiert immerhin 50 Jahre die Unabänderlichkeit des Basic Law, über das xxx jammert, weil dadurch Chinesinnen von ausserhalb in HK entbinden wollen und können (ein gutes Business für die Gesundheitsindustrie in HK, nebenbei gesagt).
Das, worüber xxx sich so hysterisch erregte, war Boulevard, angestossen von der HK-Bildzeitung Oriental Daily. Sicher gibt es ein paar Spannungen und Ressentiments gegen "Bauern vom Mainland" bei einigen Hongkongern. Zehntausende, wenn nicht hunderttausende, sind durchaus froh über den Wirtschaftsfaktor Tourismus.
Auch Professor Kong ist ein Boulevard- und Medienereignis. Er ist recht beliebt in China, weil er recht laut und offen gegen alles mögliche lästert, meckert und schimpft. Das meiste ist nicht im Ansatz politisch, wenn dann liegt es irgendwo zwischen Xin Zuo Pai und Fenqing, ein hundertprozentiger Kommunist ist der Nachkomme des Konfuzius eher nicht. Er macht aber eine gute Show und verdient nicht schlecht damit.
Hongkong hat seine eigenen Sorgen und Bemühungen, fast nichts davon geht ohne das Mutterland, und das ist den meisten schon klar.
Wer da von Kolonialismus, Imperialismus, 3. Reich und so stammelt, hat nicht alle Tassen im Schrank.
a^2