Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlich?

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Skorpid
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Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlich?

Beitrag von Skorpid »

Hallo Forenfreunde,

ich stelle mal ganz gewagt eine These und frage mich, ob mir jemand hierzu eine historische oder soziologische Antwort geben kann beziehungsweise diese These als unrichtig darstellen kann. Dies soll kein Thema sein um Kulturen nach eigenen Maßstäben zu bewerten.

In Europa zählt das eigene Haus schon seit dem Mittelalter (oder gar früher) als Repräsentationsobjekt. Es dient nicht nur dem eigentlichen Wohnzweck sondern auch als Objekt um seinen sozialen Status anzuzeigen. So versuchte, wer konnte, möglichst von Lehmhütte auf Holzhütte, von Holzhütte auf Steinhaus und von Steinhaus auf ein noch größeres Steinhaus zu wechseln. Wer es sich leisten konnte, hat sein Geld also ausgegeben um ein komfortables Heim zu schaffen. Daher stehen vor allem in kleineren Dörfern noch schicke Fachwerkhäuser oder andere repräsentative Wohnhäuser.

Nun habe ich auf meinen Reisen in China allerdings den Eindruck gewonnen, daß ein Haus (vor allem) in den Dörfern nur ein Mittel zum Zweck ist. So traf ich auf Unmengen an unverputzten Backsteinhäuser, schmucklose überdachte Wohnwände und auch die Inneneinrichtung ist meist sehr spartanisch, in den ländlicheren Gegenden werden dann gar die Steinhäuser seltener.
Irgendwoher muss ja dieser starke Unterschied zwischen den zwei Kulturkreisen kommen, doch woher? Liegt das daran, daß früher nur die Fürsten schöne Häuser haben durften? Liegt es an religiösen Gründen? Liegt es an sozialstrukturierten Gründen? Kennt hier jemand eine einleuchtende Begründung?
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ingo_001
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von ingo_001 »

Skorpid hat geschrieben:Nun habe ich auf meinen Reisen in China allerdings den Eindruck gewonnen, daß ein Haus (vor allem) in den Dörfern nur ein Mittel zum Zweck ist. So traf ich auf Unmengen an unverputzten Backsteinhäuser, schmucklose überdachte Wohnwände und auch die Inneneinrichtung ist meist sehr spartanisch, in den ländlicheren Gegenden werden dann gar die Steinhäuser seltener.
Irgendwoher muss ja dieser starke Unterschied zwischen den zwei Kulturkreisen kommen, doch woher? Liegt das daran, daß früher nur die Fürsten schöne Häuser haben durften? Liegt es an religiösen Gründen? Liegt es an sozialstrukturierten Gründen? Kennt hier jemand eine einleuchtende Begründung?
Mag damit zusammenhängen, dass Häuser/Wohnungen für die weitaus meisten Chinesen zu allererst zweckmässig zu sein haben.
Das ist jedenfalls mein Eindruck, der zumindest bei Schwiegerfamily und Friends in China durch Nachfragen bestätigt wurde.
Selbst bei denen, die sich ein eigenes Haus leisten können, wird da mehr Wert auf Zweckmässigkeit gelegt.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
blur
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von blur »

Fahr doch einfach mal nach Osteuropa. Dort wird meistens zuerst das Haus gebaut, dann einige Jahre drin gewohnt und wenn irgendwann Geld da ist wird es vielleicht nocht verputzt. Oft sind die Häuser aber auch noch Jahrzehnten noch nackt. Vermutlich wird in China dafür dann genau wie in Osteuropa einfach das Geld fehlen um es schön zu machen.
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edmund27
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von edmund27 »

Skorpid hat geschrieben:Hallo Forenfreunde,

ich stelle mal ganz gewagt eine These und frage mich, ob mir jemand hierzu eine historische oder soziologische Antwort geben kann beziehungsweise diese These als unrichtig darstellen kann. Dies soll kein Thema sein um Kulturen nach eigenen Maßstäben zu bewerten.

In Europa zählt das eigene Haus schon seit dem Mittelalter (oder gar früher) als Repräsentationsobjekt. Es dient nicht nur dem eigentlichen Wohnzweck sondern auch als Objekt um seinen sozialen Status anzuzeigen. So versuchte, wer konnte, möglichst von Lehmhütte auf Holzhütte, von Holzhütte auf Steinhaus und von Steinhaus auf ein noch größeres Steinhaus zu wechseln. Wer es sich leisten konnte, hat sein Geld also ausgegeben um ein komfortables Heim zu schaffen. Daher stehen vor allem in kleineren Dörfern noch schicke Fachwerkhäuser oder andere repräsentative Wohnhäuser.

Nun habe ich auf meinen Reisen in China allerdings den Eindruck gewonnen, daß ein Haus (vor allem) in den Dörfern nur ein Mittel zum Zweck ist. So traf ich auf Unmengen an unverputzten Backsteinhäuser, schmucklose überdachte Wohnwände und auch die Inneneinrichtung ist meist sehr spartanisch, in den ländlicheren Gegenden werden dann gar die Steinhäuser seltener.
Irgendwoher muss ja dieser starke Unterschied zwischen den zwei Kulturkreisen kommen, doch woher? Liegt das daran, daß früher nur die Fürsten schöne Häuser haben durften? Liegt es an religiösen Gründen? Liegt es an sozialstrukturierten Gründen? Kennt hier jemand eine einleuchtende Begründung?
Ich denke dass dies nur eine subjektive Betrachtungsweise von Dir ist. In Deutschland ist es doch ähnlich Manche bauen ein Haus nur als Status, andere bauen zwechmäßige Häuser. Ich glaube dass deine Erkenntnis nicht typisch für China ist. Und über haupt der Begriff häßlich ist sehr dehnbar. Schön ist immer was gefällt.
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh. ( Henry Ford )
Aremonus
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Aremonus »

In Europa ist das Privateigentum geschützt. Wer ein Haus hier baut, kann immer darin investieren und erhält die Investition zurück.
In China hingegen gibt es entweder nur Eigentumswohnungen (bei welchen man das Aussehen von Aussen ohnehin nicht mitbestimmen kann) und Häuser im Baurecht. Wenn man in China also ein Haus baut, kann es gut sein, dass es einem eines Tages weggenommen wird. Dann wird man pro Quadratmeter oder gleich pauschal entschädigt - ob man jetzt ein wunderschönes Haus hat oder nur eine Bruchbude. Man investiert sein Geld also lieber in ein zweites Haus oder in eine zweite Wohnung, da man es sonst verlieren könnte.

Wäre die rechtliche Situationin China beispielsweise klarer, hätte ich auch schon längst das Haus der Eltern meiner Freundin 'mal umgebaut (ein wenig Handarbeit kann durchaus Spass machen). Wenn aber ständig damit gedroht wird, dass es bald abgerissen wird, macht's keinen Spass - da gibt man das Geld lieber anderweitig aus.

Ein weiterer Vorteil, wenn man in einem Haus lebt, das schlecht aussieht: es schreckt Einbrecher ab. Schöne Häuser = reiche Leute = gute Beute. Umgekehrt meinen die dann, dass es nichts zu holen gibt. Da in China ganz schön oft eingebrochen wird, ist dies ein durchaus wichtiger Punkt.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Luntan
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Luntan »

Der Hauptgrund: Die Leute auf dem Land haben nur soviel Geld dass es nur für das reicht was absolut notwendig ist. Als in Deutschland die Lage ähnlich war (1945...) sind die Häuser noch schlechter gebaut worden als das was die meisten Chinesen heute bauen.

Es gibt in China früher wie heute durchaus schöne Häuser aber das konnte und kann sich nur eine kleine Minderheit leisten. Um Vorzeigehäuser zu bauen muss auch eine finanzielle Basis vorhanden sein.
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Laogai »

Skorpid hat geschrieben:In Europa zählt das eigene Haus schon seit dem Mittelalter (oder gar früher) als Repräsentationsobjekt. Es dient nicht nur dem eigentlichen Wohnzweck sondern auch als Objekt um seinen sozialen Status anzuzeigen. So versuchte, wer konnte, möglichst von Lehmhütte auf Holzhütte, von Holzhütte auf Steinhaus und von Steinhaus auf ein noch größeres Steinhaus zu wechseln. Wer es sich leisten konnte, hat sein Geld also ausgegeben um ein komfortables Heim zu schaffen. Daher stehen vor allem in kleineren Dörfern noch schicke Fachwerkhäuser oder andere repräsentative Wohnhäuser.
Reichen die Markierungen, oder soll ich noch deutlicher werden? :wink:

Ich könnte zum Beispiel eine Landkarte von Deutschland (wo du wahrscheinlich diese schicken "Fachwerkhäuser oder andere repräsentative Wohnhäuser" gesehen hast) über eine Karte von China legen...
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einfach-ich
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von einfach-ich »

Ich will ja nichts agen aber bei Dresden faellt mir auch nur graue Pracht ein

gut zu China

Du meinst die WC Haeuschen bis oben gefliest? ( mit Kacheln versehen)
1. den chinesen ist die Kultur am Haeuserbau verloren gegangen
2. selbst die alten Villen die man ab und an noch findet werden nur schlecht Kopiert
3. brauchen die Chinesen schnell viele Wohnungen siehe DDR und die graue Pracht
4. wozu schoen verputzen wenn man die Wohnung einfach und schnell zu Hoechstpreisen verkaufen kann
5. mit der Pfeilerbauweise laesst sich jedes Haus noch etwas aufstocken , versuch das mal mit einen Eigenheim in D
6. Im Land der Reisbauern zaehlt das schnelle Geld mehr als ein schoenes zu Hause.

Wart Ihr mal bei Chinesen zu Hause die etwas mehr Geld haben? Fliesen meist auch wie beim Fleischer, die ganze Huette- praktisch kann man die Zimmer abspritzen.
Sowas wie Teppich kenn der Chinese nicht. Wozu auch kann man ja nicht abwischen oder in der Maschine waschen. Wenn was an der Wand haegt ist es meist Mao und noch ein Foto aus seiner Armeezeit Aber die meisten haben keine Bilder an der Wand- muss man beim Auszug Verkauf ja verputzen und in Beton bekommt der gemeine Chinese kein ordentliches Loch. Duebel werden hier selbst aus Holz gemacht.
Aber wie sieht es bei den meisten deutschen aus. Anbaureihe Sofa grosser TV mit Spielkonsole als Hingucker und das war es schon. Ach ja und dann diesen meist haesslichen Staubfaenger als Kulturgut.
Die meisten deutsche haben auch noch nichts von elle deco und Co gehoert bzw gesehen.
l
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tanzhou
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von tanzhou »

Es ist auch in China alles eine Frage des Standes, Bildung und vor allem Geschmack. Was hier geschrieben worden ist habe ich auch alles schon gesehen (gefliesste Zimmer bis zur Decke, fuerchterliche oder spartanische Einrichtung, etc). Da tun sich beide nichts, Europaeer oder Chinesen.
In unsrem Bekanntenkreis haben wir auch so ziemlich alles vertreten, angefangen von Wohnungen, die nur zweckgemaess eingerichtet oder auch Wohnungen, die wirklich huebsch, modern, sauber und geschmackvoll (letzteres ist eh subjektiv) eingerichtet sind. Fakt, das solche Einrichter wie Ikea, etc nun auch in China Einzug gefunden haben laesst auch die Menschen hier umdenken. In unserem engeren Freundeskreis sind eigentlich alle modern und nett (nicht nur zweckmaessig) eingerichtet und da stehen dann auch mal teurere Gegenstaende (Artemide Lampen, ja original) Knoll Moebel, oder auch TaiPing Teppichware, etc. ; Teppiche uebrigens hier im Sueden sind durchaus selten, was ich gut nachvollziehen kann, da im Fruehjahr, wenn es langsam wieder waermer wird, es durchaus mal wegen Kondensierung nasse Fussboeden gibt. Wenn man da nicht ein wenig Acht gibt, muss man mehrmals taeglich wischen.
Also, in der juengeren, modern eingestellten Gesellschaft (ich bezeichne die mal als <= 40-50 Jahre :D ) gibt es durchaus ein Geschmacksbewusstsein zum schoenen Wohnen. Prinzipiell aber unterscheidet sich das wenig zu Europa, es kommt immer darauf an, mit welchen Leuten man es zu tun hat.
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von jadelixx »

Hat mit Sozialismus und fehlendem Eigentumsrecht zu tun. Heutzutage gibt es zwar den Sozialismus in China nicht mehr, aber immer noch kein verlässliches Eigentumsrecht. Ganz ähnlich, so wie es Aremonus weiter oben beschrieben hat.
Das es in Dresden nicht mehr so deutlich ist liegt daran, das Dresden zu DDR-Zeiten Vorzeigestadt war (und war trotzdem nicht gerade erfrischend bunt damals). Die vielen schicken Fachwerkhäuser in Sachsen stammen ja meist noch aus der vorsozialistischen Ära. Sachsen war ohne Zweifel ein kleines wohlhabendes Königreich. Alles was nach 1945 neu gebaut wurde, sieht sehr sehr "chinesisch" aus. Fehlenden Putz gab es auch in den Dörfern in der DDR, besonders viele im Norden.

Ganz passend, Tom Hanks Schilderungen aus Eisenhuettenstadt :mrgreen:
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... t=5m48s%22

Selbst in HK, wo man aus anderen Gründen eine gewisse Kurzfristigkeit lebt, bemühen sich die Entwickler mittlerweile um etwas Farbe und Fantasie. Das hält sich aber stark in Grenzen, ist eben Sonderzone und kann nicht zum Vergleich verwendet werden.
In Taiwan solltest Du besser vergleichen können.

Ansonsten gibt's auch in China schöne Häuser. Die stammen fast ausschliesslich von vor 1910 oder sind Nachbauten aus der Zeit davor.
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Skorpid
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Skorpid »

Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Klar gibt es in Deutschland/Europa (vor allem wohl eher im Osten) auch viele hässliche sozialistische Bruchbuden. Auch über den Geschmack macher Inneneinrichtung in Deutschland mag man sich streiten aber es ist doch wirklich ein krasser Unterschied zwischen den Dörfern hier und dort. Und ja, China ist groß, und ja, in China gibt es alles, etc.
Und ja, ich dachte auch an diese "WC"-Häuser. Ein Verwandter meiner Frau (sehr nette Familie) verdient ordentlich viel Geld, fährt mit dem Mercedes rum, etc. hat eine eigene Wohnung, komplett gefließt wie beim Metzger, im Wohnzimmer steht ein dickes Ledersofa, ein Beistelltisch und ein fetter LCD-Fernseher und das war's dann, keine Bilder, kein Teppich, kein Regal, keine Deko-Gegenstände. Und ich kenne inzwischen mehrere Wohnungen die genauso aufgebaut sind und das sind Stadtwohnungen. Wie aber oben erwähnt wurde, mag das sich mit dem GEnerationenwechsel auch wieder ändern.
Wer die Backstein-Dorfwohnungen kennt, die ich meine (z.B. rund um Shenyang), weiß wie trostlos sowas ist... ich würde da von meinem ersten Mao den ich zusammengespart hätte sofort in den nächsten Baumarkt düsen und erstmal Mörtel zum Verputzen der Innenwände kaufen. Die Dörfer dort (und sicher nicht nur dort) sehen aus, als ob der Krieg erst 10 Jahre her wäre...

Gibt es eigentlich Anzeichen, daß sich das Recht auf Grund- und Wohneigentum in absehbarer Zeit ändern wird? Oder kommt das erst wenn alle Innenstädte "saniert" worden sind und der Immobilienboom vorbei sein wird??
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Laogai
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Laogai »

Skorpid hat geschrieben:Und ja, ich dachte auch an diese "WC"-Häuser. Ein Verwandter meiner Frau (sehr nette Familie) verdient ordentlich viel Geld, fährt mit dem Mercedes rum, etc. hat eine eigene Wohnung, komplett gefließt wie beim Metzger, im Wohnzimmer steht ein dickes Ledersofa, ein Beistelltisch und ein fetter LCD-Fernseher und das war's dann, keine Bilder, kein Teppich, kein Regal, keine Deko-Gegenstände.
Wenn du dir mal Museumsdörfer in Europa ansiehst wirst du feststellen, dass auch hier die Wohnungen überwiegend sehr schlicht eingerichtet sind. Prunk und Deko gab es nur in den Domizilen der Reichen. Die moderne Inneneinrichtung mit Nippes und Kitsch als Blick- und Staubfang gibt es erst seit der Konsum- und Überflussgesellschaft. Und die gibt es in China erst seit wenigen Jahren.
Zum Thema Teppiche und Tapeten: Hier ist (wie so oft) das Schöne aus dem Nützlichen entstanden. Früher waren die Stoffe an der Wand und auf dem Boden nämlich Isoliermittel. In unseren Breitengraden durchaus nützlich, in den eher wärmeren Regionen eher überflüssig. Und unpraktisch obendrein. Tapeten sind fast im wahrsten Sinne des Wortes ein Armuts-Zeugnis. Wer es sich früher leisten konnte hängte Stoffe an die Wände. Wie gesagt zunächst zur Isolation, später fand man es hübsch. Wer sich keine Stoffe leisten konnte nahm Papier. So sind die Tapeten entstanden.
Skorpid hat geschrieben:Wer die Backstein-Dorfwohnungen kennt, die ich meine (z.B. rund um Shenyang), weiß wie trostlos sowas ist... ich würde da von meinem ersten Mao den ich zusammengespart hätte sofort in den nächsten Baumarkt düsen und erstmal Mörtel zum Verputzen der Innenwände kaufen. Die Dörfer dort (und sicher nicht nur dort) sehen aus, als ob der Krieg erst 10 Jahre her wäre...
Wie schon gesagt, der Krieg ist zwar auch in China schon lange vorbei, aber die Armutszeit nicht. Und es gibt durchaus den Trend zum "Unser Dorf soll schöner werden". Hier zum Beispiel findest du eine Auflistung von Orten mit historischem Stadtkern in China, die immer mehr beliebte Reiseziele von Chinesen werden.
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Luntan »

Ein Kollege von mir hat ein Riegelhaus mit Nebenbau sanft renovieren lassen. Dazu auch alles isoliert und Heizung usw. einbauen lassen. Die Bauzeit war fast 2 Jahre und die Kosten betrugen 1.15 Millionen Euro. Wer in Deutschland kann oder will sich das leisten?

Schönheit hat eben ihren Preis :mrgreen:
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Shenzhen »

Schade - ich hatte mich verlesen, dachte hier geht es um:
Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Männer so hässlich?
:mrgreen:
Aber zum Thema Haeuser: Ich bin seit Jahren mal wieder im Norden Berlins zu Besuch und frage mich wie man sich sowas antun kann - hier wird jede freie Flaeche mit Einfamilienhauesern zugeknallt so dicht, dass man dem Nachbarn bei Sch.. zugucken kann, dazu noch dermassen haesliche Einheitsbauten wie es die DDR besser nicht haette schaffen koennen. Aber Individuell werden die Daecher dann in glasiert blau/rot/gruen eingedeckt mit garantiert nicht passender rosa oder Hornhautfarbener Fassede. Das ist dann der Individualismus - vor der Tuer der Einheits Fox, Polo oder wenn man es zu was geschafft hat Passat...

Nee sorry, da sind mir die Eineitsfarmerhaeuser in China noch lieber.
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Re: Gewagt gefragt: Warum sind chinesische Häuser so hässlic

Beitrag von Bernhard »

Shenzhen hat geschrieben: Aber zum Thema Haeuser: Ich bin seit Jahren mal wieder im Norden Berlins zu Besuch und frage mich wie man sich sowas antun kann - hier wird jede freie Flaeche mit Einfamilienhauesern zugeknallt so dicht, dass man dem Nachbarn bei Sch.. zugucken kann, dazu noch dermassen haesliche Einheitsbauten wie es die DDR besser nicht haette schaffen koennen. Aber Individuell werden die Daecher dann in glasiert blau/rot/gruen eingedeckt mit garantiert nicht passender rosa oder Hornhautfarbener Fassede. Das ist dann der Individualismus - vor der Tuer der Einheits Fox, Polo oder wenn man es zu was geschafft hat Passat...
die enge Bebauung ist eine Sache für sich... entsteht wohl aus einerseits knappen Geldmitteln, andererseits geringe Gewichtung eines eigenen Gartens.
Dass man das in der DDR nicht hätte schaffen können, glaube ich nicht. Heutzutage sehen die meisten DDR-Wohnblocks ja gar nicht so schlecht aus (verschiedene Anstriche, teilweise komplett saniert), aber zu DDR-Zeiten war wohl tatsächlich alles grau-in-grau (von der Vereinheitlichung gar nicht zu sprechen). Über diesen "Individualismus" kann man sich tatsächlich streiten, mir geht der hier so hoch gehaltene "Individualismus" oft auch sehr gegen die Ästhetik. Aber da gibt es unterschiedliche Meinungen zu...
Shenzhen hat geschrieben: Nee sorry, da sind mir die Eineitsfarmerhaeuser in China noch lieber.
es geht hier nicht darum, dass die Farmerhäuser so einheitlich sind (sind sie das überhaupt?), sondern darum, dass die Chinesen offensichtlich oft keine soliden Häuser bauen und an der Verschönerung/Einrichtung nur wenig machen, obwohl sie offensichtlich die finanziellen Möglichkeiten hätten.
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