Aremonus hat geschrieben:wissenschaftliche Kennzahl.
Falsch! Es handelt sich um eine bewtriebswirtsvhaftliche bzw volkswirtschaftliche Kennzahl. Sie dient als Anhaltspunkt. Aber auch hier wieder : Es ist ein einziges Kriterium - die Relaität setzt sich jedoch aus vielen verschiedenen Kriterien zusammen.
Wissenschaftlich in diesem Zusammenhang würde bedeuten, das das Kriterium "Staatsquote" alleine ausreicht, um Aussagen mit sehr hoher Eintrittswahrscheinlichkeit zu treffen.
"Wissenschaftlich" ist ausserdem ein sehr schwammiger Begriff. Auch das kleine ein mal eins kann als wissenschaftlich bezeichnet werden.
Aremonus hat geschrieben:Ja, das nennt sich Aufklärung und hat in Europa erst den Wohlstand ermöglicht.
Hast du mal Photos und Berichte aus der Zeit der Aufklärung vom einfachen Arbeitervolke gesehen ? Verhältnisse wie sie teiweise Heute in Nordkorea herrschen, nur nicht vom Staat ausgehend, sondern von der freien Wirtschaft. Also meine Definition von Wohlstand ist da dann doch etwas anders als deine.
Aremonus hat geschrieben:Mir schreibt der Staat sogar vor, dass ich 45 min Mittagspause machen muss, wenn ich mehr als 10 Stunden am Tag arbeite -.-
Dabei brauche ich zum Essen nur eine halbe Stunde...
Schön, wenn du 15 Minuten schneller bist. Andere sind es nicht. Und auch hier : Pause darauf zu beschränken, wie schnell mensch mit dem Essen fertig werden kann, ist......unmenschlich. Vielleicht nutzt unsereiner seine Pause nicht nur zum Essen, sondern auch mal kurz zum Abschalten. Oder kurz zum Ausstausch mit dem Kollegen .
Pause ist zur freien Gestaltung da, nicht nur auf die Funktion "Essen" beschränkt.
Aremonus hat geschrieben:Pisastuie
Auch hier wieder: Du beschränkst den Bildungsgrad als Output aud die Bildungsausgaben als Input. Wenn also Deutschland 50 % Bildungsausgaben tätigt ( wozu im pbrigen auch so Geschichten wie Bafög gehören ), müssten wir lauter Einsteins haben. So einfach ist die Realität leider nicht. Wäre schön wenn. Und zur PISA-Studie : Sie gibt zwar Tendenzen wieder. Aber die Hundertprozentige Weisheit steht auch dort nicht drin. Denn auch sie müsste neben den Noten und Schulformen noch viele weitere Kriterien berücksichtigen.
Aremonus hat geschrieben:ch sage nicht, dass die Leute Hunger leiden sollen. Aber Wohlstand kann auch krank machen. Die heutigen Hartz IV bezüger findet man eher online auf WoW...
Man müsste natürlich auch fragen, warum denn soviele Arbeitgeber keine Arbeit nachfragen. Und warum es für diese Leute so schwierig ist, selbst etwas zu arbeiten (z.B. Dienstleistungen anzubieten, wie das viele Arbeitslose in China oder in den USA machen).
Bedeutet für dich Hartz 4 kostenloser Wohlstand ? Ich glaube, du selbst bist damit noch nicht in Kontakt gekommen. Es stimmt, das es Schmarotzer gibt. Aber es stimmt genau so, dass viele dieser Schmarotzer irgendwann nur noch deshalb Schmarotzen, weil sie keine Möglichkeiten mehr haben, da wirklich raus zu kommen, und sich mit ihrem Hartz 4 Leben abfinden. Das ist traurig. Wenn du einmal reinrutschst, oder schlimmer noch, wenn du dort hineingeboren wirst, und du trotz zahlreicher Bemühungen abgestempelt wirst. Wenn die Bewertung deiner Bemühungen abhängig von der Laune des Sachbearbeiters ist, und die dadurch immer noch mehr Hürden im Weg gelegt werden, dann verlierst du irgendwann deine Perspektiven.
Diese Perspektivlosigkeit und gesetzlichen Hürden, die einen guten Teil der eigenen Anreize zunichte macht, ist ein wesentlicher Grund. Deshalb halte ich auch nichts davon, alle Hartz 4ler abzustempelt als WoW-Süchtige.
Und warum fragen soviel Arbeitgeber keine Arbeitnehmer nach ? Die Antwort müsstest du als Marktwirtschaftsverfechter kennen. Weil die Lohnkosten nicht niedrig genug sind. Also sollten wir die Mindestlöhne weiter senken ? Und mal ehrlich. Anwas für Dienstleistungen denkst du ? Dienstleistungen, die weit unter Wert bezahlt werden, weil diese Dienstleister mit der Qualität der professionellen Dienstleister mangels Ausstattung und mangels Know-How nicht mithalten können? Und von dessen Einnahmen bis auf 100 Euro alles vom Sozialamt abgenommen wird ? Das meinte ich eben mit Perspektiven. Du sagst selbst das Leistung sich lohnen muss, aber diese Aussage passt nicht dazu. Deshalb vorhin meine Andeutung, das deine Auffassung zu einer Art Liberal-Diktatur führen würde. Und damit meine ich das der Mensch gezwungen wird, nicht mehr Mensch sein zu dürfen, um sich dem Markt vollends anpassen zu können.
Aremonus hat geschrieben:Das ist natürlich ein Streitpunkt. Deswegen schlage ich vor, dass man bis zu einem gewissen Einkommen (z.B. für das EInkommen utner 3000 €/ Monat) eine Versicherung abschliessen muss. Ich tue mir aber schwer damit, gewisse Menschen im Vorherein als "Verantwortungslos" zu bezeichnen...
Das zielt aber genau darauf ab : Demnach sind Menschen mit einem Einkommen unter 3000 Euro im Monat so Verantwortungslos, das sie gezwungen werden müssen sich zu versichern. Verantwortungslos bedeutet demnach auch, das es Verantwortungslos ist, weniger als 3000 Euro im Monat zu verdienen. Und die mit einem grösseren Einkommen sind Verantwortungsvoll ?
Aremonus hat geschrieben:Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Regulationen mehr geben soll. Ein Arbeitgeber soll aber nicht gezwungen werden, jemanden zu beschäftigen, der nicht in Team passt. Das heutige System begünstigt übrigens Mobbing, da Leute, die sich nicht integrieren, von ihren Kollegen gemobbt werden - und vom Chef nciht entfernt werden können.
Die Korrelation ist hier ganz eindeutig: je einfach man Leute wieder herauswerfen kann, desto eher werden Arbeitsplätze geschaffen und desto tiefer ist die Arbeitslosigkeit.
Der Arbeitgeber hat als keine Verantwortung für die Gesellschaft, er darf machen was er will ? Auch wenn die Bevölkerungsstruktur und Bewerberstruktur nun mal nicht sein Dreamteam hergibt ? Und zum Thema Mobbing : Also jemand der nicht sputet und sich nicht den Launen seiner MA und seines Chefs anpasst, wird ganz schnell entfernt ?
Freiheit - aber nur für den Chef ? Tiefe Arbeitslosigkeit zu welchem Preis ? Zu dem Preis, das wir nur noch Arbeitsmaschinen sind, deren Lebenssinn nichts weiter als Arbeiten - Schlafen - Arbeiten - Schlafen - Arbeiten u.s.w ist. Udn das ganze dann bitte schön möglichst Kostensparend.
Aremonus hat geschrieben:Reiche Länder haben eine bessere Infrastruktur (also die mit den höheren Steuern), ärmere arme dafür tiefe Steuern. In föderalistischen Staaten funktioniert dies einwandfrei - warum ist Deutschland anders?
Das hast du in deinem Vorpost etwas anders dargelegt :
Deiner Idee nach sollte es einen Steuerwettbewerb geben. Dies führt dazu, das die Bundesländer mit den niedrigsten Steuern zu Industrieallungszentren würden. Bei Steuern gibt es irgendwo eine Untergrenze, bis wohin sich Öffentliche Güter und der Staat finanzieren müssen. Irgendwann würde es somit Sieger und Verlierer in diesem Wettbewerb geben. Das wiederum bedeutet das die Sieger "reich" werden, während die Verlierer von deren Infrastruktur zurückfallen und zunehmends verarmen. Genau die Situation, die es in der Hochphase des Liberalismus ( Ger 1800 - 1900 ) gab.
Da die Steuern beim Sieger allerdings auch sehr niedrig sind, wird der Siegerstaat Probleme bekommen, für die Öffentlichen Güter, ordnung etc zu sorgen. Dies hängt dann auch zunehmens von Gutdünken der Wirtschaft ab. Und diese denkt nicht nach sozialen Punkten, sondern nach Gewinn.
Und diese eindeutige Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Fluktuation musst du erstmal belegen.
Aremonus hat geschrieben:Klar. Versicherungen.
Wer aber sein Schicksal nicht dem Staat überlassen und in die eigenen Hände nehmen will, dem sollte dies nicht verunmöglicht werden. Warum muss jemand, der viel arbeitet, für jemanden, der zu faul zum Arbeiten ist, bezahlen?
Ich persönlich mag eine solche Einstellung nicht, die den Menschen reduziert als reinen Produktionsfaktor. Zum letztenb Satz : So einfach wie du es darstellst ist es nicht. Ansonsten müsste hier längst der totale Wohlstand ausgebrochen sein. Im Übrigen gibt es auch soetwas wie eine gesellschaftliche Verantwortung. Ich denke, das du erstmal in einer entsprechenden Situation kommen musst. Wo du trotz deiner unfaulheit nicht mehr so einfach rauskommst. Dann bist du dankbar, das die Gesellschaft dich nicht so knüppelhart, wie von dir angedeutet, als WoW--Player abstempelt.
Alter Schwede, selten das ich in einem Posting so hochgehe.