Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

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Taiyang
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Taiyang »

Topas hat geschrieben:Im Übrigen würde der Kampf ums Überleben ( da ja Arbeitslose nur ein extrem niedriges Bürgergeld bekommen ) Ausmaße, wie etwa : Mobbing, Krank Arbeiten, Weniger Urlaub, Einteilung der Freizeit durch den Arbeitgeber, Zerstörung der Familienkultur, Senkung der positiven Arbeitsmotivation, steigerung der negaitven Arbeitsmotivation, Wettbewerb hin zu möglichst günstigen Arbeitnehmern ( die Bemühen sich ja, da das neidrige Bürgergeld Anreiz genug ist... ) u.s.w führen.
Hat Deutschland das in bestimmten Regionen nicht jetzt schon? Vielleicht nicht in extremer Form, aber es ist sicherlich auf dem Weg dahin.

Topas hat geschrieben: Es soll, es muss im Leben auch etwas anderes geben, als jede Sekunde über Existenzsicherung, Geld und Arbeit nach denken zu müssen.
:D
Find ich gut.
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Grufti
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Grufti »

Topas hat geschrieben: - Steuerwettbewerb zwischen Ländern. Die "Siegerstaaten" nehmen damit dann am wenigsten Steuern ein, mit einer zugleich dort hin geknubbelten Wirtschaft. Führt a) zu lauter NRW- Knubbel und Mecklenburg Vorpommerns ( Schlimm wirds, wenn in NRW 2 Millionen leben und ind MVP 18 Millionen ! ) und damit zu Reichen und Schwachen Gebieten. Und b ) Viel Industrie bei zugleich kaum Steuern bedeutet : Reiche Manager, Armer Staat. Damit wiederum werden Öffentliche Güter mehr von der Grosszügigkeit einzelner Firmen abhängig, die wiederum dadurch ihre Macht zugunstenihrer eigenen Interessen ausspielen können. ( Z.B. Streichung der Studiengänge "Ökologie und Ethik", dafür Einführung von einem Siemens und einem Telekom Studiengang , Einführung einer 50 Stunden Woche, Vorschrift für eigenen Mitarbeiter, der ausschliesslich Waren seines eigenen Arbeitgebers konsumieren darf u.s.w. )

´

Mag zwar hier "off-Topic" sein, aber wenn ich "Siemens" lese, fällt mir die "Unternehmenskultur für unser Land " wieder ein... :roll:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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happyfuture
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von happyfuture »

Taiyang hat geschrieben:
Topas hat geschrieben: Es soll, es muss im Leben auch etwas anderes geben, als jede Sekunde über Existenzsicherung, Geld und Arbeit nach denken zu müssen.
:D
Find ich gut.
Hat das nicht jeder selbst in der Hand? :roll:
Aremonus
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Aremonus »

Der war gut. Was noch, strikte Vorschriften für Katzen, dass sie keine Mäuse fangen
In der Schweiz funktionierts mit den Pensionskassen. Aber vielleicht sind schweizer Katzen ja auch Polizeihunde...
Komisch. Mehrere skandinavische Länder mit im Schnitt des letzten Jahrzehnts und auch längerer Perioden höherem Wirtschaftswachstum, mit niedrigerer Arbeitslosigkeit und vor allem niedrigerer Langzeitarbeitslosigkeit (da ist Deutschland seit Kohl und Schröder führend in Europa) und mit fast doppelt so hoher Abiturientenquote und auch höherem Prokopf-BIP und HDI-Rang haben "Staatsquoten" von 50% und mehr.
Das ist wohl eher ein kultureller Faktor. Norwegen, das Land mit der tiefsten Staatsquote Skandinaviens, ist zugleich auch das Wohlhabendste.
Aber es stimmt - Staatsausgaben sind nicht immer nur des Teufels. Oft werden sie aber einfach zu ineffizent eingesetzt... oder warum ist in Deutschland beispielsweise die Bildung gem. Pisastuie schlechter als in Südkorea, das die niedrigste Staatsquote der OECD-Länder aufweist? (Wobei hier anzumerken ist, dass die Pisastudie wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist).
"Staatsquote" ist neoliberaler Dünnpfiff und Volksbetrug.
Falsch. Sie ist eine wissenschaftliche Kennzahl. Die Intepretation ist kann aber ideologisch motiviert sein.
Die Menschen zwingen freiheitlich zu denken
Ja, das nennt sich Aufklärung und hat in Europa erst den Wohlstand ermöglicht. Wir können ja auch zurück in den Feudalismus, dann braucht man garnichts zu denken und der Staat sagt einem, was man zu tun hat. Weit ist man davon ja nicht mehr...
Mir schreibt der Staat sogar vor, dass ich 45 min Mittagspause machen muss, wenn ich mehr als 10 Stunden am Tag arbeite -.-
Dabei brauche ich zum Essen nur eine halbe Stunde...
Zurückzahlen des Bürgergeldes - Geht nur wenn entsprechend hohe Einnahmen irgendwann danach im Leben kommen. Was aber ist mit den Menschen, die in ihrem Leben mehr Bürgergeld brauchen, als sie Einnehmen können ?
Dasselbe wie heute - sie kosten die Gesellschaft eben (ich glaube kaum, dass die Erben ihr Erbe antreten werden).
Bei einem Unterangebot an Arbeit kannst du noch soviele Anreize setzen, die Menschen würden irgendwann Hunger leiden....und dann irgendwann verhungern.
Ich sage nicht, dass die Leute Hunger leiden sollen. Aber Wohlstand kann auch krank machen. Die heutigen Hartz IV bezüger findet man eher online auf WoW...
Man müsste natürlich auch fragen, warum denn soviele Arbeitgeber keine Arbeit nachfragen. Und warum es für diese Leute so schwierig ist, selbst etwas zu arbeiten (z.B. Dienstleistungen anzubieten, wie das viele Arbeitslose in China oder in den USA machen).
Wer als 18 Jähriger den "Fehler" macht , sich nicht "freiwillig" vorzusorgen mit ner Arbeitslosenversicherung, wird also den "Fehlerlosen" benachteiligt, was Wohlstand betrifft ?
Das ist natürlich ein Streitpunkt. Deswegen schlage ich vor, dass man bis zu einem gewissen Einkommen (z.B. für das EInkommen utner 3000 €/ Monat) eine Versicherung abschliessen muss. Ich tue mir aber schwer damit, gewisse Menschen im Vorherein als "Verantwortungslos" zu bezeichnen...
Mehr Wettbewerb am Arbeitsmarkt ? Kurz mal grundsätzlich.
Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Regulationen mehr geben soll. Ein Arbeitgeber soll aber nicht gezwungen werden, jemanden zu beschäftigen, der nicht in Team passt. Das heutige System begünstigt übrigens Mobbing, da Leute, die sich nicht integrieren, von ihren Kollegen gemobbt werden - und vom Chef nciht entfernt werden können.
Die Korrelation ist hier ganz eindeutig: je einfach man Leute wieder herauswerfen kann, desto eher werden Arbeitsplätze geschaffen und desto tiefer ist die Arbeitslosigkeit.
Rentenpolitik: Siehe Gesundheitspolitik in den USA, wo z.B chronisch Kranke und Arme gar keine Versicherung bekammen, selbst wenn sie wollten.
Ich verweise hier erneut auf die Schweiz, wo die Retner relativ wohlhabend sind. Hier gibt es die staatliche Vorsorge, dann die obligatorische private Vorsorge und die freiwillige private Vorsorge.
Steuerwettbewerb zwischen Ländern
Reiche Länder haben eine bessere Infrastruktur (also die mit den höheren Steuern), ärmere arme dafür tiefe Steuern. In föderalistischen Staaten funktioniert dies einwandfrei - warum ist Deutschland anders?
Es soll, es muss im Leben auch etwas anderes geben, als jede Sekunde über Existenzsicherung, Geld und Arbeit nach denken zu müssen.
Klar. Versicherungen.
Wer aber sein Schicksal nicht dem Staat überlassen und in die eigenen Hände nehmen will, dem sollte dies nicht verunmöglicht werden. Warum muss jemand, der viel arbeitet, für jemanden, der zu faul zum Arbeiten ist, bezahlen?
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Topas
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Topas »

Aremonus hat geschrieben:wissenschaftliche Kennzahl.
Falsch! Es handelt sich um eine bewtriebswirtsvhaftliche bzw volkswirtschaftliche Kennzahl. Sie dient als Anhaltspunkt. Aber auch hier wieder : Es ist ein einziges Kriterium - die Relaität setzt sich jedoch aus vielen verschiedenen Kriterien zusammen.
Wissenschaftlich in diesem Zusammenhang würde bedeuten, das das Kriterium "Staatsquote" alleine ausreicht, um Aussagen mit sehr hoher Eintrittswahrscheinlichkeit zu treffen.
"Wissenschaftlich" ist ausserdem ein sehr schwammiger Begriff. Auch das kleine ein mal eins kann als wissenschaftlich bezeichnet werden.
Aremonus hat geschrieben:Ja, das nennt sich Aufklärung und hat in Europa erst den Wohlstand ermöglicht.
Hast du mal Photos und Berichte aus der Zeit der Aufklärung vom einfachen Arbeitervolke gesehen ? Verhältnisse wie sie teiweise Heute in Nordkorea herrschen, nur nicht vom Staat ausgehend, sondern von der freien Wirtschaft. Also meine Definition von Wohlstand ist da dann doch etwas anders als deine.
Aremonus hat geschrieben:Mir schreibt der Staat sogar vor, dass ich 45 min Mittagspause machen muss, wenn ich mehr als 10 Stunden am Tag arbeite -.-
Dabei brauche ich zum Essen nur eine halbe Stunde...
Schön, wenn du 15 Minuten schneller bist. Andere sind es nicht. Und auch hier : Pause darauf zu beschränken, wie schnell mensch mit dem Essen fertig werden kann, ist......unmenschlich. Vielleicht nutzt unsereiner seine Pause nicht nur zum Essen, sondern auch mal kurz zum Abschalten. Oder kurz zum Ausstausch mit dem Kollegen .
Pause ist zur freien Gestaltung da, nicht nur auf die Funktion "Essen" beschränkt.
Aremonus hat geschrieben:Pisastuie
Auch hier wieder: Du beschränkst den Bildungsgrad als Output aud die Bildungsausgaben als Input. Wenn also Deutschland 50 % Bildungsausgaben tätigt ( wozu im pbrigen auch so Geschichten wie Bafög gehören ), müssten wir lauter Einsteins haben. So einfach ist die Realität leider nicht. Wäre schön wenn. Und zur PISA-Studie : Sie gibt zwar Tendenzen wieder. Aber die Hundertprozentige Weisheit steht auch dort nicht drin. Denn auch sie müsste neben den Noten und Schulformen noch viele weitere Kriterien berücksichtigen.


Aremonus hat geschrieben:ch sage nicht, dass die Leute Hunger leiden sollen. Aber Wohlstand kann auch krank machen. Die heutigen Hartz IV bezüger findet man eher online auf WoW...
Man müsste natürlich auch fragen, warum denn soviele Arbeitgeber keine Arbeit nachfragen. Und warum es für diese Leute so schwierig ist, selbst etwas zu arbeiten (z.B. Dienstleistungen anzubieten, wie das viele Arbeitslose in China oder in den USA machen).
Bedeutet für dich Hartz 4 kostenloser Wohlstand ? Ich glaube, du selbst bist damit noch nicht in Kontakt gekommen. Es stimmt, das es Schmarotzer gibt. Aber es stimmt genau so, dass viele dieser Schmarotzer irgendwann nur noch deshalb Schmarotzen, weil sie keine Möglichkeiten mehr haben, da wirklich raus zu kommen, und sich mit ihrem Hartz 4 Leben abfinden. Das ist traurig. Wenn du einmal reinrutschst, oder schlimmer noch, wenn du dort hineingeboren wirst, und du trotz zahlreicher Bemühungen abgestempelt wirst. Wenn die Bewertung deiner Bemühungen abhängig von der Laune des Sachbearbeiters ist, und die dadurch immer noch mehr Hürden im Weg gelegt werden, dann verlierst du irgendwann deine Perspektiven.
Diese Perspektivlosigkeit und gesetzlichen Hürden, die einen guten Teil der eigenen Anreize zunichte macht, ist ein wesentlicher Grund. Deshalb halte ich auch nichts davon, alle Hartz 4ler abzustempelt als WoW-Süchtige. :evil:

Und warum fragen soviel Arbeitgeber keine Arbeitnehmer nach ? Die Antwort müsstest du als Marktwirtschaftsverfechter kennen. Weil die Lohnkosten nicht niedrig genug sind. Also sollten wir die Mindestlöhne weiter senken ? Und mal ehrlich. Anwas für Dienstleistungen denkst du ? Dienstleistungen, die weit unter Wert bezahlt werden, weil diese Dienstleister mit der Qualität der professionellen Dienstleister mangels Ausstattung und mangels Know-How nicht mithalten können? Und von dessen Einnahmen bis auf 100 Euro alles vom Sozialamt abgenommen wird ? Das meinte ich eben mit Perspektiven. Du sagst selbst das Leistung sich lohnen muss, aber diese Aussage passt nicht dazu. Deshalb vorhin meine Andeutung, das deine Auffassung zu einer Art Liberal-Diktatur führen würde. Und damit meine ich das der Mensch gezwungen wird, nicht mehr Mensch sein zu dürfen, um sich dem Markt vollends anpassen zu können.
Aremonus hat geschrieben:Das ist natürlich ein Streitpunkt. Deswegen schlage ich vor, dass man bis zu einem gewissen Einkommen (z.B. für das EInkommen utner 3000 €/ Monat) eine Versicherung abschliessen muss. Ich tue mir aber schwer damit, gewisse Menschen im Vorherein als "Verantwortungslos" zu bezeichnen...
Das zielt aber genau darauf ab : Demnach sind Menschen mit einem Einkommen unter 3000 Euro im Monat so Verantwortungslos, das sie gezwungen werden müssen sich zu versichern. Verantwortungslos bedeutet demnach auch, das es Verantwortungslos ist, weniger als 3000 Euro im Monat zu verdienen. Und die mit einem grösseren Einkommen sind Verantwortungsvoll ?
Aremonus hat geschrieben:Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Regulationen mehr geben soll. Ein Arbeitgeber soll aber nicht gezwungen werden, jemanden zu beschäftigen, der nicht in Team passt. Das heutige System begünstigt übrigens Mobbing, da Leute, die sich nicht integrieren, von ihren Kollegen gemobbt werden - und vom Chef nciht entfernt werden können.
Die Korrelation ist hier ganz eindeutig: je einfach man Leute wieder herauswerfen kann, desto eher werden Arbeitsplätze geschaffen und desto tiefer ist die Arbeitslosigkeit.

Der Arbeitgeber hat als keine Verantwortung für die Gesellschaft, er darf machen was er will ? Auch wenn die Bevölkerungsstruktur und Bewerberstruktur nun mal nicht sein Dreamteam hergibt ? Und zum Thema Mobbing : Also jemand der nicht sputet und sich nicht den Launen seiner MA und seines Chefs anpasst, wird ganz schnell entfernt ?
Freiheit - aber nur für den Chef ? Tiefe Arbeitslosigkeit zu welchem Preis ? Zu dem Preis, das wir nur noch Arbeitsmaschinen sind, deren Lebenssinn nichts weiter als Arbeiten - Schlafen - Arbeiten - Schlafen - Arbeiten u.s.w ist. Udn das ganze dann bitte schön möglichst Kostensparend.
Aremonus hat geschrieben:Reiche Länder haben eine bessere Infrastruktur (also die mit den höheren Steuern), ärmere arme dafür tiefe Steuern. In föderalistischen Staaten funktioniert dies einwandfrei - warum ist Deutschland anders?
Das hast du in deinem Vorpost etwas anders dargelegt :
Deiner Idee nach sollte es einen Steuerwettbewerb geben. Dies führt dazu, das die Bundesländer mit den niedrigsten Steuern zu Industrieallungszentren würden. Bei Steuern gibt es irgendwo eine Untergrenze, bis wohin sich Öffentliche Güter und der Staat finanzieren müssen. Irgendwann würde es somit Sieger und Verlierer in diesem Wettbewerb geben. Das wiederum bedeutet das die Sieger "reich" werden, während die Verlierer von deren Infrastruktur zurückfallen und zunehmends verarmen. Genau die Situation, die es in der Hochphase des Liberalismus ( Ger 1800 - 1900 ) gab.
Da die Steuern beim Sieger allerdings auch sehr niedrig sind, wird der Siegerstaat Probleme bekommen, für die Öffentlichen Güter, ordnung etc zu sorgen. Dies hängt dann auch zunehmens von Gutdünken der Wirtschaft ab. Und diese denkt nicht nach sozialen Punkten, sondern nach Gewinn.

Und diese eindeutige Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Fluktuation musst du erstmal belegen.
Aremonus hat geschrieben:Klar. Versicherungen.
Wer aber sein Schicksal nicht dem Staat überlassen und in die eigenen Hände nehmen will, dem sollte dies nicht verunmöglicht werden. Warum muss jemand, der viel arbeitet, für jemanden, der zu faul zum Arbeiten ist, bezahlen?
Ich persönlich mag eine solche Einstellung nicht, die den Menschen reduziert als reinen Produktionsfaktor. Zum letztenb Satz : So einfach wie du es darstellst ist es nicht. Ansonsten müsste hier längst der totale Wohlstand ausgebrochen sein. Im Übrigen gibt es auch soetwas wie eine gesellschaftliche Verantwortung. Ich denke, das du erstmal in einer entsprechenden Situation kommen musst. Wo du trotz deiner unfaulheit nicht mehr so einfach rauskommst. Dann bist du dankbar, das die Gesellschaft dich nicht so knüppelhart, wie von dir angedeutet, als WoW--Player abstempelt.


Alter Schwede, selten das ich in einem Posting so hochgehe.
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von DerDirk »

Die Schweiz, die Schweiz , die Schweiz.....dort ist alles besser.

so einfach ist das eben nicht.
Kleiner Einblick in die Armutssituation der Schweiz.
http://www.swissworld.org/de/wirtschaft ... r_schweiz/" target="_blank

Klar das es in Deutschland viel zu verbessern gibt aber ich habe da meine Zweifel an gewisse neoliberalen Ideen.
Bin halt nen halber Kommi ;-)
Der Standpunkt macht es nicht, die Art macht es, wie man ihn vertritt.
Theodor Fontane (1819-98), dt. Erzähler
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von arrow »

DerDirk hat geschrieben:Die Schweiz, die Schweiz , die Schweiz.....dort ist alles besser.

so einfach ist das eben nicht.
Kleiner Einblick in die Armutssituation der Schweiz.
Richtig so.... in Deutschland ist alles besser...sogar die Dummen sind dümmer... :mrgreen:
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null.... und das nennen sie ihren Standpunkt.
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DerDirk
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von DerDirk »

...und früher war sogar die Zukunft besser :mrgreen:
Der Standpunkt macht es nicht, die Art macht es, wie man ihn vertritt.
Theodor Fontane (1819-98), dt. Erzähler
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Aremonus »

volkswirtschaftliche Kennzahl
Aber Volkswirtschaft ist ja eine Wissenschaft....
Photos und Berichte aus der Zeit der Aufklärung
Ja. Aber der Wohlstand setzte ja auch erst nach der Aufklärung ein. Ohne Aufklärung hätte es keine Revolution gegeben und wir lebten noch immer im Feudalismus.
Pause ist zur freien Gestaltung da, nicht nur auf die Funktion "Essen" beschränkt.
Ich sag ja auch nicht, dass es verboten sein soll, Pause zu machen. Ich sage nur, dass mir der Staat nicht vorzuschreiben hat, dass ich Pause machen MUSS. Mich stört es nicht, wenn jemand gerne etwas länger Pause macht - mich stört es, wenn mir jemand sagt, was ich zu tun habe.
weil sie keine Möglichkeiten mehr haben, da wirklich raus zu kommen, und sich mit ihrem Hartz 4 Leben abfinden
Das ist es ja: man wird im Hartz IV gefangen! Deswegen sage ich, dass der Arbeitsmarkt liberaler werden soll. Würdest Du, als Firmenchef, einem Hatz IV - Empfänger eine Chance geben, wenn Du ihn nicht mehr hinauswerfen kannst?
Weil die Lohnkosten nicht niedrig genug sind.
Jein - eher weil die Arbeitskosten nicht niedrig genug sind. Arbeitskosten sind aber nicht nur Löhne, sondern auch Privilegien, die Opportunitätskosten verursachen, wie Kündigungsschutz, keine Arbeit am Wochenende und derartiges. Klar ist Arbeit am Wochenende vielleicht etwas hart, deswegen möchte ich den Punkt 'mal nicht zur Diskussion bringen - aber der Kündigungsschutz ist ein Privileg, das es in einem Land mit Arbeitslosenversicherungen nicht braucht. Da zahlt man ja doppelt...

Es gibt Länder, wo die Löhne höher und die Arbeitslosigkeit tiefer sind als in Deutschland - und die Deutschen sind bekannt dafür, fleissig und perfektionistisch zu sein, also wird es nicht an den Menschen liegen.
Demnach sind Menschen mit einem Einkommen unter 3000 Euro im Monat so Verantwortungslos, das sie gezwungen werden müssen sich zu versichern.
Ja, leider. Die Statistiken zeigen, dass Haushalte mit einem Einkommen von 3000 Euro verhältnismässig signifikant weniger sparen als die mit einem EInkommen über 10.000 Euro. Ist ja auch klar, da ein grösserer Teil vom Einkommen fürs Überleben drauf geht.
Dennoch hast Du recht: es ist stossend, dass man sie zwingen muss.
Der Arbeitgeber hat als keine Verantwortung für die Gesellschaft, er darf machen was er will ?
Nein - er hat sich auch an Gesetze zu halten. Aber er muss nicht Leuten Geld geben, denen er nicht Geld geben will. Was wäre, wenn man Dich dazu zwingen würde, jeden Tag eine Cola zu kaufen, auch wenn Du keine Cola willst?
Ich persönlich mag eine solche Einstellung nicht, die den Menschen reduziert als reinen Produktionsfaktor.
Das ist auch garnicht meine Einstellung - ich finde es bloss schlecht, dass man ständig nach Vater Staat ruft, anstatt für sein eigenes Handeln die Verantwortung zu übernehmen.
Ansonsten müsste hier längst der totale Wohlstand ausgebrochen sein.
In Europa ist doch längst der totale Wohlstand ausgebrochen?
Klar, ich bin auch "arm" gemäss gängiger Definition (das gemeinsame Einkommen meiner Freundin und mir liegt weit unter CHF 4600 im Monat) - und nehme trotzdem keine Sozialleistungen in Anspruch. Aber viele Europäer sind einfach verblendet und sehen den Wohlstand als Selbstverständlichkeit an. Dabei leben hier alle in einer beheizten Wohnung, manche sogar in einem eigenen Haus, essen dreimal täglich soviel, dass sie davon zu Fett werden, besitzen Fernsehen und Computer und haben jederzeit Zugang zu einer erstklassigen Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig hat fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, weil wir bei uns in Europa die Löhne hoch halten und nicht teilen wollen. DAS ist für mich pervers.
Diese Markt barrieren führen zwar dazu, dass bei uns selbst die faulsten Säcke noch ein schönes Leben führen können - während anderswo auf der Welt Leute an Krankheiten sterben müssen, die man ohne weiteres heilen kann.
Alter Schwede, selten das ich in einem Posting so hochgehe.
Besser als ein Thriller, gell? :wink:
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Aremonus »

Die Schweiz, die Schweiz , die Schweiz.....dort ist alles besser.

so einfach ist das eben nicht.
Kleiner Einblick in die Armutssituation der Schweiz.
http://www.swissworld.org/de/wirtschaft" target="_blank ... r_schweiz/

Klar das es in Deutschland viel zu verbessern gibt aber ich habe da meine Zweifel an gewisse neoliberalen Ideen.
Bin halt nen halber Kommi ;-)
Sorry, ich wollte nicht mein Vaterland loben - das liegt mir fern. Ich wollte bloss zeigen, dass es auch anders geht.

Der Bericht, den du zitiert hast, sagt übrigens folgendes:
Gemäss dieser Untersuchung schneidet die Schweiz damit im internationalen Vergleich gut ab: Nur gerade in Skandinavien gab es weniger Kinder, die von Armut betroffen waren. In Deutschland und Österreich waren dies 10,2%
Aber diese Definition von Armut ist, wie im Vorpost geschrieben, ohnehin krank.
Ich bin beispielsweise "Arm", und fliege zweimal jährlich nach China - während ein nicht-armer Chinese sich kaum Hoffnung auf eine eigene Wohnung machen oder eine ausreichende Gesundheitsversorgung verlangen kann.
Warum wird Armut nach verschiedenen Massstäben gemessen? Warum ist ein Europäer mehr Wert als ein Chinese oder ein Afrikaner?
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
MFielsch
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von MFielsch »

Mit großer Freude habe ich hier soeben die Grundeinkommensdiskussion überflogen und möchte mal auf das chinesische Dorf Tengtou in Fenghua aufmerksam machen, wo es laut einiger Medienberichte bereits ein Grundeinkommen geben soll...

http://wiki.un-grundeinkommen.de/index. ... ou_-_China


Außerdem erlaube ich es mir auch, einmal auf unsere Initiative der "BGE-Lobby" hier in Deutschland aufmerksam zu machen...

http://www.bge-lobby.de

Mit B_esten G_rüßen E_rwartungsfroh (BGE)
báitù
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von báitù »

Lieber ohne Einkommen auskommen, als anderen Ausreden einreden wollen! :P
xiăo tùzi guāi guāi, ba mén kāi kāi …
一山不容二兔 ...
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Bazoo »

Hartz IV:
Hat auf der ganzen Linie versagt, haben wir gesehen. Das Ende vom Lied sind dauerhafte 1€ Jobber, Leute die in Maßnahmen bei "Leistungsträgern" vergammeln, und überbelastete/unqualifizierte Arbeitskräfte in den "Ämtern"

Bürgergeld:
Von den dreien die vernünftigere Alternative

Bedingungsloses Grundeinkommen:
Wäre m.M.n. nicht so ohne weiteres durchführbar, da wieder Ausnahmen geschaffen werden müssten, Mehrbedarf, unzumutbare Härtefälle etc.

Das Problem ist doch nicht wie D die Arbeitslosen versorgt, sondern wie D unproduktive Arbeitsplätze schafft, damit die jeweilige Regierung eine gute Statistik vorweisen kann.
Als erstes müsste das Steuergesetz grundsätzlich überarbeitet werden (hatte die letzten Jahre damit zu tun, das deutsche Steuergesetz ist das komplizierteste und verdrehteste von allen Steuergesetzen weltweit), dann müssten deutsche Firmen die abwandern einen Ausgleich zahlen, bzw. sollte man den Wirtschaftsstandort D attraktiver machen. Investitionen im Ausland sollten stärker besteuert werden, und Investitionen im Inland sinnvoll gefördert werden. Einwanderer sollten keinen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, bis sie einen angemessenen Zeitraum gearbeitet haben.

Nur das ist alles Utopie.

Persönlich denke ich das nur ein anderes politisches System eine Wende bringen kann.
Gestern noch zu blöd, den Computer einzuschalten, heute schon die eigene Homepage.
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von AngelofMoon »

Bazoo hat geschrieben:Einwanderer sollten keinen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, bis sie einen angemessenen Zeitraum gearbeitet haben.
Wo hast Du her das Einwanderer einen Rechtsanspruch auf Leistungen in Deutschland haben?
Flüchtlinge und Asylanten bekommen keine Leistungen nach dem Sozialgesetz, der Lebensunterhalt wird aus einen ganz anderen Topf bestritten.
Das einzigste wo der Lebensunterhalt nicht von Bedeutung ist, ist der Nachzug zum Deutschen Ehepartner oder Kind.
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
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Re: Grundeinkommen vs Bürgergeld vs HartzIV

Beitrag von Bazoo »

AngelofMoon hat geschrieben:
Flüchtlinge und Asylanten bekommen keine Leistungen nach dem Sozialgesetz, der Lebensunterhalt wird aus einen ganz anderen Topf bestritten.
Ich meinte auch nicht nur Leistungen nach dem SGB, sondern allgemein alles was man als "Leistung" werten könnte. Vllt. etwas unglückliche Wortwahl. Ich bezog mich im letzten Part ja eher auf die Lösungsmöglichkeiten des Ganzen.

Zudem wird das SGB indirekt auch auf Asylbewerber angewendet:

AsylblG
§2
(1) Abweichend von den §§ 3 bis 7 ist das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch auf diejenigen Leistungsberechtigten entsprechend anzuwenden, die über eine Dauer von insgesamt 36 Monaten Leistungen nach § 3 erhalten haben und die Dauer des Aufenthalts nicht rechtsmissbräuchlich selbst beeinflußt haben.
Gestern noch zu blöd, den Computer einzuschalten, heute schon die eigene Homepage.
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