Nö, aber die politische Instrumentalisierung ist eine ganz andere. Das was in den deutschen Medien abgelassen wird, ist keine Berichterstattung (egal ob FAZ, SZ, WELT oder Bild) sondern Chinabashing, welches auf tiefwurzelnde Ängste und Hassgefühle schliessen lässt. Also in der Sache haben die deutschen Medien (nicht nur, aber vor allem) wiedereinmal den Vogel abgeschossen. Und das darf man wohl noch sagen.robbe hat geschrieben:Wieso interessiert es einen eigentlich überhaupt was und wie über sein Land berichtet wird? Mich interessiert es zumindest immer noch, weshalb man sich da als Chinese oder was auch immer so aufregen kann. Schwache Persönlichkeit? Erwarten manche Chinesen, dass man ihr Land lobt? Ich hoffe ja, dass nicht die Mehrheit so denkt...
Noch schlimmer, dass man sich auf Einzelfälle bezieht... die findet man überall...
Klatschzeitungen leben eben von außergewöhnlichen Ereignissen, wer das nicht erkennt ist arm dran...
PS: Übrigens prangern die Chinesen selbst das Verhalten der Passanten an, die an diesem einen überfahren Mädchen vorbeigelaufen sind. Ist gar nicht der böse Westen, der dsa alles in seinen Medien inszeniert.
Zur Frage warum die Japan Story nicht aufgegriffen wurde - zwei Argumente:
1. In Japan dürfte die Geschichte weniger Wellen schlagen als die Geschichte in China - was uns eigentlich jetzt mehr zum Stirnrunzeln über die japanische Gesellschaft anregen sollte.
2. Japan ist "demokratisch" (halt auf dem Papier), "US-Vasall" und wird wirtschaftlich nicht mehr als Konkurrent aufgefasst (war in den 80ern noch anders, da gab es auch Japan Bashing. z.B. Red Sun - aber das Niveau war weit von dem heutigen China Bashing entfernt)
Auf Deutsch - hätte in China keiner davon berichtet, hätte es auch kein westlicher Journalist davon mitbekommen (sprechen zu 90% eh kein chinesisch). Meiner Meinung nach hängen die (Achtung - Stereotyp) eh meistens nur in Expats Lokalen herum und schreiben ihre Artikel von Chinasmack und anderen Blogs ab. Würde China nicht als politischer und wirtschaftlicher Konkurrent zum Westen betrachtet, würde es auch keinen interessieren (ähnlich wie krepierende Kinder in z.B. Kalkutta keine Sau hinterm Ofen hervorlocken - besonders interessant ist hier, wenn solche "Spitzenpolitiker" wie Merkel dann noch verweisen, dass Indien der bessere Partner ist, weil es die gleichen Werte teilt.
Kurz gesagt - China muss sich früher oder später daran gewöhnen. Der Westen kann sich mit den Gedanken von einer Multipolaren Weltordnung nicht anfreunden. Wenn er schon wirtschaftlich Einbussen hinnehmen muss, muss er sich dann zumindest als moralisch überlegen präsentieren.
Auch für das eigene Wählvieh.
Natürlich, wenn die gleiche Story mit der Vergewaltigung in China passiert wäre, hätten unsere Medien wieder ein gefundenes Fressen (für den "ideologischen" Propaganda Krieg). Aber Japan interessiert hier keinen. Siehe oben genannte Gründe.


