Huangming hat geschrieben:Also Sie können das gerne aufzählen.ich glaube, da waren mehrere hundert aufgezeichnete Hungersnöte unter der Herrschaft des glorreichen Qianlong.
Ja, das Leben im Altertum war nicht leicht. Selbst in den goldenen Tang gabs Hungersnoete...
Wieviele es jetzt tatsaechlich waren in der Zeit von Qianlong, kann ich nicht sagen. Eine oder zwei sind schon zuviel aber definitiv, Menschen hungerten und starben mit Sicherheit. Besonders nach Missernten, Flut und Umweltkatastrophen. Natuerlich auch durch Missmanagement und starrer Beamtenapparat, was immer wieder vorkam. Das war nunmal die Vergangenheit und deshalb sollte ja auch diese Zeit abgeschafft werden.
Ich glaube sogar, dass die KP heute von sich sagen hat lassen, dass sie als Einzige endlich die Hungersnoete besiegt hat und trotz Missernten ihre Bevoelkerung seit einigen Jahren ernaehren kann (nach dem "Sprung nach vorne" natuerlich). Aber selbst da muessen wir abwarten. Hungersnoete, Leid und Elend kamen egal in welcher Dynastie immer auf und folgerecht Bauernaufstaende und Revolutionen. Deshalb koennen wir in China ja auch etliche Dynastien zaehlen. Es kommt immer darauf an, wie die Regierungen auf diese Noeten der Bevoelkerung reagiert. Passiert nichts, koennen sie erwarten das Aufstaende ausbrechen. Tun sie was, koennen sie nur hoffen dass die Bevoelkerung beruhigt wird. (das kann man sehr gut auch auf die heutigen Gesellschaften ueberall auf der Welt ummuenzen).
Huangming hat geschrieben:Richtig.Aber die meisten Posten der wichtigen Ministerien der Regierung wurden, wie bereits erwähnt, von Mandschu besetzt, obwohl sie weniger als 1 Prozent der Bevölkerung betrugen.Auch in heutigen Xinjiang oder Tibet gibt es uigurischstämmige oder tibetischstämmige Beamte.Nur: Die Han-Chinesen haben da das sagen und besetzen die allermeisten Posten der Parteiserektäre.Dasgleiche galt für die Qing-Zeit, nur dass damals die Mandschu die Reichspolitik dominierten.
Aber sie waren in der Regierung. Ich glaube zur Qing Zeit gab es nur einen Han (sogar ein Beamter aus der Ming Dynastie) der in den Fuerstenstand gehoben wurde und das war Wu San Gui. Der aber rebellierte und startete nach nur einpaar Jahren eine Revolution gegen die Qing. Verstaendlich dass die Qing nicht unbedingt wichtige und maechtige Positionen mit Han besetzen wollten. Zu riskant.
Desweiteren wenn man das aussfuehrt, ich glaube auch kaum, dass in Deutschland man sobald einen tuerkisch abstaemmigen Kanzler sehen wird. Selbst die USA hat sehr sehr lange gebraucht um einen Dunkelhaeutigen Praesidenten zu waehlen aber nach Bush war das ja auch nicht schwer.
hatte man das Geruecht verbreitet dass Qianlong im geheimen eigentlich vom Han-Geschlecht abstammte und deshalb die Han-Chinesen nicht diskriminierte, sie sogar vor den Qinggeschlecht stellt"
Das ist, wie ausfürlich belegt, reiner Blödsinn.
Kein Widerspruch. Ich sagte dass das ein Geruecht ist, was verbreitet worden ist und mit Tatsachen nichts zu tun. Aber dieses Geruecht gab es und auch dessen Zweck.
Das änderte aber nichts an seiner Politik, die Mandschu weiterhin als eine Art Herrenvolk über das Volk der Han aufrechtzuerhalten und die Kultur der Han zu unterdrücken.
Das aendert nichts an der Tatsache das die Han Kultur oder genauer zutreffend die vorherige Kultur dominant und nicht auszuloeschen war, ja sogar die eigene irgendwann assimilierte. Ich glaube da koennen wir uns einig sein, um wenn nicht, dann sollte man nur mal jetzt nach China schauen. Es sind da Kultureinfluesse zu sehen, die Dynastienuebergreifend waren. Dominant aber immer noch die der "Han".
Die Qing Kaiser hatten in der Tat eine Vorliebe fuer die mehr mehr fortgeschrittene Kultur der Han als ihre eigene, aber sie durften sich es auch nicht mit ihrem eigenen Qing Volk und Beamten verscherzen. Ein Qing Kaiser war zwar allmaechtig, aber noch allmaechtiger sind diejenigen die hinter dem Kaiser in der Familie die Strippen ziehen. Sehr schnell kann ein Kaiser beseitigt werden und mit einem neuer Kaiser des gleichen Geschlecht ersetzt werden.
Zur zeit der Aufstände der Weissen Lotus wusste selbst der Kaiser der Qing nicht mal, wo die Westmächte lagen.Woher sollte das einfache Volk, also die Weisse Lotus, wissen, wer die Westmächte waren?
[/quote]Das kommt darauf an welcher Aufstand angesprochen wurde.
Hong Xiuquan, der Anfuehrer der Taiping Tianguo hatte Einfluesse vom Christentum bekommen. Sogar Wahnvorstellungen, dass er verwandt mit Jesus sei. Aufgrund dessen hatte er seine Legitimation gesehen die Taiping Tianguo zu gruenden und gegen die Qing Dynastie zu rebellieren. Es kann aber nicht bestreitet werden, dass ein grosses Ziel der Taiping war die Auslaendischen Kolonialisten zu vertreiben und den Opiumhandel zu stoppen. Insbesondere weil ein Grossteil der Taiping rebellische Gruppen, die gegen die Qing waren und die Imperialisten, die das Unheil ueber China gebracht hatten, insbesondere verstaerkt nach dem Opium Krieg.