100. Jahrestag der Chinesischen Nation

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Bernhard
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Bernhard »

Grufti hat geschrieben:Wenn man da an die vielen chinesischen User und ihre nationalistischen und Han-chuavinistischen Hasspostings im Verlauf der letzten 5- 6 Forumsjahre denkt, könnte man aufgrund seiner Ansichten über chinesische Geschichte zur Meinung gelangen, daß Huangming kein Chinese ist... :roll:
wer Chinese ist und wer nicht, kann man hier ohnehin nicht zweifelsfrei feststellen (es sei denn, man hätte sich auf Forentreffs gesehen).
Mir kommen zwar auch Zweifel, dass Huangming wirklich Chinese ist, aber andererseits muss ja nicht jeder Chinese eine chauvinistische Arroganz an den Tag legen. Im "richtigen Leben" macht das sowieso kaum einer, und auch in den Foren können ja auch mal "normale" Chinesen posten... :roll:
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Grufti
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Grufti »

Bernhard hat geschrieben:[
beowulf hat geschrieben:
Viele Chinesen tendenzieren daher, die historischen Ereignisse mit heutiger chinesischer Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten.
Nö, im Westen wird tendiert die historischen Ereignisse aus heutiger Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten --> Nationalstaat (möglichst Ethnisch rein)
Was willst du genau sagen? Was du schreibst, ist genau das, was Huangming geschrieben hat. Die modernen chinesischen Begrifflichkeiten sind zufällig dieselben wie die westlichen (Nation, Staat, Republik, etc.).

Nein´, das ist kein "Zufall", daß die chinesischen Begriffe (Nation, Staat, Republik, etc.) diesselben wie die westlichen sind, sondern der penetrante westliche Einfluß.....nicht zuletzt durch Sun Zhonghsan gewesen :wink:
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von beowulf »

aber Herr beowulf ist als einziger ideologie- und propagandafrei, oder wie?
Ich propagiere (!) keine Ideologien. Im Gegensatz zu Parteien, Regierungen und Massenmedien.
Dass es damals keine "Italiener" gab, muss nicht weiter diskutiert werden, wie du richtig dargelegt hast. Aber abgesehen davon: Welche Kaiser stammten aus italienischen Adelsgeschlechtern? Ich kann mich an keinen erinnern. Deswegen verstehe ich deinen Einwand nicht.
Mein Einwand ist, dass dies die diversen europäischen Kaiser und Königshäuser quer durch die Geschichte vieles waren, aber nicht "ethnisch rein".
Darauf, dass Kublai Khan das "Mandat des Himmels" von niemandem (außer vom "Himmel selbst") übertragen bekommen hat, sondern es sich selbst zugesprochen hat, gehe ich nicht weiter ein.
Das mit den Mandat ist so eine Sache - derjenige der es sich greifen kann, hat es vom Himmel erhalten. Sonst hätte der Himmel es ja verhindert, dass er es ergreift. Du hättest übrigens früher auch Kaiser von China werden können. Auch als Langnase ;-) Hättest nur ein gute Armee und viel Glück gebraucht, sowie eine sich im Untergang befindendende Dynastie als Gegenpart. :lol:
Jedoch möchte ich doch kritisch hinterfragen, warum die Chinesen (bzw. die chinesische Geschichtsschreibung) so darauf beharren, dass die Yuan- (resp. die Qing-) Dynastie eine chinesische war. Doch wohl, weil China daraus heutzutage einige Gebietsansprüche ableiten kann.
Die Chinesen leiten ihre Ansprüche aus der Qing Dynastie ab, der letzten Kaiserdynastie. Nicht aus der Yuan Dynastie. Bei der Tibet Diskussion wird Yuan immer nur ins Spiel gebracht um zu betonen, wielange und wie eng verbunden Tibet mit dem chinesischen Kaiserreich schon war. Meiner Meinung nach ein vollkommen unnötiges Argument.
Wie ich vorher einmal dargelegt habe: China ist natürlich "zivilisiert" und fällt nicht über andere Länder her; aber wenn ihm die Beute anderer zufällt, hat es "selbstverständlich" einen legitimen Anspruch darauf, der auch mit Zähnen und Klauen verteidigt wird.
Daher rühren dann wohl auch Aussagen wie "früher ging China von Korea bis Kiew", die ich von Chinesen tatsächlich schon gehört habe.
Die Chinesen stellen jetzt schon einen Anspruch auf die Ukraine? Ich als Österreicher sag auch spasshalber ab und zu, dass sogar Mexiko mal zu uns gehörte. Ein Reich, in dem die Sonne nie untergeht! Einen Anspruch leite ich aber daraus jetzt nicht ab. Die Habsburger Dynastie wird bei uns als Teil der österreichischen Geschichte betrachtet. Daweil stammen die ja aus der Schweiz! haha - Wir Österreicher sind ja genauso verrückt wie die Chinesen. :lol:
Was willst du genau sagen? Was du schreibst, ist genau das, was Huangming geschrieben hat. Die modernen chinesischen Begrifflichkeiten sind zufällig dieselben wie die westlichen (Nation, Staat, Republik, etc.).
Sorry wenn ich das so sagen muss, aber anscheinend liest du gar nicht richtig, was die Leute schreiben, sondern suchst nur nach einer Möglichkeit, loszuheulen, dass deine eigene Kultur und deine eigenen Landsleute mal wieder Unrecht haben.
Ich glaube du interpretiest da wieder sachen rein, die gar nicht dastehen. Ich verweiße nur darauf, dass die jetzige chinesische Sicht nicht schwer nachzuvollziehen ist. Die Transformation von König/Kaiserreich zur Republik ist ja nicht nur in China passiert. Ebensowenig wie bei diesen Transformationen das vorigen König/Kaiserreich immer als Grundlage für die Ansprüche der neuen Republik herhalten musste. No-na-ned, die andere Option wäre eine vollkommene Auflösung des alten Herrschaftsgebiets gewesen. Ist aber ein interessanter Gedanke, wir hätten dann in Europa in jedem Dorf einen eigenen Staat - haha

Hier widersprichst du dir selbst. Erst legst du dar, dass das "kaiserlichen" China etwas ganz anderes gewesen sei als unsere modernen Begriffe von Volk und Staat und deswegen eben nicht mit modernen Begrifflichkeiten belegt werden könne.
Und dann behauptest du, der Übergang des Kaiserreichs zur Republik sei analog zu Deutschland verlaufen. Das Deutsche Reich von 1871 war aber ein Nationalstaat, wie er im Bilderbuch steht.
Wo ist der Wiederspruch? Hat etwas die Republik Deutschland nicht ihre Ansprüche aus dem Kaiserreich abgeleitet? * Mir geht es darum, dass Republiken nicht aus dem Nichts heraus entstehen, sondern sich aus vorigen Herrschaftsgebilden herausbilden. Siehe oben

*Einwurf - aber an sich unwichtig hier: Es stimmt, dass der "Nationalismus" in Deutschland schon während der kurzen Kaiserzeit begonnen hat. Der preussische Willi nützte den aufstrebenden "deutschen" Nationalismus um sich vom preussischen König zum "deutschen" Kaiser hinaufzuschwingen. Das war eher Wiedersprüchlich - weil der Gedanke eines Nationalstaates an sich gegensätzlich zum Gedanken eines Kaiserreiches ist. Naja, vielleicht auch ein Grund warum der "deutsche Kaiser" in europäischen Königs- und Kaiserhäusern nicht für voll genommen wurde. Aber das sind jetzt geschichtliche Detaildiskussionen.

Mir geht es um den Punkt, dass die Betrachtungsweise das die Yuan oder Qing Dynastie chinesische sind, nicht mehr und nicht weniger "verrückt" ist, als der Umgang mit unserer eigenen Geschichte. Wenn wir jetzt ganz knallhart und ehrlich wären, müssten wir zum Schluss kommen, dass es sich bei Kaiserreich, Nationalstaat, Kultur, Republik oder sogar Ethnie um reine Konstrukte halten die mehr oder weniger willkürlich (oder aufgrund von Machtinteressen oder Zufällen) abgegrenzt werden. An sich sind wir alles Homo-Sapiens, die sich genetisch gesehen nur äußerst gering voneinander unterscheiden (ich hoffe, dass stimmt jetzt. Bin kein Biologe). :lol:
Huangming

Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Huangming »

beowulf hat geschrieben:
Ich weiss.Die chinesische Geschichte wird von der chinesischen Regierung ziemlich verdreht dargestellt.
Sowohl von der die auf Taiwan sitzt als auch von der in Beijing ;-) Und wie bei uns die chinesische Geschichte abgehandelt wird, ist ja auch nur Propaganda. Siehe zum Beispiel diesen aktuellen Artikel: http://derstandard.at/1317019739233/KP- ... olutionaer
Das Mongolische Reich Yuan und das Mandschu Reich der Qing werden als chinesische Kaiserreiche dargestellt.


Ja - stimmt ja auch. Mandat des Himmels übernommen. Sowohl Kublai Khan (explizit gemacht) als auch die Mandschuren Kaiser. Die diversen Kaiser des heiligen römischen Reiches waren ja auch keine Italiener. :lol:
Eroberungskriege der Mongolen oder der Mandschu werden als Bürgerkrieg innerhalb der chinesischen Nation interpretiert.
Die Interpretation habe ich noch nie gehört.
Viele Chinesen tendenzieren daher, die historischen Ereignisse mit heutiger chinesischer Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten.
Nö, im Westen wird tendiert die historischen Ereignisse aus heutiger Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten --> Nationalstaat (möglichst Ethnisch rein)

China war aber ein Kaiserreich und aus diesem Kaiserreich ist eine Republik entstanden, die aus dem vorigen Kaiserreich ihre Forderungen ableitete (kein Unterschied zu Europa, z.B. Deutschland). Und diese Republik hat sich nach dem Bürgerkrieg geteilt, in eine Volksrepublik und in einen "Fortbestand" der alten Republik. Kennen wir auch wieder aus der deutschen Geschichte.
Das absurde an dieser Sichtweise ist ja, dass vor 700 Jahren die Han-Chinesen die Eroberungsfeldzüge der Mongolen ganz sicher nicht als "Bürgerkrieg unter ihresgleichen" gesehen haben.
Das mit den Bürgerkrieg hab ich noch nie gehört. Aber dem durchschnittlichen Bauer war es egal ob der Kaiser "mongolisch", "mandschurisch" oder "han (ein eher neuer Begriff)" war. Ähnlich wie in europäischen König u. Kaiserreichen es keinen aus der breiten Masse gekratzt hat. Ich sag da nur Richard Löwenherz - der nicht einmal "englisch" gesprochen hat und am liebsten in seiner "Heimat" Nordfrankreich war.
Die Mongolen haben da die Chinesen auch ganz bestimmt nicht als ihre Landsleute empfunden.
Was sind "Chinesen"? Chinese ist kein ethnischer Begriff. Wird nur bei uns fälschlicherweise als ethnischer Begriff geführt.
Sonst hätten sie ja nicht dieses rassistische Kastensystem eingeführt. Heute sind chinesische Mongolen und Han-Chinesen natürlich de jure Teil des chinesischen Staatsvolkes und der chinesischen Nation.Aber damals gab es diese Begriffe der chinesischen Nation nicht mal!
Ein Resultat dieser absurden Sichtweise ist, dass der Dschingis Khan von vielen Chinesen als ein "Chinesischer Held" empfunden wird, obwohl der Dschingis Khan zahllose Han-chinesen töten ließ und insbesondere die han-chinesische Bevölkerung Nodchinas aufgrund seines Vernichtungskrieges stark dezimiert wurde.
Jo mei - wie beim alten Richard Löwenherz - haha (Anmerkung den Begriff chinesische Nation gab es nicht - aber es gab sehr wohl ein chinesisches Kaiserreich. Damals wurde aber primär nach Dynastie benannt. Aber sogar der Begriff Zhongguo ist uralt. Noch ein Argument - Marco Polo war (wenn er dort war) in China beim chinesischen Kaiser und nicht in der Mongolei, beim mongolischen Kaiser ;-)
Es hat sogar zur Empörung in der mongolischen Bevölkerung geführt, als der chinesische Botschafter in der Mongolischen Republik Dschingis Khan auch für China beansprucht hatte.
Ja, natürlich. Weil jetzt in der Mongolei auch nationalistisch gedacht wird. Erinnere mich an die Diskussion bezüglich Mozart. Da war ja in Österreich auch ein Aufschrei, als die Deutschen diesen als einen der 100 wichtigsten Deutschen aufgezählt haben. Daweil weiß doch jeder, dass Mozart und Beethoven Österreicher waren und Hitler ein Deutscher :lol:
Dass Han-Chinesen selber keine Eroberungsfeldzüge führten, ist auch historisch nicht haltbar.
Richtig - da stimm ich dir zu.
". Aber sogar der Begriff Zhongguo ist uralt. Noch ein Argument - Marco Polo war (wenn er dort war) in China beim chinesischen Kaiser und nicht in der Mongolei, beim mongolischen Kaiser ;-)"

Das mit dem Begriff "zhongguo" habe ich schon ausführlich erklärt.Der Begriff ist uralt, aber dessen Verwendungs als Chinesischer Staatsname ist erst seit 100 Jahren üblich.
Im Marco Polos Reisebericht gibt es den Begriff "China" gar nicht.Marco Polo bezeichnete den Norden des heutigen Chinas als "Cathay", also das Land der Kitan und den Süden als "Manji".
Ein Teil des heutigen Nordchinas wurde im 11. Jh. von dem Reich der Kitan beherrscht.Daher wurde der Norden Chinas von diversen Völkern als "Kitan" bezeichnet.Marco Polo bezeichnete den kublai khan sehr wohl als einen Khan der Mongolen und nicht irgendwelchen "chinesischen Kaiser".
Huangming

Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Huangming »

[quote="beowulf"][quote]
Das Mandat des Himmels...Also als einen vom Himmel (Gott) auserwählten.Das war, wie Bernhard richtig anmerkte, eine Selbstlegitimierung des Mongolischen Khans.Das macht aus seinem Reich aber noch lange kein "chinesisches Reich".Anno 1266 hat der Kublai Khan einen Staatsbrief an Japan geschickt. Darin bezeichnete sich der Kublai Khan als "Kaiser des Großmongolischen Reiches" und als " einen vom Himmel auserwählten".Der Kubai Khan sagte, dass Japan manchmal mit Korea, manchmal mit "dem Reich der Mitte" verbündet war, aber noch nie Gesandter zu seinem Reich geschickt hatte.
Der Brief hier zu lesen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... an1266.jpg
Das Reich des Kublai Khans war nach dem Verständnis des Khans also das Großmongolische Reich, aber nicht das "Reich der Mitte". Das Reich der Yuan begriff sich schon immer als ein Mongolisches Reich(Dai Ön Yeke Mongghul Ulus), als jenen rechtmäßigen Erben des vom Dschingis Khan erschaffenen mongolischen Staates.
Später war es dem Han-Chinesen Zhu Yuanzhang gelungen, die Mongolen aus China zu vertreiben.Aber das mongolische Reich der Yuan existierte weiterhin fort, nur kontroliierte es nicht mehr seine chinesische Territorien.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Grufti »

beowulf hat geschrieben:
Jedoch möchte ich doch kritisch hinterfragen, warum die Chinesen (bzw. die chinesische Geschichtsschreibung) so darauf beharren, dass die Yuan- (resp. die Qing-) Dynastie eine chinesische war. Doch wohl, weil China daraus heutzutage einige Gebietsansprüche ableiten kann.
Die Chinesen leiten ihre Ansprüche aus der Qing Dynastie ab, der letzten Kaiserdynastie. Nicht aus der Yuan Dynastie. Bei der Tibet Diskussion wird Yuan immer nur ins Spiel gebracht um zu betonen, wielange und wie eng verbunden Tibet mit dem chinesischen Kaiserreich schon war. Meiner Meinung nach ein vollkommen unnötiges Argument.

Stimmt nicht .. des Öfteren wurde von früher hier in diesem Forum "tätigen" Chinesen der Anspruch Chinas auf Tibet mit der Heirat einer chinesischen Han-Prinzessin mit einem tibetischen König begründet

Such mal in den "Tibet-Zerrbilder" 1-5 danach :wink:

des is scho a weng länger her als Yuan-Dynastie :wink:

Ähnliche Argumentationen lassen sich sicher in vielen chinesischen Foren finden...
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Saiber »

@Huangming,

hatte die letzten Tage nicht viel Zeit gehabt und werde deshalb jetzt mal in Ruhe lesen was du so an Geschichtlichen fabrizierst. Bis jetzt oberflaechlich zu urteilen ist, dass deine Zeitrechnerei zu wuenschen uebrig laesst. Fangen wir mal mit Kublai Kahn an, der bekanntlich der Nachkomme von Dschinkhis Kahn war, der auch die Kitan unterworfen hatte, also zur Zeit von Kublai Kahn schnonmal kein Kitan Reich mehr gab (weil sie schon annektiert worden waren). Entweder hat Marco Polo die Kitan besucht, dass heisst, dass er vor der Manifestion der Yuan Dynastie schon da war oder Kublai Kahn und das war definitiv nachdem die Mongolen fast ganz China erobert hatten und die Yuan Dynastie gruendeten. Bevor aber das geschah, mussten die "Yuan" natuerlich die Kitan/Jin im Norden Chinas ueberwaeltigen (was ja auch geschah).
Echtes Wissen ist, wenn Du das, was Du weisst, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weisst, als Nichtwissen akzeptierst.
Huangming

Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Huangming »

Saiber hat geschrieben:@Huangming,

hatte die letzten Tage nicht viel Zeit gehabt und werde deshalb jetzt mal in Ruhe lesen was du so an Geschichtlichen fabrizierst. Bis jetzt oberflaechlich zu urteilen ist, dass deine Zeitrechnerei zu wuenschen uebrig laesst. Fangen wir mal mit Kublai Kahn an, der bekanntlich der Nachkomme von Dschinkhis Kahn war, der auch die Kitan unterworfen hatte, also zur Zeit von Kublai Khans schnon mal kein Kitan Reich mehr gab (weil sie schon annektiert worden waren). Entweder hat Marco Polo die Kitan besucht, dass heisst, dass er vor der Manifestion der Yuan Dynastie schon da war oder Kublai Kahn und das war definitiv nachdem die Mongolen fast ganz China erobert hatten und die Yuan Dynastie gruendeten. Bevor aber das geschah, mussten die "Yuan" natuerlich die Kitan/Jin im Norden Chinas ueberwaeltigen (was ja auch geschah).
" Fangen wir mal mit Kublai Kahn an, der bekanntlich der Nachkomme von Dschinkhis Kahn war, der auch die Kitan unterworfen hatte, also zur Zeit von Kublai Kahn schnonmal kein Kitan Reich mehr gab"
Du hast mich missverstanden.Ich habe nicht behauptet, dass das Kitan Reich zur Zeit des Kublai Khan noch existierte, sondern nur, dass der Norden Chinas so von Marco Polo bezeichenet wurde.
Da die Kitan Jahrhunderte lang weite Teile Nordchinas beherrschten und die Seidenstraße kontrollierten, zunächst als das Großreich Liao und dann als Kara-Kitai, wurde der Norden Chinas von vielen Völkern als "Kitan" bezeichnet.
Noch heute nennt Russland China als "Китай", was ursprünglich auch "Kitan" bedeutete.Auch die Bezeichnungen für China in der Ukraine, in Bulgarien, Iran, Afghanisten und im Irak gehen auf die Kitan zurück.
Huangming

Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Huangming »

Saiber hat geschrieben:@Huangming,

hatte die letzten Tage nicht viel Zeit gehabt und werde deshalb jetzt mal in Ruhe lesen was du so an Geschichtlichen fabrizierst. Bis jetzt oberflaechlich zu urteilen ist, dass deine Zeitrechnerei zu wuenschen uebrig laesst. Fangen wir mal mit Kublai Kahn an, der bekanntlich der Nachkomme von Dschinkhis Kahn war, der auch die Kitan unterworfen hatte, also zur Zeit von Kublai Kahn schnonmal kein Kitan Reich mehr gab (weil sie schon annektiert worden waren). Entweder hat Marco Polo die Kitan besucht, dass heisst, dass er vor der Manifestion der Yuan Dynastie schon da war oder Kublai Kahn und das war definitiv nachdem die Mongolen fast ganz China erobert hatten und die Yuan Dynastie gruendeten. Bevor aber das geschah, mussten die "Yuan" natuerlich die Kitan/Jin im Norden Chinas ueberwaeltigen (was ja auch geschah).
"mussten die "Yuan" natuerlich die Kitan/Jin im Norden Chinas ueberwaeltigen"

Und das Reich der Jin war ein Reich der Jurchen, kein Reich der Kitan.Das Großreich der Kitan war Liao, das von den Jurchen vernichtet wurde.Daraufhin gingen einige Kitan-Stämme nach Zentralasien und gründeten das Reich der Kara-Kitai, auch die westliche Liao genannt.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Grufti »

Huangming hat geschrieben:[Da die Kitan Jahrhunderte lang weite Teile Nordchinas beherrschten und die Seidenstraße kontrollierten, zunächst als das Großreich Liao und dann als Kara-Kitai, wurde der Norden Chinas von vielen Völkern als "Kitan" bezeichnet.
Noch heute nennt Russland China als "Китай", was ursprünglich auch "Kitan" bedeutete.Auch die Bezeichnungen für China in der Ukraine, in Bulgarien, Iran, Afghanisten und im Irak gehen auf die Kitan zurück.
@ all: Diese Diskussion hatten wir letzthin schon im Ordner Kina oder Schina
Wenn wirklich neue Erkenntnisse aufgezeigt werden, diskutiert doch bitte dort weiter , denn hier in diesem Thread ist das "Off-Topic", und bläht diesen interessanten Thread unnötig auf...

"Glaubenskriege" über die Bezeichnung von China, Kina..und Marco Polo sind in dem bereits gennanten Ordner besser aufgehoben, weil dort damit schon begonnen wurde... :lol: :lol:

Vielen Dank !

:wink:
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Bernhard »

@beowulf

Dass du nicht bewusst irgendwelche Ideologien propagierst, glaube ich gern. Aber kein Mensch ist ganz frei von Schieflagen in der Wahrnehmung, und deine Urteile über die angebliche ideologische Vergiftung anderer sind sehr.... schnell und definitiv. Mehr sage ich dazu nicht.
beowulf hat geschrieben: Das mit den Mandat ist so eine Sache - derjenige der es sich greifen kann, hat es vom Himmel erhalten. Sonst hätte der Himmel es ja verhindert, dass er es ergreift.
Das ist auch heutzutage so. Statt von "Himmel" spricht die KP von "Geschichte". Anscheinend ist in China allgemein die Fähigkeit, es zu regieren (v.a. mittels schlagkräftiger Armee, wie du schreibst), schon Legitimation genug. Aber das ist jetzt OT.
Jedenfalls: Wie viel das über die "Chinesischkeit" der Mongolen VOR der Eroberung Chinas aussagt, lasse ich mal dahingestellt.

beowulf hat geschrieben: Die Chinesen leiten ihre Ansprüche aus der Qing Dynastie ab, der letzten Kaiserdynastie. Nicht aus der Yuan Dynastie. Bei der Tibet Diskussion wird Yuan immer nur ins Spiel gebracht um zu betonen, wielange und wie eng verbunden Tibet mit dem chinesischen Kaiserreich schon war. Meiner Meinung nach ein vollkommen unnötiges Argument.
Wirklich? Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber ich würde mal sagen: In der Qing-Dynastie wurde Tibet erobert. Wenn man diese Eroberung nicht als "Rückholung des abtrünnigen Gebiets" ansehen kann, war es doch ein schnöder, gar kolonialistischer Eroberungsfeldzug. Ich bezweifle, dass die Chinesen das zugeben würden. Und dann muss man sich eben doch auf den Yuan-Dynastie berufen...

beowulf hat geschrieben: Die Chinesen stellen jetzt schon einen Anspruch auf die Ukraine?
nein, das habe ich noch nie gehört. Ich habe nur einmal die Aussage gehört, China sei früher bis zur Ukraine gegangen. Dass sie jetzt noch eigentlich chinesisches Gebiet sei, hat mir noch niemand gesagt...


Ich bleibe dabei: Die Staaten vor dem ersten Weltkrieg waren "Staaten" im modernen Sinne und mithin etwas anderes als das Heilige Römische Reich oder das kaiserliche China. Das Heilige Römische Reich wurde tatsächlich aufgelöst, als im Zuge der napoleonischen Eroberungen die althergebrachten Feudal"staaten" den modernen weichen mussten.

Die Weimarer Republik hat seine Ansprüche aus dem deutschen Kaiserreich abgeleitet, aber eben nicht aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

(der Nationalismus erstarkte in Deutschland im Zuge der napoleonischen Eroberungen (bzw. als Gegenbewegung zu den kollaborierenden Fürsten), nicht erst während der kurzen Kaiserzeit; es war nur so, dass er von den restauratorischen Kleinstaaten gedeckelt wurde. Aber das ist jetzt OT)
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Grufti »


Das Mandat des Himmels...Also als einen vom Himmel (Gott) auserwählten.Das war, wie Bernhard richtig anmerkte, eine Selbstlegitimierung des Mongolischen Khans..
Die Idee des 天命 "Mandats des Himmels" war doch keine mongolische Erfindung, denn es war schon von alters her in China ein Mittel der erfolgreichen Anführer einer neuen Dynastie, einen Umsturz zu rechtfertigen


tststs..... daß das wieder nur mir 小人 aufgefallen ist ....... :roll: :roll:



Ach ja, diese Karte der mongolischen Machtausdehnung habe ich in einem chinesische Forum gefunden:


Bild

Bezeichnenderweise ist diese Karte ursprünglich vom chinesischen 中国空军网 erstellt worden...


Honi soit, qui mal y pense ! :evil:
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Grufti »

beowulf hat geschrieben: Die Chinesen stellen jetzt schon einen Anspruch auf die Ukraine? Ich als Österreicher sag auch spasshalber ab und zu, dass sogar Mexiko mal zu uns gehörte. Ein Reich, in dem die Sonne nie untergeht! Einen Anspruch leite ich aber daraus jetzt nicht ab. Die Habsburger Dynastie wird bei uns als Teil der österreichischen Geschichte betrachtet. Daweil stammen die ja aus der Schweiz! haha - Wir Österreicher sind ja genauso verrückt wie die Chinesen. :lol:

Die Ostmark war noch früher (bis ins 8. . bzw 11. Jahrhundert ) eh baierisch, ist als auch nur ein Off-Spring des Herzogtum Baiern, das früher bis Venedig reichte.. 8) :wink:

Das mit dem "Reich, in dem die Sonne nie untergeht" war etwas früher als der Kaiser von Mexiko von Napoleons Gnaden(1864-1867), nämlich das Reich Kaiser Karl V. (1500-1556)

Sorry für das O.T. :oops:
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von beowulf »

Huangming hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:

Das Mandat des Himmels...Also als einen vom Himmel (Gott) auserwählten.Das war, wie Bernhard richtig anmerkte, eine Selbstlegitimierung des Mongolischen Khans.Das macht aus seinem Reich aber noch lange kein "chinesisches Reich".Anno 1266 hat der Kublai Khan einen Staatsbrief an Japan geschickt. Darin bezeichnete sich der Kublai Khan als "Kaiser des Großmongolischen Reiches" und als " einen vom Himmel auserwählten".Der Kubai Khan sagte, dass Japan manchmal mit Korea, manchmal mit "dem Reich der Mitte" verbündet war, aber noch nie Gesandter zu seinem Reich geschickt hatte.
Der Brief hier zu lesen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... an1266.jpg
Das Reich des Kublai Khans war nach dem Verständnis des Khans also das Großmongolische Reich, aber nicht das "Reich der Mitte". Das Reich der Yuan begriff sich schon immer als ein Mongolisches Reich(Dai Ön Yeke Mongghul Ulus), als jenen rechtmäßigen Erben des vom Dschingis Khan erschaffenen mongolischen Staates.
Später war es dem Han-Chinesen Zhu Yuanzhang gelungen, die Mongolen aus China zu vertreiben.Aber das mongolische Reich der Yuan existierte weiterhin fort, nur kontroliierte es nicht mehr seine chinesische Territorien.
Kublai Khan hat die Yuan Dynastie 1271 ausgerufen und Beijing (damals dadu - große Hauptstadt) zur Haupstadt ernannt. Der Brief ist also aus der Zeit als er "nur" Großkhan war, bevor er sich zum chinesischen Kaiser ernannte und einen "shift" in seiner ganzen Politik vorgenommen hat. Das wird auch in der chinesischen Geschichtsschreibung berücksichtigt, genauso wie in der westlichen. Kublai Khan stand deswegen auch stark in der Kritik unter den mongolischen Kriegsherrn. Aber jetzt kommen wir in Detaildiskussionen rein. Übrigens ist die Existenz von mehreren Dynastien gleichzeitig, kein Novum in der chinesischen Geschichte ;-) Kublai Khan machte sich übrigens nach der Proklomation auch auf die südlichen Song zu vernichten und das chinesische Reich wieder (sic!) zu einen. Weiters teilte er sein Herrschaftsgebiet in unterschiedliche Provinzen auf. Das Zentrum bildete das, was wir heute als "proper China" nennen. Die "Mongolei" wurde zur Peripherie. Aber das sind alles Dinge die eigentlich altbekannt sind.
Huangming

Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation

Beitrag von Huangming »

beowulf hat geschrieben:
Huangming hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:
Der Brief hier zu lesen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... an1266.jpg
Das Reich des Kublai Khans war nach dem Verständnis des Khans also das Großmongolische Reich, aber nicht das "Reich der Mitte". Das Reich der Yuan begriff sich schon immer als ein Mongolisches Reich(Dai Ön Yeke Mongghul Ulus), als jenen rechtmäßigen Erben des vom Dschingis Khan erschaffenen mongolischen Staates.
Später war es dem Han-Chinesen Zhu Yuanzhang gelungen, die Mongolen aus China zu vertreiben.Aber das mongolische Reich der Yuan existierte weiterhin fort, nur kontroliierte es nicht mehr seine chinesische Territorien.
Kublai Khan hat die Yuan Dynastie 1271 ausgerufen und Beijing (damals dadu - große Hauptstadt) zur Haupstadt ernannt. Der Brief ist also aus der Zeit als er "nur" Großkhan war, bevor er sich zum chinesischen Kaiser ernannte und einen "shift" in seiner ganzen Politik vorgenommen hat. Das wird auch in der chinesischen Geschichtsschreibung berücksichtigt, genauso wie in der westlichen. Kublai Khan stand deswegen auch stark in der Kritik unter den mongolischen Kriegsherrn. Aber jetzt kommen wir in Detaildiskussionen rein. Übrigens ist die Existenz von mehreren Dynastien gleichzeitig, kein Novum in der chinesischen Geschichte ;-) Kublai Khan machte sich übrigens nach der Proklomation auch auf die südlichen Song zu vernichten und das chinesische Reich wieder (sic!) zu einen. Weiters teilte er sein Herrschaftsgebiet in unterschiedliche Provinzen auf. Das Zentrum bildete das, was wir heute als "proper China" nennen. Die "Mongolei" wurde zur Peripherie. Aber das sind alles Dinge die eigentlich altbekannt sind.
"Kublai Khan hat die Yuan Dynastie 1271 ausgerufen und Beijing (damals dadu - große Hauptstadt) zur Haupstadt ernannt."

Kublai Khan hat bereits im Jahre 1267 Peking zu seiner Hauptstadt gemacht.Damals hieß Peking Zhongdu(mittlere Hauptstadt).1272 nannte er Zhongdu in "Dadu" um, große Hauptstadt..Es gab übrigens zwei Hauptstädte.Die andere war Shangdu. Dadu wurde auch "Khanbaliq" genannt, die Große Residenz des Khans." Marco Polo beschrieb die Stadt auch als "cambaluc".Eine kleine Hintergrundgeschichte:Peking war zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als 300 Jahren nicht mehr in der Hand eines han-chinesischen Staates gewesen.

Ab 1271 bezeichnete Dublai Khan sein Reich auf Chinesisch als "Groß-Yuan", Yuan bedeutet "Uranfang".Auf Mongolisch hieß es weiterhin "das Großmongolische Reich" oder "Das Großmongolische Reich der Großen Yuan".

"Der Brief ist also aus der Zeit als er "nur" Großkhan war"

Stimmt nicht.Kublai Khan nannte sich 1266 bereits Kaiser, und zwar als kaiser des Großmongolischen Reiches.Er war natürlich auch zugleich der Großkhan der Mongolen.Und selbst der Dschingis Khan hieß in seinen chinesischsprachigen Edikten "Kaiser Dschingi"( 成吉思皇帝).
Ab 1271 nannte sich der Kublai Khan als Kaiser der Großen Yuan, oder auch Kaiser des Großmongolischen Reiches der Großen Yuan.

" Kublai Khan machte sich übrigens nach der Proklomation auch auf die südlichen Song zu vernichten und das chinesische Reich wieder (sic!) zu einen."

Der Kubai Khan machte sich nicht erst nach 1271 auf, die Song zu vernichten.Er führte bereits ab 1268 Krieg gegen die Song.


"Weiters teilte er sein Herrschaftsgebiet in unterschiedliche Provinzen auf. Das Zentrum bildete das, was wir heute als "proper China" nennen. Die "Mongolei" wurde zur Peripherie."

Der Kubai Khan hat nicht nur han-chinesische Gebiete in Provinzen seines Reiches eingegliedert, sondern auch die äußere Mongolei (岭北等处行中书省), oder den Nordosten Koreas (辽阳等处行中书省).
Die äußere Mongolei war also mindestens genauso ein "Zentrum" oder eine "Peripherie" wie han-chinesische Provinzen seines Reiches.

Wenn du aber mit dem "Zentrum" die Gebiete des Mongolischen Reiches meinst, die direkt der Zentralregierung unterstanden, und nicht den Provinzen, dann gehörten aber auch mongolische Siedlungsgebiete wie Shangdulu(上都路), oder Jingzhoulu(净州路), Jininglu(集宁路), Deninglu(德宁路),
oder Yingchanglu (应昌路) dazu.Also ein Großteil der heutigen inneren Mongolei unterstand direkt der Zentralregierung der Yuan.Und diese mongolischen Gebiete liegen ganz bestimmt nicht in dem "China Proper"!
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