Revolution in China??

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VielUnterwegs
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Re: Revolution in China??

Beitrag von VielUnterwegs »

robbe hat geschrieben: Du glaubst anscheinend, dass pluralistische Strukturen (nach westlichem Vorbild) in jeder Gesellschaft (von der Mehrheit) gefordert werden. Sowas ist abhängig von der Kultur und vom "Entwicklungszustand" der Gesellschaft (Zeit spielt also auch eine Rolle).
Warum unterstellst du mir eigentlich andauernd irgendetwas zu glauben, von dem du meinst es sei offensichtlich falsch? Habe ich je in diesem Forum behauptet die Mehrheit der Chinesen fordert pluralistische Strukturen?
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ingo_001
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Re: Revolution in China??

Beitrag von ingo_001 »

Xian hat geschrieben:Das Chinesiche Volk ist nicht im geringsten Abhängig von der Entscheidung der Partei. Die Partei stellt mit ihren Mitgliedern eine Minderheit dar und dabei sind noch nichtmal jene ausgeschlossen die sich an den sogenannten Parteiverstaltungen nicht beteilligen oder keine Beiträge mehr zahlen.
Siehe die ganzen Revolutionen die wir momentan erleben. Die Partei ist abhänig vom Volk und nicht umgekehrt.
Ich habs schon (mehr als einmal) gesagt und wiederhols gerne noch mal:
Solange die Mehrheit der Chinesen für sich (oder die Zukunft Ihrer Kinder) im jetzigem Status Quo mehr Chancen als Risiken sieht. wirds keine Revolution geben - da beisst die Maus keinen Faden ab.
Auch Dein Vergleich zu den Revolutionen in Nord-Afrika (den hier grosse Teile der Medien bringen) stimmt so nicht, denn: Trotz des Ein-Parteien-System gehts den Chinesen um vieles besser (oder sie sehen für ihre Kinder und somit für ihre eigenes Altersvorsorge zukünftig bessere Zeiten) als den Bevölkerungen Nord-Afrikas..
Dass im neuen 5-Jahresplan jetzt (längst überfällig) mehr Augenmerk auf den sozialen Ausgleich gelegt wird, zeigt, dass die chin. Regierung erkannt hat, dass es dies bezgl. nicht so weiter gehen kann wie bisher.
Sollte der momentanen Entwicklung wirklich erfolgreich entgegen gewirkt werden können, wird die chin. Regierung die Hauptsorge (soziale Unruhen) los sein.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Laogai
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talking bout a revolution

Beitrag von Laogai »

VielUnterwegs hat geschrieben:Also um Schuld ging es bei mir nicht.
Nö, aber du hast auf eine Frage geantwortet, die ich eigentlich Xian gestellt hatte. Und wie schon geschrieben bezog sich das mit der "Schuldfrage" hauptsächlich auf ihn.
VielUnterwegs hat geschrieben:Da du findest die Partei ist nicht vom Volk losgelöst würde mich interessieren wo du die Schnittstelle(n) siehst, abgesehen davon, dass das Volk eben die Folgen des Handelns der Partei akzeptieren muss.
Die Schnittstellen sind sehr ähnlich wie in Deutschland. Fängt auf kommunaler Ebene an und geht bis hoch zur (Zentral-)Regierung.

Klar, in Deutschland gehen wir alle vier bis fünf Jahre zur Urne und wählen Volksvertreter ab, wenn wir nicht mit ihnen zufrieden sind. An deren Stelle kommen dann andere Volksvertreter, die machen das gleiche in Schwarz/Gelb/Grün/Rot...

In China gibt es keine Urnen, aber das heißt noch lange nicht, dass die jeweiligen Volksvertretern auf den verschiedenen Ebenen grundsätzlich handeln können wie sie lustig sind. Denn dann wären sie schneller als nach vier oder fünf Jahren weg vom Fenster, zum Beispiel durch Proteste aus der Bevölkerung. Das müssen keine Massendemonstrationen sein. Und schon gar nicht eine lächerliche und von außen hochgepuschte "Jasmin-Revolution". Die wird eh nicht stattfinden.

In Deutschland geht man auf die Barrikaden, wenn die Bahn 10 Minuten Verspätung hat. In China hingegen muss da schon etwas Existenzgefährdendes passieren. Denn bisher noch tief verwurzelt im chinesischen Volk (dazu zählt für mich auch die KPCh) gibt es zwei entscheidende Schlüsselbegriffe: 能吃苦 und 怕乱.
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Wer, wie, was? Der, die, das! Wieso, weshalb, warum...

Beitrag von Laogai »

Xian hat geschrieben:Wenn du nicht weißt was ich meine, Frage
Gerne! Auch wiederholt:
laogai hat geschrieben:Könntest du vielleicht "das Chinesische Volk" und "der Partei" genauer definieren?
Wenn ich deine Aussage richtig verstanden habe ist "das Chinesische Volk" vollkommen losgelöst von "der Partei". Meinst du das so?
Und wenn ich schon fragen darf: Wann besuchst du endlich mal China? Oder bleibt es bis auf unabsehbare Zeit beim Frosch-Status?
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Re: Revolution in China??

Beitrag von Aremonus »

Du glaubst anscheinend, dass pluralistische Strukturen (nach westlichem Vorbild) in jeder Gesellschaft (von der Mehrheit) gefordert werden.
Mit fortlaufender Entwicklung steigt der Drang der Menschen (und das ist bei allen Menschen beobachtbar, Maslow 1943) nach Selbstverwirklichung. Letztere ist aber nur möglich, wenn der Staat entweder sehr schwach ist (was nur bei Kleinstaaten denkbar ist) oder ein vertiefter Dialog stattfindet.
China ist jedoch noch nicht auf diesem Entwicklungsstand, daher halte ich eine demokratische Revolution für sehr unwahrscheinlich - wenn, dann käme es zu einem Regimwechsel, der am Ende allen schaden würde. Aber ausser Anarchisten wünscht das niemand.
Die Schnittstellen sind sehr ähnlich wie in Deutschland. Fängt auf kommunaler Ebene an und geht bis hoch zur (Zentral-)Regierung.
Es gibt in China aber einen gravierenden Unterschied zu Deutschland: niemand überwacht die Überwacher. Es gibt keine Gewaltentrennung, keine unabhängigen Gerichte, keine freien Medien, kein freier Informationszugang und erst recht keine Möglichkeit, die Machthaber auszutauschen. Dies verunmöglicht einen effizienten Informationsfluss und führt zu Spannungen, die nicht inherent, sondern nur aktiv abgebaut werden können.

Meine Theorie:
Solange die Wirtschaft boomt, werden die Chinesen die Herrschaft der KP hinnehmen - jeder ist käuflich (auch wir Europäer akzeptieren Behörden, wenn es gut läuft). Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem die chinesische Wirtschaft nicht mehr durch Auslandinvestitionen, Exporte und Marktblasen wachsen kann und selber Innovationen produzieren muss. Und an jenem Punkt wird das Land stagnieren, wenn keine Prozesse bestehen, die effiziente Kommunikation ermöglichen. Genau an diesem Punkt befindet sich China jetzt. Ob es eine Revolution gibt oder nicht - die ökonomische Struktur des Landes muss sich ändern, um eine weitere Entwicklung zu ermöglichen. China wird ja nicht weiterhin die Hälfte seiner Produktion an ausländische Unternehmen abtreten wollen...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Wer, wie, was? Der, die, das! Wieso, weshalb, warum...

Beitrag von Andy_yi »

ingo_001 hat geschrieben:Ich habs schon (mehr als einmal) gesagt und wiederhols gerne noch mal:
laogai hat geschrieben:Wann besuchst du endlich mal China? Oder bleibt es bis auf unabsehbare Zeit beim Frosch-Status?
Wie viele Monate wollt ihr Xian das eigentlich noch fragen/erläutern :P ?
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Überwach macht überwacht

Beitrag von Laogai »

Aremonus hat geschrieben:Es gibt in China aber einen gravierenden Unterschied zu Deutschland: niemand überwacht die Überwacher.
:lol: :lol: :lol:
Wer überwacht denn in Deutschland die Überwacher? Und wer überwacht die Überwacher der Überwacher? Und wer überwacht [und so weiter...]
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Beitrag von Laogai »

Andy_yi hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Wann besuchst du endlich mal China? Oder bleibt es bis auf unabsehbare Zeit beim Frosch-Status?
Wie viele Monate wollt ihr Xian das eigentlich noch fragen/erläutern :P ?
Ich bin da sehr chinesisch und denke eher in Dynastien :wink:
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Re: Revolution in China??

Beitrag von Yingxiong »

In Deutschland entscheidet auch nicht die politische Kompetenz. Die wirkliche Macht haben die Medien. Sie entscheiden, wer gefördert und wer fallen gelassen wird. Und wenn jemand fallen gelassen wird, dann wird überall nach einem Fehler gesucht. Da kann es sein, dass jemand mal vor 40 Jahren einen Stein geworfen hat oder mal abgeschrieben hat.

Es fehlt nur noch, dass jemand zurücktreten muss, weil er im Kindergarten den Apfel eines anderen Kindes gegessen hat.
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Re: Revolution in China??

Beitrag von lapulga2 »

Es gibt in China aber einen gravierenden Unterschied zu Deutschland: niemand überwacht die Überwacher. Es gibt keine Gewaltentrennung, keine unabhängigen Gerichte, keine freien Medien, kein freier Informationszugang und erst recht keine Möglichkeit, die Machthaber auszutauschen. Dies verunmöglicht einen effizienten Informationsfluss und führt zu Spannungen, die nicht inherent, sondern nur aktiv abgebaut werden können.

WO IN DEUTSCHLAND SIND DIE GERICHTE WIRKLICH UNABHAENGIG. Gut bei Ladendiebstal und wenn Verkehrsunfaellen etc schon aber wenn die Bloedzeitung Werbung macht gibt es gleich ein paar Tage mehr. Abgesehen man links oder rechts neben der herschenden Klasse sein Kreuz macht.
Selbst beim Spiegel gibt es eine Hauszensur.
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Re: Revolution in China??

Beitrag von quant »

lapulga2 hat geschrieben:Es gibt in China aber einen gravierenden Unterschied zu Deutschland: niemand überwacht die Überwacher. Es gibt keine Gewaltentrennung, keine unabhängigen Gerichte, keine freien Medien, kein freier Informationszugang und erst recht keine Möglichkeit, die Machthaber auszutauschen. Dies verunmöglicht einen effizienten Informationsfluss und führt zu Spannungen, die nicht inherent, sondern nur aktiv abgebaut werden können.

WO IN DEUTSCHLAND SIND DIE GERICHTE WIRKLICH UNABHAENGIG. Gut bei Ladendiebstal und wenn Verkehrsunfaellen etc schon aber wenn die Bloedzeitung Werbung macht gibt es gleich ein paar Tage mehr. Abgesehen man links oder rechts neben der herschenden Klasse sein Kreuz macht.
Selbst beim Spiegel gibt es eine Hauszensur.
"freier INFORMATIONSFLUSS das ist nicht lache. versucht mal was von dem Oelunglueck letztes Jahr Mixicanischer Golf rauszubekommen. Da wirst du auch nur verarscht. ' tiefes wasser etc
Und noch etwas anderes spielt mit, wenn eine aktuelle Situation "hochgepuscht" wird, wie zum Beispiel über Japan (nicht dass sie nicht wichtig wäre), versuchen die Politiker gleich dieses Ereigniss als Deckmantel für andere politisch in der Bevölkerung nicht so toll angesehene "Projekte" auszunutzen. Man versucht jetzt still und heimlich, wärend alle Medien "abgelenkt" sind, die Nulltoleranzgrenze für genverändertes Saatgut aufzuheben. (siehe http://www.saveourseeds.org/dossiers/bu ... atgut.html)
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Re: Revolution in China??

Beitrag von ingo_001 »

Was mein "Vertrauen" in unsere "hochwerten" Entscheidungsträger (mal wieder) rechtfertigt :roll:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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