TaugeNix hat geschrieben:(OT)
@Ingo:
Jaja, wir Juristen schreiben alles so kompliziert, damit das "doofe Fußvolk" nicht auf die Idee kommt, unseren Stand in Frage zu stellen
Stimmt - für den verklausulierten Part, der leider einen Grossteil von Gesetzestexten beansprucht.
Natürlich ist es Vorsatz.
Weshalb rennen denn die meisten zum Steuerberataer?
Weil der Normalsterbliche i.d.R. (und nicht nur der) da keinen Durchblick hat.
TaugeNix hat geschrieben:Juristen studieren "RechtsWISSENSCHAFTEN",
Richtig.
Und genau da liegt die Krux: Man kann sich zwar trefflich miteinander verständigen aber ist in den seltensten Fällen in der Lage, Sachverhalte in allgemein verständlicher Form darzustellen.
Da würde man sich ja den "Berufs"-Ast absägen, auf dem man sitzt.
Insofern kann ich Deine Entrüstung ja durchaus nachvollziehen
Nur ändert es nichts daran, das juristische Texte nunmal für Nicht-Juristen ... unverständlicher sind als sie es sein könnten.
TaugeNix hat geschrieben:und wenn du glaubst, dass es mit einfachen Sätzen, unbiegsamen Formulierungen, etc. getan wäre, dann muss ich dir aus der Sicht eines Juristen leider sagen, dass dies eben nicht der Fall ist. Unser BGB z.B. soll für knapp 82 Mio. Menschen das Leben in den geregelten Bereichen enthalten - jeder von uns geht im alltäglichen Leben zig Vertragsverhältnisse, Gefälligkeitsverhältnisse und andere Rechtsgeschäfte ein, wenn du das mal überschlägst kommst du auf atemberaubende Zahlen. Deshalb benötigst du eine WISSENSCHAFT, die sich mit dieser Materie beschäftigt, und keine populistisch einfach gehaltenen Strukturen, damit es auch u.a. die Ingenieure verstehen (sorry, das konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen)
Da auch ich berufsbedingt ab und zu mit juristischen Belangen zu tun hab, kann ich Dir sagen, dass das BGB (als "Mutter" der Gesetze) geradezu ein "Kinderbuch" verglichen mit anderen Gesetzessammlungenen ist.
Du kannst doch nicht ernsthaft bestreiten, dass es - sagen wir mal - nicht zum Nachteil der Juristen ist, dass man auf ihre "Übersetzungsdienste" angewiesen ist
Nee, Taugi, man kann Alles, wenn man denn die Intention dazu hat, auch in verständlicherer Form darstellen.
Das sehe ich fast wöchentlich im Büro, wo manch einer meint einen Sachverhalt so aufblähen zu müssen - obwohl das in ein paar klar formulierten Sätzen auch möglich wäre.
Wir haben eine AG, die sich allen Ernstes damit beschäftigt, Sachverhalte (auch und gerade juristische) in verständliche Form zu giessen. Weil wir schlicht nicht die Zeit haben, den Leuten "Übersetzungen" mündl./tel./schriftl. zu servieren. Da geht sonst weiter ein grosser Teil Arbeitszeit mit überflüssiger Arbeit verloren. Obwohl, wenn wir anteilig das entsprechende Honorar der Juristen bekommen würden ...
* Ums klar zu sagen: Es geht mir nicht darum die Notwendigkeit von Juristen in Zweifel zu ziehen - wohl aber deren Drang, sich durch unnötige Verklausulierungen immer weiter von den Menschen zu entfernen.
Ein Trend, der in vielen Geisteswissenschaften immer mehr fortschreitet.
Klar, man will sich von der Allgemeinheit abheben - ist soweit auch kein Problem, wenns denn über die Fachkenntnisse geschieht.
Aber wennn man (so wie Du leider auch) der Ansicht ist, dass man Gesetze nicht in verständlicher Form formulieren kann, zeigt dass für mich nur, wie "betriebsblind" Du geworden bist.
Ich sags jetzt absichtlich überspitzt: Die 10 Gebote waren klar und verständlich, was hindert die Juristen heute ebenso verständlich zu schreiben - ausser der Angst nicht mehr bei jeder juristischen Streitfrage nen Anwalt hinzu ziehen zu müssen, weil ja der Grossteil der Bevölkerung schlicht nicht versteht was geschrieben steht - obwohl man es ja bei verständlicher Schreibweise verstehen würde - jedenfalls sehr viel mehr als jetzt.
TaugeNix hat geschrieben:Das war jetzt sehr OT, aber bei so einem Unsinn kann ich mich nicht zurückhalten, sorry.
Stimmt - aber keine Angst. Es besteht doch nicht im geringsten Grund zur Sorge, dass sich an dem jetzigen Zustand was ändert
Au weia - die Idee nach Verständlichkeit als Müll abzutun ... Taugi: Du wirst es bestimmt nicht mehr erleben, dass meine "revolutionäre" Idee, die an den Grundfesten der menschlichen Zivilisation rüttelt umgesetzt wird.
Meine Tocher sicher auch nicht - und dass, obwohl sie lt. Statistik gute Aussichten hat 100 Jahre alt zu werden.
Kurz: Deine berufliche Zukunft ist und bleibt gesichert
TaugeNix hat geschrieben:Gruß,
TaugeNix^BTT, bitte weitermachen! (und kann bitte jemand ENDLICH die Threadüberschrift in wikileaKs ändern???)
Dann ... hab ich ja anfangs doch richtig geschrieben und muss meine Korrektur retour korregieren
* Der Jemand ist dann Kim.