Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

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beowulf
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von beowulf »


Wer macht das nicht? Man fühlt sich auch ein bisschen wohler, wenn keine Verständigungsprobleme bestehen
Ist eine logische und nachvollziehbare Erklärung und trifft sicher bei einem Teil auch zu. Ich kenne aber ein paar Chinesen die hier aufgewachsen sind, perfekt deutsch sprechen und trotzdem die Zahnärzte in China bevorzugen. Meine Frau ebenso. (Was mich nervt und der Geldbörse weh tut, den in Korea ist das nicht billig) Vielleicht zartere Finger? :lol: Oder sie haben einfach mehr Erfahrung, da sie innerhalb von einem Jahr soviele Patienten wie ein Zahnarzt in Österreich, der noch dazu meist nur gefühlte 3 Tage die Woche arbeitet, in 10 Jahren haben. Lange Rede kurzer Sinn, in China dürfte es doch auch hervorragende Ärzte geben.
*mary*
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

Hallo,
Also irgendwie habe ich hier rund 50 Artikel zum Thema vorliegen und die meisten sind negativ.
Hier noch einige Beispiele:

http://www.faz.net/s/Rub00FF9A9C12F34E5 ... ntent.html" target="_blank

http://de.ce.cn/vermischtes/vermischtes ... 2680.shtml" target="_blank

http://www.thurgauerzeitung.ch/ausland/ ... y/18233352" target="_blank

@Behandlung in China:
Warum fahrt ihr oder eure Frauen zu Behandlungen zurück nach China??Müsst ihr das dann nicht alles selbst bezahlen?Oder seid ihr dort noch versichert? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man wegen einer OP nach China fliegt, wo man sie hier umsonst bekommen würde!!??

@ Landversendung der Medizinabsolventen:
Ihr meintet ja, dass fertigen Medizinabsolventen eine Landentsendung für einen gewissen Zeitraum nicht mitmachen würden. Das kann ich auch verstehen ;-) Aber vielleicht könnte man ihnenAnreize schaffen, die das Unterstützen würden.
Zum Beispiel könnten große Kliniken in den Städten bevorzugt Absolventen einstellen, die den Landdienst erfolgreich beendet haben.

@ Wanderarbeiter:

Ich habe jetzt vermehrt gelesen, dass es ja bereits einen Mindestlohn und auch andere Gesetze zum Schutz der Arbeiter eingeführt worden sind, doch viele FAbriken beachten diese gar nicht und die lokalen Regierungen tolerieren das, um das Investitionsklima nicht zu verschlechtern.
Die Chinesische Aktivistin Jenny Chan sagte vor kurzem: „ Die Arbeiter haben am meisten zum Aufbau Chinas beigetragen. Sie geben dafür ihre Jugend und ihre Gesundheit und profitieren am wenigsten. Nur wenn die Firmen aus dem Westen ihre Einkaufspolitik ändern, wird sich etwas verbessern.“
Die Wanderarbeiter haben ja weder in den Städten, in denen sie arbeiten, noch zu Hause auf dem Land eine Krankenversicherung. Es müsste doch zumindest eine Basisversorgung in den Städten für diese Gruppe eingeführt werden, die vielleicht von der Regierung, den Arbeitgebern und zu einem minimalen Teil auch von den Arbeitnehmern finanziert werden kann.
Und was ist mit den Angehörigen der Wanderarbeiter?

@ Die WHO beschreibt das Chinesische Gesundheitssystem wie folgt:
Die kommerzielle Ausrichtung auf der Seite der Anbieter und die mangelhafte Krankenversicherungsdeckung auf der Nachfrageseite verschärfen die Probleme der allgemeinen medizinischen Unterversorgung immer weiter.
China muss sein öffentliches Gesundheitswesen reorganisieren, indem es sowohl die vertikalen als auch die horizontalen Verknüpfungen zwischen den vielfältigen zuständigen Institutionen stärkt. China braucht also eine grundlegende Systemreform. Dazu gehören die Modernisierung der Verwaltung und die Einführung intelligenter Kommunikations- und Überwachungspraxis sowie die Teilhabe der Mediziner an der Organisation des Gesundheitswesens. Mechanismen wie das Subsidiaritätsprinzip sind China vollkommen fremd.

Freue mich auf eure Meinungen.
*mary*
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

In einem Artikel von CRI online habe ich Folgendes gefunden:

- wie bereits erwähnt wurde letztes Jahr die Gesundheitsreform beschlossen und dafür 850 Mrd. Yuan
für 3 Jahre investiert.
- Ziel = bis 2020 ein System zur medizinischen Grundversorgung in Städten und ländlichen Gebieten
aufzubauen.
- Es gibt nun eine Liste mit rund 307 Medikamenten, für die man einen festen Preis festgelegt hat und die dann von der Krankenversicherung erstattet werden. (Voraussetzung natürlich, dass man eine KV hat).
- 2009 ließ die ch.Regierung 1000 Kliniken auf Kreisebene erbauen, sowie 4.600
Gesundheitseinrichtungen und Wohnviertelkliniken.
- bis 2011 soll mind. ein qualifizierter Facharzt in jeder Gemeindeklinik vertreten sein.
- bis 2012 sollen 1,7 Millionen Ärzte und Krankenschwester in Dorf- und Gemeindekliniken
ausgebildet werden.
- mit einem Förderprogramm sollen noch mehr Mediziner zu Einsätzen an der Basis ermutigt werden.
- Die Genossenschaftsversicherung auf dem Land ist populär und bis Ende sept.2009 hatten sich 833 Millionen chinesen daran beteiligt. (Anmerkung von mir: SEHR HOHE ZAHL, wo doch immer gesagt, wird, dass 80% der Landbevölkerung überhaupt keine Versicherung hat!!???)

Hier der ganze Artikel:http://german.cri.cn/1833/2010/03/08/1s133295.htm

Kann man diesen Angaben glauben????
Ich bin verwirrt, weil überalll etwas völlig anders zu lesen ist!
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Hendrik
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von Hendrik »

*mary* hat geschrieben:Ich habe jetzt vermehrt gelesen, dass es ja bereits einen Mindestlohn und auch andere Gesetze zum Schutz der Arbeiter eingeführt worden sind, doch viele FAbriken beachten diese gar nicht und die lokalen Regierungen tolerieren das, um das Investitionsklima nicht zu verschlechtern.
Meine subjektive Meinung zum Thema:
Die Politik der vergangenen Jahrzehnte und ich denke auch die aktuelle Politik soll nicht die persöhnliche Lage der Bewohner verbessern, sondern Wirtschaftswachstum über alles ist das Ziel. Die aktuellen und vergangenen Generationen sollen sich Opfern für eine zukünftige Genration die einmal in Wohlstand auf gleicher Ebene mit den USA und anderen hochentwickelten Ländern leben soll.

Unter diesem Blickwinkel macht auch die aktuelle Gesundheitspolitik viel Sinn. Man will die Leute arbeitsfähig halten. Was darüber hinaus zum Wohlfühlen helfen könnte ist kontraproduktiv, da es wichtige Ressourcen zum Aufschwung verschwendet.
.
*mary*
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

Hendrik hat geschrieben:Meine subjektive Meinung zum Thema:
Die Politik der vergangenen Jahrzehnte und ich denke auch die aktuelle Politik soll nicht die persöhnliche Lage der Bewohner verbessern, sondern Wirtschaftswachstum über alles ist das Ziel. Die aktuellen und vergangenen Generationen sollen sich Opfern für eine zukünftige Genration die einmal in Wohlstand auf gleicher Ebene mit den USA und anderen hochentwickelten Ländern leben soll.
Aber wenn die Grundpfeiler, also die soziale Sicherung der Menschen in einem System schwankt,
dann bricht früher oder später auch das gesamte Wirtschaftswachstum zusammen.
Das Wirtschaftswachstum sollte doch auf einer soliden Grundlage aufbauen und dazu gehört meiner Meinung nach eine vernünftige Gesundheitsversorgung und eine angemessene Altersversorgung!!
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Hendrik
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von Hendrik »

Das Sozialsystem in China basiert auf der Familie, nicht auf dem Staat.
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*mary*
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

Hendrik hat geschrieben:Das Sozialsystem in China basiert auf der Familie, nicht auf dem Staat.
Ja, aber die Familie kann doch auch keine Krankenversicherung oder teure Operationen ersetzten!!
Hinzu kommen die Auswirkungen der 1-Kind-Politik und die Überalterung der Gesellschaft.
Diese gravierenden Probleme kann doch die Familie nicht mehr abfangen!!
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von robbe »

*mary* hat geschrieben:Hallo,
Also irgendwie habe ich hier rund 50 Artikel zum Thema vorliegen und die meisten sind negativ.
Hier noch einige Beispiele:
Es ist allgemein schwieriger psotive Berichte über China zu finden als negative^^ Das muss aber nicht heißen, dass alles negativ ist.

Eine allgemeine Verbesserung der med. Versorgung geht langfristig nur über höhere Löhne. Der Staat kann nicht für alle "Arbeitslosen" auf dem Land aufkommen. Kostet einfach viel zu viel.
Um konstruktiv was zu verbessern, müssen erstmal andere Grundvoraussetzungen geschaffen werden.
*mary* hat geschrieben: Aber wenn die Grundpfeiler, also die soziale Sicherung der Menschen in einem System schwankt,
dann bricht früher oder später auch das gesamte Wirtschaftswachstum zusammen.
Das Wirtschaftswachstum sollte doch auf einer soliden Grundlage aufbauen und dazu gehört meiner Meinung nach eine vernünftige Gesundheitsversorgung und eine angemessene Altersversorgung!!
Natürlich, stimme ich dir voll zu. Genauso wenig sollten Menschen verhungern.. Überlege mal was die Grundpfeiler der sozialen Sicherungssysteme sind. Normative Ansichten sicherlich nicht alleine. Die bringen alleine ziemlich wenig, wenn das Geld fehlt. Mit dem Wirtschaftswachstum kommen die sozialen Sicherungen, nicht unbedingt umgekehrt. So reich ist China nun auch nicht, um durch Transferzahlungen jeden in Wohlstand leben zu lassen.
Mehr Transfertzahlungen, weniger Geld für Investitionen, geringeres Wirtschaftswachstum. Generell nichts ungewöhnliches in einer "Reifeperiode". Alles auf einmal auf einen westlichen/industriellen Standard zu bringen ist etwas viel, auch für China.

Irgendwie habe ich ab und zu den Eindruck, dass öfters manche denken, weil es die mega Städte Shanghai etc. gibt, müsste das auch für den Rest des Landes so einfach möglich sein. Gerade mal die Hälfte der Chinesen leben in Städten und diese Hälfte verteilt sich auch nicht nur auf diese Megastädte.
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

Es geht ja auch nicht darum, dass der Staat jedem Bürger ein Leben in hohem Wohlstand ermöglicht oder ganz China auf einen westlichen Stand zu bringen, was denke ich auch überhaupt nicht das Ziel Chinas ist. Sie haben einfach ihre ganz eigene Entwicklung, deshalb kann man ja auch nicht einfach ein System aus anderen Ländern übertragen, weil es eben kein Land mit vergleichbarer Entwicklung gibt.
Mir geht es "nur" um das Gesundheitssystem, was ein Pfeiler in der sozialen Sicherung ausmacht.

War das Gesundheitssystem, abgesehen von den politischen RAhmenbedingungen damals von 1949-1978 besser als es heute ist?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Landbevölkerung mit einem Ja antworten würde und die Stadtbevölkerung generell mit einem Nein. Liege ich dabei richtig?
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von ingo_001 »

"Besser" in sofern, dass das chin. Gesundheitssystem damals nicht nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen arbeitete.

Das chinesische Gesundheitswesen stützt sich im Wesentlichen auf Krankenhäuser, d.h. privat geführte Arztpraxen (wie z.B. in Deutschland) gibts erst sehr wenige - und die dann auch fast zur Gänze nur in den größeren Städten.

* Kleine Anmerkung zum heutigen Gesundheitssystem: Schwangere bzw. deren Familien müssen für die Entbindung bezahlen (so ca. 600 €).
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

ingo_001 hat geschrieben:"Besser" in sofern, dass das chin. Gesundheitssystem damals nicht nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen arbeitete.
Ja, Ingo, da stimme ich dir voll zu!!

Aber besser war doch auch, dass die Landbevölkerung eine Grundversorgung hatte, wofür sie nichts oder nur ganz wenig bezahlen mussten, was ja heute nicht mehr so ist!
*mary* hat geschrieben:Kleine Anmerkung zum heutigen Gesundheitssystem: Schwangere bzw. deren Familien müssen für die Entbindung bezahlen (so ca. 600 €).
Das ist ja nicht zu fassen!!!!!!!!!!!!! Trotz Versicherung?? Oder ohne Versicherung???
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von ingo_001 »

Was für ne Versicherung?
Selbst in den Städten hat nur ne kleine Minderheit ne Versicherung.
Und ob die die Kosten abdeckt, weiss ich nicht.

Ein KV-System ähnlich dem Deutschen wird gerade erst in Ansätzen aufgebaut - bis das "steht", dauert es m.E. noch wenigstens ein Jahrzehnt.
Ein - wenn auch kleiner - Fortschritt ist, dass die Rentner "nur noch" 50 % der Krankenbehandlungskosten zahlen müssen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von *mary* »

Hm....
Aber die Angestellten in den Staatsunternehmen haben doch eine Krankenversicherung, oder?
Bieten nicht-staatliche Unternehmen ihren Arbeitnehmern keine Möglichkeit der Absicherung gegen Krankheiten an? Auch nicht wenigstens eine freiwillige Absicherung, bei denen der AN einen Teil bezahlt und der AG einen Teil zuschießt?
WIE BEZAHLT DANN DIE MASSE DER STADTBEWOHNER DIE HOHEN KOSTEN FÜR KRANKHEIT????
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von beowulf »

Also irgendwie habe ich hier rund 50 Artikel zum Thema vorliegen und die meisten sind negativ.
In westlichen Medien kann man einen positiven Artikel über China mit der Lupe suchen. Ausnahme vielleicht im Wirtschafts- und Investorenteil. Wenn man Geld machen kann, wird plötzlich die Schwarze Brille ab- und die Rosarote aufgesetzt.
[Behandlung in China:
Ja, zahlen lieber selber. Auch wenn man man sie hier umsonst bekommen kann, wenn das Vertrauen woanders liegt und es leistbar ist, wiegt das die Gratis Leistung auf. (Wobei ich anmerken muss, dass ich jetzt nur vom Zahnarzt reden kann. Hatte meine letzte OP als Kind) Trifft aber sicher nicht auf jeden Chinesen zu. Vielleicht ist es statistisch gesehen auch umgekehrt und die Fälle in denen jemand (extra) nach China fährt um sich operieren zu lassen, sind einfach salienter.

@ Landversendung der Medizinabsolventen:
Ich bin mir sicher, dann gäbe es einen neuen negativen Artikel in den Zeitungen. :lol: Vielleicht junge Ärzte kaufen sich im korrupten System eine Position oder fälschen ihre Unterlagen? :lol:
Man könnte da sicher noch ein paar Projekte starten, theoretisch ist der Vorschlag nicht schlecht.
@ Wanderarbeiter:
Ich glaube der folgende Ausschnitt, bringt es gut auf den Punkt:
EU- und US-Lobby kippt das chinesische Arbeitsgesetz

Der chinesische Volkskongress hatte 2006 ein neues Arbeitsgesetz entworfen. Daran mitgearbeitet hatten als Berater der deutsche Bundesarbeitsrichter Wolfgang Linsenmeier und der gewerkschaftsnahe Arbeitsrechtler Professor Wolfgang Däubler. Der Entwurf enthielt u.a. die Vorschrift, dass jeder Beschäftigte einen Arbeitsvertrag erhalten soll, ansonsten sollte er als unbefristet eingestellt gelten und Kündigungsschutz haben. Leiharbeit sollte auf sechs Monate beschränkt bleiben. Entlassungen von mehr als 50 Beschäftigten sollten nur bei Zustimmung der Gewerkschaft oder lokal gewählter Repräsentanten möglich sein u.ä. Das Mitbestimmungsrecht orientierte sich an der deutschen und schwedischen Gesetzeslage. Dies war für chinesische Verhältnisse radikal.

Die Regierung wollte damit auch die zunehmenden Proteste gegen die unsicheren und miserabel entlohnten Arbeitsplätze entschärfen. Die westliche Unternehmer-Lobby lief Sturm. Der Präsident der Europäischen Handelskammer, der niederländische Bankier Jannsens de Varebekke, droh-te, das Gesetz würde „ausländische Unternehmen zwingen, ihre Investitionen in China zu überdenken.“ Die US-Handelskammer warnte in einem Brief an den Volkskongress, das Gesetz würde sich „negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Volksrepublik China auswirken“. Daraufhin entschärfte die Regierung das Gesetz.

„Die Einsprüche der Business Community haben gewirkt“, freute sich die Kanzlei Baker & McKenzie des ehemaligen US-Aussenministers James Baker, die zahlreiche US-Konzerne in China vertritt. Auch die entschärften Bestimmungen passen der West-Lobby nicht, sie hält sich aber wegen der inzwischen entstandenen weltweiten Aufmerksamkeit zurück. In deutschen Medien wird dies nur am Rande berichtet. (ver.di Publik 4/2008) http://www.linksnet.de/de/artikel/23377" target="_blank
Und was ist mit den Angehörigen der Wanderarbeiter?
Die werden entweder, falls vorhanden über die Dan Wei versorgt, die Großfamilie, oder finanzieren sich zusätzlich durch das Land als Bauern, auf das sie ein Nutzungsrecht haben.
@ Die WHO beschreibt das Chinesische Gesundheitssystem wie folgt:
Ja, klingt richtig.
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Re: Verbesserung des chinesischen Gesundheitssystems

Beitrag von beowulf »

Aber besser war doch auch, dass die Landbevölkerung eine Grundversorgung hatte, wofür sie nichts oder nur ganz wenig bezahlen mussten, was ja heute nicht mehr so ist!
Habe das Gefühl, dass das alte System ein wenig zu rosig vorgestellt wird. Damals fehlte es an finanziellen Mitteln an allen Ecken, modernes medizinisches Gerät war kaum vorhanden, die Infrastruktur war katastrophal und Spitäler abseits der großen Städte eher eine Seltenheit. Der vielgerühmte und beschriebene Barfußdoktor (was ja an sich eine gute Idee war), war mit Sicherheit kein Top Arzt, der komplizierte chirurgische Eingriffe vorgenommen und Therapien durchgeführt hat, sondern mehr eine Art von Notarzt oder gar nur Sanitäter. Die Chancen eine Krebserkrankung zu überleben, sind heute mit Sicherheit höher als damals in den 1970er und 1980er Jahren. Auch wenn man damals für die "Therapie" nichts bezahlt hat.
*mary* hat geschrieben:Kleine Anmerkung zum heutigen Gesundheitssystem: Schwangere bzw. deren Familien müssen für die Entbindung bezahlen (so ca. 600 €).
Das ist ja nicht zu fassen!!!!!!!!!!!!! Trotz Versicherung?? Oder ohne Versicherung???[/quote]

Ich glaube der Preis hängt aber auch von den lokalen Gegebenheiten ab. Nur weil jemand in Shanghai soviel in einen guten Spital zahlt, bedeutet dies nicht, dass in Qinghai soviel verlangt wird. Wenn dem so wäre, würde die absolute Mehrheit der Bauern ihre Kinder alleine auf den Feldern zur Welt bringen.
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