beowulf hat geschrieben:Das bestreitet ja keiner. Die tibetische Geschichte ist voll von blutigen Machtkämpfen, Kriegen, politischen Morden etc. Auch die Shugden Geschichte aus den 90ern ist keine wirkliche Überraschung für jemanden der die tibetische Geschichte zumindest oberflächlich kennt. "Weltherrschaftsbestrebungen" kann man aber dann genauso dem Christentum oder dem Islam vorwerfen. Und wir sind uns wohl einig, dass dies extrem unrealistisch ist und sich weder der Papst, der Großmufti von Kairo noch der Dalai Lama solchen "Träumen" hingeben. Nein, ich finde eine derartige Kritik für vollkommen überzogen. Die Exiltibeter streben eine Herrschaft über Groß Tibet an. Und damit sind sie schon genügend beschäftigt.tarkan hat geschrieben:@aquadrat & beowulf
ich finde eure haltung zu colin goldner bzgl seine beurteilung der machtambition von dalai lama unbegründet. wenn man die geschichte von den gelugpas ein wenig studiert, dann erkennt man schnell dass die betrebung nach macht einer der wesentlichen elemente der gelbenmütze sekte ist.
es ist interesant die geschichte des, z.B. 5ten dalai lamas anzuschauen, wie er die strategie des einbinden der mongolischen krieger konsequent folgte und diese dann für sich selbst in den schlacht schickte. im prinzip war der konflikt zw. den manchuren und den tschungaren teilweise von dem dalai lama gesteuert. und der sieg der manchuren war meines erachtens zufällig, es hätte auch anders ausgehen können.
insofern ist diese machtstrebung system inhärent von der gelugpa sekte, nicht die des dalai lama persönlich.
so wie ich die trimondis verstanden habe, tun sie es auch. sie werfen auch christlichen und islamischen fundamentalisten vor, weltherrschaft anzustreben. ob es sich bei den gelugpas nur um "träume" handelt? nun, die gläubiger leben in einer total anderen welt und haben durchaus ganz andere wahrnehmung. wenn ich die gespräche unter den lamaisten so hören/lesen, so habe ich den eindruck, sie glauben wirklich dran, an eigene macht, vordergründig in metaphysischem sinne.



