RoyalTramp hat geschrieben:Jupp! Stimme in allem zu. Wie China seine neu entdeckte "Liebe" für Afrika betreibt ist zwar nicht schön, aber mit Abstand aufrichtiger & ehrlicher, aber vor allem auch effektiver, als alles, was der Westen in den letzten 60 Jahren da versucht hat. Aber anstatt bei sich Manöverkritik zu üben, dass diese Scheckbuch-Diplomatie für Afrika was völlig für den Arsch gewesen ist, zeigt man jetzt lieber mit dem Finger auf den "alten Klassenfeind", China.
So neu ist die "Liebe" nicht. In den 60ern waren schon chinesische Ingenieure und Bauarbeiter in Afrika unterwegs und haben beim Aufbau der Infrastruktur mitgeholfen. Damals geschah es halt aus "Solidaritaet mit den unterdrueckten Voelkern". Man hat fuer Summen Kraftwerke, Schulen und Krankenhaeuser gebaut, die nicht einmal die Ausgaben gedeckt haben und Lehrer, Aerzte, Ingenieure und Facharbeiter geschickt, die man selbst dringend gebraucht hat. Die Motivation war damals sicherlich auch keine reine Naechstenliebe, sondern schlicht voellig ideologisch getrieben und eigentlich komplett fanatisch. Der Westen hat damals vermutlich zugeschaut und sich einen ueber die Bloedheit der Chinesen gegrinst. Vielleicht war auch die Engagement der Chinesen mangels Eigenresource eher im kleineren Rahmen, sodass es nicht weiter auffiel. Die Vorwurf mit der "Neokolonialismus" aus dem Westen jedenfalls kam meines Erachtens erst auf, als die Chinesen anfing, sich fuer die afrikanische Resourcen zu interessieren. Bis dahin waren die industrierelevante Resourcen wie Oel, Gas oder Erz im grossen Teilen von Afrika weitgehend in der Hand von westlichen Konzernen. Es ist eine reine Interessenkonflikt. Dass die Vorgehensweise der Chinesen die Wirtschaftsgrundlage des Westens langfristig gefaehrden, kann denke ich als Fakt angesehen werden. Da soll man dann auch das Kind beim Namen nennen, anstatt irgendwas mit Kolonialismus vorzuheucheln. Man muss erst recht kein Mitleid mit Afrika vorheucheln. Mit der gigantischen Summe in Subvention und Handelsschutz hat u.a. Europa jahrzehnte lang afrikanische Wirtschaft kleingehalten oder z.T. vernichtet. Die Chinesen arbeiten zwar nicht umsonst, stellen zum Tausch immerhin Infrastruktur hin.
serenita hat geschrieben:
Um Afrika und andren ärmeren Ländern tatsächlich helfen zu wollen müsste man sich dort für die Bildung einsetzen. Und das will offensichtlich keiner, weil langwierig, kostenintensiv und eben kein lukratives Geschäft für einen selbst.
Der Aufbau des Bildungssystems gehoert tatsaechlich zu der offiziell veroeffentlichten chinesischen "Afrikaplan". Es sollen jedenfalls so und so viele Schulen in einigen afrikanischen Laendern gebaut werden und Lehrkraft ausgebildet werden. Woher die Finanzierung kommt und was die Chinesen damit genau bezwecken, weiss ich auch nicht.
salber hat geschrieben:
Mit offenen Karten? und was will China in Afrika? Die Gruende, die genannt wurden reichen von Naivitaet, Amateuren- und Laientum bis zur Dummheit. Nur ein Beispiel: Isolation Taiwans in der Welt. Nur zur Erinnerung, Deutschland und Frankreich erkennen Taiwan auch nicht an. Der Rest eruebrigt sich.
So doof ist die Behauptung nicht. Es gilt sogar als commonsense unter Chinesen selbst. Taiwan hat lange Zeit eine sogen. "Dollardiplomatie" betrieben und Unterstuetzung, genauer gesagt Anerkennung durch diplomatische Beziehung von kleinen armen Laendern "erkauft". Nicht weniger davon kommen eben aus Afrika. Die Afrikaplan der Chinesen entzieht den Taiwanern genau die Grundlage dieser Strategie.
Gruss
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