Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

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Baozi
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Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Baozi »

Hallo, ich habe Fragen zu dem Vorgehen nach der Heirat in China und dem Erhalten eines Familiennachzugsvisums.

Ich werde im kommenden Januar meine chinesische Freundin in China heiraten. Es ist angedacht,
dass sie im Laufe des Jahres 2011 nach Deutschland zieht (Familiennachzugsvisum).

- Welche Dokumente brauchen wir, um die Heirat in Deutschland anerkennen zu lassen?

- Wir würden ihren Nachnamen dann gerne in meinen Nachnamen ändern. Welche Unterlagen aus China braucht sie hierfür? Ich frage lieber frühzeitig, da das Beschaffen von Geburtsurkunden und ähnlichem in China scheinbar immer eine ziemlich langwierige Lauferei ist.

- Welche Unterlagen sollte Sie dann noch von China mit nach Deutschland nehmen und vorbereiten, damit wir alle nötigen Schritte bei Behörden (die ich wahrscheinlich noch nicht mal alle kenne) meistern können?

vielen Dank im Voraus,

Baozi
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Sachse28
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Die Heiratsurkunde aus China muss in China vom deutschen Konsulat/Botschaft legalisiert werden. In Deutschland lässt Du Dir das legalisierte Dokument nochmals von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzen. Damit hast Du gegenüber den dt. Behörden ein rechtsgültiges Dokument.
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Baozi
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Baozi »

okay, aber mit diesem Dokument müssen wir dann doch bestimmt noch ins Rathaus oder Standesamt, um eine "richtige" deutsche Heiratsurkunde zu erhalten, oder?
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Sachse28
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Baozi hat geschrieben:okay, aber mit diesem Dokument müssen wir dann doch bestimmt noch ins Rathaus oder Standesamt, um eine "richtige" deutsche Heiratsurkunde zu erhalten, oder?
Wir haben uns damals aber auch für eine Nachbeurkundung der chin. Heiratsurkunde entschieden.

Im Normalfall reicht aber die übersetzte legalisierte Urkunde. Diese nimmst Du zusammen mit der in Deutschland angefertigten Übersetzung mit zum Standesamt. Vorher holst Du Dir noch schnell eine Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt/Bürgeramt/Meldebehörde (oder wie immer das in den einzelnen Bundesländern heißt). Alle Dokumente werden dann vom Standesamt geprüft, was je nach Stadt einige Tage in Anspruch nehmen kann. Danach bezahlst du 100 Euro und bekommst die deutsche Heiratsurkunde. Fertig.
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Sachse28
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Baozi hat geschrieben: - Wir würden ihren Nachnamen dann gerne in meinen Nachnamen ändern. Welche Unterlagen aus China braucht sie hierfür? Ich frage lieber frühzeitig, da das Beschaffen von Geburtsurkunden und ähnlichem in China scheinbar immer eine ziemlich langwierige Lauferei ist.
In unserem Fall haben wir uns gegen eine Namensänderung entschieden. Wir gingen davon aus, dass es dabei Probleme mit den chin. Behörden geben könnte.

Für eine Namensänderung in Deutschland musst ihr am Standesamt eine Erklärung dazu abgeben.

Welche Dokumente ihr dafür braucht, erfährst Du am besten direkt beim Standesamt.

Eine chin. Geburtsurkunde bekommst sie, in dem sie sich von der Dorfverwaltung erst einmal eine Bescheinigung auf Grundlage ihres Hukou ausstellen lässt, dass sie xy heißt, am xx.yy.zzzz geboren ist und ihre Eltern so und so heißen. Dann braucht sie eine zweite Bescheinigung, die sie von der Polizei bekommt. Darauf steht, dass ihre personenbezogenen Angaben auf dem Personalausweis stimmen. Roten Stepel nicht vergessen. Mit beiden Dokumenten kann dann der Stadtnotar eine notarielle Urkunde über die Geburt deine Noch-Freundin/Frau ausstellen, die idealerweise gleich ins Deutsche übersetzt wird. Nach der Überglaubigung durch das Waiban in der Provinzhauptstadt und der Legalisierung durch die dt. Auslandsvertretung mit nochmaliger Übersetzung in Deutschland habt ihr dann eine rechtsgültige Geburtsurkunde.
Baozi hat geschrieben: Welche Unterlagen sollte Sie dann noch von China mit nach Deutschland nehmen und vorbereiten, damit wir alle nötigen Schritte bei Behörden (die ich wahrscheinlich noch nicht mal alle kenne) meistern können?
Für evtl. Studium: Überprüfung ihrer Studienleistung durch Akad. Prüfstelle in Peking. Könnt ihr auch von Deutschland aus erledigen. Informiert Euch aber auf deren Internetseite, sollte das für sie zu treffen. Sie muss dann evtl. noch einige Dokumente vom Prüfungsamt ihrer Uni besorgen.
Hukou braucht sie in Deutschland nicht
Kommt drauf an, welche Behördengänge du noch meinst. nach der Beantragung der Familienzusammenführung bekommt sie ein nationales Visum ausgestellt. Damit reist sie nach Deutschland ein, meldet sich beim Einwohnermeldeamt an und lässt sich zu guter letzt von der Ausländerbehörde eine Aufenthaltsgenehmigung ausstellen. Dafür braucht sie ein paar Passfotos, Visum, die Heiratsurkunde.

Tja, über weitere Schritte kann ich Dich dann aufklären, wenn es auch auf uns zu gekommen ist.

Für die Schritte bei einer Scheidung in der Zukunft muss ich auf andere User verweisen! :arrow: :wink: (Ironie)
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von WangZeDong »

Mir wurde gesagt, die beglaubigte Übersetzung reicht völlig aus. Wir waren sicherheitshalber auch auf dem Standesamt, die haben meinen Familienstand geändert, das kostet gar nichts.

Eine deutsche Urkunde haben wir nicht, aber es gab noch nie Probleme.

Eine Geburtsurkunde kann aber in China - je nach Geburtsort - schwierig bis nahezu unmöglich werden. Da würde ich sofort anfangen zu forschen.

Liebe Grüße
Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut.
Nur der Liebende ist mutig, nur der Genügsame ist großzügig, nur der Demütige ist fähig zu herrschen.

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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Baozi »

Sachse28 hat geschrieben:
Baozi hat geschrieben:
Hukou braucht sie in Deutschland nicht
Wird das Hukou in Deutschland generell nie gebraucht werden?
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Nein, du brauchst es nicht. Wir hatten es damals lediglich legalisiert benutzt. Es wurde zur Ausstellung meines EFZ von dem Standesamt meiner Heimatstadt als chin. Geburtsurkunde der chin. Frau anerkannt (mit Augen zu gedrückt), weil ich glaubhaft gemacht hatte, dass es in China keine Geburtsurkunden gäbe. Da wir jetzt aber eine offizielle Geburtsurkunde haben, wird das Hukou nicht gebraucht.
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von happyfuture »

Sachse28 hat geschrieben:Die Heiratsurkunde aus China muss in China vom deutschen Konsulat/Botschaft legalisiert werden. In Deutschland lässt Du Dir das legalisierte Dokument nochmals von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzen. Damit hast Du gegenüber den dt. Behörden ein rechtsgültiges Dokument.
Wir haben dies in China von einem Notar übersetzen lassen, von der ABH in Beijing beglaubigen und anschließend von der D-Botschaft in Beijing legalisieren lassen. That's all :wink:
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Baozi »

Ich werd immer nervös wenn das wort "EFZ" fehlt.

Wir werden nämlich in Changsha nur mit Legalisierter Aufenthaltsbescheinigung heiraten,
weil die gesagt haben, das würde ihnen reichen.

Ich krieg richtig Schiss, wenn ich daran denke, dass sie es sich vielleicht anders überlegen könnten...
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Tja, jedes Standesamt kocht wohl sein eigenes Süppchen. Es kann dann aber nicht garantiert werden, dass die Behörden einer anderen Stadt bei einem evtl. Umzug in Deutschland von Deiner Frau zusätzlich zu Eurer Heiratsurkunde noch auf eine Übersetzung bestehen.

In unserem Fall wurde erklärt, dass bei einer Nachbeurkundung der chin. Heirat, dass Oberlandesgericht verrückt spielt, sollte keine Übersetzung von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer dabei sein.
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Baozi hat geschrieben:Ich werd immer nervös wenn das wort "EFZ" fehlt.

Wir werden nämlich in Changsha nur mit Legalisierter Aufenthaltsbescheinigung heiraten,
weil die gesagt haben, das würde ihnen reichen.

Ich krieg richtig Schiss, wenn ich daran denke, dass sie es sich vielleicht anders überlegen könnten...
Es sollte klappen. Ihr müsst das denen mit dem EFZ ja nicht unter die Nase reiben.
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von báitù »

Sachse28 hat geschrieben:Für eine Namensänderung in Deutschland musst ihr am Standesamt eine Erklärung dazu abgeben.
Das bezieht sich lediglich auf die Führung eines Ehe- bzw. Familiennamens und ist nur für Deutschland relevant. Solange Sie chinesische Staatsbürgerin bleibt, behält sie grundsätzlich ihren Geburtsnamen und in den Pass kommt auf Wunsch der Zusatz "the bearer of this passport is also known as XY".

Edit: Nur zur Klarstellung: Den obigen Eintrag in den chinesischen Pass muss selbstverständlich die chinesische Botschaft vornehmen, nicht das deutsche Standesamt! Dazu muss bei der Botschaft eine Bestätigung des Standesamtes über die Wahl eines Familien- bzw. Ehenamens (oder wie in unserem Fall die deutsche Heiratsurkunde) vorgelegt werden.
xiăo tùzi guāi guāi, ba mén kāi kāi …
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Sachse28 »

Aha, danke für die Info.
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Re: Nach Heirat in China: Behörden in Deutschland

Beitrag von Baozi »

Sachse28 hat geschrieben:Aha, danke für die Info.

jo, danke euch erstmal :)
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