Nein, eine "Idee" ist China bestimmt nicht. Vielleicht wurde das einfach falsch übersetzt. Passiert ja leider häufig und in beide Richtungen, dass der ursprüngliche Sinn dabei verloren geht. Lost in Translation halt.Aremonus hat geschrieben:Ich sehe China ehrlich gesagt nicht als eine "Idee", sondern hauptsächlich als eine Kultur. Denn die "Ideen" des Kommunismus oder des Zentralismus und selbst die des Nationalismus wurden ja im Laufe des 20. Jahrhunderts nach China gebracht. Vorher war das Land feudalistisch geprägt.
Woran macht ihr denn den Begriff "Idee" fest? Und wie würdet ihr die chinesische "Idee" beschreiben?
Und was ist mit den Klischees?
- Ting Budong
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Re: Und was ist mit den Klischees?
Ich hab mir den ersten Teil mit Hilfe laogais Link jetzt auch angesehen und hab die ganze Zeit gewartet, dass sich, wie die Überschrift des Threads vermuten lässt, der Journalist mit Klischees auseinander setzt. Bis auf die Tatsache, dass ein Nordkoreaner unerwartet entspannt durch den Grenzfluss wadet und sich in China eindeckt, konnte ich bis jetzt noch keine bahnbrechende neue Info herausziehen. Vielleicht kommt das ja noch im zweiten Teil
.
Re: Und was ist mit den Klischees?
Da hat das ZDF dann wohl sparen müssen, um die Gage vom Gottschalk bezahlen zu können. Also am besten schnell die Gebühren wieder erhöhen, damit sie ihr Dolmetscherteam (und natürlich das in "Webforenpostingteam") verstärken könnenTing Budong hat geschrieben:Nein, eine "Idee" ist China bestimmt nicht. Vielleicht wurde das einfach falsch übersetzt. Passiert ja leider häufig und in beide Richtungen, dass der ursprüngliche Sinn dabei verloren geht. Lost in Translation halt.
Re: Und was ist mit den Klischees?
Ich schaue gerade den ersten Teil, ist wirklich sehr gut gemacht. Applaus!
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Gut, dass die Situation an der chin./nk. Grenze dramaturgisch ... hmm ... "aufgepeppt" wurde ist ein Ding - aber dass dort offensichttlich offen routinemässig (mit Duldung der örtl. Behörden) geschmuggelt wird, war (für mich jedenfalls) wirklich neu.
Der Rest der Doku war auch m.E. im Grossen und Ganzen gut gemacht.
Mal sehen, wie der zweite Teil ist.
Der Rest der Doku war auch m.E. im Grossen und Ganzen gut gemacht.
Mal sehen, wie der zweite Teil ist.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Zieh Dir den 1. Teil einfach mal rein.
Laogai hat ja geschrieben, wo es lang geht.
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Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
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三人成虎 (Lost in Speculation)
jadelixx hat geschrieben:Interessant fand ich die Sichtweise des Taiwanesen, China sei mehr eine Zivilisation bzw. eine Idee als nur eine Nation.
Aremonus hat geschrieben:Ich sehe China ehrlich gesagt nicht als eine "Idee", sondern hauptsächlich als eine Kultur. [...] Woran macht ihr denn den Begriff "Idee" fest? Und wie würdet ihr die chinesische "Idee" beschreiben?
Ting Budong hat geschrieben:Nein, eine "Idee" ist China bestimmt nicht. Vielleicht wurde das einfach falsch übersetzt. Passiert ja leider häufig und in beide Richtungen, dass der ursprüngliche Sinn dabei verloren geht. Lost in Translation halt.
"Idee" ist eine Idee von jadelixx, der Begriff ist in der Dokumentation an der entsprechenden Stelle nicht gefallen. Weder im Original noch in der Übersetzung.gtvkz8 hat geschrieben:Da hat das ZDF dann wohl sparen müssen, um die Gage vom Gottschalk bezahlen zu können. Also am besten schnell die Gebühren wieder erhöhen, damit sie ihr Dolmetscherteam (und natürlich das in "Webforenpostingteam") verstärken können
Aber wie sagte ZDFOnline: "Also dann, äh, weitermachen."
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Re: 三人成虎 (Lost in Speculation) - passt immernoch
Nee laogai Du warst einfach an der falschen Stellelaogai hat geschrieben:"Idee" ist eine Idee von jadelixx, der Begriff ist in der Dokumentation an der entsprechenden Stelle nicht gefallen. Weder im Original noch in der Übersetzung.
37:12 Minute, der deutsche Kommentator zitiert Herrn Quan:
"China sei kein Land, keine Nation, erklaert uns Herr Quan. China sei eine Zivilsation, eine Idee. Und die koenne man am Besten hier auf Kin Men studieren, denn die Kommunisten auf dem Festland haetten in den vergangenen 60 Jahren einen Grossteil der chinesischen Kultur zerstoert. Aber die Kommunisten seien nur ein kleiner Teil einer sehr viel groesseren Geschichte."
Und dann geht es weiter mit Herrn Quan:
"Es gibt in unseren Koepfen seit uralten Zeiten einen China-Begriff, der bis heute existiert. In unserer Geschichte gab es verschiedene Dynastien z.B. Ming oder die Qing Dynastie. Aber das alles war und ist China. Der Begriff China hat sich niemals geandert.
China ist eine Idee, die in der Geschichte immer da ist. China existiert nicht fuer eine bestimmte Zeit. Raeumlich aendert sich China. Die Mongolei, Korea gehoerten mal zu China und viele andere Laender auch. China hat keine festen Grenzen. China veraendert sich immer. ... hao!"
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Naja, dafür hat die "aufgepeppte" Darstellung an der Grenze doch zumindest wieder wunderbar gezeigt, wie ein typisches Klischee bedient wird.corneta hat geschrieben:Ich hab mir den ersten Teil mit Hilfe laogais Link jetzt auch angesehen und hab die ganze Zeit gewartet, dass sich, wie die Überschrift des Threads vermuten lässt, der Journalist mit Klischees auseinander setzt. [...] .
Re: 三人成虎 (Lost in Speculation) - passt immernoch
Eng verbunden damit ist der : http://de.wikipedia.org/wiki/Sinozentrismus" target="_blank" target="_blankjadelixx hat geschrieben:Nee laogai Du warst einfach an der falschen Stellelaogai hat geschrieben:"Idee" ist eine Idee von jadelixx, der Begriff ist in der Dokumentation an der entsprechenden Stelle nicht gefallen. Weder im Original noch in der Übersetzung.
oder in der Doku hatte jemand zufaellig die gleiche "Idee".
37:12 Minute, der deutsche Kommentator zitiert Herrn Quan:
"China sei kein Land, keine Nation, erklaert uns Herr Quan. China sei eine Zivilsation, eine Idee. Und die koenne man am Besten hier auf Kin Men studieren, denn die Kommunisten auf dem Festland haetten in den vergangenen 60 Jahren einen Grossteil der chinesischen Kultur zerstoert. Aber die Kommunisten seien nur ein kleiner Teil einer sehr viel groesseren Geschichte."
Und dann geht es weiter mit Herrn Quan:
"Es gibt in unseren Koepfen seit uralten Zeiten einen China-Begriff, der bis heute existiert. In unserer Geschichte gab es verschiedene Dynastien z.B. Ming oder die Qing Dynastie. Aber das alles war und ist China. Der Begriff China hat sich niemals geandert.
China ist eine Idee, die in der Geschichte immer da ist. China existiert nicht fuer eine bestimmte Zeit. Raeumlich aendert sich China. Die Mongolei, Korea gehoerten mal zu China und viele andere Laender auch. China hat keine festen Grenzen. China veraendert sich immer. ... hao!"
Laogai hat schon recht, wir haben es hier nicht mit einem Nationalstaatlichen Denken zu tun (deswegen wird auch der Begriff "chinesischer Nationalist" häufig falsch verwendet. Zwar gibt es chinesische Nationalisten auch, aber die stellen an sich eher eine kleinere Gruppe da). Es ist aber ebensowenig ein Ethnisches oder Rassisches Denken. Die Idee (und den Begriff finde ich wiederrum in Ordnung, da es ja eine Ideologie - Lehre von der Idee - ist) geht eher von einer kulturellen Gemeinsamkeit aus. Aber das ist auch nur eine teilweise zutreffende Erklärung, da die Kultur regional stark varriert und diverse Sub- aber auch Fremdkulturen (z.B. islamisch geprägte) miteinbeschliesst. Es ist mehr ein abstraktes Gemeinschaftsgefühl, welche sich aus der Geschichte und einigen Fixpunkten (z.B. im Alltag gelebte Elemente des Konfuzianismus die zum Beispiel auch Muslime in ihrer Kultur integriert haben) ableitet. Was mir persönlich an dieser Idee gefällt, ist gerade ihre Abstraktheit die es ermöglicht völlig unterschiedliche Menschen und Wertvorstellungen unter einen Hut zu bringen. Auch fehlt ihr der ausgesprochene Missionarscharakter der vielen Ideologen gemein ist.
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Re: 三人成虎 (Lost in Speculation) - passt immernoch
Ach mist, hatte ganz vergessen, dass Herr Quan nach dem Messer-Fuzzy nochmal zu Wort kam. Sorry!jadelixx hat geschrieben:Nee laogai Du warst einfach an der falschen Stellelaogai hat geschrieben:"Idee" ist eine Idee von jadelixx, der Begriff ist in der Dokumentation an der entsprechenden Stelle nicht gefallen. Weder im Original noch in der Übersetzung.oder in der Doku hatte jemand zufaellig die gleiche "Idee".
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Re: 三人成虎 (Lost in Speculation) - passt immernoch
Darf man hier einen Daumen-hoch-Smiley einfügen? Mehr gibt es zu der Diskussion "Idee" und China nicht zusagen: Situation erkannt, genau analysiert und interpretiert. Zumal man nicht vergessen darf: "China" heißt auf Chinesisch immer noch "Zhongguo", also "Reich(e) der Mitte". Dass wir uns im Westen damit behelfen, dieses Konstrukt als "China" wiederzugeben, ist unserer eigenen sprachlichen Unzulänglichkeit zu verdanken, ein solches Konzept in einfachen Worten nicht ausdrücken. Also muss man ein Kunstwort "China" schaffen.beowulf hat geschrieben:Laogai hat schon recht, wir haben es hier nicht mit einem Nationalstaatlichen Denken zu tun (deswegen wird auch der Begriff "chinesischer Nationalist" häufig falsch verwendet. Zwar gibt es chinesische Nationalisten auch, aber die stellen an sich eher eine kleinere Gruppe da). Es ist aber ebensowenig ein Ethnisches oder Rassisches Denken. Die Idee (und den Begriff finde ich wiederrum in Ordnung, da es ja eine Ideologie - Lehre von der Idee - ist) geht eher von einer kulturellen Gemeinsamkeit aus. Aber das ist auch nur eine teilweise zutreffende Erklärung, da die Kultur regional stark varriert und diverse Sub- aber auch Fremdkulturen (z.B. islamisch geprägte) miteinbeschliesst. Es ist mehr ein abstraktes Gemeinschaftsgefühl, welche sich aus der Geschichte und einigen Fixpunkten (z.B. im Alltag gelebte Elemente des Konfuzianismus die zum Beispiel auch Muslime in ihrer Kultur integriert haben) ableitet. Was mir persönlich an dieser Idee gefällt, ist gerade ihre Abstraktheit die es ermöglicht völlig unterschiedliche Menschen und Wertvorstellungen unter einen Hut zu bringen. Auch fehlt ihr der ausgesprochene Missionarscharakter der vielen Ideologen gemein ist.
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Der Vollständigkeit halber gibts hier den zweiten Teil.
Alles in allem finde ich die Reportage absolut gelungen, allerdings fast schon zu kurz geraten.
Vielleicht ist so auch der mitunter sprachlich sehr nervige Bildzeitungsstil zu erklären. Die Bilder entschädigen immerhin.
Alles in allem finde ich die Reportage absolut gelungen, allerdings fast schon zu kurz geraten.
Vielleicht ist so auch der mitunter sprachlich sehr nervige Bildzeitungsstil zu erklären. Die Bilder entschädigen immerhin.
- da hai
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Re: Und was ist mit den Klischees?
Also der zweite Teil hat wieder mal voll in die Klischeekiste gegriffen - vom Aufräumen mit Klischees kann da wahrlich nicht die Rede sein. Es gab auf jeden Fall ein paar schöne Aufnahmen, aber irgendwie wird es das ZDF nie schaffen, einfach mal eine ganz normale Doku ohne die üblichen mehr oder weniger subtilen Anspielungen und Verurteilungen auf die Beine zu stellen. Warum wurde bspw. beim Erwähnen der chinesischen Regierung von Machthabern oder beim chinesischen Territorium von Machtgebiet gesprochen. Von den Machthabern in Berlin habe ich zumindest noch nichts gehört.
Was ich mir außerdem noch wünschen würde: eine Doku ohne immer wieder den ätzenden Mao aus der Mottenkiste zu holen und dabei so zu tun, als ob die aktuelle Regierung für die Zerstörung der Kulturgüter in den siebziger Jahren verantwortlich wäre und seine Vorstellungen von der Entwicklung des Landes teilen würde. Ansonsten bitte zukünftig konsequent sein und bei jeder Deutschland Doku einen Bezug zur Hitlerzeit herstellen.
Was ich mir außerdem noch wünschen würde: eine Doku ohne immer wieder den ätzenden Mao aus der Mottenkiste zu holen und dabei so zu tun, als ob die aktuelle Regierung für die Zerstörung der Kulturgüter in den siebziger Jahren verantwortlich wäre und seine Vorstellungen von der Entwicklung des Landes teilen würde. Ansonsten bitte zukünftig konsequent sein und bei jeder Deutschland Doku einen Bezug zur Hitlerzeit herstellen.
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