Meine Meinung zu Tibet-Zerrbilder 1

Tibet liegt im Westen Chinas. Städte in Tibet sind Lhasa (拉萨) und Shigatse (日喀则市),
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Jens
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Beitrag von Jens » 09.06.2005, 10:08

@gast
Ein vorsichtiger Mann ist ein kluger Mann, wenn er nicht ausgewiesen werden will.
Trotzdem klingt folgendes Zitat doch nicht mal schlecht, ja es ist gar ein kultureller Lichtblick.
Wir machen einen Ausflug zum Kloster Ganden (das Freudenvolle, 4.240 m). Vor den Verwüstungen während der Kulturrevolution hatte Ganden die Größe einer kleinen Stadt, rund 200 stattliche Gebäude schmückten den breiten, steilen Berghang. Ein Großteil des Klosters wurde originalgetreu wieder errichtet. Mehrere Hundert Mönche leben inzwischen
hier und können die religiösen Traditionen weiter pflegen.

gast

Beitrag von gast » 09.06.2005, 11:43

Jens hat geschrieben:@gast
Ein vorsichtiger Mann ist ein kluger Mann, wenn er nicht ausgewiesen werden will.
Trotzdem klingt folgendes Zitat doch nicht mal schlecht, ja es ist gar ein kultureller Lichtblick.
Wir machen einen Ausflug zum Kloster Ganden (das Freudenvolle, 4.240 m). Vor den Verwüstungen während der Kulturrevolution hatte Ganden die Größe einer kleinen Stadt, rund 200 stattliche Gebäude schmückten den breiten, steilen Berghang. Ein Großteil des Klosters wurde originalgetreu wieder errichtet. Mehrere Hundert Mönche leben inzwischen
hier und können die religiösen Traditionen weiter pflegen.
ich möchte nur vermeiden, wegen meiner Meinung hier "etwas noch persönlicher" zusammengeschossen zu werden. Dann würde ich mich etwas schlecht fühlen und manchmal nach irgendwelchen "bösen Wörten" suchen, was ich ungerne machen würde. Hoffentlich habt Ihr euch alle hier mit euren Forum Name ausgewiesen.

Während der Kulturrevolution hat überall in China fast alles was Kultur bedeutete eine Zerstörung erlebt (Sonst wäre ja nicht "Kulturrevolution" geheissen). Das gibt selbst KPChina zu.

Tatsache ist, heute viele Leute insbesondere aus Westen oft so schildern, als ob die Zerstörung und Unterdrückung gegewärtig passieren. Deswegen war ich etwas "entäuscht" von dem Report, diesbezüglich nichts erwähnt zu haben.

Insider

Ungerechtfertigte Besetzung Tibets durch China

Beitrag von Insider » 07.02.2006, 01:16

@martin xin. Ich finde es absolut absurd wie du argumentierst.

Seit der ungerechtfertigten Besetzung von Tibet, verüben die Chinesen in Tibet tagtäglich schlimme Verbrechen an den Tibetern. Verbrechen, die die chinesische Regierung immer wieder zu vertuschen versucht. (Folter, Mord, Gefängnisstrafen und und und) wie du wahrscheinlich selbst weisst.

Lass dir das mal durch den Kopf gehen, was das für einen Tibeter/inn bedeutet, wenn er tagtäglich unter dieser Terrorherrschaft der Chinesen leben muss. Würdest du so leben können? Am Rande der Existenz gedrängt, in ständiger Angst und Panik?

Zudem war die chinesische Regierung bisher fast nie zu Gesprächen mit Tibet bereit. So kommen wir nicht weiter! In der heutigen Zeit müssen wir miteinander reden, wir können nicht einfach ein Thema das uns betrifft totschweigen oder verleugnen.

Meinst du nicht auch martin xin?

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Sky Darmos
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Über Schwarz-Weiss-Denken

Beitrag von Sky Darmos » 07.02.2006, 03:13

Hallo Roshi,

Ich finde sehr gut was du über Schwarz-Weiss-Denken geschrieben hast. Wir sollten endlich aufhören Menschen in Gut und Böse einzuteilen. Diese Einteilung scheint irgendwie in der ethischen Grundhaltung vieler Menschen eingebrannt zu sein. "Liebe deinen Feind" heißt es in der Bibel und es soll so viel heißen wie "liebe auch die Bösen". Aber es gibt keine Gut und Böse. Das wäre wie Schwarz und Weiss.
roshi hat geschrieben:Kurz gesagt: Es gibt nicht rein Schwarz und rein Weiß. Alles ist in Helligkeitsabstufungen grau.
Das halte ich für eine der allerwichtigsten Weisheiten überhaupt!
Wenn man das mal kapiert hat dann ist man auf dem besten Weg ein Tolleranter Mensch zu werden. Ich weiss nicht wieviel Hoffnung es da für martin xin gibt. Aber er ist kein Schlechter Mensch. Seine Beiträge sind auch teilweise sehr nett. Nur eben völlig verblendet.
Jeder Mensch hat wie jede Sache allgemein gute und Schlechte Aspekte. Würden das alle kapieren, dann gäbe es viel weniger Hass auf der Welt.
roshi hat geschrieben:Eine Diskussion kann dann nur darüber geführt werden, ob China in der hellgrqauen oder in der Dunkelgrauen zone liegt.
Und wo China genau liegt ist noch nichteinmal objektiv. Das hängt philosophischen und vor allem auch ethischen Fragen ab.
Verschiedene Menschen in verschiedenen Zeitaltern hatten verschiedene Ansichten darüber was ethisch korrekt ist.
Etwa ist es für mich ethisch nicht korrekt Tiere zu schlachten um sie zu essen. Wenn ich das Tue stelle ich den Menschen über das Tier und errichte eine Hirarchie die meiner demokratischen Grundeinstellung völlig zuwieder ist. Gut, die Evolution hat es so eingerichtet, aber die Evolution kann keine Richtlinie für ethische Fragen sein - sie ist lediglich ein nicht teleologischer (=nicht zielgerichteter) Mechanismus. Genauso wenig wie es die Bibel sein kann. Weil Autoritäten nicht zählen. Nur Argumente zählen.

Was ich schon zweimal nicht in Ordnung finde ist dass es in manchen Ländern, unter anderem auch China, die Todesstrafe gibt. Ich finde das ist ein schlimmes Verbrechen. Der einzige Beweggrund ist Hass und Rachsucht. Wenn ich nur an die Szenen denke in denen ganz normale Bürger in einem Raum hinter einer Glassscheibe sitzen und mit ansehen wie jemand auf dem elektrischen Stuhl schmohrt. Welchen Sinn hat diese Przedur? Sicherheit vor dem Mörder?? Sind Gefängnisse nicht Sicher genug? Welchen Sinn aber haben Gefängnisse?? Zu bestrafen? Welchen Sinn macht das? Machen Gefängnisse gute Menschen? Ich denke nicht. Sie machen entweder Maschinen aus ihnen, die sich in der normalen Welt nicht zurechtfinden, oder sie werden zu noch schlimmeren Verbrechern. Ein Gefängnis macht niemand Weise. In Gefängnissen sollte man eher etwas lernen. Aber Gefängnisse profitieren ja teilweise sogar davon wenn die Gefangenen nach ihrer entlassung Rückfällig werden. Es gibt ja sogar Privatgefängnisse - Leute die mit den Gefangenen die Große Kohle machen wollen.

Zu Tibet: Historische Fakten spielen hier keine Rolle. Die Regierung chinas hat kein Recht die Tibeter zu unterdrücken. Genauso wie sie kein Recht hat durch all diese Zensuren das freie Denken des eigenen Volkes zu unterdrücken!!
roshi hat geschrieben:Du willst uns allen weismachen China sei strahlend Weiß.
Wir sagen zu dir, China ist nicht so weiß wie du glaubst.
Darum dreht sich hier alles.
Kein Land auf der Welt ist Weiss. Solange martin xin nicht eingesteht dass China auch negative Aspekte hat UND auch über diese schreibt, hat es überhaupt keine Sinn mit ihm zu diskutieren!
Warum geht ihr überhaupt noch darauf ein??
Er lenkt ja ohnehin nur durch irgendwelche Historischen Aspekte von seinem, für mich erschreckenden, Standpunkt ab. martin xin historische Aspekte spielen für die "Frage" ob China Tibet unterdrücken darf überhaupt keine Rolle. Natürlich ist es keine Frage: Niemand darf jemanden daran hindern frei an Informationen zu gelangen oder eine Sprache zu lernen.

Viele Grüße,
Sky.

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Ideologische Konzepte

Beitrag von astroboi » 30.03.2007, 00:50

Hallo,

ich habe einmal die Diskussion verfolgt. Ich finde es sehr interesant, mit welchen ideologischen Konzepten gegeneinander angegangen wird.

1) Nation

Wir sollten einmal feststellen, dass eine Nation eine vorgestellte Gemeinschaft ist. Die meisten Zeit leben die Menschen in viel kleineren Gruppen zusammen. Es existiert nicht das National-Konzept. Die Nationwerdung ist ein Prozeß. Es gibt viele unterschiedliche Nationalprojekte. Bei diesen Bewußtseinsprozessen installiert die politische Elite Institionen wahlweise aus unterschiedlichen Bausteinen zusammengesetzt, die das Nationalbewußtsein in den Köpfen verankern soll. Da wäre die Schule, die nationale Armee, nationale Sprache, nationale Religion, nationale Feste um nur einige Beispiele zu nennen.

Viele Diskussionsteilnehmer nehmen an, dass Tibet eine Nation ist und stützen das auf kulturalistische Argumente.

Bevölkerungen unterschiedlicher Kulturen sollen deswegen voneinander getrennt werden. Es soll also ein Sezesionsrecht existieren für Kulturen. Insbesondere ist ein Sezssionsrecht schon legitimiert, wenn nur ein Großteil der als Kulturgemeinschaft angenommenen Gruppe, das mittels eines Mehrheitsbeschlußes macht.

Ein solcher Nationalbegriff bedeutet also "Kampf der Kulturen".


2) Kultur

Der Begriff Kultur ist ein sehr schwammiger Begriff. Wer kann bitte schön sauber definieren, was eine Kultur ist.

Versuchen wir es einmal damit. Irgendein kollektives Phänomen im Bewußtsein, das sich nicht allein auf Sprache, Religion und Sitten reduzieren läßt.

Die Abgrenzung gegenüber anderen Kulturen ist schwierig, weil sich Konzepte innerhalb einer Kultur mit einiger Sicherheit auch bei anderen Kulturen in ähnlicher Form wiederfinden lassen sollte.

Warum aber Kulturzugehörigkeit zu politischen Konflikten führen soll, sollte man mir einmal genauer erklären.

Liegt die Konfliktursache nicht eher in der unterschiedlichen Machtverteilung und in den persönlichen Lebenschancen eines individuellen Menschens ?

Kultur scheint auch eine Art Zwangsgemeinschaft zu sein. Ein Mensch muss seine Kulturzugehörigkeit aber durch eine praktische Tätigkeit ausdrücken. Er muss sie lernen und die Praxis verinnerlichen. Das bedeutet, er ist frei in der Wahl seiner Kulturzugehörigkeit. Ein Automatismus in der ein Individuum gezwungen ist, Teil einer kulturalistisch formierten, imaginären Gemeinschaft zu sein existiert nicht.

3) Demokratie

Es gibt nicht die Demokratie, sondern verschiedene Demokratie-Konzepte.
Insbesondere im Westen sollte man vorsichtig sein mit dem "Wort". Es kann nämlich sein, dass die Entscheidungsfindung gar nicht demokratisch stattfindet. Denn immerhin existieren im europäischen Raum Parteien, NGO und verschiedene Lobby-Vereinigungen, die bei der Entscheidungsfindung mitspielen. Es wird auch nicht unbedingt im Bundestag debatiert, um zu einer Entscheidung zu kommen. Die Arbeit findet in speziellen Ausschüßen statt mit Experten und wissenschaftlichen Hilfskräften.

Im Westen hat das Wort Demokratie auch die anrüchige Bedeutung "weiße" Demokratie. Tatsächlich besitzen nur weiße, männliche Bürger mehr politische Handlungsfähigkeit als z.B. weiße Frauen. Und wiederum haben "weiße" Bürger in der Demokratie mehr politischen Einfluß als eingebürgerte Migranten.

Die offene Gesellschaft ist bein näheren Hinsehen tatsächlich eine geschlossene Gesellschaft. Die gesamte Bevölkerung ist in einzlene Gruppen aufgeteilt, in der sie bestimmte Kompetenzen und Inkompetenzen haben.

4) Diktatur

Auch die Diktatur gibt es nicht. Wie ist denn die Begriffsbestimmung ? Diktatur als Gegensatz zur Demokratie ? Das wäre ein bißchen formal. Aber versuchen wir es einmal formal. Eine Staatsform ohne erbliche Thronfolge und eine Minderheitenherrschaft.

Wobei der Punkt Minderheitenherrschaft auch bei Demokratien zutreffen kann, wenn man sich nicht die formale Entscheidungsfindung anschaut, sondern wie sie real funktioniert.

5) Ein-China Prinzip

Das Ein-China Prinzip ist ein Machtanspruch, das die VR China gegenüber den konkurrierenden chinesischen Teilstaaten durchsetzen möchte.

Der Machtanspruch wird zum Recht, falls sich ein "Gesetzgeber" dazu ein Recht formuliert. Aber Recht braucht immer Gewalt zur Durchsetzung.

Vergessen wir hier einmal die idealistischen "Vorstellungen" von der Demokratie auf Taiwan.

Warum will die VR China Taiwan territorial eingliedern ? Einerseits finden wir historische Gründe. Ursprünglich ist das chinesische Kaiserreich ein universalistisches Reich, kein Nationalstaat. Innerhalb dieses Reiches sollen alle Gebiete mit chinesischen Kulturmerkmalen unter dem Kaiser geeingit sein.

Das Reichsprinzip verbietet Beziehungen zwischen Gleichen, wie es zwischen Nationalstaaten üblich ist. Das chinesische Reichsprinzip kann sich internationale Beziehungen nur innerhalb des Tributsystems vorstellen, angesichts des asymmetrischen Machtungleichgewichts gegenüber den aggressiv, auftretenden europäischen Kolonialmächte ein Anachronismus.

Das Reichsprinzip ist untergegangen durch die Revolution. Das Reich wird ersetzt durch das Nationalprinzip.

Dabei entwickeln sich unterschiedliche Varianten des chinesischen Nationalstaates. Die VR China installiert ein staatsbürgerliches Nationalprinzip. Man kann zwar ethnisch nicht zu den Han gehören aber ein chinesischer Staatsbürger sein. "Chinesisch" ist dabei nicht gleichzusetzen mit Han. Die Wortgeschichte von "China" hat eine ganz andere Herkunft als "Han".


Die Setzung als Nationalstaat erlaubt nun formal, gleichberechtigte Beziehungen mit den europäischen Kolonialmächten. Es spielen jedoch weiterhin die militärische Macht und wirtschaftlichen Potentiale eine ausschlaggebende Rolle in den internationalen Beziehungen.

Man muss sich vor Augen halten, es gibt kein Recht ohne Macht. Eine Rechtssetzung kann man setzen, wenn man sich dadurch Vorteile erhofft, um Austauschbeziehungen mit niedrigen Reibungsverlusten errichten will.

Was ist nun so bedeutend am Ein-China Prinzip ? Man muss sich vor Augenhalten, dass China ein Entwicklungsland ist, aber allein die schiere Bevölkerungszahl läßt es international eine Rolle spielen. Das bedeutet, es muss vereinigt sein, um gegenüber den Westmächten seine Interessen verteidigen zu können. Die Beliebheit von Mehrstaaten Lösungen und von demokratischen, kulturalistischen Konzepten hofft, dieses Machtpotential durch eine für die Westmächte günstigere Konstellation abzulösen.

6) Verträge
Aber Verträge sind nur Papier. Überall kann man das gut beobachten. In Europa völkerrechtwidriges Zerschlagung Jugoslawien, Besatzung des Iraks, Afghanistan, Tschechschenien und eben auch die Kriegsdrohungen gegenüber Taiwan.

Letzten Endes stehen hinter dem Recht handfeste Interessen, die entscheiden ob das Recht verteidigt oder aufgelöst wird.

7) Taiwan

Taiwan ist eine Insel, von der aus sich eine Seeroute beherrschen läßt über die z.B. die japanischen Rohstofflieferungen abgeschnitten werden können. Das wäre für ein so schwaches Land wie die VR China nun einmal ist trotz aller patriotischen Chinesen hier im Forum ein gewaltiger Vorteil. Die Wiedervereinigung mit Taiwan nimmt den USA einen unsinkbaren Flugzeugträger und schneidet gleichzeitig den zweiten unsinkbaren Flugzeugträger Japan von Rohstoffen ab. Es steckt also eine klare machtpolitische Motivlage eine Rolle.

Ebenso werden die USA auf gar keinen Fall das zulassen. Eurasien ist für die amerikanische Vorherrschaft ein wichtiges Spielfeld. Sämtliche Konkurrenten sind da einzudämmen, sei es die Russen, die Inder, die Chinesen, die Japaner oder die neo-imperialistische EU.

Es wäre auch naiv, Taiwan als Musterdemokratie behandeln zu wollen. Für Taiwan ist es sicherlich interessant mit seiner "Demokratie" eine Eintrittskarte in den Club des Westens zu bekommen. Das heißt Waffen, Handelsabkommen und andere Vorteile.

Man muss sich aber gewahr werden, dass Taiwan Produktionsstätten nach Festlandchina auslagert, um von der inhumanen Ausbeutung chinesischer Arbeiter, ihren Wohlstand zu finanzieren.

Die Investoren aus Taiwan gehen in ihre ursprünglichen Heimatprovinzen, knüpfen Kontakte zu lokalen Behörden und erschleichen sich Wettbewerbsvorteile gegenüber den europäischen, amerikanischen und japanischen Wettbewerber.

Also ich kann da kein brüderliches Verhalten erkennen.

8) Kommunismus

Die VR China ist kein sozialistisches Land, sondern eine Parteiendiktatur. Die sozialistische Revolution ist gescheitert. Die KPCh hat ihre proletarische Basis 1927 bei einem gescheiterten Aufstandsversuch durch ein Massaker verübt durch die Guomindang verloren.

Gegenwärtig ist sie vielleicht nicht einmal eine Parteiendiktatur, sondern ein komplexes politisches System, wo verschiedene Akteure eine Rolle spielen. Der Verwaltungsapparat, das Politbüro, Planungstellen, die chinesische Auslandskapital um nur einige zu nennen.

9) Löst die Modernisierung die soziale Frage

Was hier immer wieder vergessen wird ist die soziale Frage. Das Auftreten von Nationalismus und Kommunismus sollte ursprünglich auch die soziale Frage lösen und die Entwicklungshemmnisse beseitigen.

Finden wir die soziale Frage gut gelöst durch die VR China oder durch Taiwan. Taiwan scheint mit eine sehr merkantilistische Politik gegenüber den anderen Staaten zu verfolgen, ebenso die VR China.

Tragen diese beiden Staaten überhaupt etwas zur Wohlfahrt der Welt bei oder erweisen sie sich als genauso mörderisch wie das gegenwärtige Handelssystem des Westens.

Ich arbeite für den Weltkinderfonds. Das Massensterben durch die westliche Handelspolitik ist grauenhaft. Insbesondere die EU halte ich für besonders verlogen. Ihre Handelsabkommen mit Afrika wird den afrikanischen Bauern total schwächen auf dem Gebiet der Landwirtschaft.

Die Menschenrechtspolitik ist verlogen un dient zur Rechtfertigung von Kriegen.

China und Taiwan handeln da nicht anders. Jedoch sind sie neue Mispieler in einem grausamen Spiel.

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Tibet

Beitrag von astroboi » 30.03.2007, 01:09

Nachdem ich ein wenig über Ideologie gesprochen habe und ich hoffe einmal, ich werde hier in diesem Match zwischen chinesischen Patrioten und kulturalistisch, nationalistischen Westeuropäern, einfach einmal fragen:

Wer hat welches Interesse in Tibet zu verfolgen ? Was sind die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen bei einer eigenstaatlichen Lösung ?

Die Diskutanten mögen dabei nicht immer ihre reine moralische Weste hier reinhalten.

Jeder Shopkeeper weiß, das man einen Kunden nicht nach seiner Oberfläche beurteilen soll, sondern nach den Taten.

Und bitte haltet Euch alle an die Perspektive der individuellen Lebenschancen eines einzelnen Individuums. Insbesondere die Westeuropäer verdächtige ich eines kulturalistisch, formierten Rassismus positiv gewendet gegenüber Tibet und negativ gewendet gegenüber China.

Während die chinesischen Nationalisten, mir nicht genau genug unterscheiden zwischen den Interessen eines imaginären VR China und der in sich geteilten Bevölkerung in Tibet zu unterscheiden. Das höhere Staatsinteresse ist eine falsche Voraussetzung.

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Beitrag von Grufti » 30.03.2007, 02:07

@astroboi: was studierst Du ..oder wie kommst Du dazu, Dich damit zu beschäftigen ?


Mich würde die Reaktion von "Martin Xin" sehr interessieren.. :roll:




P:S.
hahaha

wieder die Bestätigung von "Ayanes Listen Nr 45-Theorie" ! :roll:

"45) und 1 User, der den Thread nach 6 Monaten wieder ausgräbt, damit alles von vorne losgeht" :lol:

P.P.S

Ich finde es sehr schade, daß Ayane sich nicht mehr meldet, und daß sie nicht mehr erreichbar ist. Selbst ihr "Space "ist gelöscht... :cry:

Vielleicht treibt sie sich gerade in einem gottverlassenen Winkel der Welt herum, und beklopft Felsen mit ihrem Geologiehämmerchen... :roll:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


Nr. 5 lebt !

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Beitrag von glizza » 30.03.2007, 10:22

Grufti hat geschrieben:
P.P.S

Ich finde es sehr schade, daß Ayane sich nicht mehr meldet, und daß sie nicht mehr erreichbar ist. Selbst ihr "Space "ist gelöscht... :cry
Finde ich auch... Bild

Knowing is not enough, you must apply. Willing is not enough, you must do. Bruce Lee
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Beitrag von roshi » 30.03.2007, 12:51

astroboi

Das sind sehr gute Betrachtungen einzelnen Begriffe....

Wenn ich mir meine Beiträge von vor fast 2 jahren durchlese, kann ich mich jetzt auch nicht mehr so richtig damit identifizieren. Liegt wohl daran, dass ich mit meinen jungen jahren vieles erst selbst für mich herausfinden und mehrmals überdenken muss.

Ich bin momentan an einem Punkt, wo es mir selbst sehr schwer fällt, eine eigene Sichtweise zu entwickeln, die ich auch so unterschreiben und stehenlassen könnte, da ich (spätestens jetzt seit meinem Studium....) viele immer als selbstverständlich propagierten "stati quo" anfange zu hinterfragen, und immerwieder feststellen muss, dass ich zwar sehe dass etwas nicht stimmt, aber mir schwerfällt zu erkennen, wie es eigentlich sein müsste, oder werlche Fragen bestimmte Umstände wieder relativieren....
好好学习,天天向上!Ich will schnell fertig werden..... und wieder ab nach China.

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Beitrag von champson » 15.05.2007, 11:06

roshi hat geschrieben:allesamt keine Beweise für die behauptung, Tibet "gehöre historisch zu China".
Ich wuerde dir empfehlen, mehr ueber die Geschichte zu lesen, anstatt nur an westliche Medien unbedingt zu glauben.

Sogar amerikanische Historiker haben zugegeben, CIA hatte Dalai Lama ins AUsfliehen gelogen.
http://muse.jhu.edu/journals/journal_of ... ws8.3.html

Und hier ist die Plan der Republik China zwischen 1911 und 1949 --- Tibet bleibt ein Teil Chinas seit 1644 --- viel frueher als Schleswig und Holstein in Deutschland eingliedert wurden.

Bild[/img]

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Re: Ungerechtfertigte Besetzung Tibets durch China

Beitrag von champson » 15.05.2007, 11:17

Insider hat geschrieben:Verbrechen, die die chinesische Regierung immer wieder zu vertuschen versucht. (Folter, Mord, Gefängnisstrafen und und und) wie du wahrscheinlich selbst weisst.
Hast du diese Behauptung mal selbst gesehen? Woher kommen diese? Ohne Ausnahme aus westlichen Medien oder uebertriebenen Behauptungen der exil Tibetern.

Wenn du solche nicht einmal gesehen hast, warum glaubst du sehr fest an die politisch motiviert exil Tibetern?

Die Tatsache ist, die Menschenrechte in Tibet sind nicht schlechter als im Festland Chinas. Alle, ob die gefangenen oder die Religioese Problemen, haben etwas zu tun mit Dalai Lama, denn China betrachtet ihn als ein Spalter.

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Beitrag von Grufti » 15.05.2007, 13:19

Und hier ist die Plan der Republik China zwischen 1911 und 1949
Sicher hast Du auch eine Karte von Tibet 1911-1949...unter der Republik China... und als Vergleich eine Karte mit den G :roll: renzen von Tibet ab 1960...


..
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Beitrag von bossel » 15.05.2007, 18:11

champson hat geschrieben:http://muse.jhu.edu/journals/journal_of ... ws8.3.html

Und hier ist die Plan der Republik China zwischen 1911 und 1949 --- Tibet bleibt ein Teil Chinas seit 1644 --- viel frueher als Schleswig und Holstein in Deutschland eingliedert wurden.
Äh, habe mir die Artikel auf der Seite nicht durchgelesen, aber in einem Abstract steht schon
"Tibet, which had enjoyed de facto independence from 1911 to 1950, was resubordinated to China in late 1950 and 1951 through a combination of political pressure and military force."
Da Du ja anscheinend viel von den Artikeln dort hältst, stimmst Du dem zu?

& was hat das mit Schleswig & Holstein zu tun?

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Reszension zu einem Buch über die Tibet-Zerrbilder im Westen

Beitrag von astroboi » 23.05.2007, 09:52

Hallo,

hier ist eine Reszension zu einem Tibet-Buch. Es behandelt die Hintergründe zu den unterschiedlichen Sichtweisen auf Tibet und enthält auch etwas Religionskritik.

http://www.cityinfonetz.de/homepages/ha ... ldner.html

Es beschäftigt sich mit den politischen Morden verschiedener Mönchssekten im alten Tibet und wie die politische Institution des Dalai Lama entstanden ist.

Außerdem wie die Karma-Lehre verwendet wird, um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten un die Vorrechte der Mönche abzusichern.

Ein Teil bschäftigt sich mit den Stellvertreterkriegen der USA mit Hilfe einer tibetanischen Untergrundsarmee.

Dann werden der angebliche Genozid n den Tibetern in Zweifel gebracht, insbesondere wird man mißtrauisch gegenüber den seltsam genauen Statistiken.

Das Buch lohnt sich und reinigt von kulturalistichen und völkischen Denken, dass leider hier in der BRD immer die Interessen der Bevölkerung mit der Elite oder der Elitenkultur und Staatsräson gleichsetzt.

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Beitrag von Grufti » 23.05.2007, 12:54

Grufti hat geschrieben:
Und hier ist die Plan der Republik China zwischen 1911 und 1949
Sicher hast Du auch eine Karte von Tibet 1911-1949...unter der Republik China... und als Vergleich eine Karte mit den G :roll: renzen von Tibet ab 1960...


..
Astroboi..
Du hattest bisher nicht auf mein obiges Posting eragiert..

warum ?
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