Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

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HK_Yan
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von HK_Yan » 28.05.2010, 13:56

beowulf hat geschrieben:Foxconn hat ansich auch keine Probleme Arbeiter zu finden.
Ich denke mal Foxconn hat die gleichen Probleme wie alle Firmen und auch einen hohen Personalabgang und dadurch einen ständigen. Für die Arbeiter zählt nur das Geld und nicht der Name. Foxconn wird da kaum einen Vorteil haben.
beowulf hat geschrieben:Die Einkünfte wirken für uns erschreckend niedrig, ermöglichen aber einen Wanderarbeiter häufig in der noch ärmeren Heimatprovinz einmal ein Haus zu bauen und zu heiraten.
Ich finde den Begriff "Wanderarbeiter" hier nicht wirklich zutreffend. Für mich sind Wanderarbeiter auf Baustellen und machen dort die Knochenjobs.

In der Elektronik arbeiten zu 80% Frauen, ich schätze mal das Alter 20-25. Dann wird haben sie genug Geld gesammelt und es wird zuhause in der Provinz geheiratet. Ich denke mal das 95% der Foxconn Belegschaft nicht lokal ist.
beowulf hat geschrieben: Ich glaube aber nicht, dass das Hauptproblem hier die Gehälter sind.
Absolut nicht. Familie und Beziehungen stehen wohl an erster Stelle.
beowulf hat geschrieben:
Für die chinesischen Medien auch. Der Bericht von einen eingeschlichenen Reporter einer Zeitung aus SZ zeigt schon grosses Unwissen von den Arbeitsbedingen in der Industrie. Die Zone... Berichte sind aber schon sehr differenzierter.
Sorry, kann dir hier jetzt nicht ganz folgen. Was meinst du mit dem Kürzel SZ - süddeutsche Zeitung? Was meinst du mit Zone? Sonderwirtschaftszone Shenzhen? Kannst du hier etwas ausführlicher schreiben?
SZ = Shenzhen
Ein paar Links zu den Report den ich meinte:
http://nf.nfdaily.cn/epaper/nfzm/conten ... eA01CJ.htm" target="_blank
http://gizmodo.com/5542527/undercover-r ... ll-factory" target="_blank
http://www.engadget.com/2010/05/19/unde ... onditions/" target="_blank

Wenn man nie in einer Fabrik gearbeitet dann ist natürlich alles 'schockierend'. Ist für mich einfach schlecht recherchiert. Ich kennen aber Fabriken wo ich lieber nicht arbeiten würde, in Foxconn aber gerne.

Hendrik hat geschrieben:Würde Foxxcon diese 60 pro Jahr erreichen, dann würde das nur beweisen, dass die Firma die gleichen Sweatshop Arbeitsbedingungen hat wie alle anderen auch.
Das ist Unsinn. Die Selbstmorde haben nichts mit der Arbeit zu tun. Wen dem so wäre dann müsste ja die Selbstmordrate in den Kohleminen am höchsten sein. Ein 'Sweatshop' kann auch kaum Qualität produzieren und hat keine Chance einen westlichen Grosskunden im IT Bereich zu angeln.
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Mathias
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von Mathias » 28.05.2010, 21:00

Ich habe die "Verzichtserklärung" zwar auch nur überflogen, aber ich denke es ist ein klassisches Beispiel für chinesische Indirektheit. Im Kern will man den Betroffenen Hilfe anbieten, auf sie zugehen. Übrigens bei Suizidgefahr die einzig richtige Strategie.

Der Hype um Foxconn resultiert aus den selbstverstärkenden Effekten der modernen Medienwelt. Substanz hat er nicht. Ich will ja nicht gleich eine Verschwörung von Applegegnern an die Wand malen :mrgreen:

Die höhere Selbstmordrate in China hat hauptsächlich mit Kategorien wie Gesichtsverlust bzw. Schamkultur zu tun.

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von beowulf » 28.05.2010, 21:33

Ich habe die "Verzichtserklärung" zwar auch nur überflogen, aber ich denke es ist ein klassisches Beispiel für chinesische Indirektheit. Im Kern will man den Betroffenen Hilfe anbieten, auf sie zugehen. Übrigens bei Suizidgefahr die einzig richtige Strategie.
Der Zettel (ich will ihn eben nicht Vertrag oder Verzichtserklärung) hat mehre Funktionen. Einerseits Informationen (Telefonnumer der Helpline usw), weiters als Appell Hilfe zu suchen, aber auch potentielle Selbstmörder die mit hohen Zahlungen spekulieren abzuschrecken und nicht zuletzt auch sich rechtlich abzusichern. (Einverständnis Informationen bei Familie einzuholen, falls Anzeichen einer Depression vorliegen)

Die höhere Selbstmordrate in China hat hauptsächlich mit Kategorien wie Gesichtsverlust bzw. Schamkultur zu tun.
Das ist mir etwas zu einfach. In den Fällen von Foxconn waren schwere private Familie und meistens Liebeskummer die Ursache. Die Selbstmörder dürften auch durchgehend sehr jung gewesen sein. Hier spielt sicherlich auch Einsamkeit eine Rolle. Und das liegt auch am Arbeitsplatz. Der größte und wichtigste Faktor ist aber der Werther Effekt. Durch die Medienpräsenz der Selbstmorde bekommen die Suizidgefährten täglich "Gesinnungsgenossen" angeboten, welche sich den Schritt, denn sie sich überlegen, schon getraut haben. Sie bekommen als "Brüder/Schwestern" im Geiste vorserviert und orientieren sich dann an ihnen. Ich vermute auch eine ähnlichen Werther Effekt bei den Kindergartenmorden. In vielen westlichen Staaten gibt es übrigens genau aus diesem Grund Regelungen die Berichte über Suizide stark einschränken. Es gibt mehre Studien die eindeutig nachgewiesen haben, dass Berichte über Suizide in einer Schule, Community (z.B. Firma) oder Kleinstadt zu Selbstmorderserien in eben dieser geführt haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt" target="_blank

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von ingo_001 » 28.05.2010, 23:33

beowulf hat geschrieben:Es gibt mehre Studien die eindeutig nachgewiesen haben, dass Berichte über Suizide in einer Schule, Community (z.B. Firma) oder Kleinstadt zu Selbstmorderserien in eben dieser geführt haben.

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von ingo_001 » 29.05.2010, 00:03

Grade in den TV-News:
Foxxcon-Chef bittet öffentlich um Entschuldigung und erhöht den Lohn der Arbeiter um 20 %.
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von Laogai » 29.05.2010, 00:12

ingo_001 hat geschrieben:Grade in den TV-News:
Foxxcon-Chef bittet öffentlich um Entschuldigung und erhöht den Lohn der Arbeiter um 20 %.
Die sind aber spät dran, Sepel war schneller :wink:
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von ingo_001 » 29.05.2010, 00:18

laogai hat geschrieben:Die sind aber spät dran, Sepel war schneller :wink:
Und da sage noch einer, Printmedien wären langsam :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von sowa » 29.05.2010, 01:10

meine Güte. Was er wartet ihr den von diesen geldgeilen Taiwanesen, die über Leichen gehen!

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von sowa » 29.05.2010, 01:13

iPhone
iPhone. das es das iPhone nur mit eine T-mobilevertrag gibt. Was für eine Frechheit.
Ist es für mich ein grund genug sich kein iPhone zu kaufen.

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von Laogai » 29.05.2010, 01:26

sowa hat geschrieben:iPhone. das es das iPhone nur mit eine T-mobilevertrag gibt. Was für eine Frechheit.
Ist es für mich ein grund genug sich kein iPhone zu kaufen.
Dann eben kein iPhone für dich. Schon mal über Selbstmord nachgedacht? Jetzt wäre die ideale Zeit dafür... :evil:

sowar das nicht wirklich gemeint :P
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von de guo xiong » 29.05.2010, 01:28

sowa hat geschrieben:meine Güte. Was er wartet ihr den von diesen geldgeilen Taiwanesen, die über Leichen gehen!
Du hälst wenigstens, was ich von Dir erwarte - unqualifizierte Beiträge

de guo xiong, dem nichts dazu fällt einfällt
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von beowulf » 29.05.2010, 01:59

sowa hat geschrieben:meine Güte. Was er wartet ihr den von diesen geldgeilen Taiwanesen, die über Leichen gehen!
Als ob das jetzt ein rein taiwanesisches Phänomen wäre :roll:

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von Ting Budong » 29.05.2010, 04:05

HK_Yan hat geschrieben: Da wird keiner ausgebeutet. Es wird marktgerecht bezahlt. Sonst gehen die Arbeiter.

Die Selbstmordrate ist dort unter dem chinesischen Durchschnitt
Die Selbstmorde haben mit Foxxcon nichts zu tun
Es fehlen Selbstmordraten aus anderen Firmen
Berichte über Selbstmord motivieren selbstmordgefährdete Menschen
Foxxcon ist supermodern und hat gute Arbeitsbedingungen
Da Südchina Arbeitermangel hat ist niemand dort gebunden[/list]

Chinas Selbstmordrate ist um die 15 per 100.000 . Foxxcon hat 400.000 Leute, damit wären 60 im Jahr 'normal'.
Da kann einem schlecht werden. Merkst du eigentlich wie zynisch du bist?

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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von HK_Yan » 29.05.2010, 04:08

Ting Budong hat geschrieben:Da kann einem schlecht werden. Merkst du eigentlich wie zynisch du bist?
Zeig einfach wo ich falsch liege. Bin gespannt.
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Re: Chinesische Arbeitnehmer und Selbstmord-Verzicht?

Beitrag von Ting Budong » 29.05.2010, 04:12

HK_Yan hat geschrieben:
Ting Budong hat geschrieben:Da kann einem schlecht werden. Merkst du eigentlich wie zynisch du bist?
Zeig einfach wo ich falsch liege. Bin gespannt.
Du verstehst das Wort zynisch nicht, oder?

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