Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

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Mashimaro
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Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mashimaro » 16.03.2009, 13:07

Hallo liebes Forum,

meine chin. Verlobte und ich haben uns entschieden in China zu heiraten. Bei der Abklärung aller benötigten Unterlagen haben wir heute durch telefonische Nachfrage die Info von Ihrem Standesamt in Shi Jiazhuang (Hebei Province) erhalten, dass ein Ledigkeitsnachweis (single certificate) ausreichend sei.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass stets ein Ehefähigkeitszeugnis (certificate of marriageability) notwendig ist. Mein Standesamt in D. hat mir auf Nachfrage bestätigt, dass es im Endeffekt immer darauf ankommt, was das dortige Standesamt haben möchte (weil die ja die Eheschliessung durchführen).

Gibt es von Eurer Seite ev. Erfahrungen zu den benötigten Unterlagen in Shi Jiazhuang, bzw. generelle Erfahrungen zu der Fragestellung EFZ vs. LN?

Ich überlege, ob es ev. möglich ist diese telefonische Aussage schriftlich von dem chin. Standesamt zu bekommen - dann sollte es doch bei der Eheschliessung kein Problem geben und wir könnten uns den zusätzlichen Aufwand mit dem EFZ sparen.

Freue mich auf Euer Feedback,
Mashimaro

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mathias » 16.03.2009, 14:28

Mashimaro hat geschrieben: ... Gibt es von Eurer Seite ev. Erfahrungen zu den benötigten Unterlagen in Shi Jiazhuang, bzw. generelle Erfahrungen zu der Fragestellung EFZ vs. LN? ...
Hallo Mashimaro, wie das in Hebei läuft, kann ich Dir zwar nicht sagen, aber ich habe in Shenyang / Liaoning geheiratet und dort hat eine legalisierte Ledigleitsbescheinigung ausgereicht. Lies Dir bitte auch diese beiden Threads durch:

Heiraten - in China oder Deutschland?

Konsularbescheinigung

Vielleicht findet sich ja noch jemand hier, mit Erfahrungen in Hebei, ich wünsch Dir Glück.
Mashimaro hat geschrieben: ... Ich überlege, ob es ev. möglich ist diese telefonische Aussage schriftlich von dem chin. Standesamt zu bekommen ...
Ein Schriftstück hat da genau so viel (oder wenig) Rechtsverbindlichkeit, wie die mündliche Aussage.

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Attila
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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Attila » 16.03.2009, 15:46

Mashimaro hat geschrieben:
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass stets ein Ehefähigkeitszeugnis (certificate of marriageability) notwendig ist. Mein Standesamt in D. hat mir auf Nachfrage bestätigt, dass es im Endeffekt immer darauf ankommt, was das dortige Standesamt haben möchte (weil die ja die Eheschliessung durchführen).
Vorsicht!

Das Standesamt in China braucht wahrscheinlich wirklich kein EFZ.

ABER bei dem oftmals verlangten 'single certificate' handelt es sich um eine Konsularbescheinigung einer deutschen Auslandsvertretung. Diese wird NUR bei einem VORHANDENEN, d.h. vorgelegtem, EFZ ausgestellt.

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Das E » 16.03.2009, 16:10

In Guangzhou hat ein (legalisierter) Auszug aus dem Melderegister ausgereicht. Dort stand Familienstand = Ledig und das war genug.

Im dortigen Standesamt lag auch ein Flyer mit einem kleinen HowTo aus (mal schauen ob ich den noch finden kann). Darin stand das ein "single certificate" vollkommen ausreicht... wobei ich bis zum letzten Moment gebibbert habe ob es wirklich aktzeptiert wird oder nicht.

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mathias » 16.03.2009, 18:17

Das E hat geschrieben: ... wobei ich bis zum letzten Moment gebibbert habe ob es wirklich aktzeptiert wird oder nicht ...
Ging mir auch so :wink: Ich würde Mashimaro raten, seine Verlobte mal direkt auf das Standesamt zu schicken, Telefon ist ja auch immer so eine Sache.

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mashimaro » 16.03.2009, 23:22

Mathias hat geschrieben:
Das E hat geschrieben: ... wobei ich bis zum letzten Moment gebibbert habe ob es wirklich aktzeptiert wird oder nicht ...
Ging mir auch so :wink: Ich würde Mashimaro raten, seine Verlobte mal direkt auf das Standesamt zu schicken, Telefon ist ja auch immer so eine Sache.
An dieser Stelle erst mal ein Dankeschön für Euer Feedback! ;-)

Ich werde mir morgen Vormittag die Ledigkeitsbescheinigung beim Einwohnermeldeamt besorgen und dann als Scan meiner Freundin mailen. Diesen Scan will Sie dann ausdrucken und zum Standesbeamten schicken (persönlich vorsprechen geht schlecht - von Beijing nach Shi Jiazhuang ist es schon ein Stück).

Damit wollen wir herausfinden ob die deutsche Ledigkeitsbescheinigung auch dem vom chin. Standesamt erwähnten "single certificate" entspricht.

Bleibt aber immer noch die Frage / Unsicherheit wie verbindlich die Aussage ist ... nicht dass es später heisst "reicht doch nicht".

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Attila » 17.03.2009, 01:08

Mashimaro hat geschrieben:Bleibt aber immer noch die Frage / Unsicherheit wie verbindlich die Aussage ist ... nicht dass es später heisst "reicht doch nicht".
Mashimaro
ca. 2000 RMB diskret in einem roten Briefumschlag bei der Eheschliessung überreicht dürften eventuelle Bedenken seiten der Standesbeamten ausräumen.

Das ist kein Witz.
Echt nicht.
Leider.
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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Laogai » 17.03.2009, 01:28

Attila hat geschrieben:ca. 2000 RMB diskret in einem roten Briefumschlag bei der Eheschliessung überreicht dürften eventuelle Bedenken seiten der Standesbeamten ausräumen.
Kurz mal hochgerechnet:
Durchschnittlich fünf Eheschließungen pro Tag, vier Tage die Woche, 45 Wochen im Jahr (man will ja auch mal Urlaub machen)...
Ja, das lohnt sich! Leute, ich bin dann mal weg und werde Standesbeamte in China :wink:

Attila, damit will ich nicht im Geringsten deine Erfahrung anzweifeln, ich glaube sie aufs Wort!!!
Aber ich lote gerne lukrative Verdienstmöglichkeiten aus :mrgreen:
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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mathias » 17.03.2009, 04:21

Attila hat geschrieben: ... ca. 2000 RMB diskret in einem roten Briefumschlag bei der Eheschliessung überreicht dürften eventuelle Bedenken seiten der Standesbeamten ausräumen ...
Jaja, ein paar nette Gesten (Huch, ist Ihnen das hier gerade heruntergefallen?) :wink: machen den Umgang mit Behörden manchmal wirklich leichter. An Mashimaros Stelle würde ich das dann aber seine Verlobte machen lassen. Chinesen haben da mehr Verhandlungsgeschick und sonst könnte es ja noch nach einem Bestechungsversuch aussehen :lol:

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von ingo_001 » 17.03.2009, 13:03

Mashimaro hat geschrieben:Bleibt aber immer noch die Frage / Unsicherheit wie verbindlich die Aussage ist ... nicht dass es später heisst "reicht doch nicht".

Mashimaro
Hab mittlerweile auch schon von Anderen (aus Berlin) gehört, die auch ohne EFZ in China geheiratet haben.
Lt. Aussage von hiesigen Standesbeamten kann das so funktionieren - muss es aber nicht.
Dem "kreativen Ermessen" der Standesbeamten in China obliegt es, ob auch ohne Vorlage eines EFZ geheiratet werden kann - Betonung liegt auf KANN.
Telefonische oder schriftliche Vorabauskünfte, die dieses "garantieren" sind aber keine Garantie, sondern "nur" die Zusage EINER PERSON (nicht die einer Behörde).
Sollte am Tag der Heirat z. B. ein anderer Standesbeamte Dienst haben, der sich strikt an die Buchstaben des Gesetzes hält, dann hat man ein echtes Problem, denn nicht immer ist ein dt. Konsulat in erreichbarer Nähe.
Im schlimmsten Fall muss man unverrichteter Dinge (ohne Heirat) den Weg gen Heimat antreten ... und das muss ja nicht sein.
Und wer will sich schon gerne sagen lassen, dass man wegen Kostenersparnis o. ä. nicht den offiziellen Weg gegangen ist?

Wie gesagt, wenns klappt - gut.
Wenn nicht fliessen Tränen, mit Pech ist (M)man bei den "Schwiegerverwandten" und ihren Freunden "unten durch" und die beabsichtigte Zeit- und Geldersparnis verkehrt sich ins Gegenteil.

Deshalb mein Tipp: Sollte mittlerweile eine chin./dt. Ehe auch ohne Vorlage eines EFZ (lt. chin. Gesetz) erlaubt sein - gut.
Ist die dies bezügliche Gesetzeslage aber noch so, wie sie 2006 war, rate ich trotz aller Bürokratie zum EFZ. Denn mit dem EFZ ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mashimaro » 17.03.2009, 23:59

Deshalb mein Tipp: Sollte mittlerweile eine chin./dt. Ehe auch ohne Vorlage eines EFZ (lt. chin. Gesetz) erlaubt sein - gut.
Ist die dies bezügliche Gesetzeslage aber noch so, wie sie 2006 war, rate ich trotz aller Bürokratie zum EFZ. Denn mit dem EFZ ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Ich kann dies nur unterschreiben ...

Das Risiko ist auch uns einfach zu hoch und wir werden nun das EFZ beantragen ...

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Mashimaro » 18.03.2009, 10:53

Zur Vollständigkeit:

Der freundliche Beamte in Shi Jiazhuang hat sich die Ledigkeitsbescheinigung angesehen und für nicht ausreichend erklärt! Er hat mit "single certificate" wohl die Konsularbescheinigung (Ausgestellt durch die dt. Botschaft nach Vorlage des EFZ) gemeint.

Also, auch für Hebei ist ein EFZ notwendig!

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Dennis (CDS) » 18.03.2009, 11:37

Mashimaro hat geschrieben:Er hat mit "single certificate" wohl die Konsularbescheinigung (Ausgestellt durch die dt. Botschaft nach Vorlage des EFZ) gemeint.
Was die Aussage Attilas von vor zwei Tagen vollumfänglich bestätigt.

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von userhar » 19.03.2009, 06:48

Hallo,

es gibt nur einen sicheren Weg. Scheidungsurteil reicht nicht!

Zum Standesamt und eine aktuelle Bestätigung holen, dass Du ledig/geschieden bist. Dann zum übergeordneten Standesamt (wenn es eins gibt) zur Beglaubigung(7€). Dann zum Bundesverwaltungsamt nach Köln (10€). Dann zum Chinesischen Konsulat (Botschaft) zur Legalisierung. Erst dann kann das Papier in China offiziell verwendet werden.

Viel Glück

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Re: Ehefähigkeitszeugnis vs. Ledigkeitsnachweis

Beitrag von Dennis (CDS) » 19.03.2009, 07:49

userhar hat geschrieben:es gibt nur einen sicheren Weg
Wenn es um Behörden geht, sollte man diesen Satz aus seinem Vokabular streichen. :wink:

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