Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

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mr.shi
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Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mr.shi » 25.01.2009, 23:26

Hallo zusammen,

ich lernte 2006 während eines Studienpraktikums in der Provinz Jiangsu meine chinesische Freundin kennen. Sie war berufstätig (studierte Englischlehrerin für Kindergärten) und ich beschäftigt mit meinem Praxissemester, so dass wir uns oftmals nur an den Wochenenden sehen konnten. Gegen Ende hin (Januar 2007) stellte sie mir auch ihren Eltern vor, die mich nach einer anfänglichen Skepsis schnell akzeptieren lernten, mich mehrmals zum Essen einluden und sogar mich bei ihr schlafen haben lassen. Mein Chinesisch war zu dieser Zeit nur auf die Basics beschränkt und ich war stets der Dinner-Clown bei diversen Banketts, der freundlich abnicken, seinen Baijiu schlürfen und xiexie kommunizieren konnte (erster Ausländer im Hause der Familiendynastie). Durch diese Aktivitäten erbrachte ich mir die allgemeine Sympathie, der Abschied in Pudong war extrem hart...
Per Skype und SMS behielten wir Kontakt und über diverse Tricks konnte ich sie (noch als Student) verpflichtungserklärend im Sommer 07 zu mir nach Deutschland einladen, wir verbrachten wundervolle drei Wochen miteinander, meine Familie schätzte sie ebenfalls. Dämliche Blicke von Passanten konnte ich spielend ignorieren, ihr gefiel es überragend (erster Mensch der Familiendynastie im Ausland)...
Zum Neujahrsfest 2008 war ich während meiner Semesterferien wiederum für 2 Wochen in China. Der Zauber, der mich beim ersten Chinaaufenthalt mitriß, blieb dieses Mal aus, da das "Abenteuer" ausblieb ("schon mal dagewesen") und ich mich in der kurzen Zeit an die Eigenarten (Drängeln, Spucken, Dreck) nicht gewöhnen konnte. Anyway, ich war ja wegen ihr da, klappte super.
Kurz vor Fertigstellung meiner Diplomarbeit kam sie mich im Sommer 08 ein zweites Mal besuchen, es lief alles noch einmal besser.
So - nun zum eigentlichen Thema: Wir wollen den Fernbeziehungsstatus nicht mehr akzeptieren und planen im Frühjahr in China zu heiraten und abschließend zusammen in Deutschland zu leben. Der Heiratsprozess ist mir bekannt und mir ist bewusst dass spezifische Probleme auftreten können. Mittlerweile (ich 26 Jahre, sie 28 Jahre) bin ich als Ingenieur in einer großen deutschen Firma mit einem guten Einkommen angestellt. Sie schmiss ihren Job und absolviert momentan den A1-Kurs, den sie aufgrund ihres hohen Sprachtalents spielend schaffen wird. Das einzige Bedenken das ich habe ist die Tatsache der fehlenden Zusammenlebens-Praxis über einen längeren Zeitraum, was allerdings ohne Heirat wohl kaum zu realisieren ist. Sie ist aufgrund ihres für Chinesinnen relativ hohen Alters jedoch natürlich zu 100% heiratswillig :-). Ich bitte euch nun, falls möglich, aufgrund eurer Erfahrung mir folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.) Wie sieht es dann mit den Besitzverhältnissen aus? Wird dies analog zu einer deutsch-deutschen Ehe nach der Legalisation geregelt?
2. Nach der Heirat: Wie lange benötigt die dt. Botschaft ca., ihr ein Visum auszustellen? Und für welchen Zeitraum? Muss jenes erneuert werden und wie?
3. Kann die dt. Botschaft ihr trotz der Heirat ein Visum verwehren?
4. Gibt es irgendwelche gravierenden Knackpunkte, die gehäuft auftreten?
5. Abschließend: Führt ihr schon längere Ehen? Kommt eure chinesische Frau mit der unterschiedlichen Kultur in Deutschland auf Dauer klar?

Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir bei meinen Fragestellungen helfen könntet!

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Chris

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von Hendrik » 26.01.2009, 00:05

Ehevertrag auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiratsvertrag
"Grundsätzlich besteht Vertragsfreiheit, d.h. die Eheleute sind frei, welche Regelungen sie in den Ehevertrag aufnehmen wollen. Bis 2001 wurden Eheverträge nur in besonders außergewöhnlichen Fällen für unwirksam erklärt."

Über die gesetzlichen Fallstricke einer binationalen Ehe:
http://www.info4alien.de
.

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von no1gizmo » 26.01.2009, 01:23

mr.shi hat geschrieben: 3. Kann die dt. Botschaft ihr trotz der Heirat ein Visum verwehren?
So weit ich informiert bin: JA. Sofern aber keine Scheinehe angenommen wird, kommt dies i.d.R. aber nicht vor.

Allerdings gilt internationales Recht, welches besagt: Ein Visum kann immer und ohne Angaben von Gründen abgelehnt werden.

(allerdings noch nie davon gehört, dass dies passierte, nur bei angeblichen Scheinehen)

Übrigens wird ein kräftiger Ehevertrag gerne mal als Indiz für eine mögliche Scheinehe herangezogen.
mr.shi hat geschrieben: 5. Abschließend: Führt ihr schon längere Ehen? Kommt eure chinesische Frau mit der unterschiedlichen Kultur in Deutschland auf Dauer klar?
Meine Freundin ist nicht wegen mir nach Deutschland gekommen, sondern wegen dem Studium. Seit über 2 Jahren bin ich ein weiterer Grund. Dennoch hat sie manchmal Phasen, in welchen sie am liebsten sofort nach Hause fliegen würde, auch wenn sie Deutschland mit dem hiesigen Arbeitsmarkt, Wohlstand und der weitgehenden Absicherung zu schätzen weiß.

Warum?
- In China ist ihre Familie
- In China ist ihr die Welt vertraut (da dort aufgewachsen)
- In China spricht man ihre Muttersprache
- Kulturunterschiede

Genauso wie du nicht mit den Gewohnheiten der Chinesen klar kommst (ich kann dich übrigens verstehen), kommen Chinesinen oft nicht mit Deutschen klar, denn diese seien zu kalt und verschlossen, oft auch rassitisch (dass Chinesen im Schnitt weit rassistischer sind, spielt für sie ja keine Rolle, das ist nicht ihr Bier und hilft ihr auch nicht weiter).

Wenn also eure Liebe, und sei es nur mal phasenbedingt, am Abgrund steht (oder dies so empfunden wird), dann kann es echt zu Krisen kommen und sie mit einem Bein im Flugzeug steht.

Außerdem könnte ihr ein bisschen die Perspektive fehlen. Chinesische Englischlehrer brauchen wir in Deutschland ja nicht, wenn sie mal gut Deutsch kann, kann sie vielleicht einen VHS-Kurs führen (wenn ihr an eine Stadt gebunden seid, dann ist da auch nur eine VHS, die sicherlich bereits über genug Lehrkräfte verfügt). Was könnte sie sonst noch machen?
我是德国人,欧洲人和地球人

Blog über Leben und Arbeit in China- und Japan

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von huǒlún » 26.01.2009, 01:49

Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird :roll: ?

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mistervac » 26.01.2009, 02:54

huǒlún hat geschrieben:Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird :roll: ?
Warum denn nicht ?

Mr Shi hat existenzielle Ängste, die ich im übrigen sehr gut verstehen kann.
mistervac, seit seiner Kindheit Chinafan, heute seine Träume lebend

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von huǒlún » 26.01.2009, 03:16

mistervac hat geschrieben:
huǒlún hat geschrieben:Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird :roll: ?
Warum denn nicht ?

Mr Shi hat existenzielle Ängste, die ich im übrigen sehr gut verstehen kann.
Ich auch, trotzdem halte ich es für unnötig.
Möchte damit keine Grundsatzdiskussion entfachen und habe auch eigentlich garkeine Lust darüber zu diskutieren.
Ich bin halt der Meinung, wenn man jeden zum Reden braucht um sich mal Kummer von den Schultern zu reden, sollte man das vielleicht mal mit der Familie, Freunde was weiß ich und nicht unbedingt im Internet tun.
An der Qualität der Antworten ändert sich ja nichts, warum also jeden sein Privat leben so detailliert auf die Nase binden?.

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mistervac » 26.01.2009, 03:43

huǒlún hat geschrieben:
mistervac hat geschrieben:
huǒlún hat geschrieben:Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird :roll: ?
Warum denn nicht ?

Mr Shi hat existenzielle Ängste, die ich im übrigen sehr gut verstehen kann.
Ich auch, trotzdem halte ich es für unnötig.
Möchte damit keine Grundsatzdiskussion entfachen und habe auch eigentlich garkeine Lust darüber zu diskutieren.
Ich bin halt der Meinung, wenn man jeden zum Reden braucht um sich mal Kummer von den Schultern zu reden, sollte man das vielleicht mal mit der Familie, Freunde was weiß ich und nicht unbedingt im Internet tun.
An der Qualität der Antworten ändert sich ja nichts, warum also jeden sein Privat leben so detailliert auf die Nase binden?.
dies ist ein Forum von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.

Wem sonst sollte ich meine Gefühle / Erfahrungen / Ängste mitteilen , danach um Rat bitten, wenn nicht menschen, die meine Lebensumstände aus eigener Erfahrung nachempfinden können.

Dies ist nicht ( nur) ein sachliches Ratgeberforum.

Back to topic :

Ich bin zur Stunde nach Imigration meiner Frau das erste Mal wieder in China.

In gewisser Weise kann ich die Gefühle von Mr Shi schon nachempfinden; der Reiz des Neuen ist weg, es stimmt, die Chinesen haben z.T. sehr gewöhnungsbedürftige Benimmregeln.

Aber ist diese Erfahrung ( die Gewöhnung) nicht Teil jedes (Ehe-) alltages ??


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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von huǒlún » 26.01.2009, 03:51

Über die Funktionen eines Forums wo Gemeinsame Interessen aufeinander treffen braucht man mich nicht aufklären.

Das einzige wo er um wirklichen Rat und Erfahrungen "gleichgesinnter" fragt ist sein 5. Punkt.
Und mal ehrlich, muss man dafür seine Lebensgeschichte erzählen? Nein, genausowenig wie bei allen anderen Punkten.
( Oder muss ich als Antworter irgendwas über Diplomarbeiten, Jobs, seiner Freundin und ihrer Familie wissen?)

Ich könnte jetzt noch Stunden darüber diskutieren, solche Geschichten MÜSSEN einfach nicht sein, fertig.

Der Grund meiner Kritik ist folgender: Ich bin der Meinung das Internet stellt keinen Anonymen Kummerkasten und keinen Rechtsfreien Raum dar.
mr.shi hat geschrieben:bitte euch nun, falls möglich, aufgrund eurer Erfahrung mir folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.)
Letztendlich entscheidest du selbst, was du unterschreibst.
Wenn der Ehevertrag in Chinesisch verfasst ist, würde ich mir den vorher kopieren und in Deutschland Übersetzen lassen.
Es gibt keinen "Standard" bei einen Ehevertrag, er ist vollkommen Individuell und wird nach den beidseitigen Interessen verfasst.
Wenn der Man irgendwelche Finanziellen Angelegenheiten der Familie bezahlen musste, und darüber noch überrascht war, wusste er einfach nicht was er da unterschreibt.
Naiv und sehr gefährlich.

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mistervac » 26.01.2009, 04:06

Es gibt Menschen, die so lange ein Haar in der Suppe suchen,. bis ihnen eins ausfällt.

Wir schreiben hier keine Erörterungen, sondern tauschen uns aus.

Ich bin Mitglied nicht nur in einem China Forum, und ich denke, bevor man sich über User auslässt, sollte man durch LESEN den Charakter eines jeden Forum eruieren.

Dies ist kein Technink Forum, auch keines über Politik, sondern eines von Menschen für Menschen.

Die letzten Beiträge sind, bei nüchterner sachlichen Betrachtuing schlicht und ergreifend überflüssig.

mistervac, der hier auch schon nicht unwesentliche Teile seiner Lebensgeschichte zum besten gab.

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von Mr. Bear » 26.01.2009, 04:23

mr.shi hat geschrieben: 1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.)
Du gehst die Verpflichtungen ein, die du unterschreibst.
Wenn du nicht gerade zufällig über Immobilien und Geldanlagen verfügst, die du im Falle einer Scheidung behalten möchtest, würde ich auf einen Ehevertrag verzichten.

Mr. Bear

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mistervac » 26.01.2009, 04:43

Mr. Bear hat geschrieben:
mr.shi hat geschrieben: 1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.)
Du gehst die Verpflichtungen ein, die du unterschreibst.
Wenn du nicht gerade zufällig über Immobilien und Geldanlagen verfügst, die du im Falle einer Scheidung behalten möchtest, würde ich auf einen Ehevertrag verzichten.

Mr. Bear
Im übrigen ist das Thema Ehevertrag m.E. nicht länderspezifisch. viele Deutsche , die eine ebensolche heiraten tun dies ebenso, um ihren Zugewinn zu schützen.

Wohlgemerkt : nicht das Vermögen, das in die Ehe mitgebracht wird, dieses ist auch ohne Vertrag im Falle der Scheidung geschützt ( was oft vregessen wird)
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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von Mr. Bear » 26.01.2009, 04:55

mistervac hat geschrieben:
Im übrigen ist das Thema Ehevertrag m.E. nicht länderspezifisch. viele Deutsche , die eine ebensolche heiraten tun dies ebenso, um ihren Zugewinn zu schützen.

Wohlgemerkt : nicht das Vermögen, das in die Ehe mitgebracht wird, dieses ist auch ohne Vertrag im Falle der Scheidung geschützt ( was oft vregessen wird)
Wie du bereits erwähnst, Wertsteigerung des Vermögens ( Bei einer Zugewinngemeinschaft - sprich: Ehe ohne Vertrag), was mit in die Ehe gebracht wurde, wird ebenfalls aufgeteilt.

Der Zugewinn kann ganz entscheidend im Falle einer Scheidung sein.
Angenommen du besitzt ein Haus im Wert von 200.000 Euro, im laufe der Zeit steigert sich der Wert des Hauses und ab der Scheidung beträgt dieser 500.000 Euro , so beträgt der Zugewinn 300.000 Euro, wo 150.000 Euro dem Ehepartner zustehen.
Wenn du das Haus behalten willst, musst du also die 150.000 Euro auszahlen können.
Daher immer bei Immobilien am besten einen Ehevertrag abschließen, so kann man sich vor diesen Fallen schützen.

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von Yingxiong » 26.01.2009, 08:21

huǒlún hat geschrieben:Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird :roll: ?
Wenn du mal eine Weile mitgelessen hast, solltest du festgestellt haben, dass nach den anderen Punkten immer wieder gefragt wurde. Wer sie nicht erzählt hatte, wurde dann leicht als naiv dargestellt.
Bei Chris merkt man, dass er nicht blauäugig an die Sache herangeht.

@ Chris
Ich habe meiner Frau von Anfang an versprochen (und bisher auch gehalten), dass wir pro Jahr mindestens 2 Mal nach China reisen, bzw. das sie reisen kann.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können, wann immer wir wollen...

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden - ich hab die Zeit noch nicht gefunden!

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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von mistervac » 26.01.2009, 08:49

Yingxiong hat geschrieben: Ich habe meiner Frau von Anfang an versprochen (und bisher auch gehalten), dass wir pro Jahr mindestens 2 Mal nach China reisen, bzw. das sie reisen kann.
das habe ich meiner Frau auch versprochen, und jetzt, wo wir das erste mal nach Ihrer Emigration wieder in China sind, sie dabei die neugewonnenen Masstäbe ansetzt, merke ich, wie wichtig das für sie ist.
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Re: Heirats"vertrag" und Langzeiterfahrung

Beitrag von Haima » 26.01.2009, 12:55

Hallo Chris,

Ich kann auch noch versuchen, ein paar Erfahrungen zu schreiben:
mr.shi hat geschrieben:1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.) Wie sieht es dann mit den Besitzverhältnissen aus? Wird dies analog zu einer deutsch-deutschen Ehe nach der Legalisation geregelt?
Ich bin weder Anwalt noch sonst allzu bewandert in diesen Dingen. Ich hab mich aber vor der Heirat ein wenig informiert und mir wurde gesagt, dass ein Heiratsvertrag nicht so viel bringt, ausser man ist sehr reich oder hat sonst eine spezielle Situation (z.B. Kinder aus anderen Ehen mit Unterhaltsverpflichtung usw.). Vermögen vor der Ehe und Erbschaften sind geschützt. Der Rest wird geteilt. Für mich ist das auch i.O. so. Wir leben allerdings in der Schweiz.
Zur Unterstützung: Bisher war eine Unterstützung von Verwandten in China kein Thema. Den Eltern meiner Frau geht es finanziell recht gut, die anderen Verwandten blitzen bei meiner Frau immer ab. Sie ist da relativ konsequent (von sich aus).
Ein Problem in dieser Beziehung sehe ich eher im Bruder meiner Frau. Sollten einmal die Eltern meiner Frau nicht mehr da sein, werden wir dort wohl nicht um eine Unterstützung herum kommen.
Auf alle Fälle würde ich sowas nie Vertraglich eingehen. Meine Meinung.

2. 3. und 4. kann ich dir nichts sagen.
mr.shi hat geschrieben:5. Abschließend: Führt ihr schon längere Ehen? Kommt eure chinesische Frau mit der unterschiedlichen Kultur in Deutschland auf Dauer klar?
Wir hatten im letzten Jahr unser zehn jähriges Jubiläum. Die ersten zwei Jahre waren schon hart. Voallem eben auf Grund der mangelnden Erfahrung im Zusammenleben. Es braucht einfach Zeit, viel Geduld und Verständnis. Du musst dich entsprechend einstellen.
Am Anfang war auch die Idee, mind. einmal oder so pro Jahr nach China zu fliegen. Bei uns hat sich das aber als nicht nötig erübrigt. Wenn ich nicht mal drängen würde, gingen wir wohl noch seltener nach China (als Familie zusammen, ich gehe hie und da beruflich alleine dorthin). Vor unserem letzten Besuch im Herbst 2007 ware meine Frau vier Jahre nicht mehr in China, der nächste Besuch ist im Frühling 2010 geplant.... Ihr ist die ganze Besucherei mit Geschenken, viel Essen usw. immer fast zu viel. Ausser ihre Eltern sieht meine Frau keinen Grund nach China zu gehen.
Ich will damit einfach sagen, gerade bei einer binationlen Ehe, weiss man nie, wie sich das Ganze entwickelt.

Yingxiong hat geschrieben:huǒlún hat geschrieben:
Ist das hier so üblich das alle erst immer Ihre komplette Lebensgeschichte erzählen,
bevor dann eine Frage gestellt wird ?
Ich finde das nicht so schlecht. So kann ich ein wenig beurteilen, was den schon passiert ist und muss nicht immer wieder nachfragen. Auch wird verhindert, dass die Disskusion in eine ganz falsche Richtung läuft.
Dies nur noch als Ergänzung....


Wünsche euch auf alle Fälle viel Erfolg und alles Gute.

Gruss

Haima
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