Ein guter Ehemann

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von otternase » 06.10.2008, 21:55

da hai hat geschrieben:Hatte mich zwar gewundert, dachte aber, dass ja jeder aus seinen Gründen heiratet :-).
Familienfoto mit Nachwuchs :mrgreen:

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von domasla » 06.10.2008, 22:02

Wieder ein Beweis dafür, dass man bei uns nix schreiben darf. Alles wird sofort zweitverwertet. Und das meistens auch noch sinnvoll...

D., der sich hier gerne informieren lässt.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von da hai » 06.10.2008, 22:12

otternase hat geschrieben:
da hai hat geschrieben:Hatte mich zwar gewundert, dachte aber, dass ja jeder aus seinen Gründen heiratet :-).
Familienfoto mit Nachwuchs :mrgreen:

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Da hat Papi aber ganz schön was aufs Auge bekommen :-).

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von otternase » 06.10.2008, 22:12

noch mal back-to-topic:

Matchmaker, Matchmaker
http://www.youtube.com/watch?v=cJsW2nqTgVg

und ein Blog einer dt.chin Beziehung, macht Spass, dort mitzulesen:
http://blog.kayschuster.de/

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von otternase » 06.10.2008, 22:31

da hai hat geschrieben: Da hat Papi aber ganz schön was aufs Auge bekommen :-).
ach weisst Du:

verlobt
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 05:02

Nochmal danke fuer die vielen Kommentare. In der Tat brummt mir jetzt der Kopf...

Ich hatte hier eben ziemlich viel geschrieben, das meiste davon erstmal wieder geloescht. Zu viele Details... (ist immerhin komplett oeffentlich hier).
da hai hat geschrieben:Ich finds manchmal echt komisch hier.
serenita hat geschrieben:Ne, man kann sich auch Dramatik erfinden!
Ich frage mich ja selbst genauso, ob ich einfach nur voellig hirnverbrannt und naiv bin. Sicherlich haben andere mit 35 Jahren etwas mehr Lebenserfahrung als ich, aber ich denke schon, dass ich nicht ein voellig lebensfremder Idiot bin.

Ja, auch mir kommt die Entwicklung sehr komisch vor. Mir ist es aber durchaus ernst, dummerweise glaubt mir das fast niemand.

Sie hat mich ihrer Familie nicht im eigentlichen Sinne vorgestellt. Vielmehr hat ihre Familie (zumindest diejenigen, die gegen unsere Beziehung sind) mich kaum angeguckt. Gibt aber auch Familienmitglieder, bei denen ich offenbar recht positiv ruebergekommen bin.

Sicherlich brauchen wir mehr Zeit. Vielleicht loesen sich die Probleme dann tatsaechlich ganz von alleine. Ich habe nur Angst, dass es vorbei ist, bevor es richtig begonnen hat. Dafuer ist es mir einfach zu ernst mit ihr.

Noch eine Randinformation: Ich lebe in Deutschland (Hamburg), wuerde aber sehr gerne eine Arbeit in China finden (nicht bloss wegen meiner Freundin - mich beeindruckt an China nicht nur meine Freundin...)
Insofern weiss ich eben auch nicht so recht, wie es in unserer Beziehung weitergehen soll. Liebe muss sich entwickeln, richtig. Das kann sie aber kaum ueber diese Entfernung, wenn ihre Verwandten es auch nicht zulassen, dass ich sie (von Zeit zu Zeit) besuche.

Vielleicht bin ich naiv. Vielleicht bin ich das alles sehr unvernuenftig angegangen, habe mich in eine bloede Situation hineinmanoevriert. Aber versucht das mal zu ignorieren...
Ist leider zum Schluss in einen Witz-Thread ausgeartet...

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Cromson » 07.10.2008, 05:38

Sleepy hat geschrieben: Liebe muss sich entwickeln, richtig. Das kann sie aber kaum ueber diese Entfernung, wenn ihre Verwandten es auch nicht zulassen, dass ich sie (von Zeit zu Zeit) besuche.

Vielleicht bin ich naiv. Vielleicht bin ich das alles sehr unvernuenftig angegangen, habe mich in eine bloede Situation hineinmanoevriert. Aber versucht das mal zu ignorieren...
Ist leider zum Schluss in einen Witz-Thread ausgeartet...
Sieh es mal als Herausforderung an euch beide. Wenn es ueber diese Entfernung klappt und ihr euch weiterhin versteht, liebt und vermisst, dann wird euch das eher zusammenschweissen. Kann, muss aber auch nicht... ich habe Erfahrung damit. Ist nicht leicht, aber es verhindert auch Kurzschlusshandlungen... wie mal schnell heiraten und ein Haus kaufen. Der klare Kopf kommt nach ner Weile schon wieder ins Spiel.

Ich wuensch dir viel Glueck, starke Nerven und Durchaltevermoegen.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 06:42

Aeh, sorry, wenn ich etwas empfindlich auf die Witze reagiere (ich lasse meinen vorigen Post mal uneditiert...). Im Moment bin ich emotional etwas aufgewuehlt. Merkt man das? ;)

Will mal auf einige Antworten eingehen.
otternase hat geschrieben:mal ein paar Gedanken, so ins Unreine, eine Art Brainstorming:
Yo, danke fuer die "paar" Gedanken.
otternase hat geschrieben:1) Ihr kennt Euch wirklich noch nicht lange, in der Tat sehr kurz. Chinesinnen mögen zwar schneller als Deutsche dabei sein, an Heirat zu denken, aber trotzdem kommt mir das bei Euch sehr fix vor.
Mir auch. Die ganzen Probleme mit ihren Eltern, deren groesste Angst es glaube ich ist, dass ich nur ein bisschen Spass mit ihr haben moechte und sie dann fallenlasse, wie eine Kartoffel, sobald sie mir zu alt geworden ist, haben uns irgendwie dazu gebracht, uns sehr ernsthaft ueber unsere Zukunft zu unterhalten. Ist ja nicht so, dass ich einfach so nach China gekommen bin und der erst besten Frau Heiratsantraege mache.
Und dass sie wesentlich juenger ist als ich... Ja, was soll ich sagen... Ich bin nun wirklich niemand, der jungen Maedels nachstellt. Was besseres als "ist halt so passiert" oder "wo die Liebe hinfaellt" faellt mir dazu auch grad nicht ein...
Auf jeden Fall wird sie fuer mich bestimmt nicht uninteressant, wenn sie aelter wird. Eher im Gegenteil.
otternase hat geschrieben:2) Das Vorstellen eines "festen Freundes" bei der Verwandschaft hat in China, speziell in traditionellen Familien, schon fast etwas von "Verlobung". Normalerweise sind Chinesinnen nicht so schnell dabei, jemanden bei der Familie vorzustellen. [...]
s.o.: Die einzigen Personen, denen ich wirklich vorgestellt wurde, war eine ihrerer Tanten (uebrigens mein Alter, wobei sie nicht glaubte, dass ich so alt wie sie bin) und deren Tochter; und das war einfach ein Treffen zum Einkaufsbummel (auch wenn wir in keinem Geschaeft waren) und danach eine Kleinigkeit essen (Schnellrestaurant). Die anderen Verwandten (wir haben uns meist beim Teehaus ihrer Cousine, wo auch deren Reisebuero und Restaurant ist, getroffen) haben eher teilnahmslos zugesehen, wie wir uns getroffen haben und mich meist nicht einmal angeguckt. Bei ihrer Cousine und deren Ehemann und Bruder habe ich wohl keinen schlechten Eindruck hinterlassen, aber die beiden Tanten dort sind strikt dagegen. Und am letzten Abend war auch ihr Vater dort, welcher weder mich noch meine Freundin angeguckt hat...
otternase hat geschrieben:3) Sie ist erst 22 Jahre alt, für den Gedanken an Heirat eigentlich noch zu jung. Traditionelle denken in China bei Heiratsalter an so 24-26, die jüngere Generation oft eher an ca. 30 Jahre.
Naja, sie bezeichnet sich selbst auch als traditionell, damit auch als gehorsam ihren Verwandten gegenueber. Und diese wollen, dass sie sich im Moment auf ihr Studium konzentriert und danach einen guten Ehemann (am besten aus ihrem Bekanntschaftskreis) heiratet. Sie selbst sagt allerdings auch, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen moechte (unter Beruecksichtigung der Ratschlaeger ihrer Verwandten).

Und dabei sind wir dann beim Punkt:
ingo_001 hat geschrieben:Kann es nicht sein, dass Deine Freundin einfach mal sehen will, was passiert, wenn sie versucht aus ihrem vorausgeplantem Lebensweg auszubrechen?
Immerhin bist Du der "EXOT", der die Familie jetzt vor eine Situation gestellt hat, die EINFACH NICHT VORHERSEHBAR war.
Ja, das kann sein. Ist wahrscheinlich sogar so. Aber ich glaube einfach nicht, dass das alles ist.
otternase hat geschrieben:4) Die Familie wird vermutlich bislang kaum Kontakt mit Ausländern gehabt haben, da Du zudem kein Chinesisch sprichst, ist es für die extrem schwer, Dich einzuschätzen. Misstrauen ergibt sich da von selbst.
Naja, immerhin haben sie ein Reisebuero, und der Ehemann ihrer Cousine war wohl auch schon im Ausland. Allerdings haben Auslaender wohl kein gutes Bild bei ihnen hinterlassen. Das macht es so schwierig.
otternase hat geschrieben:5) Deine finanziellen Verhältnisse dürften für die noch schwieriger einzuschätzen sein. Einerseits sind Langnasen ja als furchtbar reich bekannt, dann aber ist in China doch alles am Besten und die Expats doch nur bessere Wanderarbeiter. Ausserdem laufen Langnasen immer so ärmlich rum, mit Klamotten vom Fakemarkt, essen an Strassenständen, zahlen im Restaurant einzeln, wohnen zur Miete... Ein gutsituierter Chinese würde anders mit seinem Geld umgehen. [...]
Naja, wie gesagt, ich kann meine Situation selbst schwer einschaetzen. Ich verdiene OK, koennte aber wesentlich besser verdienen (in der Tat suche ich auch einen neuen Job, das ist aber etwas untergegangen in der Aufregung zuletzt.) Zudem ich wie gesagt nichts angespartes habe. (Ganz im Gegensatz zu meinen Eltern...)
Mir ist es allerdings voellig unangenehm, irgendwelchen vorhandenen oder nicht vorhandenen Reichtum raushaengen zu lassen. Ich bin ganz zufrieden mit einem bescheidenen Lebensstil (der durchaus gerne mal von etwas Luxus durchzogen sein darf...).

Daher auch:
serenita hat geschrieben:ähm, weiß ihre Familie zufällig, wo Du in Shanghai untergekommen bist? Ich meine, hast Du nicht geschrieben, dass die gerade starken Zweifel an Deiner finanziellen Lage hegen, diese Du Dich gerade sehr bemühst, aus der Welt zu räumen?
Nein, weiss sie wohl nicht. Aber dass ich in einem guenstigen Hostel in Chongqing untergekommen war. Und dass wir uns bei der ersten China-Reise fuer das guenstige (chinesische) Boot statt fuer das teure (internationale) Boot fuer die Yangzi-Fahrt entschieden haben. Und in suendhaft teuren Klamotten bin ich da auch nicht rumgerannt.
Ja, ich habe mich nicht sehr bemueht, weil mir das Ganze auch nicht sehr deutlich war.
otternase hat geschrieben:6) Die Forderung Hauskauf ist in China bei Eheschliessung wohl ein absoluter Standard. Bei chinesisch-chinesischen Ehen dürfte es wohl kaum eine geben, wo das nicht so ist. Die Situation von Ausländern ist da anders, aber es ist ohne Mithilfe der Freundin fast unmöglich, die Eltern von dieser Forderung abzubringen. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Deutschen weltweit eines dem Hauskauf am meisten abgeneigten Völker sind, in UK sieht das schon ganz anders aus, da wird mit "Mieter" auch eher Student oder kreditunwürdiger Habenichts verbunden.[...]
Wie gesagt, da war ich von meinem deutschen Denken geblendet. Aber - sollte ich sie tatsaechlich irgendwann heiraten - so moechte ich ihr natuerlich eine gute Bleibe, eine gute Familie bieten. Dass der Gedanke "wieso, man kann doch auch was schoenes mieten" aus chinesischer Sicht voellig bescheuert ist, habe ich erst langsam begriffen.
otternase hat geschrieben:7) Punkt 5 und 6 verbunden: wenn Du kein Hausbesitzer bist, bist Du für Chinesen noch schwerer einzuschätzen: ein befreundeter Expat mit dickem Expatgehalt heiratete vor ein paar Jahren seine langjährige chinesische Freundin, da sein Vertrag in CN jedoch begrenzt war und beide ihre Zukunft eher in D sahen, wollten die kein Haus kaufen. Ihre Eltern sperrten sich erst, fügten sich dann mit den Worten: "Sie hat sich den halt ausgesucht, müssen wir akzeptieren, notfalls werden wir den Hungerleider auch noch mit durchfüttern..."
Immerhin sind meine Eltern Hausbesitzer (Stadtvilla). Vielleicht kann ich damit ja etwas punkten...
Und ich bin auch bereit, auf ein eigenes Haus hinzuarbeiten. Aber das braucht etwas Zeit.
otternase hat geschrieben:8 ) ihre Befürchtung, dass ihre Familie sie verstossen würde, falls sie herausfinden, dass sie mit Dir Kontakt hält, ist wohl etwas dramatisiert; sie würde wohl Ärger bekommen, aber letztlich wollen Eltern auf der ganzen Welt für ihre Kinder doch, dass die glücklich werden.
Naja, ihr Vater hat jetzt schon seine Zahlung fuer ihr Studium eingestellt...
otternase hat geschrieben:9) eine ganze Reihe Eurer Probleme, so denke ich, würden sich von selbst auflösen, wenn Ihr Euch einfach mehr Zeit lasst: Ihr lernt Euch besser kennen, der relative Altersunterschied sinkt automatisch, sie erreicht ein Alter, in dem Heirat aktueller wird, Du hast Zeit Chinesisch zu lernen und wenn die Eltern herausfinden, dass Ihr auch über Jahre noch Kontakt gehalten habt, so sind sie vielleicht eher davon zu überzeugen, dass Du es ehrlich meinst
Ja, noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich die Aufregung ueber die Zeit legt.
Ich verstehe ja auch die Aengste ihrerer Familie, wuerde meiner Tochter als Vater wahrscheinlich auch in einer aehnlichen Situation stark zur Vorsicht raten...
otternase hat geschrieben:10) die Eltern mögen in zwei, drei Jahren anfangen, sich nach Heiratskandidaten umzusehen, aber gegen ihren Willen wird sie keinen davon heiraten müssen, wir sind ja nicht im Iran (oder wo sonst arrangierte Hochzeiten üblich sind). Wenn Deiner Freundin es mit Dir ernst ist, wird sie das über sich ergehen lassen und alle abblitzen lassen (was manch einem der Kandidaten vielleicht auch nur recht ist, der auch nur von seinen Eltern gepusht wird und ganz andere Pläne hat)
Ich hoffe es. Allerdings spricht sie selbst so abgeklaert darueber, dass ihre Eltern nach ihrem Studium einen guten Partner fuer sie finden werden, dass ich manchmal glaube, dass sie selbst meint (wenn das mit uns jetzt nicht passiert waere), es koennte das Beste fuer sie sein, statt selbst einen Partner zu finden. Sie wuenscht sich im Moment allerdings ueber alles, dass ich mich bis dahin halt bewiesen habe.
da hai hat geschrieben:Hast du das in Deutschland genauso gemacht, wenn du hier eine Frau kenengelernt hast? Oder lief das da anders ab? Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede die man bei binationalen Beziehungen beachten muss. Aber der Weg wie sich eine Beziehung entwickelt, wie man sich kennenlernt, sich näher kommt, irgendwann Liebe daraus wird - ist dieser Weg nicht unabhängig ob es sich um eine interkulturelle oder um eine "normale" Beziehung handelt? Die Frage die du dir stellen solltest ist, ob du in Deutschland bei einer Deutschen genauso handeln würdest? Wenn nein, wieso dann hier? Würdest du nach ein paar Tagen sagen: "Mensch wir kennen uns zwar erst so kurz, aber lass uns mal nen Haus kaufen und Heiraten." Findest du das nicht selbst ein wenig übereilt?
Ja, finde ich. Oben beschrieb ich aber, wieso wir so schnell auf dieses Thema kamen.
da hai hat geschrieben:Letztlich musst du dir natürlich selbst darüber im Klaren sein was du willst. Mir kommt aber bspw. der Altersunterschied von 13 Jahren doch ein wenig extrem vor. Hinzu kommt, dass du dich gerade erst von deiner Freundin getrennt hast - ist das nicht die Phase wo man sich dann doch schnell mal "verliebt". Liebe muss sich entwickeln und dazu braucht es Zeit sich kennenzulernen. Und ob da der Weg über ein paar nette Emails und Anrufe der richtige ist, muss wohl jeder selber wissen.
Ja, das mag alles romantisiert und naiv sein. Und der Altersunterschied ist mir bewusst (siehe oben). Aber ein so extremes Gefuehl, sozusagen die Richtige gefunden zu haben, hatte ich noch nie.
serenita hat geschrieben:Ich fände die Familie der Frau persönlich indiskutabel, aber ich möchte sie ja auch nicht heiraten. Von daher würde ich an Deiner Stelle etwas strategischer vorgehen, auch wenn Du im Moment keinen Kopf dafür frei hättest. Versuch mal Deine Gedanken zu ordnen, die Lage zwischen Euch etwas deutlicher zu sehen. Mir stinkt das Ganze Theater mit ihrer Familie sehr, muss ich sagen.
Klar werde ich nun erstmal meine Gedanken ordnen muessen. Im Moment ist noch alles sehr durcheinder...
Allerdings verstehe ich ihre Familie ja durchaus. Es muss wirklich nicht einfach sein, wenn ploetzlich ein total Fremder, eine Langnase, in ihr Leben eindringt und es durcheinanderbringt.
serenita hat geschrieben:Wenn sie Dich nicht als potenzieller Heiratskandidat sähe, warum wurdest Du in null komma nix ihrer Familie vorgestellt? Das kapiere ich nicht bei so einer "traditionellen" Familie?
Du meinst, sie will nur einfach nen reichen, tollen Partner haben, alles rein rational, keine Liebe im Spiel? Oder verstehe ich Dich falsch?
serenita hat geschrieben:Ich wäre an Deiner Stelle vorsichtiger. Der Mensch möchte immer das haben, was man nicht ohne Schwierigkeiten bekommt. Findest Du nicht, dass Dir die Sicht auf die Dinge selbst etwas geblendet worden ist? Kulturunterschiede hin und her. Ne, man kann sich auch Dramatik erfinden!
Naja, zum Thema "Vorsicht": Ist ja nicht so, dass nicht diverse Alarmglocken bei mir bimmeln. Und ich kenne den Trend, das Unerreichbare greifen zu wollen. Aber ich war in meinem Leben bisher immer sehr realistisch und zurueckhaltend in meinen Zielen. Sicher sind bei mir ein paar Sicherungen durchgebrannt, aber ich denke, dass die meisten noch funktionieren.
Cromson hat geschrieben:Sieh es mal als Herausforderung an euch beide. Wenn es ueber diese Entfernung klappt und ihr euch weiterhin versteht, liebt und vermisst, dann wird euch das eher zusammenschweissen. Kann, muss aber auch nicht... ich habe Erfahrung damit. Ist nicht leicht, aber es verhindert auch Kurzschlusshandlungen... wie mal schnell heiraten und ein Haus kaufen. Der klare Kopf kommt nach ner Weile schon wieder ins Spiel.
Klar, tut er jetzt schon, wenn auch nur ein bisschen. Und klar sehe ich es als Herausforderung.
Cromson hat geschrieben:Ich wuensch dir viel Glueck, starke Nerven und Durchaltevermoegen.
Danke, werde ich wohl brauchen :)

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 07:29

Erstmal auch von mir, willkommen im Forum.

Nun auch ein paar Gedanken von mir. wunder dich nicht, sie sind tiefschwarz, wie man es von mir gewohnt ist :wink:
Sleepy hat geschrieben: Ich habe im Juli eine Chinesin in Chongqing kennengelernt; nur sehr kurz, aber wir haben die Email-Adressen ausgetauscht. Sie hat mich stark beeindruckt und beim Email-Wechseln haben wir Gefuehle fuereinander entwickelt.
Etwas, was ich im Leben nicht verstehe und wohl auch nicht mehr begreifen werde. Wie kann man per E-Mail Gefühle füreinander entwickeln? Gefühle entstehen durch Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken etc.
Natürlich können einen Texte emotional berühren, passiert mir auch hin und wieder, aber Gefühle oder gar echte Liebe kann sich nicht durch Texte allein entwickeln.
Sleepy hat geschrieben: Daher hatte ich mich entschlossen, sie waehrend der freien Tage (letzte Woche) zu besuchen.
Ein guter Entschluss. So kann man sich kennen lernen
Sleepy hat geschrieben: Da begannen die Probleme, da ihre Verwandten strikt dagegen waren, dass ich sie sehe. Nach vielem hin und her bin ich nun doch dagewesen, als "normaler Freund" angereist. Das mit dem "normal" hat sich dann halt doch schnell gegeben, die Probleme mit ihren Verwandten wurden immer groesser.
Ich verstehe noch nicht ganz, warum du schon bei der ersten Gelegenheit die Verwandten kennen lernen solltest / musstest. Schliesslich war klar das ihr euch selbst noch nicht kennt, und die Verwandten beim Kennenlernen eher ein Störfaktor sein werden.
Sleepy hat geschrieben: Ihre Verwandten misstrauen mir total (wenn auch nicht alle, dummerweise aber die wichtigen), sie glauben meine Aussagen offenbar nicht. Dummerweise bin ich auch eher ein Typ, der gerne sein Licht unter den Scheffel stellt.
"Das Licht unter den Scheffel stellen" ist im Chinesischen eher eine gute Eigenschaft. Daran liegt es nicht, dass sie dir misstrauen. Eher daran, dass du eine "Langnase auf Besuch" bist, die vielleicht nur ne schnelle Nummer sucht - wie leider viele Expats und Touristen in China.
Sleepy hat geschrieben: So bleiben bei ihren Verwandten eher negative Eindruecke:
Zunaechst der Altersunterschied (ich 35, sie 22)
Ich kann kein Chinesisch, daher mit ihren Verwandten nicht sprechen
Meine Eltern sind geschieden, ich habe mich selbst erst kurz vorher von meiner Freundin getrennt
Ich habe kaum Geld gespart (obwohl ich nicht schlecht verdiene)
Die Distanz (geographisch) zwischen uns.
Der Altersunterschied ist kein Problem in China.
Die Sprachprobleme sind natürlich nicht schön, aber wenn die Familie hinter der Entscheidung "deiner Freundin" stehen würde, wäre es auch nicht schlimm. Im Gegenteil, sie würden dir sogar helfen - ist zumindest bei meiner Freundin und ihrer Familie so :wink:
Geld sparen ist in China eher ein Fremdwort. Wer Geld hat gibt es aus - am Besten für seine Freundin.
Die Distanz ist natürlich ein Problem. Schliesslich erschwert es die Beziehung und die Eltern müssen befürchten, dass du die Tochter für immer von ihnen wegnimmst.
Sleepy hat geschrieben: Ihre Verwandten haben ihr inzwischen verboten, mit mir Kontakt zu halten, was sie allerdings heimlich nicht einhaelt. Sie studiert noch, und spricht selbst ganz abgeklaert darueber, dass ihre Eltern ihr beim Abschluss einen guten Partner suchen werden. Bis dahin muesste ich mich beweisen, beweisen, dass ich dieser Partner sein koennte.
Sie befuerchtet nun, dass ihre Verwandten sie nicht mehr als Teil der Familie betrachten werden, falls sie herausbekommen, dass sie weiter Kontakt mit mir haelt.
Sorry, das halte ich für Überzogen - wie Serenita auch schon schrieb. Familie ist in China wichtiger als in Deutschland. Und bevor sie durch ihre Familie "verstossen" wird muss schon viel passieren. Allerdings solltest du dir auch im Klaren sein bei solch einer Aussage von ihr: Wenn die Familie strikt dagegen ist wird sie auf Dauer die Beziehung zu dir abbrechen um ihren Familienfrieden zu wahren - und dann guckst du in die Röhre.
Sleepy hat geschrieben: Ihre Eltern sind sehr traditionell und die Situation sozusagen eskaliert. Wie kann ich ihren Eltern klarmachen, dass es mir ernst ist und dass ich ein guter (Ehe-)Partner fuer sie sein koennte? Sie sagt selbst, ich muss mich beweisen (wohl auch ihr gegenueber).
Und hier verstehe ich etwas wieder nicht. Du schreibst, die Eltern sind sehr traditionell, hast aber später geschrieben, die Treffen fanden im Teehaus? statt. Das ist widersprüchlich. Ein Kind besucht in China die Eltern, vor Allem bei so einer wichtigen Angelegenheit. Da geht man nicht in "irgendein" Teehaus. Alle Verwandten meiner Freundin habe ich bisher in der Wohnung ihrer Eltern kennen gelernt. Was anderes wäre völlig undenkbar gewesen.
Sleepy hat geschrieben: Ein paar Fakten habe ich schon: Chinesisch lernen (logisch), einen Job in China finden (sollte moeglich sein), ein Haus fuer uns in China kaufen (hier macht sich der kulturelle Unterschied dann schon deutlich...).
Chinesisch lernen macht Sinn, Job in China auch.
Haus kaufen in China ist mit Vorsicht zu geniessen. Zum Einen, da man als Ausländer die Gesetze nicht so kennt, die Verträge bestimmt nicht in Deutsch und wahrscheinlich auch nicht in englisch sind - wenn doch wird es teurer und Besitz in China auf 70 Jahre begrenzt ist. Nicht so wie in Deutschland, wo man den Besitz über Generationen vererben kann.
Sleepy hat geschrieben: Mir ist es wirklich ernst, auch wenn hier einige sicherlich der Meinung sind, dass wir uns kaum kennen.
Ich zweifle nicht, dass es dir ernst ist - allerdings solltest du es deutlich langsamer angehen. Wie Taugenix - der im übrigen sehr positiv gegenüber China eingestellt ist und auch eine chinesische Freundin hat - immer schreibt: "Denn prüfe wer sich ewig bindet". Das ist in China besonders nötig, da es hier sehr häufig auch finanzielle Verbindungen gibt, die mit Gefühlen eher weniger zu tun haben. Auch wenn ihre Familie anscheinend nicht unvermögend ist. Obwohl es mich sehr wundert, dass der Vater die finanzielle Unterstützung eingestellt hat - ist nicht gerade eine traditionelle Handlungsweise.
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 07:46

otternase hat geschrieben: 10) die Eltern mögen in zwei, drei Jahren anfangen, sich nach Heiratskandidaten umzusehen, aber gegen ihren Willen wird sie keinen davon heiraten müssen, wir sind ja nicht im Iran (oder wo sonst arrangierte Hochzeiten üblich sind). Wenn Deiner Freundin es mit Dir ernst ist, wird sie das über sich ergehen lassen und alle abblitzen lassen (was manch einem der Kandidaten vielleicht auch nur recht ist, der auch nur von seinen Eltern gepusht wird und ganz andere Pläne hat)
Stimmt, wir sind in China, wo es immer noch üblich ist Ehen zu arrangieren, wenn das eigene Kind im heiratsfähigen Alter noch keinen Partner abbekommen hat - kenne selber solche Fälle.
Sleepy hat geschrieben: Ich frage mich ja selbst genauso, ob ich einfach nur voellig hirnverbrannt und naiv bin. Sicherlich haben andere mit 35 Jahren etwas mehr Lebenserfahrung als ich, aber ich denke schon, dass ich nicht ein voellig lebensfremder Idiot bin.
Ich kenne deine "Chinaerfahrung" nicht, denke aber dass du noch recht wenig Erfahrungen in diesem Land gesammelt hast - was nicht schlimm ist aber erklärt, warum du so durcheinander bist :wink:
Sleepy hat geschrieben: Sie hat mich ihrer Familie nicht im eigentlichen Sinne vorgestellt. Vielmehr hat ihre Familie (zumindest diejenigen, die gegen unsere Beziehung sind) mich kaum angeguckt. Gibt aber auch Familienmitglieder, bei denen ich offenbar recht positiv ruebergekommen bin.
Ist etwas ungewöhnlich. In der Regel werden solche Treffen gut vorbereitet und geplant. Die Familie wird in Kenntnis gesetzt um wen es geht, der gesamte Hintergrund deiner Person sollte vollkommen erklärt gewesen sein - inklusive deinem Gehalt, wenn sie es kennt. Das sie wenig mit dir gesprochen haben liegt sicher an der Sprachbarriere, aber normalerweise sind die Familienmitglieder sehr neugierig wenn ihnen jemand vorgestellt wird.
Sleepy hat geschrieben: Sicherlich brauchen wir mehr Zeit. Vielleicht loesen sich die Probleme dann tatsaechlich ganz von alleine. Ich habe nur Angst, dass es vorbei ist, bevor es richtig begonnen hat. Dafuer ist es mir einfach zu ernst mit ihr.
Mehr Zeit braucht ihr sicherlich. Aber wenn die Familie dich von Anfang an nicht mag, warum auch immer, wird es nicht nur schwer sondern unmöglich. Und wenn du oder deine Freundin die Meinung hast, mit Geld und Haus und Auto zu punkten - sorry, dann ist es keine Liebe sondern eine Zweckgemeinschaft. Dann tu dir selbst einen Gefallen und vergiss das Ganze so schnell es geht.
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 08:18

belrain hat geschrieben:Nun auch ein paar Gedanken von mir. wunder dich nicht, sie sind tiefschwarz, wie man es von mir gewohnt ist :wink:
So schwarz finde ich sie garnicht.
belrain hat geschrieben:Etwas, was ich im Leben nicht verstehe und wohl auch nicht mehr begreifen werde. Wie kann man per E-Mail Gefühle füreinander entwickeln? Gefühle entstehen durch Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken etc.
Natürlich können einen Texte emotional berühren, passiert mir auch hin und wieder, aber Gefühle oder gar echte Liebe kann sich nicht durch Texte allein entwickeln.
Naja, uns gesehen und kurz miteinander gesprochen hatten wir vor dem Email-Austausch.
Und Riechen, Fuehlen, Schmecken haben wir letzte Woche nachgeholt...
belrain hat geschrieben:Ich verstehe noch nicht ganz, warum du schon bei der ersten Gelegenheit die Verwandten kennen lernen solltest / musstest. Schliesslich war klar das ihr euch selbst noch nicht kennt, und die Verwandten beim Kennenlernen eher ein Störfaktor sein werden.
Ich denke, das war einfach das Zugestaednis, dass wir uns ueberhaupt sehen konnten. Eben unter ihrer Beobachtung, damit ich nichts falsches mit ihr anstelle. Dass das Ganze sich dann lockerte und zum Schluss wieder so dramatisch wurde, laesst mich ziemlich ratlos zurueck.
belrain hat geschrieben:"Das Licht unter den Scheffel stellen" ist im Chinesischen eher eine gute Eigenschaft. Daran liegt es nicht, dass sie dir misstrauen. Eher daran, dass du eine "Langnase auf Besuch" bist, die vielleicht nur ne schnelle Nummer sucht - wie leider viele Expats und Touristen in China.
Genau das ist nun ueberhaupt nicht mein Ziel. Ganz im Gegenteil. Letztlich will meine Freundin vor der Ehe eh kein Sex und ich respektiere das.
belrain hat geschrieben:Der Altersunterschied ist kein Problem in China.
Die Sprachprobleme sind natürlich nicht schön, aber wenn die Familie hinter der Entscheidung "deiner Freundin" stehen würde, wäre es auch nicht schlimm. Im Gegenteil, sie würden dir sogar helfen - ist zumindest bei meiner Freundin und ihrer Familie so :wink:
Geld sparen ist in China eher ein Fremdwort. Wer Geld hat gibt es aus - am Besten für seine Freundin.
Die Distanz ist natürlich ein Problem. Schliesslich erschwert es die Beziehung und die Eltern müssen befürchten, dass du die Tochter für immer von ihnen wegnimmst.
Auch das habe ich nicht vor. Auch ganz im Gegenteil. Ich wuerde sehr gerne nach China gehen, um hier mit ihr gluecklich zu werden.
belrain hat geschrieben:Sorry, das halte ich für Überzogen - wie Serenita auch schon schrieb. Familie ist in China wichtiger als in Deutschland. Und bevor sie durch ihre Familie "verstossen" wird muss schon viel passieren. Allerdings solltest du dir auch im Klaren sein bei solch einer Aussage von ihr: Wenn die Familie strikt dagegen ist wird sie auf Dauer die Beziehung zu dir abbrechen um ihren Familienfrieden zu wahren - und dann guckst du in die Röhre.
Genau das ist meine groesste Angst.
belrain hat geschrieben:Und hier verstehe ich etwas wieder nicht. Du schreibst, die Eltern sind sehr traditionell, hast aber später geschrieben, die Treffen fanden im Teehaus? statt. Das ist widersprüchlich. Ein Kind besucht in China die Eltern, vor Allem bei so einer wichtigen Angelegenheit. Da geht man nicht in "irgendein" Teehaus. Alle Verwandten meiner Freundin habe ich bisher in der Wohnung ihrer Eltern kennen gelernt. Was anderes wäre völlig undenkbar gewesen.
Das Teehaus war das Teehaus ihrer Cousine und immerhin Dreh- und Angelpunkt eines Grossteils ihrer Familie. Zudem bin ich ja eigentlich auch als normaler Freund angereist. Ich haette wohl diese Rolle durchgaengig spielen sollen...
belrain hat geschrieben:Chinesisch lernen macht Sinn, Job in China auch.
Haus kaufen in China ist mit Vorsicht zu geniessen. Zum Einen, da man als Ausländer die Gesetze nicht so kennt, die Verträge bestimmt nicht in Deutsch und wahrscheinlich auch nicht in englisch sind - wenn doch wird es teurer und Besitz in China auf 70 Jahre begrenzt ist. Nicht so wie in Deutschland, wo man den Besitz über Generationen vererben kann.
Ich hoffe da ja auch etwas auf die Unterstuetzung ihrer Verwandtschaft, auch wenn diese im Moment gegen unsere Beziehung ist (und das wie gesagt auch nicht alle).
belrain hat geschrieben:Ich zweifle nicht, dass es dir ernst ist - allerdings solltest du es deutlich langsamer angehen. Wie Taugenix - der im übrigen sehr positiv gegenüber China eingestellt ist und auch eine chinesische Freundin hat - immer schreibt: "Denn prüfe wer sich ewig bindet". Das ist in China besonders nötig, da es hier sehr häufig auch finanzielle Verbindungen gibt, die mit Gefühlen eher weniger zu tun haben. Auch wenn ihre Familie anscheinend nicht unvermögend ist. Obwohl es mich sehr wundert, dass der Vater die finanzielle Unterstützung eingestellt hat - ist nicht gerade eine traditionelle Handlungsweise.
Ich moechte sie ja auch noch weiter kennenlernen. Und letztlich haben wir ja auch noch etwas Zeit, bis sie mit dem Studium fertig ist.
Und ich hoffe sehr, dass sich die Situation mit ihrem Vater auch wieder beruhigt.
belrain hat geschrieben:Ich kenne deine "Chinaerfahrung" nicht, denke aber dass du noch recht wenig Erfahrungen in diesem Land gesammelt hast - was nicht schlimm ist aber erklärt, warum du so durcheinander bist :wink:
Richtig, meine China-Erfahrung ist nahezu null. Die vorige Reise im Juli war auch meine erste China-Erfahrung.
belrain hat geschrieben:Ist etwas ungewöhnlich. In der Regel werden solche Treffen gut vorbereitet und geplant. Die Familie wird in Kenntnis gesetzt um wen es geht, der gesamte Hintergrund deiner Person sollte vollkommen erklärt gewesen sein - inklusive deinem Gehalt, wenn sie es kennt. Das sie wenig mit dir gesprochen haben liegt sicher an der Sprachbarriere, aber normalerweise sind die Familienmitglieder sehr neugierig wenn ihnen jemand vorgestellt wird.
Das ist wahrscheinlich genau das Problem. Ich habe sie alle mit meiner Flugbuchung ueberrumpelt. Bis ein paar Stunden vor Flug hiess es ja auch, dass ich bitte nicht vorbeikommen soll.
Ihre Verwandten sind sicherlich sehr neugierig, wussten aber auch nicht, wie sie mit mir kommunizieren sollen. Irgendwie war die Situation ja auch sehr merkwuerdig.

Ueber mein Gehalt habe ich bisher nicht geredet. Ueberhaupt bin ich sehr verschlossen, so dass auch meine Freundin meint, mich immer noch kaum zu kennen (ist ja auch so).
Mir kommt es nur irgendwie komisch vor, jetzt im Nachhinein ihr zu schreiben: Uebrigens, ich verdiene soundsoviel im Monat (und ich weiss auch nicht, ob das wirklich wenig oder viel ist - bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni, bezahlt nach TVL 13).
belrain hat geschrieben:Mehr Zeit braucht ihr sicherlich. Aber wenn die Familie dich von Anfang an nicht mag, warum auch immer, wird es nicht nur schwer sondern unmöglich. Und wenn du oder deine Freundin die Meinung hast, mit Geld und Haus und Auto zu punkten - sorry, dann ist es keine Liebe sondern eine Zweckgemeinschaft. Dann tu dir selbst einen Gefallen und vergiss das Ganze so schnell es geht.
Ich hoffe ja, dass ich keinen allzu schlechten Eindruck hinterlassen habe und vielleicht daran auch noch arbeiten kann. Dass ihre Verwandten nur Aengste haben, die sich mit der Zeit vielleicht legen.
Und nicht, dass sie mich nun so garnicht moegen.
Zudem geht es mir auch nicht darum, irgendwie zu "punkten" (ja, waren meine Worte, eher Worte der Verzweiflung). Aber wenn Du schreibst, dass solche Treffen vorher gut vorbereitet werden, insb. Ausleuchtung meines kompletten Hintergrunds (inkl. Gehalt und so), dann frage ich mich schon, in welchem Mass ich Fakten vorweisen muss statt einfach nur zu versuchen, mich gut zu benehmen.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 08:53

Sleepy hat geschrieben: Naja, uns gesehen und kurz miteinander gesprochen hatten wir vor dem Email-Austausch.
Und Riechen, Fuehlen, Schmecken haben wir letzte Woche nachgeholt...
Möchte nicht zu intim werden, aber ich hoffe nicht vor den Verwandten, Freunden oder in der Öffentlichkeit. Auch wenn sich China mehr und mehr öffnet wird das noch nicht überall gern gesehen oder akzeptiert.
Sleepy hat geschrieben: Ich denke, das war einfach das Zugestaednis, dass wir uns ueberhaupt sehen konnten. Eben unter ihrer Beobachtung, damit ich nichts falsches mit ihr anstelle. Dass das Ganze sich dann lockerte und zum Schluss wieder so dramatisch wurde, laesst mich ziemlich ratlos zurueck.
Das glaube ich eher nicht. Denn auch wenn sie Chinesisn ist und 22 kann sie sich in der Stadt frei bewegen. Natürlich muss sie zu bestimmten Zeitpunkten zu Hause sein etc, aber sich "heimlich" treffen ist nicht wirklich ungewöhnlich - vor Allem, wenn man sich kaum kennt. Und die Sicherheit, dass du nichts "falsches" mit ihr anstellst ist allein dadurch gegeben, dass ihr euch in öffentlichen Orten bewegt.
Sleepy hat geschrieben: Genau das ist nun ueberhaupt nicht mein Ziel. Ganz im Gegenteil. Letztlich will meine Freundin vor der Ehe eh kein Sex und ich respektiere das.
Sleepy hat geschrieben: Auch das habe ich nicht vor. Auch ganz im Gegenteil. Ich wuerde sehr gerne nach China gehen, um hier mit ihr gluecklich zu werden.
Ja, das weisst du - aber woher sollen es die Verwandten wissen?
Sleepy hat geschrieben: Das Teehaus war das Teehaus ihrer Cousine und immerhin Dreh- und Angelpunkt eines Grossteils ihrer Familie. Zudem bin ich ja eigentlich auch als normaler Freund angereist. Ich haette wohl diese Rolle durchgaengig spielen sollen...
Wie gesagt, wenn du vor den Verwandten zu offensichtlich agiert hast - Händchen halten, anfassen, küssen etc. bist du "mit der Tür ins Haus gefallen" und hast den Eindruck hinterlassen, "nur das Eine zu wollen".
Sleepy hat geschrieben: Ich moechte sie ja auch noch weiter kennenlernen. Und letztlich haben wir ja auch noch etwas Zeit, bis sie mit dem Studium fertig ist.
Und ich hoffe sehr, dass sich die Situation mit ihrem Vater auch wieder beruhigt.
Nur so nebenbei - eine Heirat wäre kein Grund das Studium abzubrechen, oder? :wink:
Sleepy hat geschrieben: Richtig, meine China-Erfahrung ist nahezu null. Die vorige Reise im Juli war auch meine erste China-Erfahrung.
Dann empfehle ich dir unseren "Buchthread". Dort sind einige sinnvolle Bücher aufgeführt die dir einen etwas besseren Überblick verschaffen, "was in China so abgeht" :wink:
Sleepy hat geschrieben: Das ist wahrscheinlich genau das Problem. Ich habe sie alle mit meiner Flugbuchung ueberrumpelt. Bis ein paar Stunden vor Flug hiess es ja auch, dass ich bitte nicht vorbeikommen soll.
Ihre Verwandten sind sicherlich sehr neugierig, wussten aber auch nicht, wie sie mit mir kommunizieren sollen. Irgendwie war die Situation ja auch sehr merkwuerdig.
Auch dieses überhasstete hinfliegen hat wahrscheinlich zu den schlechten Gedanken dir gegenüber geführt. Wenn sie sich besser hätten vorbereiten können, wäre die Situation sicherlich leichter gewesen - für euch alle. Du darfst nicht vergessen, du bist ein Ausländer und die Familie kennt wahrscheinlich keinen Ausländer persönlich und hat auch sonst keinen Kontakt zum Ausland - ausser vielleicht durch ihr Reisebüro - oder machen sie nur Innlandsreisen?
Sleepy hat geschrieben: Ueber mein Gehalt habe ich bisher nicht geredet. Ueberhaupt bin ich sehr verschlossen, so dass auch meine Freundin meint, mich immer noch kaum zu kennen (ist ja auch so).
Mir kommt es nur irgendwie komisch vor, jetzt im Nachhinein ihr zu schreiben: Uebrigens, ich verdiene soundsoviel im Monat (und ich weiss auch nicht, ob das wirklich wenig oder viel ist - bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni, bezahlt nach TVL 13).
Gehälter in China sind deutlich geringer als bei uns. Selbst ein Harz IV Empfänger in Deutschland hat ein höheres "Einkommen" als die meisten chinesischen Arbeiter - allerdings sind die Lebenshaltungskosten in China auch geringer (meistens jedenfalls).
Sleepy hat geschrieben: Zudem geht es mir auch nicht darum, irgendwie zu "punkten" (ja, waren meine Worte, eher Worte der Verzweiflung). Aber wenn Du schreibst, dass solche Treffen vorher gut vorbereitet werden, insb. Ausleuchtung meines kompletten Hintergrunds (inkl. Gehalt und so), dann frage ich mich schon, in welchem Mass ich Fakten vorweisen muss statt einfach nur zu versuchen, mich gut zu benehmen.
Wenn deine Freundin bzw. die Familie nicht vermögend ist und auch noch nicht wirklich offen, wirst du um die "Hard Facts" nicht herumkommen. Auch heute noch werden viele Beziehungen in China ausschlisslich aufgrund eben dieser Fakten geschlossen. Aber auch da gibt es mittlerweile viele, bei denen es echte Gefühle sind.
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Yingxiong » 07.10.2008, 08:58

Auch ein paar Worte von mir:

1. Die Freundin ist noch sehr jung. Daher ist es wichtig, alles langsam angehen zu lassen. Sie soll auch wissen, dass du es als notwendig ansiehst, dass sie zuerst ihr Studium absolvieren soll, bevor man an heiraten denken kann. (Was studiert sie?)
2. Evtl. sie und ein Familienmitglied mal nach Deutschland einladen. Du musst natürlich für beide bezahlen. (Hat bei meiner Schwiegermutter die Hemmschwelle, ihre Tochter an einen Ausländer zu "geben", eliminiert.)
3. Gibt es noch andere Chinesinnen an ihrem Studienort, die mit Deutschen liiert sind? Vielleicht kann sie da Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen.
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Torte » 07.10.2008, 09:25

puh, soviel zu lesen. Egal, ich schreib trotzdem mal was, auch wenn es sich wiederholen sollte.

zuerstmal schliesse ich mich den anderen meinungen hier an, dass du ja nichts übereilen solltest. Wenn ihr anfangt jetzt schon ans heiraten zu denken, dann kann das schneller in die hose gehen als du denkst. Lass dich dazu bloss nicht drängen und begründe es gerade damit, dass es dir ernst mit ihr ist und du es gerade deswegen ruhig angehen lassen willst.

ansonsten kenn ich dein problem auch mehr oder weniger. Bin mit meiner Freundin nun knapp ein halbes Jahr zusammen und der hauptteil ihrer Familie (Vater, Bruder, son paar Cousinen) waren von Anfang an dagegen. Ich muss dazu sagen, dass ich bisher keinen von ihnen getroffen haben (damit warte ich lieber noch). Jetzt scheint sich die Sache inzwischen etwas beruhigt zu haben und sie sind zumindest nicht mehr so absolut dagegen. Deswegen nochmal der Aufruf, es ruhig angehen zu lassen. Lass die Gemüter erstmal zur Ruhe kommen, zeige dass du es ernst meinst und schau ob es klappt.

und btw. hätte die Familie wahrscheinlich auch so reagiert (wenn auch vielleicht nicht so extrem), wenn ihr Freund ein Chinese gewesen wäre. Misstrauisch sind sie da irgendwie alle.
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von otternase » 07.10.2008, 09:37

belrain hat geschrieben:
Sleepy hat geschrieben: Naja, uns gesehen und kurz miteinander gesprochen hatten wir vor dem Email-Austausch.
Und Riechen, Fuehlen, Schmecken haben wir letzte Woche nachgeholt...
Möchte nicht zu intim werden, aber ich hoffe nicht vor den Verwandten, Freunden oder in der Öffentlichkeit. Auch wenn sich China mehr und mehr öffnet wird das noch nicht überall gern gesehen oder akzeptiert.
Übrigens sogar dann noch, wenn die beiden verheiratet sind, zumindest aus Sicht Älterer.

Wir sind jetzt drei Jahre verheiratet und haben ein Kind, aber wenn wir mal in Anwesenheit der Grosseltern meiner Frau Händchen halten oder uns gar umarmen, dann merkt man, dass die nicht recht wissen, was sie machen sollen und ihnen das sichtlich unangenehm ist, eine Reaktion, die bei Deutschen wohl höchstens hervorgerufen werden könnte, wenn wir uns gegenseitig die Kleider vom Leibe reissen würden.

Bei der älteren Generation gilt der Austausch von Zärtlichkeiten, seien sie noch so harmlos, in der Öffentlichkeit oder gar vor Verwandten noch als SHOCKING

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