Brautgeld - gibt es das in China?

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pollok
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von pollok » 24.08.2008, 15:24

Auch arme Menschen koennen in China einen, wenn auch geringeren, Brautpreis zahlen, denn zum einen haben sie Familie und Freunde, die gern finanzielle Unterstuetzung anbieten (es kann ja spaeter auch mal einen selber treffen...).
Zum anderen haben sich im laufe der Zeit bei den chinesischen Familien so manche Eigentumswohnungen angesammelt. Bei jeder Generation und maennlichem Kind kommt ja eine Eigentumswohnung dazu, und auch bei der naeheren Verwandtschaft kann man durchaus noch fuendig werden. Zudem gibt es noch Kreditinstitute. Arme Bauern haben oft grosse arme Haeuser und Vieh, das notgeschlachtet werden kann. Es sind bei aermeren Bauern auch Patenschaften ueblich. Manchmal ist die Zahl der Paten viel. Aeltere Wohnungen, auch die elterlichen Wohnungen koennen schnell verkauft werden. Die Eltern ziehen dann in die neue Eigentumswohnung mit ein. Das ist doch pragmatisch oder?

oldie
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von oldie » 03.09.2008, 21:46

Den Gedanken, das Geld - 10.000 € ist schon eine Stange Geld - zur Sicherheit für das junge Glück "zurückzulegen" in Händen des Chinesischen Schwiegervaters, vermag ich zu folgen.
Dem Märchen von Brautkauf und Wert der Braut usw. aber nicht. Dann müsste man sich die Grundgedanken - gabs ja auch in Europa - vergegenwärtigen. Die Frauen waren bei uns im Mittelalter und in China wohl noch bis vor Mao in der Hand der Familie sprich Vaters. Hat der Vater diesen Wert aus der Hand gegeben und ein anderer Mann bzw. dessen Familie hat die Frau bekommen, so bekam er als Ersatz Geld. Die Frau hatte nichts zu sagen, sie wurde gehandelt. Also wenn dies so Sitte ist, dann bitte konsequent. Aber die chinesischen Frauen die so handeln,wollen die Vorteile der Emantipation in Deutschland und die der Sitte in China.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Hinoto » 22.02.2009, 20:19

"Brautgeld - gibt es das in China?"

Ja, diese Sitte gibt es wirklich. Ich habe es von meiner Mutter so übernommen: Das Geld dient für die zukünftige Braut, ihr neues Leben als Frau einzurichten. Mit der Hochzeit verlässt sie nämlich das Leben als Mädchen. Frauen tragen einen anderen Kleidungsstil als Mädchen. Also muss die Braut ihre Garderobe wechselt. Dafür braucht sie das Geld. Ausserdem werden neue Möbel eingekauft bzw. die alten Möbel ausgewechselt, um das neue Zuhause des frischen Paares einzurichten. Schliesslich fängt das Paar ein neues Lebensabschnitt an: Man wird mit der Hochzeit zur Erwachsenen. Alle Möbel werden von der Familie der Braut (bzw. mit dem Brautgeld) bezahlt. Die Familie der Braut bzw. die Braut soll die Möbel aussuchen, weil die Frau als Hausfrau die neue Wohnung einrichten soll. Einzig das Doppelbett muss von der Familie des Bräutigams bzw. der Bräutigam gekauft werden.
Die Höhe des Brautgeldes bestimmt die Eltern der Braut. Das Brautgeld wird eigentlich nur zwischen der Eltern der Braut und der Eltern des Bräutigams verhandeln. Ob es den Wert der Braut bezeichnet bleibt es dahin gestellt. Ich glaube, dass es nicht veröffentlich wird. Ausser man will oder könnte damit angeben. ^^

Nicht nur die Familie des Bräutigams bzw. der Bräutigam muss bezahlen. Auch die Eltern der Braut haben der Braut einen Beitrag zu leisten, und zwar im Sinne vom Schmuck.
Gemäss Sitte ist es so, wenn die Tochter heiratet, so verlässt sie ihre Familie und wird automatisch enterbt.

Alle Infos ohne Gewähr. Infos aus meiner familiären Quelle. ^^

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Hendrik » 22.02.2009, 20:38

Hinoto hat geschrieben:Mit der Hochzeit verlässt sie nämlich das Leben als Mädchen. Frauen tragen einen anderen Kleidungsstil als Mädchen. Also muss die Braut ihre Garderobe wechselt.
Und was ist, wenn mir die Bekleidung der Dame bereits gefällt und ich nicht möchte, dass sie sich andere Sachen kauft?
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Hinoto » 22.02.2009, 22:41

Hendrik hat geschrieben:Und was ist, wenn mir die Bekleidung der Dame bereits gefällt und ich nicht möchte, dass sie sich andere Sachen kauft?
Mit Stilwechsel ist gemeint, sich reifer und dezenter zu kleiden. Verheiratete Frauen tragen keine kurzen Röcke mehr, ihre Haare müssen stets zusammen gebunden sein etc.

Alles nach Tradition. Heutzutage werden Sitten kaum korrekt durchgeführt. Mein älterer Bruder hat in China geheiratet. Das Brautgeld wurde auch anders verwendet, z.B. hauptsächlich für das Hochzeitsfest ausgegeben.

Hab’s vergessen: Ein Teil des Brautgeldes wird dem Bräutigam zurückgegeben. Es sollte darstellen, dass es ein Geben & Nehmen in der Familie gibt. Die Höhe es Rückgeldes entscheiden die Eltern der Braut.

Mein Bruder hat etwa 1/3 des Geldes zurückbekommen.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Narr » 22.02.2009, 22:54

Du bist Kantonesin... gibts da auch unterschiede zu Nordchinesen?
Bei den Minderheiten dürfte es sowieso noch mal etwas anders sein, nehme ich an.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Hendrik » 22.02.2009, 23:00

Hinoto hat geschrieben:
Hendrik hat geschrieben:Und was ist, wenn mir die Bekleidung der Dame bereits gefällt und ich nicht möchte, dass sie sich andere Sachen kauft?
Mit Stilwechsel ist gemeint, sich reifer und dezenter zu kleiden. Verheiratete Frauen tragen keine kurzen Röcke mehr, ihre Haare müssen stets zusammen gebunden sein etc.
Ich will meine zukünftige Frau auch nach der Heirat noch in kurzen Röcken sehen. -> Brautgeld ist unnötig.
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Hinoto » 22.02.2009, 23:19

Narr hat geschrieben:Du bist Kantonesin... gibts da auch unterschiede zu Nordchinesen?
Bei den Minderheiten dürfte es sowieso noch mal etwas anders sein, nehme ich an.
China ist riesig und wie viele verschiedenen Völker die da leben... Ja, Unterschiede gibt es bestimmt. Wenn ich nur an das ganze Hochzeitsprozess meines Bruders denke. (Und das Brautgeld ist nur ein kleiner Bruchteil davon.) Da wurde so oft gefragt, wie und was wird es korrekt gemacht?(???). Bräuche werden verglichen. Da sind selbst die älteren Generation überfragt... Darum habe ich expliziert erwähnt, dass ich die Infos bloss durch meine Mutter habe. So hat sie geheiratet.
Leider kann ich dir keinen konkreten Auskunft geben. Dafür kenne ich China zu wenig. :(

Ups, ich musste mich korrigieren. Mein Bruder hat in Vietnam geheiratet, nicht in China. Ich wollte eigentlich in Asien schreiben... Das Hochzeitfest war auf jeden Fall chinesisch. ^^

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Aremonus » 23.02.2009, 07:12

Ich will meine zukünftige Frau auch nach der Heirat noch in kurzen Röcken sehen. -> Brautgeld ist unnötig
Geniale Kausalkette :lol:

Ich glaub in unserer Generation ist das ein bisschen anders... jedenfalls bei den etwas moderneren Eltern... mit extrem konservativen Familien hatte ich bisher noch nicht gross Kontakt. Ich würde es auch irgendwie unpassend finden, wenn mich meine etwaigen Schwiegereltern nach Geld oder einer sonstigen Bezahlung für die Braut fragen würden. Wenn man sich nahesteht, hilft man einander doch - und das ohne direkte Gegenleistung. Gilt übrigens auch in Europa -und ist sogar im Zivilgesetz festgeschrieben und somit klagbar!
Die Hochzeit bezahlen eigentlich die Eltern der Braut... aber wenn die nicht die nötigen Mittel haben, unterstützt man sie eben und bezahlt die Hochzeit so indirekt selbst - das kann man ja dann als traditionelles Brautgeld bezeichnen. Ist dann aber meist ohnehin mehr als 10000 Euro...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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