Brautgeld - gibt es das in China?

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Hast Du bei Deiner Hochzeit Brautgeld gezahlt?

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3
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nein
22
88%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 25

otternase
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Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von otternase » 21.08.2008, 08:47

Hallo

im Userforum von info4alien stellte ein Nutzer folgende Frage:
Hallo alle Zusammen,

die Chinesische Braut hat von ihrem Bräutigam ein "Hochzeitsgeld" von 10.000 € für ihren Vater verlangt. Gewissermaßen als Brautpreis. Dies sei in China so Sitte, je höher der Preis um so mehr sei die Braut "Wert".
Hat jemand zu diesen chinesischen Sitte Erfahrung?
Ich mißtraue ihnen.
Kennt jemand solche Sitte?
Ich habe noch nie von "Brautgeld" in China gehört, sowas hielt ich immer für eine "Errungenschaft" aus dem Isaan oder dem Iran... Meine Schwiegereltern haben jedenfalls nie derartiges gefordert, sie haben uns im Gegenteil im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Hochzeit finanziell unterstützt.

Die Frage an "chinesisch-verheiratete" (Chinesen und Deutsche gleichmassen): kennt Ihr eine "Brautgeld-Sitte" in China, habt Ihr vielleicht sogar selbst Brautgeld gezahlt?

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Grufti » 21.08.2008, 08:59

Ich hatte weder für meine erste Frau ( oder zählt Taiwan nicht als "China"??? :roll: Wenn ja, darf ich dann zweimal abstimmen ?? :mrgreen: :mrgreen: ) , noch für meine zweite Frau ein Brautgeld bezahlt....
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von de guo xiong » 21.08.2008, 09:11

Also sowas wie Brautgeld kenne ich nicht, aber es wird gern gesehen (teilweise wohl auch "verlangt"), dass das frisch vermählte Paar ein Appartment kauft (wegen sozialer Absicherung).

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Cromson » 21.08.2008, 09:13

Ich musste ebenfalls nichts bezahlen, auch wenn die Familie sehr wenig finanzielle Mittel hat. Wahrscheinlich waren sie froh, dass das Maedel endlich raus ist. :mrgreen:

PS.: Ich habe nur Holz fuer den Winter gehackt, als kleine Fronarbeit und bekam als Gegenleistung die schoenste der Toechter.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von chinavelo » 21.08.2008, 09:38

Brautgeld ist eine gute Idee! Das werde ich auch für meine Tochter verlangen als sogenannte Ausbildungsentschädigung. Meine Rente im Alter wird nicht so üppig sein, daß ich darauf verzichten könnte. Irgendwie muß ich ja über den Verlust hinweg getröstet werden. :)

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Torte » 21.08.2008, 09:57

pollok hat meines wissens erfahrung damit :P

vom direkten Brautpreis habe ich auch noch nicht gehört, allerdings wird ja oft schon verlangt, dass der mann eine wohnung kauft. Könnte man vielleicht indirekt auch als brautpreis ansehen, obwohl das natürlich nicht zu gunsten der eltern ist. ^^
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von die_manu » 21.08.2008, 10:08

Hab mal eine Dokumentation über chinesische Bauern gesehen. Ich glaube es ging darum, dass durch die Ein-Kind-Politik viel zu wenig junge Frauen auf dem Land geboren werden/ wurden und nun ein drastischer Männerüberschuss herrscht. Deshalb wurde mehrere junge Männer gezeigt, die davon berichtet haben, wie aussichtslos es ist eine Frau zu finden. Dort ging es dann auch um das Brautgeld. Dadurch dass nämlich nun viel weniger heiratsfähige Frauen vorhanden sind, ist deren Preis wohl deutlich gestiegen, so dass viele der Jungbauern das Brautgeld nicht mehr aufbringen können. Ein Dilemma, weil ohne Ehefrau und damit verbundener Nachwuchs, die eigene Altersversorgung nicht sichergestellt ist.

Dann wurde noch eine Hochzeit gezeigt. Das zahlen des Brautgeldes muss man sich vorstellen, wie der Versuch in einem Restaurant zu bezahlen. Niemand wird danach fragen, man muss es eher als Bräutigam der Familie "aufzwingen".

Mein Betrag passt nun natürlich wenig mit den Aussagen meiner Vorgänger überein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Brautgeld-Zahlung auf dem Land noch verbreitet ist - in der Stadt aber nicht mehr.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Cromson » 21.08.2008, 10:29

Den Bericht hab ich auch gesehen.
Bin ich froh, dass ich im Dorf nicht gelyncht wurde... hab ich doch eine Frau geklaut.

Es liegt meiner Meinung nach nicht nur an der Ein-Kind-Politik, sondern das fuer viele Familien Frauen einfach nutzlos waren! Denn nach der Heirat wurden diese kompletter Bestandteil der Familie des Mannes. Ich hab mich immer gewundert, warum man hier von keinem Arzt vor der Geburt erfaehrt was es denn wird. Bis mir das Begruendung "Abtreibung wenn weiblich" in den Sinn kam.
Ausserdem sollte man nicht vernachlaessigen, das viele Frauen in die Staedte gehen um da zu arbeiten. Waehrend die Maenner in der Familie den Hof schmeissen muessen.

Ob Stadt oder Land, traditionell bleibt traditionell... auf dem Land sinds halt Kuehe und in der Stadt ne Eigentumswohnung.

PS.: Der Osten Deutschland hat auch Frauenmangel, weil viele Frauen in den goldenen Westen abgedampft sind!!! :shock:

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von de guo xiong » 21.08.2008, 10:36

Cromson hat geschrieben: PS.: Der Osten Deutschland hat auch Frauenmangel, weil viele Frauen in den goldenen Westen abgedampft sind!!! :shock:
aber auch viele Männer ;)

de guo xiong, der aus eigener Erfahrung spricht

PS.: sorry für OT
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von otternase » 21.08.2008, 11:21

Hallo

habe mal nach den gesetzlichen Bestimmungen in CN gesucht und das hier gefunden:
中华人民共和国婚姻法
Marriage Law of the People's Republic of China

第三条禁止包办、买卖婚姻和其他干涉婚姻自由的行为。禁止借婚姻索取财物。

Article 3 Marriage upon arbitrary decision by any third party, mercenary marriage and any other acts of interference in the freedom of marriage shall be prohibited. The exaction of money or gifts in connection with marriage shall be prohibited.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von bossel » 21.08.2008, 14:04

otternase hat geschrieben:Article 3 Marriage upon arbitrary decision by any third party, mercenary marriage and any other acts of interference in the freedom of marriage shall be prohibited. The exaction of money or gifts in connection with marriage shall be prohibited.
Legal, illegal, scheißegal. Ganz besonders in China...
Es kommt immer auf die Situation an. Wenn man als Bauer in der hintersten Provinz verzweifelt eine Frau sucht, sind einem die Gesetze vermutlich ziemlich schnuppe.
Wenn man als Familie am Hungertuch nagt, ist man vermutlich auch eher geneigt, die eigene Tochter zu verscherbeln (auch gegen ihren Willen).
An die Gesetze kann man denken, wenn es einem besser geht.


Es gibt übrigens auch so einen Brauch, bei dem die Braut irgendwie freigekauft werden muß, um zur Hochzeit gelassen zu werden. Der Bräutigam muß zig rote Umschläge mit Geld durchs Türgitter reichen, bis die Freundinnen der Braut meinen, daß es genug ist & die Braut rauslassen.
Ob das als Brautgeld gewertet werden kann, weiß ich nicht.
Aber nach obigem Gesetzestext wäre es jedenfalls auch illegal.

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von belrain » 21.08.2008, 14:11

bossel hat geschrieben: Es gibt übrigens auch so einen Brauch, bei dem Braut irgendwie freigekauft werden muß, um zur Hochzeit gelassen zu werden. Der Bräutigam muß zig rote Umschläge mit Geld durchs Türgitter reichen, bis die Freundinnen der Braut meinen, daß es genug ist & die Braut rauslassen.
Ob das als Brautgeld gewertet werden kann, weiß ich nicht.
Aber nach obigem Gesetzestext wäre es jedenfalls auch illegal.
Stimmt. Von dem Brauch erzählte mein Kollege auch, als er seine chinesische Frau geheiratet hat.
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von otternase » 21.08.2008, 14:30

bossel hat geschrieben: Es gibt übrigens auch so einen Brauch, bei dem Braut irgendwie freigekauft werden muß, um zur Hochzeit gelassen zu werden. Der Bräutigam muß zig rote Umschläge mit Geld durchs Türgitter reichen, bis die Freundinnen der Braut meinen, daß es genug ist & die Braut rauslassen.
Ob das als Brautgeld gewertet werden kann, weiß ich nicht.
Aber nach obigem Gesetzestext wäre es jedenfalls auch illegal.
kommt wohl strenggenommen darauf an, wer die Umschläge am Schluss erhält: Die Braut, die Freundinnen, die Eltern?
dürfte aber mehr so in die Kategorie "Hochzeitsbräuche" fallen, ähnlich wie eine Brautentführung mit Auslösen in D...

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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Yingxiong » 21.08.2008, 17:03

de guo xiong hat geschrieben:
Cromson hat geschrieben: PS.: Der Osten Deutschland hat auch Frauenmangel, weil viele Frauen in den goldenen Westen abgedampft sind!!! :shock:
aber auch viele Männer ;)

de guo xiong, der aus eigener Erfahrung spricht
Und manche setzen sich danach noch nach China ab. Yohanesu würde wohl sagen, dass amn zu sehr aud KP fixiert sei.
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Re: Brautgeld - gibt es das in China?

Beitrag von Yingxiong » 21.08.2008, 17:06

otternase hat geschrieben:
bossel hat geschrieben: Es gibt übrigens auch so einen Brauch, bei dem Braut irgendwie freigekauft werden muß, um zur Hochzeit gelassen zu werden. Der Bräutigam muß zig rote Umschläge mit Geld durchs Türgitter reichen, bis die Freundinnen der Braut meinen, daß es genug ist & die Braut rauslassen.
Ob das als Brautgeld gewertet werden kann, weiß ich nicht.
Aber nach obigem Gesetzestext wäre es jedenfalls auch illegal.
kommt wohl strenggenommen darauf an, wer die Umschläge am Schluss erhält: Die Braut, die Freundinnen, die Eltern?
dürfte aber mehr so in die Kategorie "Hochzeitsbräuche" fallen, ähnlich wie eine Brautentführung mit Auslösen in D...
Wie kriminell! :shock: In Deutschland werden Frauen entführt! :shock:
Meine Frau wurde nicht entführt! :mrgreen:
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