Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

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falc410
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Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 29.11.2017, 12:20

Ich bin verwirrt und finde keine Antwort. Habe mich durch die Merkblätter der Deutschen Botschaft in China durchgeklickt bin aber nun auch nicht schlauer.

Kurz zur Situation:
Ich, Deutscher Staatsbürger, möchte (eventuell) meine Chinesische Freundin heiraten.
Sie, Chinesin, hat eine Aufenthaltsgenehmigung in Polen (durch die Arbeit) und kann sich schon seit einigen Jahren Frei im Schengenraum bewegen, ohne Visum etc.
Allerdings wird diese Aufenthaltsgenehmigung (die nennen das wohl auch Identity oder Residence Card) irgendwann auslaufen.

Wenn wir jetzt in DE heiraten und ihre Polnische Aufenthaltsgenehmigung läuft aus in ein paar Jahren - dann müsste Sie meinem Kenntnisstand nach wohl zurück nach China oder eben ein Visum auf Ehegattennachzug beantragen. Was natürlich schon mal Schwachsinn ist, wenn sie ja im Moment schon in DE ist aber anscheinend gibt es da keine andere Regelung. Auf jeden Fall steht überall dabei, dass ein Deutschnachweis erforderlich ist! Sie spricht aber kein Deutsch.

Auf einem der Merkblätter steht:
Gibt es Ausnahmen?
Ja. Sie müssen in der Regel keine Deutschkenntnisse nachweisen, wenn unter anderem eine der folgenden Aussagen zutrifft:
-Sie oder Ihr Ehegatte sind Staatsangehöriger eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder haben als Deutscher von Ihrem Freizügigkeitsrecht Gebrauch gemacht.
Das trifft doch bei mir zu. Ich finde es so oder so strange, z.B. habe ich genug Kollegen aus dem EU oder auch Internationalen Ausland die hier leben, die selber kein Wort Deutsch sprechen und deren Frauen ebenso wenig.

Ich habe immer das Gefühl, die ganzen Visum Anträge sind für Leute gedacht, die beide nicht die Deutsche Staatsbürgerschaft und einer arbeitet hier und will dann seine Familie nachholen. So eine Konstellation wie bei mir habe ich noch nicht gefunden. Wenn es irgendwie möglich ist, möchte ich meiner Freundin den Deutschkurs (zumindest zu diesem Zeitpunkt) ersparen. Aufgrund meiner Arbeit weiss ich sowieso noch nicht, ob ich in den nächsten Jahren in DE leben werde oder nicht. Aber das soll jetzt nichts zur Sache tun.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von qpr » 29.11.2017, 13:23

Wenn du im EU Ausland gelebt/gearbeitet hast, bist DU EU Freizügigkeitsberechtigt, ansonsten nicht.

Wenn ihr geheiratet habt, habt ihr 2 Möglichkeiten.
Sie beantragt das FZF Visum in Polen (was der normale Weg ist) oder ihr versucht, ihn DE bei der zuständigen ABH eine AE zu beantragen (das muß keine ABH machen, sie kann es aber).

A1 Sprachkenntnisse braucht sie, es sei denn, eine der Ausnahmeregelungen greift bei ihr.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 29.11.2017, 13:35

Danke für die Info. D.h. Sie kommt um A1 nicht drumherum weil ich Deutscher bin.
Es gibt zwar noch mehr Ausnahmen:
Ihr Ehegatte besitzt eine Aufenthaltserlaubnis als
¢ Hochqualifizierter (§ 19 AufenthG).
¢ Forscher (§ 20 AufenthG).
¢ Firmengründer (§ 21 AufenthG).
¢ Asylberechtigter (§ 25 Abs. 1 bzw. § 26 Abs. 3 AufenthG).
¢ anerkannter Flüchtling (§ 25 Abs. 2 bzw. § 26 Abs. 3 AufenthG).
¢ Daueraufenthaltsberechtigter aus anderen EU-Staaten
Das zählt aber alles nur wieder wenn ich KEIN Deutscher wäre - obwohl die ersten 3 Punkte auf mich sogesehen zutreffen würden.

Also meine Meinung zur Deutschen Politik will ich nun gar nicht kundtun, das ist einfach eine Frechheit was da abgeht. Als Deutscher wird mir das zusammenleben mit einem nicht EU Bürger der kein Deutsch spricht verboten. Als Nicht-Deutscher wäre das kein Problem. Das ist einfach ein schlechter Witz und komplette Verarsche von der Politik.

Nun gut, dann wissen wir zumindest Bescheid. Ich hab wenig Lust mich auch noch durch polnische Gesetze hangeln zu müssen oder dort hin zu müssen (ist nun nicht gerade der nächste Weg). Danke

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von blur » 29.11.2017, 14:59

falc410 hat geschrieben:Also meine Meinung zur Deutschen Politik will ich nun gar nicht kundtun, das ist einfach eine Frechheit was da abgeht. Als Deutscher wird mir das zusammenleben mit einem nicht EU Bürger der kein Deutsch spricht verboten. Als Nicht-Deutscher wäre das kein Problem. Das ist einfach ein schlechter Witz und komplette Verarsche von der Politik.
EU Recht ist nunmal was anderes als das Recht der einzelnen Staaten. Da kochen alle Staaten ihr eigenes Süppchen, das hat nichts speziell mit Deutschland zu tun. Deine Freundin scheint das ja auch bereits auszunutzen, wenn sie sich mit einem polnischen Aufenthaltsstatus dauerhaft in Deutschland aufhält (so habe ich das zumindest interpretiert).
falc410 hat geschrieben:Nun gut, dann wissen wir zumindest Bescheid. Ich hab wenig Lust mich auch noch durch polnische Gesetze hangeln zu müssen oder dort hin zu müssen (ist nun nicht gerade der nächste Weg). Danke
A1 ist nichts schlimmes. Das kannst du ihr beibringen, sie braucht dafür nicht einmal einen Kurs belegen, nur die Prüfung muss sie meistern. Wenn sie so einfache Sachen nicht hinkriegen sollte, wie soll sie dann ihr Leben hier meistern ohne komplett isoliert zu sein und ständig auf dich angewiesen zu sein?

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 29.11.2017, 15:41

Ich beschwere mich nicht wegen dem EU Recht - ich bin extrem froh, dass wir die Möglichkeit haben innerhalb von Europa zu Reisen und zu arbeiten ohne größere Probleme. Ich nur das aktuelle Gesetz extrem diskriminierend und der Integration abträglich. Das ist zwar Off-Topic aber der Punkt der mich so aufregt sind die Ausnahmenregelung für den Deutschnachweis bei Ehegatten-Nachzug, siehe Broschüre des BAMF:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/D ... chzug.html

Als Deutscher Staatsbürger muss meine Freundin (die sich nicht dauerhaft in DE aber sehr wohl EU aufhält, aber das spielt keine Rolle) einen Deutschnachweis erbringen. Wenn wir uns die Ausnahmen mal genauer anschauen, dann stellen wir fest, dass ich als Ausländer (auch nicht-EU Ausländer) in Deutschland leben und arbeiten darf, ohne jegliche Deutschkenntnisse und dass ich sogar meine Ehefrau und Kinder nachholen darf - auch jeweils ohne Deutschkenntnisse. D.h. das Gesetz erlaubt es ausländischen Familien sich hier niederzulassen ohne Deutsch sprechen zu müssen und ohne es lernen zu müssen. Und das soll Integrationsförderlich sein?

Ich kenne mich mit Deutschkursen nicht aus. Klar sollte Sie langfristig (falls wir hier bleiben) Deutsch lernen, die Frage ist eher wann Sie das braucht. Und in den nächsten Monaten ist es eher schwierig. Ich hab mich mit einer anderen Chinesin unterhalten, die hat in China geheiratet und musste 10 Monate warten bis sie nach der Hochzeit nach DE kommen durfte. Das wäre halt der super GAU. Hier heiraten, dann wird meine Freundin abgeschoben und darf erst nach einem Jahr wieder zurück - von den Kosten die entstehen mal ganz zu schweigen.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von blur » 29.11.2017, 15:59

falc410 hat geschrieben:Als Deutscher Staatsbürger muss meine Freundin (die sich nicht dauerhaft in DE aber sehr wohl EU aufhält, aber das spielt keine Rolle) einen Deutschnachweis erbringen. Wenn wir uns die Ausnahmen mal genauer anschauen, dann stellen wir fest, dass ich als Ausländer (auch nicht-EU Ausländer) in Deutschland leben und arbeiten darf, ohne jegliche Deutschkenntnisse und dass ich sogar meine Ehefrau und Kinder nachholen darf - auch jeweils ohne Deutschkenntnisse. D.h. das Gesetz erlaubt es ausländischen Familien sich hier niederzulassen ohne Deutsch sprechen zu müssen und ohne es lernen zu müssen. Und das soll Integrationsförderlich sein?
Am liebsten würde Deutschland von jedem Ausländer gewisse Grundkenntnisse der Sprache und Gesetze nachgewiesen bekommen, bevor er sich hier niederlässt. Das ist aber mit EU Recht nicht möglich. So bleibt dem Staat nur diese Regeln auf den Personenkreis zu beschränken, der nicht unter die Gesetzgebung der EU fällt.
falc410 hat geschrieben:Ich kenne mich mit Deutschkursen nicht aus. Klar sollte Sie langfristig (falls wir hier bleiben) Deutsch lernen, die Frage ist eher wann Sie das braucht. Und in den nächsten Monaten ist es eher schwierig.
Wie gesagt, A1 ist nicht schwierig, das könnt ihr prima zusammen erarbeiten.
falc410 hat geschrieben: Ich hab mich mit einer anderen Chinesin unterhalten, die hat in China geheiratet und musste 10 Monate warten bis sie nach der Hochzeit nach DE kommen durfte. Das wäre halt der super GAU. Hier heiraten, dann wird meine Freundin abgeschoben und darf erst nach einem Jahr wieder zurück - von den Kosten die entstehen mal ganz zu schweigen.
Zur Abschiebung sollte sie es nicht kommen lassen, denn dann bekommt sie auch eine Einreisesperre die durchaus länger als 1 Jahr sein kann.
Wenn absehbar ist, dass ihr Aufenthaltstitel abläuft, würde ich mich aktiv um das A1 Zertifikat kümmern, dann muss sie garantiert keine 10 Monate warten und könnte z:b. mit einer Vorabzusage den Zeitraum deutlich verkürzen.
Hätte sie einen deutschen Aufenthaltstitel der über 12 Monate hinausgeht, müsste sie auch nicht mal zurück sondern könnte den nach der Hochzeit umwandeln (wenn A1 vorliegt). Ich weiß nicht ob der polnische Aufenthaltstitel ebenfalls anerkannt wird und er so umgewandelt werden könnte ohne Rückreise. Das müsstest du bei der Ausländerbehörde mal in Erfahrung bringen.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von sweetpanda » 29.11.2017, 16:02

Dieser Umstand ist die letzte kleine Kontrolle die noch besteht um Zuwanderung zu bremsen.
Wenn man auf dieser Ebene seit vielen Jahren nichts mehr im Griff hatte und seit 2015 die bedingungslose Kapitulation eingetreten ist, so lasse den Beamten und Behörden doch wenigstens diesen letzten symbolisch Strohhalm. Vielleicht kann man dadurch 50-100 Einwanderer im Jahr weniger erreichen und dann sind sie Helden.
Sie betrifft nur ganz wenige Deutsche und wird daher noch bestehen bleiben wenn hier alles kunterbunt ist.
Nichts befriedigt einen Menschen verlässlicher als der Misserfolg eines Begabteren.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 29.11.2017, 16:36

Ich würde ebenfalls Ausländer verpflichten, einen Deutschkurs zu absolvieren, oder entsprechende Nachweise zu erbringen. Als ich mich für ein Auslandssemester in Japan interessiert habe, hieß es auch ich müsste erst eine Prüfung in Japanisch ablegen bevor ich mich überhaupt bewerben kann. Andersrum gibt es extrem viele ausländische (auch aus nicht-EU Staaten) Studenten die hier teilweise sogar ihren Master machen, ohne einen Deutschkurs besucht zu haben oder auch nur Interesse dafür zu haben. Ebenso, haben wir viele Mitarbeiter im wissenschaftlichen Umfeld die kein Wort Deutsch sprechen.
Ein Land ist halt nicht nur ein Hotel. Wenn ich mich entscheide in einem anderem Land zu leben und zu arbeiten, dann würde ich mich auch mit der nationalen Sprache, der Kultur und den Gesetzen auseinander setzen.

Und wie gesagt, bei der Zuwanderung gibt es ja genug Ausnahmen für Ehegatten, die es den ausländischen Ehegatten ermöglichen nach Deutschland zu kommen ohne Deutschkentnisse erbringen zu müssen. Mein Pakistanischer Kollege konnte seine Frau auch ohne Probleme in Pakistan heiraten und sofort nach Deutschland bringen. Jetzt macht sie an der VHS *freiwillig* einen Abendkurs. Ich begrüße das natürlich und freue mich wenn die Einbürgerung für meinen Kollegen klappt (er ist jetzt schon fast 5 Jahre hier und wohl nur noch einen Art Geschichtstest ablegen) aber das zeigt eben, dass Ausländer ohne Probleme zuwandern können und nicht gezwungen werden sich zu integrieren oder wenigstens einen Deutschkurs zu besuchen. Das ist rein freiwillig.

Die Gefahr, dass ein Deutscher Staatsbürger, der hier geboren ist und sein ganzes Leben hier verbracht hat, sich einen ausländischen Partner sucht der kein Deutsch spricht und dann seine komplette Familie von der deutschen Gesellschaft segregiert (heißt das so? also abspaltet) halte ich nun doch für sehr gering. Auch wenn es nur ganz wenige Deutsche betrifft wie sweetpanda treffend bemerkt.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von blur » 29.11.2017, 16:52

falc410 hat geschrieben:Mein Pakistanischer Kollege konnte seine Frau auch ohne Probleme in Pakistan heiraten und sofort nach Deutschland bringen.
ist rechtlich so auch nicht möglich. Wenn er zusätzlich EU Staatsbürger wäre greift EU Recht, aber wenn er nur pakistanischer Staatsbürger ist, kann er seine Frau auch nicht so einfach herholen.
falc410 hat geschrieben:Auch wenn es nur ganz wenige Deutsche betrifft wie sweetpanda treffend bemerkt.
Es betrifft mit Sicherheit nicht nur wenige hundert Personen im Jahr.

Aber es hilft dir alles nichts, um A1 wird sie nicht umhinkommen. Auf Ausnahmeregelungen die bei anderen greifen kannst du dich nicht berufen. Also lass sie privat Deutsch lernen, die Prüfung ablegen und informiere dich, ob sie mit ihrem polnischen Aufenthaltstitel überhaupt ausreisen müsste um einen deutschen zu bekommen.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 29.11.2017, 17:27

Ich weiss nicht wie er es genau gemacht hat, aber er hier seinen Master Abschluss gemacht und bereits in DE gearbeitet, also eine Arbeitserlaubnis und die schließt wahrscheinlich eine Aufenthalterlaubsnis ein. Als er geheiratet hat konnte seine Frau nach DE kommen ohne Deutsch Nachweise. Steht ja auch unter den Ausnahmen: Wenn der Ehegatte Hochqualifiziert ist (also Studium) dann darf die restliche Familie folgen - egal ob sie Deutsch kann oder nicht.

Aber ja A1 wird sie machen müssen. Ich habe mir gerade eine Prüfung angeschaut und auf den ersten Blick hat es mich an HSK 1 erinnert aber das ist schon deutlich schwerer. Die müssen einen Brief schreiben, Anzeigen aus der Zeitung lesen und verstehen und auch das Hörverständnis wird in Normalgeschwindigkeit abgefragt. Zwar reicht wie beim HSK 1 / 2 theoretisch aus sich auf die Schlüsselwörter zu konzentrieren und nur diese zu erkennen, aber so einfach ist das sicher nicht für einen Ausländer.

Bin ich froh kein Deutsch lernen zu müssen :p

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von ingo_001 » 29.11.2017, 23:01

falc410 hat geschrieben:Ich weiss nicht wie er es genau gemacht hat, aber er hier seinen Master Abschluss gemacht und bereits in DE gearbeitet, also eine Arbeitserlaubnis und die schließt wahrscheinlich eine Aufenthalterlaubsnis ein. Als er geheiratet hat konnte seine Frau nach DE kommen ohne Deutsch Nachweise. Steht ja auch unter den Ausnahmen: Wenn der Ehegatte Hochqualifiziert ist (also Studium) dann darf die restliche Familie folgen - egal ob sie Deutsch kann oder nicht.

Aber ja A1 wird sie machen müssen. Ich habe mir gerade eine Prüfung angeschaut und auf den ersten Blick hat es mich an HSK 1 erinnert aber das ist schon deutlich schwerer. Die müssen einen Brief schreiben, Anzeigen aus der Zeitung lesen und verstehen und auch das Hörverständnis wird in Normalgeschwindigkeit abgefragt. Zwar reicht wie beim HSK 1 / 2 theoretisch aus sich auf die Schlüsselwörter zu konzentrieren und nur diese zu erkennen, aber so einfach ist das sicher nicht für einen Ausländer.

Bin ich froh kein Deutsch lernen zu müssen :p
Kein Grund zur Panik:
Wang-Normal-Chinese hat (so denn praktikable Englischkenntnisse vorhanden sind) keine Probleme den A1 Test zu schaffen, weil ja vieles an Grundlagen dadurch schon gegeben ist.
Verstehen des "Buchstaben-Salates" und einer germanischen Sprache sind locker 51 % des Weges, der da schon hinter einem liegt.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von rundherum » 30.11.2017, 08:00

Hab' mich gerade auch eingelesen - krass, Deutschland gewichtet die eigene Sprache mehr als das durch die EMRK geschützt Recht auf Familienleben. Österreich und auch sonstige europäische Staaten mit ähnlichen Regelungen sehen in solchen Fällen zumindest explizite Ausnahmen zur Wahrung der EMRK vor - in Deutschland geht die Deutsche Kultur immer über Menschenrechte.
Gewisse Dinge ändern sich eben nie :wink:

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 30.11.2017, 08:11

@rundherum: Was hast du erwartet? Die Deutsche Rasse will geschützt werden! Die Regelung ist sicher noch aus Nazi-Vorzeit unserer Großeltern. Wahrscheinlich würde mir das Amt für Migration raten, mir lieber eine Arier-Braut zu suchen - dann würden die mir auch weniger Steine in den Weg legen. So kommt mir das zumindest vor. Passt auch dazu, dass zwar nach außen hin Migration erlaubt ist (man muss sich ja Politisch korrekt und offen geben), auf der anderen Seite aber Integration weder begünstigst noch enforciert wird.

So, ich hoffe das nimmt nun keiner zu Ernst. Vielleicht sollte ich ein paar Smilies sicherheitshalber einbauen :p

qpr
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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von qpr » 30.11.2017, 12:16

rundherum hat geschrieben:Hab' mich gerade auch eingelesen - krass, Deutschland gewichtet die eigene Sprache mehr als das durch die EMRK geschützt Recht auf Familienleben. Österreich und auch sonstige europäische Staaten mit ähnlichen Regelungen sehen in solchen Fällen zumindest explizite Ausnahmen zur Wahrung der EMRK vor - in Deutschland geht die Deutsche Kultur immer über Menschenrechte.
Gewisse Dinge ändern sich eben nie :wink:
In Österreich ist die Familienzusammenführung noch schwieriger als in DE.

Was falc410 hier von sich gibt an Fakten, ist so gut wie alles falsch, weil er nicht die geringste Ahnung hat, aber hauptsache erstmal schimpfen.

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Re: Deutsch Nachweis nötig oder nicht?

Beitrag von falc410 » 14.12.2017, 18:16

qpr ist ja schön, dann könntest du das richtig stellen. Aber anscheinend liege ich nicht so falsch. Heute habe ich vom Amt für Migration eine Nachricht erhalten. Also wie gesagt um den Deutschkurs kommt man bei Ehegattennachzug nicht drumherum, außer der in Deutschland lebende Ehegatte ist nicht Deutsch und spricht kein Deutsch. Dann darf jeder einfach so kommen.

Habe auch noch einen Artikel aus der TAZ gefunden: http://www.taz.de/!5049762/
In den Kommentaren kämpfen die Menschen mit genau demselben Problem. Der Ehegatte darf nicht nachkommen und wartet seit Jahren im Ausland während in Deutschland sich Millionen Menschen aufhalten die nicht aus der EU sind und kein Wort Deutsch sprechen können oder müssen. Wirklich sehr ärgerlich das ganze.

Habe jetzt mal nachgesehen - laut Göthe Institut dauert es 160 Unterrichtsinheiten um A1 zu lernen:
http://www.goethe.de/lrn/prj/egn/ogf/deindex.htm

Aber wie man aus dem Artikel der TAZ sieht, selbst dann ist A1 einfach zu schwierig bzw. einfach unfair gestellt. Da hilft dann nur noch eine Klage. Also such ich mir lieber einen Anwalt als einen Deutschkurs.

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